Wiedereinstieg Vorbereitung

  • Ersteller des Themas san0310
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san0310
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Hallo,

hatte so von 12 bis 17 Jahre Klavierunterricht. Das ist jetzt 17 Jahre her:-)
Habe mir ein wundervolles e-piano gekauft und möchte wieder üben. Werde auch in einiger Zeit einen Klavierlehrer aufsuchen, möchte jedoch vorher die Theorie und die Grundübungen nochmal gründlich wiederholen, dass ich mit dem Lehrer wieder ungefähr dort einsteigen kann, wo ich mal aufgehört habe. So habe ich mir das zumindest vorgestellt.
Habt Ihr ein paar gute Literatur Tips, Links und Ratschläge für mich? Harmonielehre, Tonarten etc.?
War glaube ich nie sonderlich talentiert;-) sondern habe einfach nur wieder Lust drauf....:)

Danke und LG
Sandra
 
K
Kati
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Hallo Sandra,

leider kann ich Dir auch keine Tipps zu Deiner Frage geben, aber ich dachte, ich antworte mal hier, weil ich eine Frage habe, die in die ähnliche Richtung geht:
Als Jugendliche hatte ich ca. 7 Jahre Klavierunterricht, wobei ich in den letzten paar Jahren nicht mehr richtig und sehr unmotiviert geübt habe. Danach gab es eine Pause von vielen Jahren.

Seit einigen Jahren habe ich in meiner Mietwohnung ein E-Piano. Zunächst hatte ich große Lust, wieder regelmäßig zu üben und habe mich gefreut, dass ich einige kleine Stückchen sogar noch auswendig kann.

Aber dann kam der Frust: Die Fingerfertigkeit ist futsch, mein Spiel sehr holperig und unregelmäßig, bei längeren Stücken schaffe ich nicht mehr als die ersten zwei Seiten, um dann festzustellen: Hierfür müsste ich noch viel, viel üben, und zwar jeden Tag. Das habe ich anfangs sogar gemacht, aber der Fortschritt war nicht der erhoffte.
Das einzige, was ich jetzt seltsamerweise viel, viel besser kann, als früher, ist das Spielen vom Blatt.:eek:
Aber weil mir jedesmal, wenn ich anfange zu spielen, bewusst wurde, wie viel Üben nottäte, habe ich meine guten Vorsätze wieder fallen lassen und spiele inzwischen gar nicht mehr gerne, weil es immer mit einem schlechten Gewissen verbunden ist.:(

Entschuldigung, das war jetzt eine etwas lange Erklärung. Aber vielleicht kennt jemand hier eine sinnvolle und motivierende Methode / effektive Übungen, mit wenig Aufwand möglichst schnell wieder zum alten Niveau zurückzukommen?
Oder hilft doch nur eines: üben, üben, üben?:confused:

Solidarische Grüße an alle eingeschüchterten Wiedereinsteiger

Kati
 
Arpeggio
Arpeggio
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Also jetzt mal meine Vorschläge, wie ich einen solchen Wiedereinstieg vorbereiten würde:

Ich würde mich zuerst mal durch mein altes Repertoire spielen. Vielleicht mit Stücken, die ich für meinen damaligen Stand als mittelschwer empfand, anfangen, also mit Stücken, die mich weder über- noch unterforderten, um ein bisschen reinzukommen und zu checken, was ich behalten habe. Wenn ich merke, dass es noch ganz gut läuft, würde ich an den Stücken einfach dranbleiben, bis ich damit zufrieden bin. Nebenher natürlich die üblichen Übungen machen, Tonleitern, Terzen, etc.

@Kati: Ich denke, ums Üben kommst du nicht herum. Aber das sollte kein Rückschlag für dich sein, sondern eine Motivation dranzubleiben. Und du musst dir klar machen, dass jeder üben, üben, üben muss, egal, wie gut er ist. An deiner Stelle würde ich mal genau aufpassen, was dir schwer fällt an den Stücken, die du können solltest/möchtest. Ist es die Umsetzung an sich, also die Koordination von Kopf/Hand? Sind es bestimmte Passagen? Haben die was gemeinsam? Sind es z. B. alles Passagen mit Läufen? Ich würde eben versuchen herauszufinden, was genau das Problem ist und dann gezielt dagegen vorgehen, z. B. verstärkt Tonleitern üben, wenn diese problematisch sind, Entspannung trainieren, wenn es generell hakt und die Hand schwerfällig ist etc.

Generell gilt beim Klavierspielen doch dasselbe wie in jeden anderen Bereich: Durch Ignorieren geht kein Problem weg. Auch ein Sportler ist nach einem Beinbruch nicht sofort wieder auf Höchstniveau, wenn jemand 20 Jahre lang nicht Auto fährt, ist er auch unsicher. Das ist ganz normal, aber wenn man etwas können möchte, muss man sich eben reinhängen. Wahrscheinlich geht es schneller als gedacht, wenn man wirklich sinnvoll übt.

@Sandra: Bzgl. Tonarten, Harmonielehre etc. gilt natürlich dasselbe: anfangen, sich damit zu beschäftigen und dranbleiben. Wie fit bist du noch? Erkennst du Tonarten und Akkorde, wenn du sie auf dem Notenblatt liest oder spielst? Zur Wiederholung würde ich die Allgemeine Musiklehre von Ziegenrücker oder ähnliche Bücher empfehlen. Und einfach mal das ganze erfügbare Notenmaterial durchschauen und versuchen, die Stücke, ohne sie zu spielen, grob zu analysieren hinsichtlich Tonarten, Modulationen etc.
 
W
Wiedereinsteigerin
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Tipps zu geben ist schwierig. Ich kann euch nur meine Erfahrungen weiter geben.
Ich habe nach 6 Jahren Unterricht über 40 Jahre pausiert. Da es mich letztes Jahr wieder "gejuckt" hat, habe ich, nachdem ich mir ein E-Piano zugelegt habe, wieder zu spielen angefangen. Ich habe meine alten Notenhefte herausgekramt und mal geguckt, was noch geht. Die Stücke, die ich als Kind schon gerne spielte, gingen nach einigem Üben doch noch recht gut. Mit diesen Stücken habe ich mich intensiver befasst - wollte ja auch ein Erfolgserlebnis haben. Schwierigere Stücke habe ich zwar probiert, aber doch gleich gemerkt, dass das Niveau nach der langen Zeit für mich doch zu hoch ist, aber der Ehrgeiz war geweckt. Also was tun, wenn man weiter kommen will? Ich habe mich für Klavierunterricht entschieden. Ich bin froh, dass ich diesen Entschluss umgesetzt habe, denn was ich seit September letzten Jahres dazugelernt habe, ist ne Menge.

Da ich schon älter bin (57 Jahre), muss ich natürlich mehr üben, als ich es als Kind gemacht habe, um meine Fingerchen geläufig zu halten. Die Schule der Geläufigkeit von Czerny ist für mich daher sehr wichtig und hilfreich.

Dass mein Klavierlehrer mit mir zufrieden ist, ist natürlich eine zusätzliche Motivation für mich dran zu bleiben.

Übrigens: Ein guter Klavierlehrer ist das A & O. Da kommt die Motivation zum Üben von selbst - das ist meine Erfahrung.
 
K
Kati
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Vielen Dank für Eure Tipps und Erfahrungen!
Ja stimmt, um fleissiges Üben kommt man einfach nicht herum. Für mich persönlich ist es allerdings Gift, mich mit einem "du musst" unter Druck zu setzen. Gehe ich das Üben spielerisch an (im wörtlichen Sinne von Klavier 'spielen'), dann bleibe ich auch länger am Ball, noch dazu motiviert und spiele deutlich lockerer. Andererseits, so eine gewisse Ordnung, z. B. was die Übezeit angeht, kann auch helfen.

Gute Idee, sich erstmal seine Schwächen zu verdeutlichen, um dann gezielt daran zu arbeiten.
Mmh, und anstatt sich zu ärgern, dass man nicht mehr so gut ist wie früher, hilft vielleicht, sich darüber zu freuen, was man alles noch spielen kann, und dass man überhaupt noch etwas kann.

Viele Grüße :)
Kati
 
fisherman
fisherman
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Sandra, ich versteh das nicht. Wieso willst Du mit dem KL an der Stelle einsetzen, wo Du aufgehört hast? Nutz doch das Wissen und die Fähigkeiten des KLs, um Dich möglichst schnell wieder dorthin zu befördern, statt Dir selbst das Leben schwerzumachen :D

Sie auch Zitat Wiedereinsteigerin :
Übrigens: Ein guter Klavierlehrer ist das A & O. Da kommt die Motivation zum Üben von selbst - das ist meine Erfahrung.
 
Ibächlein
Ibächlein
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Hallo Sandra,
ich habe auch nach langer Pause (mehr als 20 Jahre) wieder angefangen. Was Kati sagt, kenne ich. Am Anfang war es wirklich so, dass die Hände eingerostet waren und mühsam wieder gangbar gemacht wurden. Vor allem die linke Hand fiel wie ein nasser Sack auf die Tasten.
Da hilft nur Geduld!
Ich habe zunächst auch die alten Stücke ausgepackt - einiges ging halbwegs, anderes schien verloren (oder sehr tief verschüttet). Dann habe ich Etüden und Tonleitern gespielt, ein paar Stücke aus meiner alten Klavierschule wiederholt. Irgendwann ging es immer besser. Ich habe mich dann aber auch für Unterricht entschieden, um voranzukommen. Sonst besteht die Gefahr, dass frau so vor sich hinklimpert, und letztlich bleibt es doch unbefriedigend.

Und dann hilft: üben üben üben
und am besten kleine Ziele setzen: Das Stück will ich lernen - jenes will ich technisch voranbringen ...

Zu Deiner Frage:
Es gibt einige interessante Internetseiten mit Musikinformationen.
Zunächst bietet Clavio ja unter der Rubrik "Wissen" einiges an.

Unter dem folgenden Link kannst Du Tonleitern, Intervalle etc. wiederholen, und viele andere interessante Dinge aus dem Bereich der Musik lesen:
http://www.lehrklaenge.de/index.html

Dann gibt es die Seite von J.Gedan, der auch hier im Forum aktiv ist.
http://www.pian-e-forte.de/
Unter der Rubrik "Fachwissen / Spieltechnik" ist vor allem die kleine Lehre des Pedalspiels sehr nett.
Musiktheorie gibt es bei ihm aber auch.

Teilweise anregend, wenn auch heiß umstritten ist der Onine-Chang. Dazu gibt es unter "Klavierüben" einen langen Thread, in dem wohl alles gesagt ist, was zu dem Thema gesagt werden kann.

Ja - und sonst stöber einfach mal hier im Forum. Es gibt hier zu so vielen Themen Anregungen. Da wirst Du sicher was finden.
Irgendwo wurden auch schon mal Literaturtipps zur Musiktheorie gegeben.

Und überhaupt: Viel Spaß wünscht Ibächlein

:klavier:
 
W
Wiedereinsteigerin
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............ Mmh, und anstatt sich zu ärgern, dass man nicht mehr so gut ist wie früher, hilft vielleicht, sich darüber zu freuen, was man alles noch spielen kann, und dass man überhaupt noch etwas kann.

Ja, genau so sehe ich das auch.

Wir sollten uns einfach freuen, dass wir nicht ganz von Null aus anfangen.
Wir können eigentlich schon noch recht viel (Notenlesen zum Beispiel :p) und auch die elementaren Sachen, die ein blutiger Anfänger noch lernen muss.
 
Arpeggio
Arpeggio
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Ja stimmt, um fleissiges Üben kommt man einfach nicht herum. Für mich persönlich ist es allerdings Gift, mich mit einem "du musst" unter Druck zu setzen.

Hm, irgendwie verstehe ich das nicht so ganz. Du bist doch keinerlei Druck ausgeliefert, ob mit oder ohne Klavierlehrer. Du machst es freiwillig, aus Spaß, als Hobby. Keiner zwingt dich, irgendetwas in einer bestimmten Geschwindigkeit zu lernen. Sieh es doch aus der aristotelischsen Sicht: Klavierspielen ist eine der Tätigkeiten, die man um ihrer selbst Willen ausführt. Das ist nicht wie Kochen, Putzen, Bäume fällen, Diät machen, ein Kleidungsstück nähen - das sind Tätigkeiten, die man hauptsächlich deswegen ausführt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen: zu essen haben, Ordnung schaffen, Heizmaterial herstellen, abnehmen, was zum Anziehen zu haben. Allein überhaupt Klavierspielen zu können und zu dürfen, sollte einen schon glücklich machen. Und das ist bei leidenschaftlichen Spielern eigentlich immer der Fall, völlig unabhängig davon, ob noch ein Nebenziel verfolgt wird. Als Hobbyspieler hast du doch überhaupt keinen äußeren Zwang, spielen oder üben zu müssen. Entweder du machst es gern oder gar nicht. Hängt ja nichts davon ab. ;)

Ein Mensch, der mir in einer schwierigen Zeit sehr geholfen hat, meinte mal (hat irgendwen zitiert, keine Ahnung, wen...): "Wirklich will man etwas dann, wenn es wirksam wird." Das ist seither mein Prüfstein, wenn mal wieder irgendwelche Wünsche in mir keimen, ich aber meinen A**** nicht hochbekomme. Das heißt, man muss auch gewisse Dinge in Kauf nehmen, wenn man ein Ziel wirklich erreichen will. Ich wäre z. B. gern ausdauernder beim Laufen, aber mein Wille ist nicht stark genug, als dass ich dreimal wöchentlich durchs Stadion oder den Wald keuchen würde :D ; also hab ich eingesehen, dass es mir wohl doch nicht so wichtig ist und habe das Ziel hinten angestellt.

Du musst einzig und allein für dich entscheiden, ob es dir wichtig ist, mehr oder weniger gut Klavierspielen zu können. Wenn ja, dann nimmst du etwas langweilige Übezeiten in Kauf, die Belohnung dafür ist der Fortschritt und ein schönes Stück Musik. Wenn nein, ist es ja auch nicht schlimm. Nur muss die Motivation dafür und die Entscheidung darüber ausschließlich aus dir selbst kommen. Wenn man wirklich gern spielt, empfindet man ja auch den Großteil der Übezeit nicht als Qual. Wenn man gerne rätselt, empfindet man ja auch nicht das leere Kreuzworträtsel als Last, sondern als Herausforderung, der man sich gerne stellt. Ebenso gilt es beim Klavierspielen, so manche Nuss zu knacken, und allermeistens gefällt es einem ja, auch, wenn es anfangs schwierig anmutet.

Hierzu noch ein Wort:
Zitat von Kati:
Aber vielleicht kennt jemand hier eine sinnvolle und motivierende Methode / effektive Übungen, mit wenig Aufwand möglichst schnell wieder zum alten Niveau zurückzukommen?
Oder hilft doch nur eines: üben, üben, üben?

Ebensowenig, wie äußerer Zwang gut ist, wird eine von außen herangetragene Motivation allzu lange anhalten. Bleib einfach dran, und zwar ohne Zwang und ohne äußere Motivation. Dann siehst du schon, ob du wieder Gefallen dran findest oder nicht ;)
 

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