Übeempfehlungen für Chopin-Etüde op. 25 Nr. 8

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Karl Ive

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Hallo und frohes neues Jahr!

Ich habe mir die Sextenetüde von Chopin vorgeknöpft, wobei ich bislang nur den Part der rechten Hand memoriert habe (die linke Hand spielt ja nur Beiwerk). Beim Üben merke ich nun, wie sich meine rechte Hand gerne mal verkrampft und "überdehnt" anfühlt, was durchaus einige Zeit nach dem Üben anhalten kann.

Da so etwas nun wirklich nicht gesund sein kann, bin ich auf der Suche nach Tipps, wie ich mir das Werk am besten erarbeiten bzw. auf Tempo bringen kann !

Danke für eure Hilfe!
Karl Ive
 
chiarina

chiarina

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Lieber Karl Ive,

kennst du die Cortot-Ausgabe: http://ks.imslp.net/files/imglnks/u...-Chopin_Etudes_opus_25_-_Cortot_(french).pdf?

Da sind sehr nützliche Übetipps drin. Außerdem ist es wichtig, dass die Oberstimme der rechten Hand nur legato klingen muss und nicht tatsächlich gebunden gespielt wird! Dann wird es dir vielleicht auch gelingen, Hand und Arm sehr flexibel und weich zu lassen. Ohne hervorragende Armführung ist die Etüde nicht zu spielen (bloß nicht aus den Fingern).

Viel Freude und Erfolg und übertreib' es nicht! Warnzeichen ernst nehmen!

Liebe Grüße

chiarina

P.S.: Als "nur Beiwerk" würde ich die linke Hand nicht bezeichnen. :)
 
rolf

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...wenn alles links wie der erste Takt im Notenbeispiel wäre, würde ich zustimmen ;-)
beiwerk 1.jpgaber schon der 2. & 3. Takt dieses Ausschnitts bietet links dieselben Schwierigkeiten wie rechts.
Und überwiegend hat die l.H. sowas zu spielen:
beiwerk 2.jpg

Als "nur Beiwerk" würde ich die linke Hand nicht bezeichnen. :)
 
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Joh

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Ich muss dir leider sagen: bei Chopin spielt die linke Hand (fast) nie Beiwerk.

Was bei dieser Etude hilft, ist folgendes relativ lange üben (zunächst einhändig): die Sexten mit stabilen Fingern (Muskeln der Handtellerinnenseite) aus dem Unterarm schütteln - das Handgelenk muss dabei durchlässig sein und bei jeder Sexte hoch und runter schwingen. In der Schulter darf dabei keinerlei Anspannung zu spüren sein und der Ellbogen sollte ebenfalls frei schwingen.

Cortots Übungen finde ich hier nicht ganz passend, da er sich zu viel mit einzelnen "Fingern" beschäftigt. Vielleicht kann man diese Übungen als Ergänzung sehen, wenn man das Stück schon prinzipiell beherrscht.
 
K

Karl Ive

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Na, denne. Überwiegend Beiwerk. Zufrieden? :denken:
Bitte zurück zum Thema.
 
rolf

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Na, denne. Überwiegend Beiwerk. Zufrieden?
ich: ja - du: nein.
Ein Zustand, mit dem ich - wie auch mit den Sexten - kein Problem habe.
...genau da waren die bisherigen drei Beiträge, die nicht von dir stammen...

So lange dir nicht gelingt, mitzuteilen, was du überhaupt mit dieser richtig schwierigen Etüde treibst und was du bislang manuell dafür mitbringst, kann man dir nicht mehr empfehlen, als ganz allgemeines: locker bleiben, noch nicht schnell, kein legato (also das, was du hier schon lesen konntest)
Wenn mir jemand erklärt, dass der Part der linken Hand in dieser Etüde quasi unerheblich ist, dann ich daraus nur zweierlei schließen:
1. aha, der kann die linke Hand problemlos im Tempo spielen - da gibt's nur einen nützlichen Tipp: die rechte von der linken lernen lassen (gespiegelt symetrisch mitspielen z.B.)
2. da lohnt keine andere Antwort als "bissel üben, wird schon..."
 
K

Karl Ive

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So lange dir nicht gelingt, mitzuteilen, was du überhaupt mit dieser richtig schwierigen Etüde treibst ...

Ich würde sie gerne spielen können. Was sonst?

... und was du bislang manuell dafür mitbringst

Von den Chopin-Etüden habe ich schon gespielt: Op. 10, Nr. 1, 3, 5, 6, 9, 11, 12. Op. 25, Nr. 1, 2, 7, 9, 12. Lange nicht perfekt, aber für mich ist das auch nur Hobby.

Wenn mir jemand erklärt, dass der Part der linken Hand in dieser Etüde quasi unerheblich ist, dann ich daraus nur zweierlei schließen:

Immer ruhig bleiben und nicht alles auf die Goldwaage legen. Mit der linken Hand habe ich mich (offenbar) noch gar nicht beschäftigt. Aber so fürchterlich anspruchsvoll sieht die für mich nicht aus. Irrtum?


Gruß,
Karl Ive
 
mick

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Ich habe diese Etüde verhältnismäßig schnell gelernt (ca. 2 Wochen). Hilfreich fand ich, jeden Griff (links und rechts) doppelt anzuschlagen, mit einer schnellen Handgelenksvibration. Das verhindert, dass man sich überhaupt erst ein Fingerspiel angewöhnt, das bei dieser Etüde nicht funktioniert. In der "richtigen" Variante erfühlen die Finger dann nur die richtigen Tasten, aber der Anschlag erfolgt weiter mit den eingeübten (im Tempo aber fast unsichtbaren!) Handgelenksschwüngen.

Wenn man weiß, wie es geht und wie es sich anfühlen muss, ist es eigentlich verhältnismäßig einfach. Bis auf das blöde Beiwerk natürlich - das muss man richtig üben.
 
rolf

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rechten Hand memoriert habe (die linke Hand spielt ja nur Beiwerk).

Nee! Eher nicht!!
Es ist überaus nützlich, in der ersten Takthälfte die Dominantharmonie des Linken zu betonen und den Triller der Rechten etwas leichter zu nehmen und in der zweiten Takthälfte die Oberstimmen Melodie der Rechten hervorzuheben!
So kann man die Spannung auf beide Hände verteilen.
Für Menschen, die nicht extrem flexible und große fleischige Hände haben ist es überdies zu überlegen, ob man nicht den allergrößten Teil der Sexten rechts in der Unterstimme mit dem leichten Daumen spielt!
 

K

Karl Ive

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Was bei dieser Etude hilft, ist folgendes relativ lange üben (zunächst einhändig): die Sexten mit stabilen Fingern (Muskeln der Handtellerinnenseite) aus dem Unterarm schütteln - das Handgelenk muss dabei durchlässig sein und bei jeder Sexte hoch und runter schwingen. In der Schulter darf dabei keinerlei Anspannung zu spüren sein und der Ellbogen sollte ebenfalls frei schwingen.

Hilfreich fand ich, jeden Griff (links und rechts) doppelt anzuschlagen, mit einer schnellen Handgelenksvibration. Das verhindert, dass man sich überhaupt erst ein Fingerspiel angewöhnt, das bei dieser Etüde nicht funktioniert. In der "richtigen" Variante erfühlen die Finger dann nur die richtigen Tasten, aber der Anschlag erfolgt weiter mit den eingeübten (im Tempo aber fast unsichtbaren!) Handgelenksschwüngen.

Mir gefällt der Vorschlag der Doppelt-Anschlag-Gelenksvibration ausgezeichnet (gestern schon mal ausprobiert), der ja offenbar auch mit Johs Ausführungen übereinstimmt. Herzlichen Dank dafür!
 
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