Wilh. Steinberg - Fragen über Fragen beim Flügelkauf

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von xoernix, 18. Feb. 2019.

  1. pianochris66
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    pianochris66

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    Asien ist groß, Europa ist groß:-). Es kommt doch auf den jeweiligen Hersteller und das jeweilige Flügelmodell an. Japan ist nicht China ist nicht Indonesien, etc. Genau so, wie Deutschland nicht Europa ist. Und bzgl. Klimaschwankungen während des Transportes über den großen Teich musst du Dir auch keine Sorgen machen.
     
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  2. OE1FEU
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    OE1FEU

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    Vielleicht ist ein Flügel von W. Hoffmann der richtige Kompromiss für Dich. Gefertigt in der Tschechei und Eigentümer der Firma ist Bechstein. Auch das Know-How kommt von Bechstein, die in Hradec Králové eine hochmoderne Fabrik hochgezogen haben, d.h. der Flüge ist Made in Europe mit deutschem Know-How und handwerklichem Anspruch. Bechstein restauriert ältere Instrumente auch an diesem Standort, insofern ist wirklich gewährleistet, dass da nicht nur etwas zusammengeschraubt wird.

    Für Hoffmann-Flügel ist auch das Bechstein-Vario-System verfügbar, so dass man ihn stummschalten und gleichzeitig als richtiges Digitalpiano mit dn entsprechenden Schnittstellen nutzen kann.
     
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  3. Klavierbauermeister
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    Klavierbauermeister

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  4. xoernix
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    xoernix

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    D.h. man kann es pauschal nicht sagen? Kann die Bedeutung der Smilies nicht so lesen ^^
     
  5. frosch
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    frosch

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    Glauben heißt nicht wissen. Ich war auch länger nicht da, kann mir aber denken, was Du meinst. Allerdings wäre es dann irreführende Werbung. Meinst Du, man wolle es dort darauf ankommen lassen? Das würde mich wundern, denn die Wettbewerber achten ziemlich genau auf sowas.
     
  6. frosch
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    frosch

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    Richtig. Es ist allerdings schwer, sich als Laie dazu selbst eine einigermaßen tragfähige Meinung zu bilden.
     
  7. xoernix
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    xoernix

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    Ich habe direkt von Wilh. Steinberg eine Antwort bekommen:

    "Die Flügel der Signature-Serie sind „made in Germany“, da die Instrumente innentechnisch in Eisenberg gebaut werden.
    Den Korpus selbst können wir nicht in unserer Fabrik herstellen. Das Gehäuse bekommen wir von unserem Zulieferer aus Asien, was aber in keiner Weise ein Qualitätsnachteil bedeutet. "

    Also dann tatsächlich wie Wilhelm Grotrian und CO
     
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  8. frosch
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    frosch

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    Hm. Was MIG bedeutet: HIER …….:schweigen:
     
  9. Klavierbauermeister
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    Klavierbauermeister

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    Korpus beim Flügel bedeutet incl. Stimmstock, Resonanzboden, Stege und mit Sicherheit bezogene Gußplatte - also die komplette Klanganlage kommt aus China.
    Ob man dann die Renner-Mechanik auch gleich in China einbaut oder hier ist eigentlich auch schon egal.
    Da würde ich jetzt folgenden Flügel als günstigsten komplett in Deutschland gefertigten Flügel ins Rennen schmeißen:
    SCHIMMEL CLASSIC C-169T für UVP € 31.500,--
     
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  10. cwtoons
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    cwtoons

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    Die Steinberg-Instrumente sind natürlich nicht "made in Germany".

    Sie sind "a little bit made in Germany".

    CW
     
  11. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Korea wäre auch möglich, oder?
     
  12. klavierbauerbayern
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    klavierbauerbayern

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    Auch ein Petrof 173 für 29.000,- wär noch interessant...
    Rein europäische Materialien ( mit Renner), und komplett bei Petrof gefertigt.Firma Unrau in Detmold hätte die Petrofs.
     
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  13. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Ich finde auch, dass die Informationen auf der Webseite nicht eindeutig sind. Die englische Version sagt

    From design to production, each stage is carefully and painstakingly managed and supervised by the WILH. STEINBERG factory in Germany.

    Das klingt keineswegs nach deutscher Produktion, sondern ist der übliche Ausdruck für asiatische Produktion, die in einem nicht weiter definierten Maß von der dt. Tochterfirma »überwacht« wird.

    Die deutsche sagt:

    Das Ursprungszeugnis „WILH. STEINBERG Klaviere und Flügel, hergestellt nach deutschen Qualitätsanforderungen“ kann für jedes Instrument angefordert werden. Als Bundesbehörde hat die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera WILH. STEINBERG diese Urkunde erteilt

    Hier zunächst ist die Rede von einem Qualitätsstandard, der meines Wissens nirgendwo verbindlich definiert ist. Zu andern - weiß jemand, was das Ursprungszeugnis besagt? Wird es nicht schon dann ausgestellt, wenn der überwiegende Teil der Wertschöpfung in Deutschland stattgefunden hat? Rein deutsche Fertigung pflegt im allgemeinen doch mehr als deutlich hervorgehoben zu werden. Im übrigen ist die Industrie- und Handelskammer keine »Bundesbehörde«, sondern eine berufsständische Körperschaft (bei der die Firma W. Steinberg ohnehin Zwangsmitglied ist).

    Was auffällt: bei beiden Instrumenten sind Mechanik, Hämmer und Klaviatur aus deutscher Herstellung, offenbar aber nicht der Resonanzboden. Das könnte darauf hindeuten, dass er wie bei Wilhelm Grotrian so auch bei Wilh. Steinberg bereits mit dem Gehäuse aus Asien angeliefert wird. Frag doch mal deinen Händler gezielt danach. Letztlich könnte sich herausstellen, dass die Instrumente weitgehend identisch sind und der Unterschied vor allem im Feintuning liegt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Feb. 2019
  14. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Ah, sehe, das hat sich schon geklärt, während ich telefonieren war!
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Feb. 2019
  15. Klavierbauermeister
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    Klavierbauermeister

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    So ist es … aber selbst Steinberg-Händler wissen das oft nicht.
     
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  16. xoernix
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    xoernix

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    Das sehe ich auch so und finde es für so eine Firma fast unangebracht. Zumal sie ja sehr viel Wert auf ihr "Made in Germany" legen, siehe Bild.

    WhatsApp Image 2019-02-21 at 17.38.14.jpeg
     
  17. xoernix
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    xoernix

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    Ja denke ich auch... aber am 16.3 bin ich ja bei Wilh. Grotrian im "Werk", da schmeiß ich mal den Detektiv Modus an ;)
     
  18. Klavierbauermeister
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    Klavierbauermeister

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    Dann kannst Du ja auch nach nebenan zu SCHIMMEL schauen...
     
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  19. bluesman
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    bluesman

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    Ich habe übrigens den Wilhelm Grotrian Studio WGS-152 Flügel (12.900€) bei Piano Fischer bereits anspielen können und fand ihn überraschend schön.
    Ich bin gespannt, was du von der Werksführung berichten wirst.

    Grüße
    Bluesman

    P.S.: Ich würde auch empfehlen nochmal W. Hoffmann genauer anzuschauen...
     
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  20. Kref
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    Kref

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    Hallo

    Erstmal hierzu, ich glaube, darauf hat bislang noch keiner was gesagt: Nein, ein 188cm-Instrument ist nicht unbedingt lauter als ein 165cm. Ich hab einen 195cm Langlau-Hoffmann von 1980, und der kann laut, ich hab aber shcon an 170cm-Instrumenten gesessen, die lauter klangen..

    Klein und laut zu bauen ist ja auch nicht schwer. Schau dir mal Hifi-Boxen an. Das ist - wenn ich es Freunden, die nicht Klavier spielen erkläre - immer meine liebste Analogie.

    Du kannst Lautsprecher für die Stereoanlage von einem günstigen Hersteller kleine Boxen kaufen, die laut genug sind, um dein Wohnzimmer zu beschallen, aber sie bringen kaum Bass und sie scheppern in der Höhe. Damit kannst du allenfalls ganz leises Hintergrundgedudel laufen lassen, wenn du dir Stille nicht erträgst. Du kannst vom gleichen Hersteller zum doppelten Preis viel größere Boxen kaufen, die auf einmal in den Bässen sauber klingen und auch oben nicht mehr scheppern. Aber sie sind halt viel größer und perfekt transparent sind sie immer noch nicht. Wenn du eher einfach gestrickte Musik hören willst, sind die schon gut brauchbar

    Du kannst von einem hochpreisigen Hersteller Boxen kaufen, die so klein sind wie die erstgenannten Schepperkästen des Billigherstellers, aber die klingen nun auf einmal von Anfang an sauber und transparent, wobei die günstigen großen immer noch bessere Bässe liefern. Dennoch sind diese kleinen hochpreisigen für konzentriertes Musikhören die besseren Boxen. Und sie kosten auch doppelt so viel wie die großen günstigen.

    Und dann gibt es natürlich noch die großen Boxen des teuren Herstellers. Die können alles.


    Die günstigen Stutzflügel, die ich angespielt habe klangen im Bass schlicht furchtbar. Unsauber und unharmonisch. Und dann sind sie natürlich auch von ihrer Natur leiser als ein größerer, was die Klavierbauer durch irgendwelche Tricks ausgleichen, wodurch der Klang lauter aber scheppernder wird. Der Klang kippt teilweise bei mezzoforte schon um zu schrill. Das passierte bei den Instrumenten ab 180cm so nicht. ein 210-Instrument is noch mal um Längen besser wenn es darum geht, bei Zimmerlautstärken sauber zu klingen.

    Je teurer das das Instrument ist, bzw. je besser der Hersteller, desto mehr Know-how steckt man rein. ein 170cm Förster oder gar Steinway sind eben mit mehr Finesse gebaut und können daher auf 170cm soviel leisten, wie ein Billigflügel auf 190cm oder sogar mehr.
     
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