Viele Noten, viele Vorzeiche, viele Fehler


Guendola
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Ich arbeite zur Zeit an einem Repertoire für kleine Auftritte in Kneipen, Altenheimen und ähnlichen Örtlichkeiten. Basis wird die Unzahl der Tänze von Schubert sein, dazu ein bischen Chopin, Ecossaisen von Beethoven und was mir sonst noch so in die Finger gerät - meine Komposition für das Komponierspiel auch.

Viele dieser Stücke haben eins gemeinsam: Es gibt sehr viele Noten, viele Vorzeichen und wenig Zeit, darüber nachzudenken. Der beste Weg ist sicherlich, alles auswendig zu lernen. Aber wie kann man es sonst in den Griff bekommen? Ich mache viele Fehler, indem ich z.B. einfach mit links den falschen Akkord spiele.

Und die zweite Frage: Welche Strategie empfehlt ihr, um die Stücke auftrittsreif zu bekommen, wenn ich sie eingeübt habe?
 
Haydnspaß
Haydnspaß
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Richtiges Üben bringt Sicherheit. Falsches Üben dagegen ist nicht nur Zeitverschwendung - man kriegt dadurch auch noch eine immer schlampigere Spielweise.

Unter richtigem Üben verstehe ich: langsam und kontrolliert spielen, den Notentext genau beachten, auf eine lockere und natürliche Spielweise achten (ein guter Fingersatz ist Grundvoraussetzung dafür!) Nicht zu viele Stücke auf einmal üben. Und auch wenn man nach Noten spielt: man muß das Vorausdenken trainieren, man muß wissen, was in den nächsten Takten kommt, andernfalls wird das Spielen zum Horrortrip! ;)
 
S
Späteinsteiger
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@Haydnspaß
Ich kann Deine Aussage nur bestätigen.
Ich wollte in der Vergangenheit zu schnell und zu hektisch vorankommen.
Ergebnis:
Grosse Unsicherheiten in meiner Spielweise. Ich kam auch nicht weiter.
Meine Klavierlehrerin hat mich immer auf meine Unarten hingewiesen. Aber ich wollte es nicht glauben. Ich wollte zuviel aufeinmal. Man kann wirklich nichts übers Knie brechen.
Ich habe mein ganzes Üben nun umgestellt und übe genauer, ruhiger, exakter
und konzentrierter.
Ich merke jetzt schon, dass das Spielen wesentlich besser wird und - was viel wichtiger ist - es macht auch vielmehr Spaß.

Der Späteinsteiger

Über jetzt "Der Dichter spricht"
 
.marcus.
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Es hilft auch mal eine Aufnahme von seinem Spiel zu machen. Da merkt man oft erstmal, wie viele Fehler/Ungenauigkeiten etc. man so in seinem Spiel hat.

Ansonsten hab ich mal von der Methode Peter Feuchtwangers gehört, wie man auswendig lernen kann:
Man transponiert das zu übende Stück einfach in andere Tonarten. Mal spielt man halt in C-Dur mal in As-Dur. Durch die "ungleichmäßige Verteilung der schwarzen Tasten" ist es jedes Mal ein bisschen anders zu spielen. (->Fingersatz)
Das ist aber, glaube ich, mehr ein Tipp für die Top-Pianisten oder wenigstens Berufsmusiker, denn das ist gar nicht einfach.
An die Wirksamkeit glaube ich allerdings. :)
Kann man ja zuerst mit ganz einfachen Sachen wie "Hänschen klein" oder sowas ausprobieren.

lg marcus
 
klavigen
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viele Vorzeichen

es hilft wohl nix. du musst die Struktur der Stücle verstehen, also ihre Harmonik und sonstigen Aufbau. Ich glaube kaum, dass man alle Tänze von schubert spielen kann, wenn man nicht weiss, in welcher Tonart man gerade ist oder wo man gerade hinmoduliert.
Das ist ähnlich beim profesionellen Zeichen und Malen - jeder Künstler muss den Skelettaufbau des Objektes kennen. Eben was die Stücke im Innersten zusammenhält. Dann verlieren auch die vielen Vorzeichen schnell ihre Schrecken, sondern erfreuen das Gehör. Ist eben mehr Input für die grauen Zellen.
 
Stilblüte
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du musst die Struktur der Stücle verstehen, also ihre Harmonik und sonstigen Aufbau. Ich glaube kaum, dass man alle Tänze von schubert spielen kann, wenn man nicht weiss, in welcher Tonart man gerade ist oder wo man gerade hinmoduliert.
Falls ich mal meinen Senf dazugeben darf:
Bis vor gar nicht allzulanger Zeit konnte ich nicht mal den Quintenzirkel auswendig und mache mir auch jetzt nciht immer bewusst, in welcher Tonart ein Stück steht bzw. in welche ich gerade spiele.
Bisher hat das bestens geklappt, aber um des kommenden Studiums willen achte ich nun mehr darauf.
Nur für das Klavierspielen allein aber würde ich das nicht brauchen, zumindest habe ichs bisher gefühlsmäßig sehr gut hinbekommen :cool:
(Jetzt werden wohl einige ganz laut aufschreien über meine Unvernunft :D)

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Ich bin ja auch jetzt einigermaßen einsichtig und versuche mich auch der Theorie zu widmen.
Ich hatte aber noch nie richtigen Harmonielehre/Musiktheorieunterricht, lediglich einen einzigen Kurs hatte ich einmal belegt, und es ist nicht so einfach, sich alles selbst zu erarbeiten.
Vor allem wenn bisher alles ohne gut geklappt hat.
Vermutlich wird mich das mehr und mehr interessieren mit der Zeit, genauso wie mir auch Bach und Mozart nicht von Anfang an gefallen haben.

Stilblüte
 
klavigen
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Theorie

Theorie wie Harmonielehre kann man nicht so gesondert betrachten. Es ist ein innerer Teil der Musik. Hinter jeder Melodie bzw. in ihr verbergen sich oder offenbaren sich harmonische Strukturen. Ein bestimmter Hörgenuss ist sicher auch ohne weitreichende Kenntnisse möglich. Ein aktives gestalten ohne diese Kenntnisse halte ich für ein fast unmögliches Vorhaben.
 
Guendola
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... Struktur der Stücle verstehen, also ihre Harmonik und sonstigen Aufbau...

Ok, der Titel des Themas verwirrt vielleicht etwas, ich mache schon seit ca. 38 Jahren Musik und kann die Harmonik recht gut lesen und behalten. Was ich eigentlich mit "viele Noten, viele Vorzeichen" meinte ist wörtlich zu verstehen, gewissermaßen Pufferüberlauf in meinem biologischen Klavierkontroller. Ich glaube, ich muß einfach besser Prioritäten setzen, wie hier schon empfohlen wurde (danke!).

Ich habe inzwischen fast beide Bücher mit den Tänzen durchgesehen und mir mit Zetteln markiert, welche Stücke ich spielen will. Die werden dann kopiert und in Klarsichthüllen in einen Ordner geheftet. Dann geht es systematisch los, eins nach dem anderen. Kopien kann ich auch nach herzenslust mit Bemerkungen vollschmieren :)

Markus, soll man die Stücke aus dem Kopf transponieren?

Jetzt brauche ich nur noch ein Patentrezept um die Auftrittsreife zu erlangen :)
 
 

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