Yamaha P-116, Mehrpreis gegenüber dem Yamaha B3 gerechtfertigt?

40er

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Hallo zusammen,

das Projekt Klavierkauf hat uns am Wochenende in ein Klavierhaus geführt, das hauptsächlich Yamaha und Kawai vertreibt.

Ich hatte dort die Gelegenheit Yamaha der B-Reihe, das P-116 und U1 gegen die jeweiligen Kawai Modelle zu testen.

Rein aus dem vorhergehenden Literaturstudium war eigentlich das Yamaha P-116 immer etwas mein Favorit als Vertreter der vernünftigen Mittelklasse. Aber kaum an das P-116 gesetzt kam schon der Verkäufer und meinte, dass er das P-116 anbetracht seines deutlichen Mehrpreises gegenüber dem B3 nicht empfehlen würde, da es klanglich und qualitativ in keinster Weisse diesen Mehrpreis rechtfertigen würde. Dies hat mich dann ziemlich verunsichert.

Ehrlich gesagt konnte ich beim Anspielen des P-116 auch keinen Unterschied zum B3 feststellen, lediglich die Tastatur oder Mechanik des P Modells kam mir irgendwie etwas "griffiger" oder fester vor.

Das grosse Aha kam erst beim Anspielen des U1. Klang und Tastatur haben sich beim U1 angefühlt als wenn es in einer ganz anderen Liga spielt. Alles war griffig und der Klang richtig "voll und klavierig" wenn ihr versteht was ich meinte. Leider spielt es preislich auch in einer anderen Liga.

Können mir ein paar Mitleser nicht die wesentlichen Unterschiede zwischen dem P-116 und dem B3 erklären, bzw. etwas dazu sagen ob dessen Mehrpreis wirklich gerechtfertigt ist.

Danke und Gruss
40er
 
fisherman

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Das grosse Aha kam erst beim Anspielen des U1. Klang und Tastatur haben sich beim U1 angefühlt als wenn es in einer ganz anderen Liga spielt. Alles war griffig und der Klang richtig "voll und klavierig" wenn ihr versteht was ich meinte. Leider spielt es preislich auch in einer anderen Liga.
Und wieso kaufst dir Dir dann nicht ein gebrauchtes U1? Ich kann Dir nur dazu raten.
 
40er

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Und wieso kaufst dir Dir dann nicht ein gebrauchtes U1? Ich kann Dir nur dazu raten.
Leider kann ich gebrauchte U1 in der Schweiz zur Zeit mit einer Hand abzählen. Eins das in Frage käme steht in Bern, was nicht gerade um die Ecke ist. Im grenznahen Süddeutschland habe ich eins gefunden, das ich nächste Woche anschauen kann, wenn es dann noch da ist.

Ich habe bei gebrauchten U1 etwas Bauchschmerzen wegen der ganzen Grauimport Geschichten, die man hier so lesen kann.

Gruss
 
fisherman

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Es gibt Grauimporte zum Wegschmeißen und es gibt welche, doe völlig i.O. sind. Hatte selbst 5 Jahre so eines - war prima. Die Grauimportfrage kann man übrigens jedem Händler stellen! Meist kann man an der Reaktion sehr viel über die Vertrauenswürdigkeit ersehen!
 
pille

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Leider kann ich gebrauchte U1 in der Schweiz zur Zeit mit einer Hand abzählen..............
ECHT?!?!?! Jetzt wird mir auch klar, warum mir bei Inzahlungnahme vor einiger Zeit der komplette Neupreis (von 1982) für mein nichtgraues U1 geboten wurde. Da hätte ich dann gute 30 Jahre für lau gespielt. :razz:
Das nenne ich mal Wertstabilität! (Inflationsrate jetzt mal nicht mitgerechnet :floet:)
 
Ambros_Langleb

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Können mir ein paar Mitleser nicht die wesentlichen Unterschiede zwischen dem P-116 und dem B3 erklären, bzw. etwas dazu sagen ob dessen Mehrpreis wirklich gerechtfertigt ist.
Die Diskussion hatten wir vor einiger Zeit schon mal. Ich hoffe ich rekapituliere richtig: der Unterschied zwischen einem P121 (Bauhöhe des U1), das bis 2007 gebaut wurde, nämlich in der Kemble-Fabrik in England, und einem U1 derselben Zeit betrifft nur Äußerlichkeiten wie Beschläge. Nach 2007 werden die Unterschiede aber erheblich. Das P116 ist halt eine Nummer kleiner, das erklärt wohl einen Teil des von Dir gehörten Unterschieds. Noch wichtiger ist allerdings der aktuelle Zustand der Instrumente. Falls Du ein neues U1 ausprobiert hast, mußt Du dich über den Unterschied gegenüber dem B3 natürlich nicht wundern, die gehören ja in unterschiedliche Klassen.
 
xentis

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Das P116 würde ich nehmen, wenn die paar cm weniger vom Platz her notwendig sind oder man unbedingt das neue SH-Silent haben will, das es erst ab P116 gibt.
Das B3 ist von der Grundkonstruktion (Raste, Gussplatte uvm) ein U1. Wenn es das B3 ab September mit massivem Resonanzboden gibt, dann ist das wirklich ein heisser Preis-Leistungskandidat. Sieh Dir mal die Rastenkonstruktion von hinten an und vergleich sie mit U1 und dann schau mal von hinten auf das P116.

Das P121 ist praktisch auch fast ein U1 mit anderen Gehäusedetails und anderem Resonanzboden und in Indonesien gefertigt vs. U1 in Japan. Hier sind die Unterschiede im Klang IMHO schon mehr dem einzelnen Instrument zuzuschreiben als dem Modell.
Die Klangunterschiede sind nach meiner Meinung zwischen den Instrumenten gleicher Baureihe doch relativ gross, vor allem was die Intonation angeht, aber auch Bassfundament und Dynamikumfang.

Man sollte auch beachten wie die Klaviere beim Händler gestellt sind. Ein Klavier an der Wand klingt nach meiner Erfahrung meist schlechter als ein Klavier, das mit der Rückseite gegen die Rückseite eines anderen Klaviers steht.
 
P

pianoplayer81

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@40er:
Aber kaum an das P-116 gesetzt kam schon der Verkäufer und meinte, dass er das P-116 anbetracht seines deutlichen Mehrpreises gegenüber dem B3 nicht empfehlen würde, da es klanglich und qualitativ in keinster Weisse diesen Mehrpreis rechtfertigen würde.
Entweder der Verkäufer will ein B3 loswerden oder er hat sich einfach nur ungut ausgedrückt oder er hat keinen Schimmer davon wie man die Vorteile eines P116 gegnüber dem B3 hervorhebt. Aber wer weiß das schon, man war ja nicht dabei.
Aber wenn du selbst keinen klanglichen und spieltechnischen Mehrwert beim P-Klavier SPÜRST, dann solltest du es auch nicht kaufen. Ist nicht bös gemeint.
Zudem ist ja auch noch zu beachten ob der Händler das Klavier "noch schöner herrichtet" oder nur "im Fabrik-Auslieferungszustand" verkauft. Schließlich lässt sich da noch einiges rausholen aus den Y-Klavieren wenn man Regulation, Intonation und Stimmung noch etwas "tuned". :)
 
40er

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@40er:
Entweder der Verkäufer will ein B3 loswerden oder er hat sich einfach nur ungut ausgedrückt oder er hat keinen Schimmer davon wie man die Vorteile eines P116 gegnüber dem B3 hervorhebt. Aber wer weiß das schon, man war ja nicht dabei.
Aber wenn du selbst keinen klanglichen und spieltechnischen Mehrwert beim P-Klavier SPÜRST, dann solltest du es auch nicht kaufen. Ist nicht bös gemeint.
Zudem ist ja auch noch zu beachten ob der Händler das Klavier "noch schöner herrichtet" oder nur "im Fabrik-Auslieferungszustand" verkauft. Schließlich lässt sich da noch einiges rausholen aus den Y-Klavieren wenn man Regulation, Intonation und Stimmung noch etwas "tuned". :)
Ja, da muss ich Dir wohl jetzt Recht geben und meine Aussage revidieren. Ich war mittlerweile in einem anderen Pianohaus (mit grosser Werkstatt, die mir der Verkäufer und Klavierbauer auch gezeigt hat) und hatte die Möglichkeit ein Yamaha B3, P-116 und P-121 sowie ein U1 direkt miteinander zu vergleichen. Der Unterschied zwischen dem B3 und den P-Modellen war auf jeden Fall deutlich hörbar. Die Mechanik schien mir diesmal bei den P-Modellen fester als beim B3 zu sein.
Der Klavierbauer erklärte mir, dass bei ihm alle Neuinstrumente in der Werkstatt durch Regulation und Intonation getrimmt werden bevor sie in den Verkaufsraum kommen, oder dem Kunden geliefert werden.

Mir ist klar geworden, dass es ein B3 nicht werden wird.

Das U1 spielte auch diesmal wieder in einer anderen Liga - es war einfach perfekt. Der Klavierbauer hat dann noch die Mondscheinsonate auf dem U1 gespielt, was mein jetziges Spielvermögen natürlich um Welten übersteigt und ich habe mich ziemlich heftig in das U1 verliebt. Das weitere interessante Gespräch lief dann noch in Richtung, dass man ein solches Instrument als Langzeitinvestment betrachten sollte. Seine Argumente waren einleuchtend.

Nächste Woche schaue ich mich im Süddeutschen Raum mal um und lass mir für das U1 auch dort ein Angebot machen, auch wenn es meine gesetzte Ausgabegrenze übersteigt.

40er
 
xentis

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Es ist letztlich egal, ob dann P121 oder U1 draufsteht. Es muss das richtige sein.
Kauf aber nur eins, das Du probiert hast.
 
 

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