2. WK Steinway aus Hamburg

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MuseQ

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Hallo liebe Freunde des guten Tons!

Im Rahmen meiner Suche nach einem schönen gebrauchten Flügel ist die Frage aufgetaucht, was von einem Hamburger Steinway zu halten ist, der in den Jahren während des 2. Weltkrieges entstanden ist. Gemäss Wikipedia wurde das Werk in Hamburg aufgrund der amerikanischen Besitzer faktisch stillgelegt, von 1941 bis 1944 wurden dort nur ca. 100 Instrumente pro Jahr gebaut, die Holzvorräte wurden zu Gewehrkolben und Särgen verarbeitet. An sich könnte man das ja positiv interpretieren und in diesen Instrumenten den Seltenheitswert sehen. Wie sind sie aber qualitativ zu werten? Hat jemand damit Erfahrung? Besteht ein Unterschied oder wurden die Qualitäts-Vorgaben hoch gehalten?

Besten Dank für Eure Antworten!

MuseQ
 
PianoCandle

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Hallo MuseQ,
einen Steinway-Flügel von 1940 habe ich eingehender bearbeitet. Die Grundqualität erschien mir vernünftig. Der historisch gewachsene Gesamtzustand, incl. vorhergegangener mehrfacher Überholungen, schien mir aber auf surrealistische Weise die Zeichen seiner Zeit herauskehren zu wollen. Mit entsprechendem Einsatz an Feingefühl wurde er schön und auf Steinway-typische Weise faszinierend. Ein Kind seiner Zeit, mit subtilen Anteilen von Härte und Kälte, ist er dennoch geblieben.
Wie weit Vergleichbares auf dein avisiertes Instrument zutrifft, magst du ausloten. Möglicherweise ist es auch eine mentale Frage, ob du beim Musizieren von der Historie des Instruments abstrahieren kannst.

Gruß
Martin
PianoCandle


... und aus Krach wird Klang
 
klaviermacher

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Hallo MuseQ;

Bisher sind mir bei im Kriege erbauten Instrumenten nur ganz selten Auffälligkeiten bezügl. der Qualität unter gekommen. Es ist schon so, wie Martin schreibt, dass man sich damit eher mental arrangieren muss.

LG
Michael
 
 

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