Überkreuzgreifen?

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walter1304
Guest
Hallo zusammen,

wünsche Euch erst einmal frohe Weihnachten! Habe eine Frage zu Brahms Capriccio 116, 3:
Kurz vor Ende gibt es Achtelläufe, die teilweise "überkreuz" sind. Beispiel habe ich gelb markiert. Hier müsste man lt. Notenbild mit rechts das Des spielen, mit Links das Es. Im nächsten Takt mit rechts das C, mit links das E und dann das gleiche mit Es und F.
Ich habe mir überlegt, an den entsprechenden Stellen die entsprechenden Noten mit der anderen Hand zu spielen, also im ersten Beispiel das Es mit rechts und das Des mit links, um das Überkreuzen zu vermeiden. Wäre das ok? Oder spricht da aus irgendeinem Grund etwas dagegen (artikulationstechnisch, - wie auch immer ?!?) Danke für Eure Tipps.

Gruß
Walter
 

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Sven
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Ich würde es einfach in beiden Varianten ausprobieren und bei der bleiben, die besser klingt.

Zur Vorbereitung würde ich erstmal die vermeintlich leichtere Variante ausnotieren.

Schöne Maßnahme um zu lernen ;-)
 
LankaDivore
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Würde ich nicht machen, da es dich dann aus den Läufen "rausreißt", somit ist das ganze nicht mehr richtig artikuliert.
 
rolf
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Ich habe mir überlegt, an den entsprechenden Stellen die entsprechenden Noten mit der anderen Hand zu spielen, also im ersten Beispiel das Es mit rechts und das Des mit links, um das Überkreuzen zu vermeiden. Wäre das ok? Oder spricht da aus irgendeinem Grund etwas dagegen (artikulationstechnisch, - wie auch immer ?!?)
das ist völlig ok, es spricht nichts dagegen, den bequemsten Fingersatz bzw. die bequemste Grifffolge zu wählen, denn es gibt keinen notwendigen Grund dafür, dass man bei bequemer Griffweise weniger gut artikulieren könne als bei unbequemer ;-) Oftmals sind Klaviernoten schon von den Komponisten selber (selbst von virtuosen Praktikern wie Beethoven, Chopin, Brahms usw.) nicht primär an der Spielweise als eher an der Lesbarkeit (Stimmführung etc.) orientiert.
 
Rheinkultur
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das ist völlig ok, es spricht nichts dagegen, den bequemsten Fingersatz bzw. die bequemste Grifffolge zu wählen, denn es gibt keinen notwendigen Grund dafür, dass man bei bequemer Griffweise weniger gut artikulieren könne als bei unbequemer ;-)
An der Stelle mit den Stimmkreuzungen ist der von den beiden Händen in gleichförmigen Akkordbrechungen abgedeckte Tonvorrat derselbe - und die halbtaktige Pedalisierungsweise bei Legato-Artikulation spricht nicht gegen eine geänderte Tonverteilung auf die beiden Hände. Ein hörbarer Unterschied ginge dann nur auf Kosten der klanglichen Qualität.

Würde ich nicht machen, da es dich dann aus den Läufen "rausreißt", somit ist das ganze nicht mehr richtig artikuliert.
Das wäre ein Problem, wenn man auf unterschiedlich registrierten Manualen spielen würde, wie das bei einer Orgel der Fall wäre. Auf einer einmanualigen Klaviatur würde es an dieser Stelle nur den Spielfluss beeinträchtigen, da es sich um gleichmäßige Akkordbrechungen handelt. Bei polyphonen Satzbildern wäre die Situation eine andere, da müsste man bei Stimmkreuzungen anders verfahren.

LG von Rheinkultur
 
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walter1304
Guest
Danke für Eure Hinweise. Ich werde erst einmal die "einfachere" Variante spielen. Da beide Stimmen Achtel spielen und auch keine unterschiedliche Dynamik bei den Stimmen gefordert ist, sehe ich auch erst einmal kein Problem darin. Wenn ich's richtig drauf habe, versuche ich nochmal Variante 2. Habe mir diverse Videos auf YT von dem Stück angesehen, kann aber leider aufgrund der Kameraeinstellung und des Tempos nicht erkennen, wie die Profis hier vorgehen.....
 
Rheinkultur
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Habe mir diverse Videos auf YT von dem Stück angesehen, kann aber leider aufgrund der Kameraeinstellung und des Tempos nicht erkennen, wie die Profis hier vorgehen.....
Wenn man keinen Unterschied hören kann, werden sich die Profis gerade für die "handlichere" Variante entscheiden. Es gibt andere Stellen mit Stimmkreuzungen ohne Wahlmöglichkeit, die den Spieler mehr ins Grübeln bringen... .
 
Opus10
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Wenn man keinen Unterschied hören kann, werden sich die Profis gerade für die "handlichere" Variante entscheiden. Es gibt andere Stellen mit Stimmkreuzungen ohne Wahlmöglichkeit, die den Spieler mehr ins Grübeln bringen... .

Apropos Stellen mit Stimmkreuzungen die einen ins Grübeln bringen: ich hab heute angefangen die von Liszt bearbeitete Version von Schuberts "Ständchen" zu spielen und brauch mal einen Rat, wie ich am besten mit dem Staccato in der Melodiebegleitung umgehe. Konkret geht es um Takt 7 (beispielhaft für weitere Stellen in dem Stück), bei dem ich zuerst den Impuls hatte, das "e" und das "cis" im Bassschlüssel einfach mit rechts weiter zu spielen. Angesichts der Triole fällt es mir dann aber schwer, mit einer Hand sowohl gebunden (die Melodie) als auch das Staccato zu spielen...
Wenn ich die betreffenden Töne einfach auch mit links spielen soll, dann frage ich mich, weshalb Liszt das dann so aufgeschrieben hat? :denken:Oder soll man es über Kreuz spielen? Dafür find ichs wiederum sehr eng und es würde auch nicht mein Problem lösen, dass mir die Artikulation an dieser Stelle auf diese Art schwerer fällt (oder ist das Übungssache?).

Hat da jemand einen Tipp?

Hier gehts zum Notentext
http://www.klavier-noten.com/schube...t%E4ndchen-mit-integrierter-Ossia-Fassung.pdf
 
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soundmaster
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Apropos Stellen mit Stimmkreuzungen die einen ins Grübeln bringen: ich hab heute angefangen die von Liszt bearbeitete Version von Schuberts "Ständchen" zu spielen und brauch mal einen Rat, wie ich am besten mit dem Staccato in der Melodiebegleitung umgehe. Konkret geht es um Takt 7 (beispielhaft für weitere Stellen in dem Stück), bei dem ich zuerst den Impuls hatte, das "e" und das "cis" im Bassschlüssel einfach mit rechts weiter zu spielen. Angesichts der Triole fällt es mir dann aber schwer, mit einer Hand sowohl gebunden (die Melodie) als auch das Staccato zu spielen...
Wenn ich die betreffenden Töne einfach auch mit links spielen soll, dann frage ich mich, weshalb Liszt das dann so aufgeschrieben hat? :denken:Oder soll man es über Kreuz spielen? Dafür find ichs wiederum sehr eng und es würde auch nicht mein Problem lösen, dass mir die Artikulation an dieser Stelle auf diese Art schwerer fällt (oder ist das Übungssache?).

Hat da jemand einen Tipp?

Hier gehts zum Notentext
http://www.klavier-noten.com/schube...t%E4ndchen-mit-integrierter-Ossia-Fassung.pdf

Sobald sie Melodie einsetzt die Begleitung mit links spielen.
 
 

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