András Schiff "Jugendverbot"

Pianojayjay

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Als ich mit 20 Jahren bei Jugens musiziert mit meiner damaligen Freundin die Fantasie von Schubert spielte, da sagte mir ein Juror, dass man späten Schubert eigentlich erst frühestens mit 30 spielen dürfe... jetzt habe ich verstanden wieso...
 
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gastspiel

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Als ich mit 20 Jahren bei Jugens musiziert mit meiner damaligen Freundin die Fantasie von Schubert spielte, da sagte mir ein Juror, dass man späten Schubert eigentlich erst frühestens mit 30 spielen dürfe... jetzt habe ich verstanden wieso...
Das ist doch einfach nur Promo.

Ich bin dafür, dass die Goldberg Variationeh nur noch auf der Melodica gespielt werden, zumindest in den Fußgängerzonen. Wenn ich immer solche absoluten Statements lese, frage ich mich immer, welches Buch soll promotet werden.

ich bin datür, dass man über 40 nicht mehr auftreten darf, man ist zu eingefahren. ;)

Wer nimmt solche Aussagen ernst, es ist doch gerade der Reiz an Musik, dass es immer anders klingt.

Die Neue Zürcher Zeitung hatte jetzt mehr Klicks und Herr Schiff noch mehr Tickets verkauft. Gratulation.
 
Destenay

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Das ist doch einfach nur Promo.

Ich bin dafür, dass die Goldberg Variationeh nur noch auf der Melodica gespielt werden, zumindest in den Fußgängerzonen. Wenn ich immer solche absoluten Statements lese, frage ich mich immer, welches Buch soll promotet werden.

ich bin datür, dass man über 40 nicht mehr auftreten darf, man ist zu eingefahren. ;)

Wer nimmt solche Aussagen ernst, es ist doch gerade der Reiz an Musik, dass es immer anders klingt.

Die Neue Zürcher Zeitung hatte jetzt mehr Klicks und Herr Schiff noch mehr Tickets verkauft. Gratulation.
im Grund genommen hat Schiff recht und da steht er nicht allein. Du kannst einem Baby auch keinen Schweinebraten verfüttern, zuerst muss es mal Zähne bekommen damit es zubeissen kann:denken::bye:
 
cwtoons

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Du kannst einem Baby auch keinen Schweinebraten verfüttern, zuerst muss es mal Zähne bekommen damit es zubeissen kann
Genau. Und wer mit dem Teufel essen will, braucht einen langen Löffel.

Solche Bullshitvergleiche bringen keine Diskussion weiter, auch nicht eine über die Ansichten von Herrn Schiff.

Eher schon die Erkenntnis, dass Ausnahmepianisten von anderen Menschen nur unterscheidet, dass sie hochkarätig Klavier spielen können. Vor Unsinn sind sie aber wie jeder normale Mensch nicht gefeit.

CW
 
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Destenay

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Genau. Und wer mit dem Teufel essen will, braucht einen langen Löffel.

Solche Bullshitvergleiche bringen keine Diskussion weiter, auch keine über die Ansichten von Herrn Schiff.

Eher schon die Erkenntnis, dass Ausnahmepianisten von anderen Menschen nur unterscheidet, dass sie hochkarätig Klavier spielen können. Vor Unsinn sind sie aber wie jeder normale Mensch nicht gefeit.

CW
jetzt ist aber dringend Fantasie angesagt!
Was Schiff sagt und da sind sich viele hochkarätige Musiker wie auch Horowitz einig, ist alles andere als Unsinn. Er will damit auch sagen, dass sehr viele junge Pianisten/innen nur noch auf Technik aus sind, laut, leise, langsam, schnell und oberflächlich rauf- und runterklimpern. Was will man noch erwarten? da fehlt es an Reife, höre dir z.B. mal die letzten drei Beethoven Sonaten von denen an, mit wenigen Ausnahmen, ein Grauen. Vielleicht merkste jetzt was ich mit den Zähnen meinte.:rauchen:Die Aussagen von Jeremias über Schubert hat mir gefallen, weil er es auch eingesehen hat , dass es hierzu einiges mehr braucht, wenn man dies erkennt, geht man den richtigen Weg.:super:
 
Destenay

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Wie alt ist Schubert noch mal geworden? Was genau wird am 30. Geburtstag für ein wundersamer Schalter umgelegt?
ein Schubert, Mozart usw. gibt es nur einmal, an was erkennt man einen grossen Komponisten??? da kommt es nicht auf den umgelegten Schalter darauf an, warum werden die von den grossen Musikern als Götter bezeichnet ??? um nur Toscanini, Karajan, Harnoncourt, Weingartner, Furtwängler und Kempf zu nennen.
 

cwtoons

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Solange Herr Schiff so fantastisch spielt wie er spielt, kann er von mir aus auch behaupten, die Erde wäre eine Scheibe.

CW
 
pianochris66

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Gulda hat mit 16 Jahren den 1. Preis beim Klavierwettbewerb in Genf u.a. mit Beethovens op. 111 gewonnen, ein Glenn Gould war bei seiner ersten berühmten Aufnahme der Goldberg-Variationen alles andere als ein Greis. Solche Beispiele gibt es halt auch. Dass mit zunehmendem Alter die Erfahrung und Erweiterung des musikalischen Horizontes erfolgt, die natürlich Auswirkungen auf die Interpretationen hat, ist jetzt keine besondere Überraschung. Warum man sich aber nicht schon im jungen Alter mit den späten Meisterwerken der großen Komponisten beschäftigen soll, das hat sich mir nie so richtig erschlossen. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung ist da auch viel Mystifizierung dabei.
 
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gastspiel

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"So sei für ihn über die Vermittlung der Emotionen und die Darstellung der Struktur hinaus die Spielfreude zentral."

"Im Fernsehen müsste er jetzt 2 Euro ins Phrasenschwein werfen." zumal das wohl auch für Modern Talking galt .

Der Artikel @Destenay sorry zeigt wirklich die gesamte Borniertheit der Klassik Szene auf. Da gibt einer ihrer Götter Belanglosigkeiten in geschwollener Sprache als Gesetzmäßigkeiten von sich und alle Groupies rufen Hosianna.

Dass immer mehr Nachwuchspianisten nur noch auf Technik achten, hat doch mit dem Alter nichts zu tun. Die bekommen das genauso von ihren Lehrern eingetrichtert, wahrscheinlich dieselben Lehrer, die sich dann darüber mokieren, dass keine ersten Preise bei den Wettbewerben mehr verteilt werden.
 
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Revenge

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[...]Warum man sich aber nicht schon im jungen Alter mit den späten Meisterwerken der großen Komponisten beschäftigen soll, das hat sich mir nie so richtig erschlossen. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung ist da auch viel Mystifizierung dabei.[...]
Dieser Knabe...Johann Gottlieb Goldberg...der konnte die doch auch?

Oh weh!! :denken:Das wird ja gemäß Wiki auch schon wieder angezweifelt::teufel:

Laut Forkel sei Bachs Aria mit verschiedenen Veränderungen für den russischen Gesandten am Dresdner Hof, den mit der Familie Bach befreundeten Grafen Hermann Carl von Keyserlingk, verfasst worden. Der in dessen Diensten stehende Cembalist Johann Gottlieb Goldberg, ein hochbegabter Schüler Wilhelm Friedemann Bachs und Johann Sebastian Bachs, sollte dem Grafen daraus vorspielen.[2]

„Einst äußerte der Graf gegen Bach, daß er gern einige Clavierstücke für seinen Goldberg haben möchte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte. Bach glaubte, diesen Wunsch am besten durch Variationen erfüllen zu können, die er bisher, der stets gleichen Grundharmonie wegen, für eine undankbare Arbeit gehalten hatte.[2]
Dieser Bericht geht wahrscheinlich auf Informationen der beiden ältesten Bachsöhne zurück.[5] Eine weitere Quelle wurde nicht aufgefunden. Zwei wichtige Argumente lassen am Wahrheitsgehalt des Berichts zweifeln: Die gedruckte Fassung der Variationen enthält einerseits keine Widmung, etwa eine förmliche Widmung an Keyserlingk. Zum anderen war Johann Gottlieb Goldberg 1740 erst 13 Jahre alt und damit technisch kaum in der Lage, dieses anspruchsvolle Werk adäquat zu bewältigen.

Daher ist der Wahrheitsgehalt von Forkels Bericht umstritten.
„Umstritten“ heißt natürlich nicht: „Widerlegt“. Die Befürworter der Idee, dass der Junge die Dinger konnte, werden sich wohl dennoch entweder auf Forkel oder bzw. und Einschätzungen Bachs berufen,

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottlieb_Goldberg

Vielleicht hat er ja auch nicht (immer) alle gespielt, das dauert etwas, meiner Einschätzung nach.

Und es gibt meiner Einschätzung nach leichtere, aber auch ungemütlichere (vom Schwierigkeitsgrad her) unter den o.g. schönen Variationen.

Beginnt man zu spät mit solchen Werken, droht m.E. die Gefahr, dass es, wenn man kein Superkönner, sondern nur ein normaler Spieler ist, zu lange dauern könnte, bis man sie gut kann – ein plötzlicher Tod könnte solche Bemühungen beenden:super:, und auch unter den Weltklasseleuten gibt es sicher Unterschiede in der Interpretation, es wäre spannend zu hören, wie DIE sich gegenseitig einschätzen, Gould ist aber nun leider tot.

LG, -Rev.-
 
Pianojayjay

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im Grund genommen hat Schiff recht und da steht er nicht allein. Du kannst einem Baby auch keinen Schweinebraten verfüttern, zuerst muss es mal Zähne bekommen damit es zubeissen kann:denken::bye:
So ähnlich fühlte ich mich neulich als Igor Levit die Variationen spielte. Ich habe Schiff und Koroliov live gehört, zwei unterschiedliche aber beeindruckende Interpretationen. Hingegen fand ich Levit einfach nur unglaublich langweilig und einfallslos...
 
Destenay

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So ähnlich fühlte ich mich neulich als Igor Levit die Variationen spielte. Ich habe Schiff und Koroliov live gehört, zwei unterschiedliche aber beeindruckende Interpretationen. Hingegen fand ich Levit einfach nur unglaublich langweilig und einfallslos...
echte Rubine kann man nur erkennen, wenn man sich auskennt sich mit der Materie befasst hat, erst dann wird man erkennen, dass das Alter auch auf die Interpretation eines Werkes Einfluss nimmt, so einfach ist es!:idee:

http://contrapunkt-online.net/musik-werk-und-interpretation/
 
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gastspiel

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echte Rubine kann man nur erkennen, wenn man sich auskennt sich mit der Materie befasst hat, erst dann wird man erkennen, dass das Alter auch auf die Interpretation eines Werkes Einfluss nimmt, so einfach ist es!:idee:

http://contrapunkt-online.net/musik-werk-und-interpretation/
"Dieselbigkeit":dizzy::party::lol::blöd:

Aber der ganze Artikel erübrigt sich schon, wenn man anzweifelt, dass man im Deutschen nur von Interpration spricht.
Also ich lese immer, zu 99,9% er/sie führte auf, spielte.

Was muss man einwerfen, um so geschwollen zu reden/denken?
 
 

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