Was würdet ihr anders machen beim neu erlernen des Spielens

  • Ersteller des Themas DoreenRoland301R
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DoreenRoland301R

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Hallo ihr alle,
Da ich noch blutiger Anfänger bin stell ich mal an alle erfahrenen die Frage:und starte damit eine Umfrage.
Stellt euch vor, ihr könntet mit dem Wissen was ihr jetzt habt noch einmal das Klavierspielen erlernen.
Was würdet ihr anders machen?
Welche Übungen waren zu früh/ zu spät?
Was habt ihr später berreut nicht doch geübt zu haben, bzw auch anderes rum, was war "sinnlos"( oh bitte hierzu keinen Kommentar das nie etwas sinnlos ist, der es beantworten kann wird wissen was ich meine ;);) .
Ich danke schon mal für eure Beiträge.
 
mick

mick

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Bei meinem ersten Klavierlehrer musste ich Etüden, Tonleitern, Arpeggien etc. mit Metronom üben, immer pro Tag einen Zacken rauf. Gebracht hat es so gut wie nichts. Erst bei meiner heutigen Lehrerin ist mir klar geworden, dass technische Probleme immer auch musikalische Probleme sind. Und die kann man nicht auf stupide, mechanische Art lösen. 10 Minuten Nachdenken bringt meistens mehr als 3 Stunden mit Metronom zu üben. Also mein Tipp: wenn Du ein Metronom hast, verschenke es an jemanden, den Du nicht leiden kannst. Um bei Bedarf mal eine Metronomvorschrift zu prüfen, reicht eine App auf dem Handy.
 
.marcus.

.marcus.

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Es klingt zwar wie das Klischee schlechthin, aber ich würde:

von Anfang an bei einem sehr guten Lehrer Unterricht nehmen
von Anfang an ein echtes Klavier kaufen

Ich bin mittlerweile, d.h. nach vielen Jahren zu diesem Zustand gekommen und ich merke, wie förderlich das ist und wie viel Zeit ich vorher verschwendet habe. Aber ich wusste es schlicht nicht besser :)

lg marcus
 
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PianoPuppy

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Ein großes, breites Fundament aufbauen:

Gehörbildung (Melodien vom Blatt singen/lesen, sich intensiv mit dem Aufbau der Stücke beschäftigen, welche Intervalle werden verwendet, welche Töne erklingen zusammen, welche Wirkung haben sie etc.)

Harmonielehre (anhand der Stücke, Kadenzen lernen, Tonleitern - also am Instrument lernen, welcher Ton auf welcher Stufe in den unterschiedlichen Tonleitern sitzt, wie die Tonarten in Verbindung stehen etc.)

Blattspiel

Und ich würde die ersten drei Hefte von Bartóks Mikrokosmos durchnehmen, bevor ich an anderes Notenmaterial herangehe, das schafft eine hervorragende technische Basis und musikalisch interessant sind die Stücke obendrein.

Vor allem am Anfang alles aufnehmen und sofort anhören, man braucht ein Weilchen, bis man während des Spiels wirklich hört was man spielt - Aufnahmen sind her ein gutes Korrektiv, man lernt dadurch auch, immer besser sich beim eigenen Spiel zuzuhören.

Dann noch sehr viel Musik hören und die Noten dabei mitlesen - für die Noten einfach mal bei iMSLP schauen, da gibt es im klassischen Bereich so ziemlich alles, was älter als 70 Jahre ist.

Viel Freude an den Tasten!

LG, PP
 
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Sesam

Sesam

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Hallo,

es wurde ja schon erwähnt: suche dir den besten Lehrer, den du bekommen kannst. Und nimm dafür Kosten und evtl. Fahrzeit in Kauf. Falls das mit der Kohle nicht so hinhaut: spare lieber an etwas anderem.

Als Kind hatte ich zwar ganz guten Unterricht, nur eben leider, leider hat meine Motivation die Pubertät nicht überlebt. Dann, nach dem Wiedereinstieg 1,5 Jahre verplempert mit schlechtem Unterricht. Nicht dass ich es nicht geahnt hätte, aber ich war zu bequem und zu höflich, um Lebewohl zu sagen. ...bis mir irgendwann der Kragen geplatzt ist.
Danach habe ich dann eine sehr gute Lehrerin gefunden. Hatte Glück durch eine Empfehlung und einen kleinen Zufall.
Der Lehrer, die eigene Einstellung zum Üben und das Erlernen von sinnvollem Üben (auch dazu brauchts einen Lehrer!!) sind nach meiner Erfahrung ganz wichtige "Entwicklungshelfer".
Was ich anders gemacht hätte: von Anfang an mehr vorspielen, gar keine Scheu davor aufkommen lassen. Lernen, mit der Situation klarzukommen, dass da jetzt Leute hinter mir sitzen, die nur da sitzen (müssen :D), damit ich ihnen etwas vordudel.
Was ich anders machen sollte: ab jetzt mehr vorspielen, gar keine Scheu davor aufkommen lassen. Lernen, mit der Situation klarzukommen, dass da jetzt Leute hinter mir sitzen, die nur da sitzen (müssen :D), damit ich ihnen etwas vordudel.
Als Kind hat mir das Vorspielen kaum etwas ausgemacht, habe mich nicht darum gerissen, aber ein Drama wie heute war es nicht. Und eben, wenn ich etwas anders machen würde, dann das Spielen fürs/vor Publikum zu einem ganz natürlichen Zustand werden zu lassen durch regelmäßiges "Tun" von Anfang an.

Viel Spaß und LG,
Sesam
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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- Keine 35 Jahre lang autodidaktisch herumklimpern. Lehrer nehmen!
- kein Digi als Klavierersatz sondern wirklich nur im Notfall (abends) nutzen
- Vorspiel siehe Beitrag von Sesam
- das Internet erfinden und Clavio.de gründen :)
 
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pille

pille

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1.) früher anfangen, nicht erst mit 13 (oder wars sogar 14 ??? :confused:) (Eltern noch intensiver quälen)!
2.) gleich mit Klavier anfangen und nicht erst mit Kirchenorgel
3.) gleich ein "vernünftiges" Klavier kaufen und nicht erst auf ner el. Orgel rumdudeln und dann auf nem unrestauriertem Schrottklavier mit Granatsplittereinschlägen aus dem 2. Weltkrieg (auch wenn das Teil im Nachhinein betrachtet eigentlich cool war).

Cheers,

Wolf
 
LMG

LMG

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Hi all,

hmm. Wenn ich die Zeit von 1981/82 bis heute so Revue passieren lasse:

Ich würde nichts anders machen. ABER:

Wo ich ein wenig "hinterhertrauere", das sind die ca. 17 Jahre ohne Gottschalk ( mal ungefähr von 1982 bis 1999 gerechnet ).

Darum würde ich mir wünschen, nochmal die Zeit zurückdrehen zu können, um eventuell eine leichte Prioritätenverschiebung ansetzen zu können.

Leider ist das nicht machbar - so bleibt es, im Sinne der Thread-Fragestellung, ein "Hätte, Wäre, Könnte", und somit ein schöner Wunschtraum. ;)

LG, Olli !
 
rolf

rolf

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von heute aus betrachtet, würde ich vielleicht das WTK nicht als lästige Augen-zu-und-durch-Pflicht betrachten; sodann eine Reduktion der lästigen Schulzeit durchsetzen, denn die (in meinem Fall gänzlich nutzlosen) Chemie-, Physik-, Gemeinschaftskunde, Religion- und Mathestunden nehmen Zeit fürs üben weg :D
 
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DoreenRoland301R

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WTK ... was ist damit gemeint?? ( bin doch Anfänger mit 0 bis keine Ahnung ;-) )
 

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Styx

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Ja wenn ich so zurückdenke...ich seh des ähnlich wie Rolf; anstatt seine Zeit mit nutzlosen Kram wie bspw. Russisch, Staatsbürgerkunde, soz. Wehrerziehung und Pflichdemonstrationen (1.Mai, 7.Oktober usw.) zu vergeuden, hätt man sich besser diese Zeit fürs üben genommen. :D

Viele Grüße

Styx
 
S

Seniora

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M

Monique

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Ich würde nix anders machen. Weil ,wenn ich früher angefangen hätte ,hätte ich nicht meinen so tollen ,hochverehrten , liebenswürdigen KL kennengelernt. Bin zwar nicht mehr jung ,aber glücklich mit dem was er mir schon alles in 2 Jahren gelehrt hat. Und das Klavierspielen muss und soll ja Spaß und Befriedigung bringen.
Das tut es. Und ich will ja kein Pianist mehr werden. Ich möchte die Musik spielen (im Rahmen meiner Möglichkeiten) die ich liebe. Und das unterstützt mein KL voll und ganz. Und deshalb würde ich bei mir nichts ändern und will hoffen, dass es lange so anhalten möge
 
pille

pille

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Ja wenn ich so zurückdenke....... anstatt seine Zeit mit nutzlosen Kram wie bspw. Russisch, Staatsbürgerkunde, soz. Wehrerziehung und Pflichdemonstrationen (1.Mai, 7.Oktober usw.) zu vergeuden...
Ach komm Styx, da habt Ihr doch wenigstens was ordentliches gelernt :floet:
Ich hatte mal ne Diplomandin aus der Niederlausitz (nach der Wende, versteht sich). Als ich sie wegen einer guten Zeichnung in ihrer Arbeit lobte meinte sie nur:" naja, während wir in der Schule Technisches Zeichnen gelernt haben, habt Ihr im Westen halt in der Theater AG rumgelungert". :D:D
 
K

klafierspieler

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Die größten Fehler waren (sind natürlich auf den Unterricht meines Lehrers zurückzuführen, da ich es als Kind nicht besser wußte):
-Stücke nicht bis zu Ende ausgearbeitet sondern weggelegt, wenn sie einigermaßen liefen
-kein auswendiges Repertoire aufgebaut sondern immer nach Noten gespielt
-wenig Musiktheorie, keine Liedbegleitung und Improvisation
-kein Nachdenken über Übemethoden
-zuviel unmotivierter Pedaleinsatz
 
W

Wespennest 100

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Bei meinem ersten Klavierlehrer musste ich Etüden, Tonleitern, Arpeggien etc. mit Metronom üben, immer pro Tag einen Zacken rauf. Gebracht hat es so gut wie nichts. Erst bei meiner heutigen Lehrerin ist mir klar geworden, dass technische Probleme immer auch musikalische Probleme sind. Und die kann man nicht auf stupide, mechanische Art lösen. 10 Minuten Nachdenken bringt meistens mehr als 3 Stunden mit Metronom zu üben. Also mein Tipp: wenn Du ein Metronom hast, verschenke es an jemanden, den Du nicht leiden kannst. Um bei Bedarf mal eine Metronomvorschrift zu prüfen, reicht eine App auf dem Handy.
Einspruch! Das Metronom, ist ein guter und wichtiger Begleiter. Der gehört dazu. Man sollte es nur nicht übertreiben. Etüden etc. sind auch ganz wichtig. Die Abwechslung macht's!

Gruß Ute
 
rolf

rolf

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Erst bei meiner heutigen Lehrerin ist mir klar geworden, dass technische Probleme immer auch musikalische Probleme sind. Und die kann man nicht auf stupide, mechanische Art lösen.
bist du da restlos und für alle Fälle sicher? ;) sagen wir lieber: sehr oft, aber nicht restlos immer :)
z.B.:
die glissando Oktaven der Waldsteinsonate sind musikalisch belanglos, d.h. man hat da gar kein musikalisches Problem zu lösen, sondern tatsächlich ein banal mechanisches :):) (erstaunlich, dass viele dem glissando spielen ausgewichen sind und stattdessen dort verlangsamen)
die Dezimenakkorde und Oktavgirlanden am Ende der Tannhäuser-Ouvertüre: musikalisch ist das völlig übersichtlich, aber technisch... oh weh.....
 
 

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