spielen lernen aber keine klassik

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Lana81, 7. Okt. 2006.

  1. Lana81
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    Lana81

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    Hallo zusammen,

    ich bin 24 Jahre jung und werde in den nächsten Wochen ein Klavier mein eigen nennen können.
    Habe da so ein paar Fragen zum lernen.

    Ich würde gerne wissen, ob man auch spielen lernen kann ohne Noten. Ich singe seit 14 Jahren und habe bisher immer nur nach Gehör gelernt. Habe es so vom Kinderchor bis zum Fraunechor gemacht. Hatte dann noch 1 Jahr unterricht und dort auch alles ohne Noten. Habe ein sehr gutes Gehör für die Noten wie man sie singt, aber wie ist das nun beim Klavier spielen?

    Und vor allem habe ich ganz ehrlich keine Lust, dass wenn ich Klavier spielen lerne nur Klassik zu lernen. das heißt Beethoven, Mozart etc. Kann man das einem Lehrer sagen?
    Denn ich singe und möchte mich irgendwann am Klavier begleiten können und dazu brauche ich persönlich kein Mozart. *lach*

    Ich weiß dass es lange dauern wird bis ich richtig Klavier spielen kann. denke so mind. 1-2 Jahre wird es wohl dauern bis ich mich selbst ansatzweise begleiten kann.
    Bin so oder so schon sehr gespannt, ob mir das Klavier spielen überhaupt liegt, oder ob ich zwei linke Hände habe. :-)

    Liebe Grüße
    Lana
     
  2. pianomobile
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    pianomobile

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    Es kommt immer drauf an, was Du vorhast. Wenn Du Dich mit einfachen Mitteln beim Singen begleiten möchtest, kannst Du das mit entsprechendem Gehör auch ohne Noten hinkriegen. Wenn Du richtig Klavier spielen lernen möchtest, wirst Du das ohne Noten kaum schaffen. Es sagt aber niemand, dass Du nur klassische Stücke spielen musst. Wenn Du Deinen Lehrer bittest, das Thema Liedbegleitung mit einzubeziehen, wird er sicher mit sich reden lassen. Wie lange Du jetzt wirklich brauchst um Dich (mit oder ohne Noten) begleiten zu können, lässt sich von der Ferne schwer sagen.
     
  3. Christoph
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    Christoph

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    Ohne Noten kommt man beim Klavier spielen definitiv nicht aus und einem Lehrer beizubringen auf Klassik zu verzichten kommt aufs selbe raus wie gleich aufs Klavier zu verzichten. :lol:
     
  4. Windir
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    Windir

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    Nö, das würd ich net sagen, dem lehrer selbst is doch scheiß egal was du aufm klavier lernst. Kein lehrer würde seine kostbaren schüler wegschicken und somit auf geldeinnahmen verzichten bloß weil sie net spielen was er will. So jetz zum thema: Also bevor du hier um hilfe fragst in einem klavierforum würd ich net so über klassische musik spotten ^^ ansonsten naja. Wenn du ein absolutes gehör hast isses denk ich kein prob. Dann musst halt gucken wie welche taste klingt und bastelst dir dann deine begleitung zusammen . Wenn das nich der fall is frag ich mich wie das ohne noten gehen soll^^ Nen klavier is schließlich keine gitarre wo man mit tabs auskommt.
     
  5. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Für "improvisierende Begleitung" sind Tabs hervorragend. :)
    Ansonsten sehe ich auch keinen Zwang zur Klassik. Im Gegenteil. Ich habe gestern wieder ein paar Klavierschulen durchgeblättert. Die meisten sind ja auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Da ist sehr viel Rock- und Poppiges drin. Es gibt auch jede Menge Volkslieder, mit deren Hilfe man Klavier erlernen kann.
    Ich denke, das sollte jeder Klavierlehrer entsprechend umsetzen können, wenn er/sie nicht zu festgefahren ist.
    Notenlehre und der Quntenzirkel (gerade wenn es um Begleitung geht) ist aber ein Muss und eigentlich das leichteste am Klavierspielen.
     
  6. Lana81
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    Lana81

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    Hallo,

    vielen lieben Dank für eure Meinungen.
    Ich entschuldige mich erstmal, wenn es so rüber kam, dass ich die Klassik verspotte. Das sollte so gar nicht rüber kommen. :?

    Ich höre mir super gerne auch Klavier-Konzerte an. Aber ich für mich möchte eben nicht so ein Klassik-Ass werden und nur in diese Richtung gehen. Das ein Unterricht in dieser Richtung aufgebaut ist ist mir schon bewusst. :-D

    Ich danke euch auf jedenfall für eure Meinungen und ich werde bald sehen wie es mir am besten liegen wird. Aber wie ich gemerkt habe ohne Noten geht es absolut nicht.

    Habe zu dem mit einem Klavier Lehrer aus meiner Nähe gesprochen der bereit wäre mal einen anderen Unterricht auszuprobieren mit mir. Haben bestimmt 1h gesprochen und die Symphatie war auf jedenfall schon da. Er hatte noch nie so die Chance weniger Klassik und mehr Pop etc. zu unterrichten. Und somit freut er sich auch schon und bat mir 1Monat freien unterricht an. Bin ja so zusagen sein Versuchsobjekt. Aber auch so ist er sehr günstig meiner Meinung nach.

    Nun muss nur noch das Klavier in meinem Wohnzimmer stehen und der Unterricht kann beginnen. Kribbelt ja schon in meinen Fingern, aber muss eben noch max. 2 Wochen warten bis ich das Klavier hier habe.

    Liebe Grüße
    Lana
     
  7. Wolfgang
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    Wolfgang Guest

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  8. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Schon immer – oder dein Verdienst?
     
  9. Wolfgang
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    Wolfgang Guest

    *edit wolfgang*
     
  10. Wolfgang
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    Wolfgang Guest

    *edit wolfgang*
     
  11. pianomobile
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    pianomobile

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    Hier einige Anreize:

    Aus der „Europäischen Klavierschule“:

    Die natürlichste Art, die Beziehung des Kindes zum Instrument herzustellen und zu fördern, besteht in der Anregung, alle Melodien, die das Kind bereits in sich aufgenommen hat, auf der Tastatur zu finden und nach Gehör zu spielen. Nicht nur Kinder- oder Volkslieder sind dafür geeignet, sondern auch andere Melodien, die man in Schule, im Elternhaus, in der Kirche, im Radio oder Fernsehen kennengelernt hat.
    Vom Singen und Hören zum Spielen – dieser natürliche Vorgang bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Hörfähigkeit und er Musikalität. Ein Leben mit einem Instrument sollte nie aufhören, alles Gehörte auf dem Instrument nachzuvollziehen.
    Parallel dazu soll zu Beginn die ganze Klaviatur „ertastet“ und „abgelauscht“ werden, von den tiefsten bis zu den höchsten Lagen! Der junge Spieler soll bereits ein vertrautes Kontaktgefühl zur Tastatur haben, bevor das Spiel mit dem komplizierten Vorgang des Notenlesens verbunden wird.

    Aus der „Russischen Klavierschule“:

    Die Praxis zeigt, dass die Mehrzahl der Pädagogen von der ersten Unterrichtsstunde an damit beginnt, „Klavierspielen“ zu unterrichten. Der Schüler macht sich mit der Notation vertraut, spielt Übungsstücke und lernt Noten zu lesen und diese auf die Klaviatur zu übertragen. Das Prinzip lässt sich mit der Formel Sehen-Spielen-Hören umreißen.
    Dies aber hat zur Folge, dass der Schüler oft ohne vorherige Hörvorstellung an das Lesen von Noten herangeführt wird. Das Gehör erfüllt somit nicht seine wichtige Kontrollfunktion. Eine Vorstellung vom Klang des Notentextes ergibt sich erst dann, wenn die Finger die Tasten betätigen. Einem solchen Vorgehen fehlt die musikalische Zielsetzung. Denn erst nachdem sich die Finger in den Notentext eingefühlt und die entsprechenden Tasten gefunden haben, kann der Lehrer beginnen, mit dem Schüler die eigentlichen musikalischen Aspekte zu besprechen. Eine solche Unterrichtsmethode führt den Schüler gleich von Anfang an von der unmittelbaren Wahrnehmung der Musik und ihrer Gestalthaftigkeit weg. Hinzu kommt, dass diese Lehrmethode eine regelrechte „Allergie“ sowohl gegen das Klavierspiel als auch gegen die Musik schlechthin verursachen kann.
    Ein Ausweg aus dieser Situation dürfte die Methodik sein, die das Unterrichtsprinzip Sehen-Hören-Spielen verwirklicht. In den allerersten Unterrichtsstunden spielt das Sehen naturgemäß keine Rolle, da der Schüler noch keine Noten lesen kann. In diesem Stadium gelten somit die Begriffe Hören und Spielen. Sobald der Schüler aber das Notensystem beherrscht, lässt sich die Formel Sehen-Hören (Singen)-Spielen realisieren. Größte Aufmerksamkeit muss dabei der Entwicklung des Hörens geschenkt werden, dem sinnvollen und um Ausdruck bemühten Singen von Melodien und deren Auffinden auf der Tastatur in verschiedenen Tonarten. Das Transponieren ist auch beim Studium schwieriger Stücke zu praktizieren. Dies wird der Entwicklung des Gehörs, der Orientierung auf der Klaviatur und dem Erkennen von Intervallen zugute kommen.
     
  12. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Hallo pianomobile,

    ganz toll die Zitate, danke! Drückt das, was ich letztens in einem anderen Thread zum frühzeitigen Notenlernen bei Kindern gemutmaßt hatte, bestens aus.

    Tschüs
    Wu Wei
     
  13. Hartmut
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    Hartmut

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    Ich glaube, es gibt verschiedene Möglichkeiten mit so einem Instrument Spass zu haben, und zunächst mal sehe ich keinen echten Grund dafür, warum es auf die eine oder andere Art nicht erlaubt sein sollte.

    Klavier zu spielen ohne Noten lesen zu können ist bis zu einem gewissen Grad sicherlich möglich, allerdings glaube ich, dass du dich stark einschränken wirst, da du ja dann auch in der Harmonielehre nicht sonderlich tief einsteigen kannst. Verständnis für Harmonien sind aber schon sehr hilfreich und vor allem entlastend beim Spielen.

    Eine einstimmige Melodie ist sicherlich ohne weiteres hinzubekommen, aber daran hat ja auf Dauer niemand Spass...
    Willst du dann eine gut klingende Begleitung erfinden, ist schon ein wenig Harmonielehre nötig.

    Um dann ein wenig zu variieren ist es erst recht erforderlich, dass man versteht, was man tut. Insofern würde ich in jedem Falle dazu raten, Noten lesen zu lernen und sich mit der Theorie auseinanderzusetzen, damit setzt man seine Grenzen deutlich höher (unabhängig von der Musikrichtung). Und besser zu spielen heißt meistens auch mehr Spass dabei zu haben.

    Der Hartmut
     
  14. Mary
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    Mary

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    also ich muss sagen ich hab erstn seid einem jahr richtig spaß daran...erst seidem ich das jägerlied von mendelson mit 13 gespielt habt :!: ich muss sagen kalvier macht erst spaß wenn man es kann (aber das liegt im auge des betrachters oder mehr oder weniger im auge des spielers)...am anfang find ich es mühsam die ganzen fingerübungen und so zu machen und tonleitern und weiß der geier was ich alles machen musste.

    ich denke das notenlesesn schon zum klavier dazugehört,gerade wenns an was schwieriges geht, wobei organisten auch ohne noten gut improvisieren können und im jazz is es ja auch meistens so. denke kommt ganz drauf an was man spielen will und was für ansprüche man hat. denke nicht das man Mozart,Mendelson oder Liszt ohne Noten lesen zu können spielen kann :shock:
     
  15. stephen
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    stephen

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    Mozart konnte so etwas... ich erinnere nur an die Geschichte in der Sixtinischen Kapelle :-) und nicht nur spielen, sondern fehlerfrei aufschreiben 8)
     
  16. Mary
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    Mary

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    sind wir mozart? :lol: ich wärs gerne das geb ich zu :?
     
  17. stephen
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    stephen

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    was nicht ist, kann ja noch werden - bei mir eher nicht mehr, nicht zeitig genug angefangen :)
     
  18. Mary
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    Mary

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    ich hab au mit 3 angefangen, aber des erste jahr war reine gehörbilfung und musikalische früherziehung, aber im einzelunterricht. hatte/hab auf das absolute gehör.naja absolut nur auf geige und klavier :D mehr hab ich au noch net wirklich ausprobiert

    aber mozart war schon n toller typ :roll: hätte ihn gerne als mann :wink: naja als lehrer reicht au schon. aber so werden wie er, das können nur chinesen,japaner oder koreaner ;) (ja is jezz übertrieben gesagt, soll auch net heißen das andere länder schlechter wären, aber ich hab so meine erfahrungen mit denen gemacht :( )