Welche Brille zum Klavierspielen?

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Nessie, 28. Juni 2010.

  1. Guendola
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    Guendola

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    Ich frage mich gerade, ob es nicht eine Gleitsichtbrille speziell für Klavier gibt, bzw. eine solche, die an bestimmte Verhältnisse angepaßt ist. Machbar ist sowas ganz bestimmt.
     
  2. peonie
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    peonie

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    Hallo, Guendola,
    Es sind tatsächlich "gleitend" unterschiedliche Stärken. Daher ist eine Eingewöhnungszeit notwendig, denn man muss sich daran gewöhnen nicht mehr hin- und herzublicken, sondern jeweils den Kopf für die entsprechende Blickrichtung "mitzunehmen". Darum ist es eben auch so wichtig, den Abstand zu messen und die Brille entsprechend anzupassen. Also füreinen Geigenspieler mit Notenständer anders als für Klavierspieler am Klavier oder Flügel. Die Noten stehen ja auch da in anderem Abstand.
    Als klavierspielende Augenärztin habe ich mich oft mit Musikern darüber unterhalten.
    Gruß peonie
     
  3. pennacken
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    pennacken

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    Hallo Nessie,

    eine Gleitsichtbrille dürfte für diesen Zweck völlig falsch sein: Ungeachtet einer besonderen Abstimmung befindet sich unten, etwa im unteren Viertel, der Bereich für die Nähe (Lesebereich), am oberen Rand der Bereich für die Ferne, der Übergang dazwischen ist fießend. Am Klavier befinden sich Tasten und Noten in ungefähr demselben Abstand vor den Augen - die geringe Differenz gleichen die Augen normalerweise aus. Du wirst also mit einer Gleitsichtbrille ständig den Kopf in den Nacken legen müssen, um die Noten gut sehen zu können. Wenn Du sehr groß bist ("Sitzriese"), sind vielleicht die Tasten sogar etwas weiter weg, als die Noten - hängt auch von der Sitzhaltung ab. Beim Flügel ist die Situation anders, hier sind die Noten deutlich weiter weg. In beiden Fällen (Flügel und Klavier) dürfte eine Brille für den Nahbereich die beste (und mit Abstand kostengünstigste) Lösung sein.

    LG

    Pennacken
     
  4. LillyP
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    LillyP

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    Gleitsicht

    Hallo Nessie,

    habe sehr gute Erfahrungen mit einer sog. "Arbeitsbrille" - wie von Deinem Augenarzt empfohlen gemacht. Die Sehstärke verlief von 40 - 100 cm und war somit optimal für´s Klavierspielen vom oberen bis zum untersten System der Noten. Auch der Schüler neben mir verschwamm nicht so im seitlichen Bereich des Brillenglases. Kann ich also nur empfehlen.
    Musikalische Grüße

    LillyP
     
  5. Nessie
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    Nessie

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    An alle, die mir hier Tipps gegeben haben: Herzlichen Dank! Ich sehe schon, es gibt nicht einfach DIE Lösung, genausowenig, wie es bloss eine Sorte von Fehlsichtigkeit gibt. Von meiner Augenärztin habe ich mich belehren lassen, dass Gleitsichtbrille auch nicht gleich Gleitsichtbrille ist... kommt immer drauf an, WO der wichtigste Bereich ist: Ferne, Mitte oder Nähe. Jedem Bereich kann mehr oder weniger Platz eingeräumt werden.

    Aber ich vermute, dass ich mit meiner Gleitsichtbrille, die ich jetzt habe, nicht besser dran bin als vorher. Heute morgen habe ich die Noten sogar doppelt (!) gesehen, d.h. übereinander. Das hat mich nun derart genervt, dass ich meine Volkslieder, an denen ich grad dran bin, wirklich mit geschlossenen Augen geübt habe.
    Ein weiterer Gang zur Augenärztin und/oder Optiker ist unumgänglich. Doch nun ist der jüngere Sohn krank (Angina oder Scharlach vermutlich), da hat der Arztbesuch mehr Dringlichkeit.



    Hallo fisherman

    ??? Also ich weiss ja nicht, was bei Dir für eine Funzel auf dem Schreibtisch steht, aber die Lampe von meinem Sohn hat ein neutrales Licht und ist mir schon fast ZU hell.



    Hallo Stephan

    Ja, das mit dem Auswendig und nach Gehör spielen stimmt schon, aber es ist ein himmelweiter Unterschied vom einfachen Kinderlied auf Flöte oder Gitarre bis zum (hoffentlich einmal!) anspruchsvolleren klassischen Klavierstück, wo bekanntlich nicht nur die Violinschlüssel-Noten vorkommen. Kinder- oder Volkslieder-Melodien spiele ich auch ohne Noten und ich habe auch schon für meine Lehrerin ein ihr unbekanntes schottisches Volkslied aufgeschrieben, da ich nirgendwo die Noten gefunden habe.

    Aber das Notenlernen ohne Klavier stelle ich mir vor wie Trockenschwimmen. :???:

    Ich will die Noten beGREIFEN lernen, nicht nur den Ton im Kopf hören oder den Namen wissen. Dass ein gutes Musikgehör eine Gabe ist, weiss ich und schätze es auch - doch soooo gut ist es bei mir nun auch wieder nicht, (noch?) nicht.

    :klavier:


    Lg, Nessie
     
  6. pppetc
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    pppetc

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    Liebe Nessie!

    Nein: da ist nicht der geringste Unterschied - glaub es bitte dem
    besten Musiker der Welt....


    stephan
     
  7. Mindenblues
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    Mindenblues

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    Genau das ist auch meine Meinung. Und beim Orgelspiel ist es besonders schlimm zu erwarten mit einer Gleitsichtbrille: Das Notenpult ist oft rel. weit oben, und der Kopf müßte beim Notenlesen mehr in den Nacken gelegt werden, währenddessen man beim Blick auf das Pedal (was weiter weg ist, eher im Fernbereich) das Kinn übermäßig stark zur Brust neigen muß. Alles Mist, hierfür ist eben, wie schon von mir und auch später von Guendola geäußerte Vorschlag nach einer Gleitsichtbrille fürs Orgel- oder Klavierspiel, die "anders herum" funktioniert: Nahfeld oben, Fernfeld unten.

    Leider sind Gleitsichtbrillen ein teures Vergnügen, wenn man für ein gutes Teil so etwa 700 Euro ausgeben muß, überlegt man sich schon, ob man sich solche Extravaganzen (umgedrehtes Nah-Fernfeld), die garantiert zusätzliche Euronen erfordern, für eine Spezialbrille antut.

    Mein persönliches Fazit: Eine Lesebrille, die auf den persönlichen Abstand optimiert ist für das Notenlesen, ist für mich das Sinnvollste. Dieser persönliche Abstand ist aber unterschiedlich, je nachdem ob Klavier oder Flügel oder vor allem Orgel. Bei mir eher so 70-80cm. Jemand hat hier von 40 cm geschrieben, dass ist ziemlich unvorstellbar für mich, aber ich neige auch dazu, sehr weiten Abstand zu haben...

    Wenn die Lesebrille genau auf den Abstand optimiert ist, spielt dann übrigens die Helligkeit praktisch keine Rolle mehr, da man ja bekanntlich durch große Helligkeit die Tiefenschärfe erhöht (wie beim Fotografieren mit kleiner Blende). Nur wenn die Entfernung genau eingestellt ist, braucht man die Tiefenschärfe nicht, und kommt damit als Altersweitsichtiger so gut klar wie als kleines Kind, wo man unter der Bettdecke noch lesen konnte...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Juli 2010
  8. Nessie
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    Nessie

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    Hallo Stefan

    :D Naja, für den besten Musiker der Welt wird das sicher zutreffen :D
    Aber ich bin schon an manchem Stück gescheitert, auch wenn ich mir zur Unterstützung ein Online-Tutorial zu Rate gezogen habe :sad:

    Aber aller Anfang ist bekanntlich schwer. Also kanns nur besser werden!


    Hallo Mindenblues

    Das wird für mich auch die Lösung sein, ich hoffe, es gibt Brillen, die den Schärfebereich von 50 cm Abstand (Tastatur Mitte) bis 80 cm Abstand (Tastatur Seite) abdecken. Noten sind bei 65 cm. Wenn ich ein Buch lese, halte ich auch noch mindestens 40 cm Abstand.

    Aber vor Mittwoch kann ich noch nix ändern gehen, mein Sohn hat eine Streptokokken-Angina und muss das Haus hüten... und ich ihn.

    Lg, Nessie
     
  9. Viola
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    Viola

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    Hast Du mittlerweile eine "richtige" Brille fürs Klavierspiel?
     
  10. Nessie
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    Nessie

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    Hallo Viola

    Nein, leider noch nicht. Ich hatte eine Gleitsichtbrille, doch das brachte NULL Verbesserung. Also wieder zurück zur Augenärztin, ich musste 2x hin, sie hat mich lange untersucht. Zu der Zeit hatte ich extreme Schwierigkeiten mit Sehen, da mir noch ein Virus oder sowas die Augen angegriffen hat.

    Im Frühling muss ich ins Spital, zur Abklärung wegen Myasthenie... :(

    Ich kann einfach nicht zu lange konzentriert in die Nähe schauen, da seh ich nachher alles doppelt. Im Moment lerne ich praktisch alle Klavierstücke, an denen ich dran bin, auswendig - auch weil ich stundenlang bräuchte, bis ich die Noten wieder entschlüsselt habe.

    Lg, Nessie
     
  11. Viola
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    Viola

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    Das hört sich nicht so gut an.

    Wie sollte denn eigentlich eine Gleitsichtbrille funktionieren bei Klavier, das habe ich noch NIE verstanden. Die Noten (bei Klavier npch günstiger als auf dem Flügel) sind außerhalb des eigentlichen Lese bzw Nahbereich, den eine Gleitsichtbrille abdeckt.

    Wenn ich auf die Finger schaue, also die Augen schauen schnell mal runter, so trifft der Blick doch auf die Finger durch die Nahbereichskorrektur - was auch Käse ist...
    Wenn ich auf die Noten schaue, dann blicke ich "gerade aus" - wie beim Autofahren, also dann durch die Einstellung für die Ferne. Das aber ist zu scharf für die doch relativ nahen Noten... da kann ich nichts sehen.

    Ich nehme immer einfach meine Alte Brille, die funktioniert im Nahbereich ganz gut, Lesen kann ich damit allerdings nicht, dabrüchte ich weniger Dioptrien. Da behelfe ich mir mit nacktem Auge ohne Hilfe... geht noch ganz gut.
     
  12. Nessie
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    Nessie

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    Hallo Viola

    Fürs Klavierspielen oder auch Computerarbeit etc. gibt es spezielle Arbeitsbrillen mit der optimalen Korrektur für den jeweiligen Abstand. Kann auch eine Gleitsichtbrille sein, dann aber mit grösserem Nah- und Mittelbereich und weniger (oder auch ohne?) Fernbereich.

    http://www.optik-roemmler.de/plaintext/arbeitundsport/arbeitsbrillen/bildschirmarbeitsbrille.html

    Bei mir scheint es sich aber um ein anderes Problem zu handeln. Anfangs kann ich nämlich recht gut sehen im Nahbereich, doch das rechte Auge ermüdet rasch und ist dann nach einiger Zeit nicht mehr fähig, zu fokussieren. Was zur Folge hat, dass ich im Nahbereich doppelt sehe und in die Ferne unscharf. Wie das behandelt werden soll, ist noch unklar. Sollte die Krankheit Myasthenie die Ursache sein, wird vielleicht medikamentös behandelt, ich weiss es noch nicht. Ich glaube allerdings kaum, dass ich Myasthenie habe, doch ich bin schliesslich auch nicht Ärztin.

    Lg, Nessie
     
  13. Viola
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    Viola

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    jaja, Nessie, das hatte ich schon verstanden!

    Ich drücke Dir die Daumen!!!
     
  14. Nessie
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    Nessie

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    Hallo Viola

    Öhm, oben hast Du aber geschrieben, dass Du es nicht verstanden hast. Was ist denn sonst unklar? :confused:

    Lg, Nessie
     
  15. Viola
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    Viola

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    Na, ich schrieb daraufhin, dass sich DAS nicht so gut anhören würde.

    Danach habe mich mich dem Thema Funktionsweise einer Gleitscihtbrille im allgemeinen oder auch im besonderen gewidmet. Sorry, wenn das nicht rüber kam.
     
  16. Nessie
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    Nessie

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    Hallo Viola

    Um alle Klarheiten zu beseitigen :D

    Daraufhin schrieb ich:

    Deine folgende Antwort habe ich deswegen auf obigen Text bezogen:

    Deswegen meine Verwunderung... OK?

    Lg, Nessie
     
  17. Guendola
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    Guendola

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    Vermutlich ist die Anschaffung einer Musikbrille für mich mehr als überfällig. Da ich neuerdings auch Flöte spiele, wo ich noch weniger als am Klavier die optimale Lesedistanz zu den Noten einhalten kann, merke ich immer deutlicher, wie sehr sich die Augen dabei anstrengen müssen. Scheiß Alterserscheinungen! (ups)

    Sobald ich mich tatsächlich dazu durchgerungen und eine geeignete Brille habe, werde ich hier darüber berichten
     
  18. philomela
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    philomela

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    Ich hab ne Hornhautverkrümmung und sehe deshalb alles doppelt und verzerrt. Nicht sehr dramatisch, aber für Noten doch störend.
    Aufgrund meines fortgeschrittenen Alters :cool: brauche ich tatsächlich seit kurzem eine Lesebrille. Dafür habe ich mir ein Gestell ausgesucht, dass nicht vorne auf der Nase sitzt, sondern ganz normal, so dass ich damit auch grade nach vorn gucken kann und nicht bloß nach unten. Mit ihr sehe ich im Lesebereich und bis etwa 2m alles gut scharf.

    Im Job hab ich eine spezielle Bildschirmbrille, wie sie weiter oben schon erwähnt wurde. Sie deckt den Bereich von etwa 1/2m bis 3 m ganz gut ab. Diese "Arbeitsbrillen" haben aber eine Gleitsichtfunktion (gelten aber nicht als Gleitsichtbrillen, weil die Ferne fehlt). Beim Blick nach unten ist der Scharfbereich also näher, beim Blick nach vorn weiter entfernt. Die optimale Schärfe wird im unteren Bereich des Glases auf fast der ganzen Glasbreite hergestellt. Im mittleren Bereich wird es nur richtig scharf, wenn man ziemlich genau durch die Glasmitte guckt, nicht zu sehr rechts oder links zum Rand hin.

    Wenn ich nun leicht den Kopf bewege und nach vorn auf den selben Punkt schaue, dann wabert alles drumherum, das ist sehr unangenehm und irritierend, am Bildschirm geht es aber. Zum Notenlesen würde es mich sehr stören.

    Von einer Arbeits- oder Bildschirmbrille würde ich aus diesem Grund abraten und lieber eine gut sitzende Lesebrille mit Festbrennweite nehmen.

    Grüße
    philomela
     
  19. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Ich bin ein absolutes Luxusgeschöpf, weil ich gleich mit drei Brillen
    hantiere (die Gelehrten wollen es leider so, daß eine Gleitsichtbrille
    nichts für mich taugt): eine für Tastatur und Lektüre (für einen
    Vielschreiber, der nie richtig tippen gelernt hat, sehr wichtig; Mist dabei:
    was am Bildschirm geschieht, ist nur divinatorisch zu ermitteln), eine
    für die Ferne, eine für "mittlere Kampfentfernung" am Klavier. Was ich
    im Laufe der Jahre gelernt habe ist, daß die Qualität der auf dem
    Markt befindlichen Gläser sehr unterschiedlich ist und man da nicht
    sparen darf, auch wenn es ein Loch in die Haushaltskasse reißt. Ich
    habe mir einen Augenarzt mit eigenem Optiker gesucht, der kein
    Interesse daran hat, mir den letzten Industrie-Schick anzudrehen,
    sondern sich bei Bedarf auch mal eine Stunde oder länger mit meinen
    störrischen Sehschlitzen abmüht und das richtige Glas findet. Der Mann
    ist ein Goldstück.