Aufnehmen, jetzt mal richtig

Da ich vor einigen Wochen für das Musiker-Board bei Lewitt unterwegs war um ein Spiel vorzubereiten, würde ich hier noch mal ein paar Tipps zu Richtcharakteristiken hinterlegen. Diese sollte man ein wenig im Kopf haben, um Mikrofone bestmöglich zu platzieren und um nur genau das aufzunehmen, was man auch auf der Aufnahme haben möchte.

Interessant sind an der Stelle auch die leicht unterschiedlichen Formen bei verschieden hohen Frequenzen.

Bildschirmfoto 2020-09-14 um 09.39.57.png

Hier das entstandene Video. Es bezieht sich zwar auf das Polar Pattern Spiel, beinhaltet aber auch reichlich (Basis-) Informationen und Erklärungen.

Wer Lust bekommen hat, darf natürlich auch gerne am Spiel im Musiker-Board teilnehmen und seine "Ohren" testen.


View: https://youtu.be/_3EQa7YWtb0


Gruß
Martin
 
Danke für die Tips. Weiß jemand unter Linux oder Android eine einfache Möglichkeit, das mp3 vom Tascam mit dem mp4 vom Handy synchron zu mergen?
 

synchron ginge nur mit gemeinsamer Uhr ... dir bleibt also nur die Version mit "eindeutige Stelle finden" (Klatschen, Klappe) um die Soundspur an die richtige Stelle unter die Filmspur zu legen. Wenn im mp4 auch Sound drin ist, ist es deutlich leichter. Bitte aber auch mal alle Minute in das Ergebnis reinhören, denn ohne gemeinsamen Timecode könne sie leicht auseinander laufen. Ist in beiden Spuren Ton drin (gleich laut drehen) dann fängst du an einen Hall zu hören.

Also: "ausrichten, alle 1 Minute Material mal die Ausrichtung überprüfen, zum Schluss die Soundspur vom Handy leise drehen" ...

Software unter LINUX ... da kann ich dir nicht helfen, bin bei Apple.

Gruß
Martin
 
Kennt jemand noch tripleDAT? Bestimmt mehr als 20 Jahre her, konnte auch schon non-destructive!
War ein tolles, richtig aufregendes Teil für die damalige Zeit, eben auch für Privatleute erschwinglich. Und "DAT-Backup" (für Daten) auch was ganz exquisites.
ISA-Steckplatz, so starb es irgendwann automatisch aus....

Oh ja, sogar sehr gut. Triple-DAT war genial einfach in der Bedienung von Schneiden und Editieren von Dynamik. Einfach mit einem Slider über der Tonspur hin und her uns Skip nutzen, um den perfekten Schnitt durch Hören hinzubekommen.

Journalisten haben das geliebt - und dann angefangen zu fluchen, wenn sie z.B. einen IBM-Rechner hatten, bei dem man die IRQs nicht umstellen konnte - und man dadurch die Karte schlicht und ergreifend nicht installieren konnte.
 
Zu diesem Thema habe ich eine Anmerkung: bei 'Umwandlungen' von Samplerates (u.v.a.) nutze ich ffmpeg. Beispiel: Ich habe einen Audiotrack in 44.1 kHz, brauch ihn aber in 48 kHz - ohne Tonhöhenveränderung:
'ffmpeg -i track_mit_44.1kHz.wav -ar 48000 neuer_track_mit_48kHz.wav'

Lieben Gruß!

Eigentlich reicht ffmpeg als Schweizer Messer für fast alles, was man benötigt. Leider gibt es Software, deren Lernkurve einfacher ist. Die man page von ffmpeg ist zwar gut, aber man muß schon eine gute Kombination aus Audio/Video-Ingenieur sein und eine Kommandozeile tatsächlich souverän bedienen zu können.

Aber dann ist es genial. Hatte letztens ein Video mit 200ms Synchrondifferenz zum audio.

Code:
-itsoffset offset (input)
           Set the input time offset.
war dann die Lösung.
 
Ich bin immer daran gescheitert mit Android Videoaufnahmen mit externem Mikrofon zu machen, ich glaube das geht nicht.

Klar geht das.

Hardware: OnePlus 5, OTG-Adapter, Steinberg UR-22 Audio Interface, matched pair Røde NT5 mit Omni-Kapseln:


View: https://www.youtube.com/watch?v=by_9NInRfzE


Damals gab's ein hardcoded Limit auf 96kBps AAC audio. Mit einem kleinen Hack habe ich das nun auf 320kBps erhöht. Ist dann allerdings doch nicht ganz trivial für einen Endverbraucher, weil root.
 
Es geht auch mit Open Camera und einem simplen usb-Headset über usb-otg (Moto G8).
Settings > Videoeinstellungen > Audioquelle > Externes Mikrofon

Das ist halt jetzt Mono. Wenn ich es in Stereo möchte, muss ich wohl über ein usb-Audiointerface gehen mit 2 Mikros dran, right?
 
OK, es ist eigentlich einfach. Ich wollte das Video vom Handy mit dem Audio vom Tascam mergen. Funktioniert so:

1) video und audio als clip öffnen
2) Videospur - set audio reference
3) Audiospur - align audio to reference
5) probehören
6) Videospur muten
7) beide Spuren markieren > gruppieren
8) anhören, an Beginn und Ende "cut clip", löschen
9) render > generic > mp4
 


Ich habe mich noch nicht soweit eingearbeitet, dass ich ein Profil erstellt oder gefunden habe, in dem das Audio nicht nach AAC umcodiert wird. Ich würde gerne FLAC nutzen. Aber irgendwie werde ich das schon noch finden. Ansonsten ist kdenlive wirklich geniale Software. Gibt's übrigens auch für Windows.
 
Ich habe es jetzt endlich geschafft mit 4 Mikrofonen aufzunehmen. (zwei Nieren direkt beim Flügel in etwas Abstand und so 2m Höhe zwei Kugelmikrofone). Bei 5kHz habe ich die Höhen angehoben, sonst ist die Aufnahme dumpfer als der unmittelbare Klang. Der Charakter des Flügels wird jetzt sehr schön deutlich. Allerdings klingt er in echt immer noch besser :-). Pianistisch ist auch Luft nach oben ...
Hier mal mit allen vier und dann mit jeweils nur zwei Mikros gerendert:

View: https://soundcloud.com/user-280653546/4-mikros


View: https://soundcloud.com/user-280653546/2-nahe-nieren


View: https://soundcloud.com/user-280653546/2-ferne-kugeln

Ach ja, zwischen der letzten Aufnahme und heute ist der Flügel vor vier Monaten auch intoniert worden.
 
Zuletzt bearbeitet:
@virtualcai welche Mikros sind das? Ich weiß nicht wieso, aber der Sound klingt für mich ein bisschen nach Digi, vor allem bei den 2 nahen Nieren. Vielleicht liegts am geringen Hall im Raum.
Und verzeih meine Unwissenheit, welches Stück ist das nochmal?
 
Schubert D946,1
lineaudio
2 CM4 und 2 OM1
Der Flügel ist ein Blüthner Modell 2
 
Hallo zusammen,

@jbs Ich habe mal basierend auf deinem Video verschiedene Aufnahmepositionen bei meinem Klavier getestet, ich habe allerdings nur 2 Mikros:

1604235194490.png


Das Setup ist:
Rode M5 matched pair (Niere)
Focuserite 2i2

Ich habe den "Air mode" des Audiomoduls benutz und ohne weitere Effecte über Audacity aufgenommen.
Ist das praktisch das erste mal, dass ich mit Aufnahmen experimentiere und daher bin ich froh über Kommentare und Verbesserungsvorschläge.
Mir gefallen #2 und #3 am, besten. Aber vielleicht hätte ich ein komplexeres Stück wählen sollen um das besser zu bewerten?

Bei Setup 6 habe ich versucht ein Onlineunterricht Szenario aufzubauen um das 2. Mikro zum sprechen zu verwenden. Da ist mir jetzt aufgefallen, dass ich da besser die beiden Kanäle als Mono zusammenfasse, da die Mikros wohl zu assymetrsich aufgebaut sind.
Bei #5 stehen die Mikros 3m weit weg, das klingt dann gleich mit mehr Hall.

 
Ich habe gestern eine Aufnahme gemacht, mit der ich zumindest in klanglicher Hinsicht recht zufrieden bin:


View: https://drive.google.com/file/d/1Lze5tpMZA73oLocR6lWZsPRdBW0Cm9I1/view?usp=sharing


Beethovens 6 Bagatellen Op. 126, aufgenommen im Ehrbar-Saal Wien auf einem Bechstein D 282 Konzertflügel. Das Video kommt statisch von einer Olympus OM-D EM5MKII und wurde nachsynchronisiert. Das Audio kommt als 24Bit/96kHz daher und bei den Mikrofonen handelt es sich um ein matched pair Røde NT5 mit den NT45O Kapseln mit Kugelcharakteristik. Keine weiteren Stützmikrofone. Ab in ein Steinberg UR22-MKII audio interface mit Yamaha Vorverstärkern und aufgenommen mit einem Linux-Laptop und audacity als DAW. Entfernen der Kamera-Tonspur, Nachsynchronisation und Konvertierung zu einem hocheffizienten mp4-Codec X265 mit 'ffmpeg', einem genialen Kommandozeilenprogramm. Keinerlei Nachbearbeitung des Tons, also keine Schnitte und Hinzufügen von Effekten.

So sah das Setup aus:

Setup-Ehrbar-Saal.jpg

Die Mikrofone sind ziemlich mittig am Fügel in ca. 1,5m Entfernung und Höhe angebracht. Die Ausrichtung ist etwas ungewöhnlich und das Ergebnis von 3 Jahren Herumspielen mit allen möglichen Konfigurationen. Abstand der Kapseln zueinander ist ca. 35cm, die Ausrichtung dergestalt, dass das Mikro für den rechten Kanal (also das linke) praktisch parallel zur Längsachse des Flügels läuft und das andere auf das Ende des Bassbereichs zielt. Der Winkel dürfte also etwa 160° sein.

Mein Ziel war es, eine Kombination aus Räumlichkeit mit leichter, aber unaufdringlicher Stereokanaltrennung zwischen Bass und Diskant zu haben.
 
Hallo zusammen,

@jbs Ich habe mal basierend auf deinem Video verschiedene Aufnahmepositionen bei meinem Klavier getestet, ich habe allerdings nur 2 Mikros:

Den Anhang 35085 betrachten


Das Setup ist:
Rode M5 matched pair (Niere)
Focuserite 2i2

Ich habe den "Air mode" des Audiomoduls benutz und ohne weitere Effecte über Audacity aufgenommen.
Ist das praktisch das erste mal, dass ich mit Aufnahmen experimentiere und daher bin ich froh über Kommentare und Verbesserungsvorschläge.
Mir gefallen #2 und #3 am, besten. Aber vielleicht hätte ich ein komplexeres Stück wählen sollen um das besser zu bewerten?

Bei Setup 6 habe ich versucht ein Onlineunterricht Szenario aufzubauen um das 2. Mikro zum sprechen zu verwenden. Da ist mir jetzt aufgefallen, dass ich da besser die beiden Kanäle als Mono zusammenfasse, da die Mikros wohl zu assymetrsich aufgebaut sind.
Bei #5 stehen die Mikros 3m weit weg, das klingt dann gleich mit mehr Hall.


James Pavels "testpiece".
 

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