Transponieren von Ettüden

B

Brunetti

Guest
Guten Morgen,
ich habe folgende Frage:
Die erste Ettüde von Hanon ist die einfache Bewegung links 543212345 und rechts 123454321, durch Versetzen des 4. und 2. Fingers um einen Ganzton "krabbeln" die Hände die Tastatur hoch und runter. So weit so gut. Nun fordert Hanon ein Transponieren, und auch Pfeifer in seinem Buch "Piano-Fitness" verwendet diese und andere, ähnliche Übungen mit der Foderung nach Transponieren.
Wenn ich das mache, komme ich iwa mit dem Daumen oder dem kleinen Finger auf Halbtöne, was meines Wissens nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Gilt das bei reinen Fingerübungen nicht oder sind dann neue Fingersätze zu erarbeiten?

Mein KL, der reine Ettüden ablehnt, hat mit entwaffnender Offenheit gestanden, er wüsste es nicht...

LG
Brunetto
 
hasenbein

hasenbein

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Uuuuund WIEDER ein Kack-Klavierlehrer!

Unglaublich, wie viele ahnungslose Typen es gibt... Wechseln!

Du hast allerdings auch sehr irrige Vorstellungen.

Sowohl Deine Idee, mittels Hanon zu "trainieren" oder "Fitness" zu erreichen, als auch Deines KLs Ablehnung "reiner Etüden" sind Quatsch.

Ansonsten sei nur angemerkt, dass Daumen oder kleiner Finger auf schwarzen Tasten a) in Stücken ja sehr wohl regelmäßig vorkommen und b) in richtig angewandten und geübten Exercises aus dem Tonleiter- und Arpeggienbereich sehr nützlich sein können, weil man mehr Unabhängigkeit vom jeweiligen "Tastengelände" bekommt.
 
B

Brunetti

Guest
Ja guten Morgen auch, Hasenbein! Ich habs geahnt.....

Also..wenn ich auch deine fäkalsprachlichen Aubrüche nicht mag (Kacklehrer.....das lass bitte), so hast du doch einen hohen Unterhaltungswert, und ich filter auch gern sachliche Aussagen heraus. Ich mag Leute, die einen eigenen Kopf haben und ihre Meinung offen sagen :-)

Um dich zu beruhigen, weder lehne ich Etüden grundsätzlich ab noch verbringe ich täglich Stunden mit ihnen, sie sind für mich eine von vielen Möglichkeiten. Mit den Fesselfingerübungen aus "Piano-Fitness" konnte ich Probleme beim zweistimmigen Spiel einer Hand bei Burgmüller und im Notenbüchlein angehen, und da ich jetzt mit Variationen von Beethoven angefangen habe und Läufe mir Probleme bereiten, suche ich ergänzende Übungen. Dabei könnten solche Übungen auch einen Einstieg ins Transponieren bieten, oder?

Deiner Antwort entnehme ich, dass die Scheu, Halbtöne mit 1 und 5 zu spielen, falsch ist und dieses nicht dogmatisch verboten sein sollte. Hab ich auch insbesondere hinsichtlich des Daumens immer als falsch empfunden.

Also kann ich bei Läufen alle Finger gleichberechtigt weiß und schwarz spielen lassen, wenns damit einen "geschmeidigen" Fingersatz gibt?

PS meinen KL werde ich nicht wechseln ;-))
 
hasenbein

hasenbein

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Ein KL, der zu obigen methodisch-didaktischen BASISdingen nur die Achseln zuckt, ist schlecht, peng, aus.
 
rolf

rolf

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Also kann ich bei Läufen alle Finger gleichberechtigt weiß und schwarz spielen lassen, wenns damit einen "geschmeidigen" Fingersatz gibt?
ganz so wahllos ist es nun auch nicht ;-) stell dir die D-Dur Tonleiter vor (d-e-#f-g-a-h-#c) und versuch sie so zu spielen, dass der Daumen auf fis und cis eingesetzt wird - du wirst schnell erkennen, dass das entsetzlich unbequemer Mumpitz wird :-D

was das 5-Ton-Zeugs (cdefg mit 12345) betrifft, so kann es nicht schaden, das mit demselben banalen Fingersatz von allen zwölf Tönen aus zu spielen - schon allein um alle Tonleitern peu a peu kannen zu lernen. Aber mindestens ebenso nützlich (ich meine soger: noch viel nützlicher) ist es, alle Kadenzen in allen tonarten zu spielen: hier wird man die Akkorde auch mit stets demselben Fingersatz anfassen. Und ganz besonders nützlich ist es, jede Akkordform chromatisch zu verschieben.
ausprobieren.
 
B

Brunetti

Guest
Er hat nicht mit den Achseln gezuckt - wir sprechen durchaus miteinander - also die Ferndiagnose war falsch :-o

Es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom. Er hat mir mal erzählt, dass sein Professor dafür bekannt und umstritten war, dass er Etüden dogmatisch ablehnte, er selbst ist da pragmatischer und sucht gemeinsam mit mir nach den richtigen Wegen - u.a Burgmüller-Etüden, vielleicht demnächst auch punktuell Czerny. Den Hanon und das Buch "Piano-Fitness" hab ich selbst gekauft.

Also, um nochmal die Frage auch an andere zu stellen:

Wer hat alles einen Kack-Klavierlehrer?

Moment, jetzt bin ich durcheinander :-)

Ach so, das wollt ich fragen:

Wer spielt sonen Scheiß wie Hanon und transponiert ihn, peng aus????

LG
Brunetti
 
rolf

rolf

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Ach so, das wollt ich fragen:

Wer spielt sonen Scheiß wie Hanon und transponiert ihn, peng aus????
mit einer kleinen Dünnpfiff-Pfütze wie Hanon befasse ich mich nicht, aber ein richtig großer würziger Haufen wie die 51 Übungen von Brahms, wo auch feste transponiert wird, mit dem befasse ich mich immer wieder

(du hast dich infizieren lassen mit dem Fäkalsprache-Zeugs - das haste jetzt davon) :lol:
 
B

Brunetti

Guest
Hallo Rolf,
danke für die Antwort! Ich bin in Musiktheorie und Harmonielehre leider sehr schwach.....und die Zeit im Unterricht und zuhause zum Üben nutze ich vorwiegend fürs "praktische".

Habe schonmal überlegt, ob es
a) eine Zusammenstellung der Tonleitern und Kadenzen möglichst mit Fingersätzen gibt und
b) ob es Sinn macht, eine solche anzuschaffen und peu a peu durchzuarbeiten.

Tipps??

LG
Brunetti
 
B

Brunetti

Guest
Hallo nochmal Rolf,

nun wieder auf adäquatem sprachlichen Niveau :-)

Mein "Problem", also die Herausfoderung ist, dass ich im Grunde noch ganz am Anfang stehe und mit Knallern wie Brahms, Chopin etc absolut überfodert wäre. Daher die Überlegung, Tonleitern, Kadenzen, Fingerübungen partiell behutsam ins Üben einzubauen und dabei erste Schritte Richtung Transponieren zu machen.

Da ich im Unterricht genug "Baustellen" habe und die Dreiviertelstunde, gleichwohl sie faktisch immer eine Zeitstunde ist, so schnell vorübergeht, möchte ich auch eigenständig arbeiten.

LG
Brunetti
 
rolf

rolf

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alle Tonleitern
findest du bei imslp in den technischen Studien von Liszt

die Kadenzen sind anfangs (mit reinen Dreiklängen) auch ganz leicht:
ceg - cfa - hdg - ceg
und da kannst du auch die seiben Tonleitertöne erkennen, wenn du genauer hinschaust:
135 - 146 - 725 - 135 (diese Zahlen sind einfach die durchnummerierten Skalentöne)

das genügt als Material: damit kannst du alle Kadenzen spielen usw.
 
 

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