Wie soll der Unterschied klingen ...


Altistin
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Liebe Tastenkünstler, könnt Ihr mir bitte mal auf die Sprünge helfen!?

Mich beschäftigt heute schon den lieben langen Tag die Frage, wie der Unterschied klingen soll ...

... zwischen vier Vierteln, die staccato gespielt werden sollen und vier Achteln mit je einer Achtelpause dazwischen. Also, bei mir (Anfängerin) klingt beides noch gleich, weil ich nicht so recht weiß, wo der Unterschied ist. Ein staccato-Viertel ist doch eigentlich auch schon ein bisschen kürzer als ein legato-Viertel ... hmmm ... ???

Kann man diesen Unterschied hören und vor allem: kann man ihn benennen?

Bin sicher, daß ja ... und warte ... :p

LG

Evi
 
K
koelnklavier
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Hallo Altistin,

wie kurz ein staccato-Ton klingen sollte, hängt vom eigenen musikalischen Geschmack (ein sehr dehnbarer Begriff) und dem melodischen Umfeld ab.

Ein Viertel mit weichem staccato kann durchaus klingen wie Achtel mit Achtelpause - diese Schreibweise (staccato-Viertel) erspart die unübersichtlichen Fähnchen und Achtelpausen.

Wenn in einer Stimme staccato-Viertel notiert sind und die andere Stimme spielt (durchlaufend) Achtel, sollte man die staccato-Viertel als 16tel (mit entprechenden Pausenwerten) spielen, um den staccato-Charakter hörbar zu machen. Anderenfalls klingen die staccato-Viertel nicht als eigenständige staccato-Töne, sondern wie akkordische Ergänzugen zu den jeweiligen Achteln.

Wenn die andere Stimme zu den staccato-Vierteln 16tel-Noten spielt, ist man gezwungen, die staccato-Viertel noch kürzer zu nehmen ...

Liebe Grüße
Wolfgang

PS: Mein persönliches Empfinden: Wenn die staccato-Töne klingen, als würde man mit Akupunkturnadeln ins Trommelfell stechen, sind sie in jedem Falle zu kurz. :D
 
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Altistin
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Also Staccato-Viertel können durchaus gleich klingen wie Achtel mit Achtelpausen, geben dem Interpreten aber in der Regel einfach mehr gestalterischen Freiraum (und verlangen ihm damit natürlich auch mehr Gespür und Musikalität ab), während Achtel mit Achtelpausen eine exakte Vorgabe sind.

Wieder was gelernt, vielen Dank Wolfgang!
 
Guendola
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Wenn man die selbe Stelle einmal Stakkto und einmal mit Pausen spielen würde, wäre Stakkato schärfer. Gedankenbrücke: Bei Stakkato geht es um das schnelle Loslassen, die Finger sind nach oben orientiert. Bei verkürzten Noten spielt man eher nach unten, in die Tasten hinein und läßt dann kontrolliert los.

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube zu erinnern, daß bei Stakkato die Note komplett isoliert ist, daß also auch die vorherige Note etwas verkürzt werden muß. Das ist bei einer achtel + achtel Pause definitiv nicht der Fall. Es wäre schön, wenn hier jemand aufklären könnte.

Noch eine Gedankenbrücke: Stakkato heißt eigentlich "abgerissen".
 
Haydnspaß
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Also mir fallen da ganz viele unterschiedliche staccati ein:

Samtpfoten-Staccato, Trommel-Staccato, Zupf-Staccato, Nadelspitzen-Staccato, Hackebeil-Staccato, melodisches Staccato, Glitzer-Staccato, Wassertropfen-Staccato (nur mal ein paar Beispiele)

Die Gemeinsamkeit beim Staccato ist erstmal, daß der Finger die Taste losläßt, bevor der nächste Ton gespielt wird. Welche Art des staccato gemeint ist, geht aus dem Zeichen (dem Punkt) garnicht hervor. Das hängt vom Charakter der jeweiligen Stelle ab.
 
Guendola
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ich habe es mir jetzt noch mal offiziell von einem studierten Musiker bestätigen lassen: Stakkato bedeutet, daß der Ton losgelöst von den anderen ist und auch der vorhergehende Ton wird verkürzt. Das ist z.B. wichtig, wenn nach einem Legato-Bogen eine Stakkato-Note kommt, man setzt nach dem Bogen ab, bevor man die Stakkato-Note spielt.
 
Kleines Cis
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Wie meinst du, "nach einem Legatobogen"? Wenn der Bogen bis inklusive Staccato-Note geht? Aber wieso um alles in der Welt setzt man dann den Bogen nicht eine Note früher aus?
 
A
ariadne
Guest
ich habe es mir jetzt noch mal offiziell von einem studierten Musiker bestätigen lassen: Stakkato bedeutet, daß der Ton losgelöst von den anderen ist und auch der vorhergehende Ton wird verkürzt. Das ist z.B. wichtig, wenn nach einem Legato-Bogen eine Stakkato-Note kommt, man setzt nach dem Bogen ab, bevor man die Stakkato-Note spielt.
hallo guendola,

ich glaube, da hat dein "studierter musiker" aber etwas grundsätzlich falsch verstanden. der staccato-hinweis bezieht sich ausschließlich (!) auf die klangunterbrechung zum folgenden ton.

lg
a.

ps. du solltest mit deinem "studierten musiker" um ein bauernhäuschen wetten, bevor er auf clavio.de stösst. du hast einmalige chancen, grundbesitzerin zu werden. :D
 
Haydnspaß
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Wie meinst du, "nach einem Legatobogen"? Wenn der Bogen bis inklusive Staccato-Note geht? Aber wieso um alles in der Welt setzt man dann den Bogen nicht eine Note früher aus?

Das ist noch ein interessanter Spezialfall :)

Wenn über/unter der letzten Note des Bogens auch noch ein staccato-Punkt steht, wird die Note an die vorherige angebunden, wird selbst aber sehr kurz und akzentuiert gespielt - der Sektkorkeneffekt.

Ansonsten stimmt das, was Guendola sagt: am Ende des Bogens wird immer abgesetzt (außer manchmal :p )
 
Kleines Cis
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Ich hatte schon Angst bekommen, das immer falsch gemacht zu haben... ;)
 
Guendola
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hallo guendola,

ich glaube, da hat dein "studierter musiker" aber etwas grundsätzlich falsch verstanden. der staccato-hinweis bezieht sich ausschließlich (!) auf die klangunterbrechung zum folgenden ton.

lg
a.

ps. du solltest mit deinem "studierten musiker" um ein bauernhäuschen wetten, bevor er auf clavio.de stösst. du hast einmalige chancen, grundbesitzerin zu werden. :D

Dann bringe mal Belege!


... immer noch nichts, das war wohl nix, Ariadne!
 
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