Arpeggios meistern

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Luca_2

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Hi,
Ich spiele seit vielen Jahren Klavier und konnte bisher den Großteil der Schwierigkeiten beim Klavierspielen meistern. Da ich nun auch schon halbwegs fortgeschritten bin, habe ich mich jetzt mal an Chopins zweite Scherz gewagt. Jeder der das Stück kennt, weiß sehr häufig dort ein Des9 Arpeggio auftritt. Doch da ich dabei fast jedes mal irgendwie abrutschen oder überhaupt nicht den Ton treffe, habe ich mich dazu verpflichtet mal öfters Arpeggios (und Tonleitern) zu üben. Allerdings lief auch so ziemlich gar nichts wie es sollte nach langen Üben von jedem anderen Arpeggio, das es gibt. Welche Tipps und Tricks verwendet ihr zum Arpeggio-spielen? Ich würde mich über jeden Vorschlag freuen, weil dieses Thema mich schon ein wenig an meinen Fähigkeiten zweifeln lässt.
 
Demian

Demian

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Neben verschiedenen Rhythmusvarianten, Betonungsverschiebungen und Schnell-Langsam-Gruppierungen sind es vor allem vier Übungen, die ich für Arpeggien empfehle:

1. pro Lage den kompletten Griff als
Blockakkord spielen

2. additiv vom ersten bis zum letzten Ton immer einen Tastenanschlag hinzunehmen

3. Tonverschachtelungen:
Ton Nr. 1, 2, 3 - 2, 3, 4 usw.

4. den Arpeggienlauf rückwärts üben
 
Ferdinand

Ferdinand

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Welches Arpeggio dabei ist gemeint, eines, das man z.B. bei C-Dur mit c-e-g-c-e-g-c über 2 oder mehrere Oktaven wie einen gebrochenen Akkord spielt oder so eins:
Arpeggio.jpg
 
chiarina

chiarina

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[QUOTE="Luca_2, post: 722089, member: 21573"Ich würde mich über jeden Vorschlag freuen, weil dieses Thema mich schon ein wenig an meinen Fähigkeiten zweifeln lässt.[/QUOTE]

Lieber Luca_2,

probieren schadet ja nicht! Es ist keine Schande, zu erkennen, dass die eigenen Fähigkeiten für das b-moll-Scherzo möglicherweise (noch) nicht reichen! Das merkt man aber erst, wenn man es versucht. Dann weißt du auch, wo du dich noch verbessern musst, wenn du dieses Stück spielen willst. Dieses Arpeggio ist halt im Kontext des Stücks als technisch eher leicht einzuordnen - es kommt noch diverses anderes. :002:

Zusätzlich zu @Demian: achte darauf, dass der rechte Ellenbogen etwas weiter herauskommt, so dass der rechte Handrücken etwas nach links gekippt ist. Grundsätzlich ist bei Arpeggien die Armführung sehr wichtig - du kannst das mal üben, indem du rechts auf- und abwärts ein glissando spielst. Der Arm führt und passt sich dem Tastengelände ganz geschmeidig an.

Du kannst das Arpeggio auch erstmal im späteren E-Dur üben, wenn dir das leichter fällt:

Chopin.PNG

Liebe Grüße

chiarina
 
Joh

Joh

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Ja, dieses abwärtsgerichtete Des-9-Arpeggio sieht auf den ersten Blick leicht und angenehm aus, kann aber täuschen.

Es hängt stark davon ab, wie die Spannweite deiner inneren Finger - speziell 2-3 - sind. Ich fand dieses daher immer sehr heikel und habe es lange üben müssen. Der Tip mit dem Ellenbogen ist auf jeden Fall wichtig - dieser sollte sich relativ weit außen befinden und den Arm quasi nach innen schieben. Das Handgelenk sollte dabei relativ tief sein - besonders beim Anschlag des Daumens - und die anderen Finger eher flach auf den Tasten. Üben sollte man dann sehr intensiv den Überschlag von 1 auf 4 mit schneller Versetzung der Hand.

Falls es nicht klappt, ist auch zu überlegen, andere Fingersätze zu nehmen. Es gibt die Variante, die ersten 4 Töne als einen Griff zu spielen und dann quasi von weiß auf schwarz mit 1-5 zu übersetzen. Oder man benutzt 5-4 anstatt des üblichen 4-3 für Es und Des.

LG, Joh
 
 

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