Schwierigkeitsgrad best. Klavierstücke

Stiene
Stiene
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Hallo zusammen!

Ich habe vor ein paar Tagen ein Konzert von Yundi Li im TV gesehen, bei dem er u.a. "La Campanella" gespielt hat und war total fasziniert... nicht nur vom Zuhören, sondern auch vom Zuschauen!

Ich frage mich, ob man - um solche Stücke spielen zu können - wirklich schon von Kindesbeinen an Klavierunterricht haben, oder ein ganz außergewöhnliches Talent besitzen muss..? Oder ist es einfach nur eine Frage des Lernens und des Ehrgeizes?

Oder Liszts "Liebestraum", Rachmaninovs "Rhapsody on a Theme of Paganini"... kann man das als - ich sage mal "Normal-Sterblicher" erlernen oder ist das Wunschdenken?

Wo wären solche Kompositionen auf einer Schwierigkeitsskala anzusiedeln? Im oberen Drittel? Ganz weit oben? Oder sind das gar eher mittelschwere Stücke? Das frage ich mich ganz oft bei Klaviermusik, besonders bei den gängigen Stücken, die man im Allgemeinen auf CDs/Samplern findet. Ich kann sie schwer einschätzen.. Chopin z.B., die Walzer op. 69 Nr. 1 und op. 64 Nr. 2, den Minutenwalzer, die Etude op. 10 Nr. 3... sind das sehr schwierige Stücke?

Sicher, ich bin blutiger Anfänger und von so etwas Lichtjahre entfernt, und wenn mir noch vor ein paar Wochen jemand erzählt hätte, daß ich Bach's Präludium im Handumdrehen lerne, hätte ich ihm wohl einen Vogel gezeigt ;), und das ist ja nun ein wirklich simples Musikstück. Wenn ich mir jedoch manche Einspielungen anhöre oder Konzerte ansehe, dann frage ich mich ernsthaft, ob ein normal-talentierter Durchschnitts-Klavierschüler in der Lage sein kann, so etwas zu erlernen, oder ob man da wirklich schon ganz ganz früh mit anfangen muss...

LG, Nicola
 
M
mausibaer_st
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Hallo Nicola,

solche Listen gibt es ja einige (s. Link oben). Und ebenso viele Diskussionen darum, weil eben vieles subjektiv ist - oder nach Einstein "Alles ist relativ" ;)

Natürlich sind Deine genannten Stücke wie z. B. La Campanella Oberklasse. Wenn sie Dir so gut gefallen, such´ Dir doch eine (gute) Bearbeitung davon. Ich weiß, viele hier halten gar nichts von Bearbeitungen. Aber ich denke, wenn ein Stück sehr viel zu schwer (um nicht zu sagen vielleicht unerreichbar schwer) ist, kann man ruhig zu einer solchen greifen. Ich habe z. B. eine erwachsene Schülerin, die mir im Eingangsgespräch erzählte, dass sie sooo gerne die Mondscheinsonate von Beethoven spielen wollte. Den ersten Satz spielt sie jetzt (nach 6 Monaten) vereinfacht und in d-moll - sie ist überglücklich! Und was motiviert denn mehr, als ein lang ersehntes Lieblingslied zu spielen?!

Viele Grüße
Tina
 
Stiene
Stiene
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Hallo Stiene,

solange bis Dir hier jemand antwortet kannst Du ja schon einmal in diesem Thread schmökern:

https://www.clavio.de/forum/werke-k...chwierigkeitsgrade-und-schwierigkeiten-7.html

Vielen Dank, den kannte ich noch nicht


Hallo Nicola,

solche Listen gibt es ja einige (s. Link oben). Und ebenso viele Diskussionen darum, weil eben vieles subjektiv ist - oder nach Einstein "Alles ist relativ" ;)

Natürlich sind Deine genannten Stücke wie z. B. La Campanella Oberklasse. Wenn sie Dir so gut gefallen, such´ Dir doch eine (gute) Bearbeitung davon. Ich weiß, viele hier halten gar nichts von Bearbeitungen. Aber ich denke, wenn ein Stück sehr viel zu schwer (um nicht zu sagen vielleicht unerreichbar schwer) ist, kann man ruhig zu einer solchen greifen. Ich habe z. B. eine erwachsene Schülerin, die mir im Eingangsgespräch erzählte, dass sie sooo gerne die Mondscheinsonate von Beethoven spielen wollte. Den ersten Satz spielt sie jetzt (nach 6 Monaten) vereinfacht und in d-moll - sie ist überglücklich! Und was motiviert denn mehr, als ein lang ersehntes Lieblingslied zu spielen?!

Viele Grüße
Tina


Danke Tina, ja, das ist eigentlich eine ganz gute Idee. Die Mondscheinsonate z.B. ist das Lieblingsstück meines Mannes. Ich mag sie gar nicht mal so gern, aber ihm zuliebe würde ich sie lernen. Wo bekommt man den so vereinfachte Versionen und wie erkenne ich, daß es eine Version ist, die trotzdem noch schön klingt?


richtig, deshalb sind in dieser "ewig langen Liste" einige Stücke doppelt oder gar 3-fach, weil sie von unterschiedlichen Bewertern in unterschiedliche "Klassen" gestellt werden.

http://www.box.net/shared/3dhioamzna

Ja, das ist mir beim Durchsehen der Links auch aufgefallen, daß teilweise die selben Stücke in verschiedenen Schwierigkeitsgraden auftauchen.


Dennoch kann ich mir gut vorstellen, daß man solch schwierige Stücke wie - ich nehme nochmal das Beispiel La Campanella - wahrscheinlich nicht als Späteinsteiger so erlernen kann, ich denke da muss man schon von Kind auf immer Klavier gespielt haben und dementsprechend auch gefördert worden sein - vom Talent mal ganz abgesehen!

Danke für die geposteten Links, nun kann ich immer mal wieder nachschauen, welche Stücke man als Anfänger mal näher ins Auge fassen kann
 
M
mausibaer_st
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Wo bekommt man den so vereinfachte Versionen und wie erkenne ich, daß es eine Version ist, die trotzdem noch schön klingt?

Hallo,

als Anfänger kann man selbst natürlich nicht so gut beim Durchsehen beurteilen, ob ein Stück halbwegs schön arrangiert ist. Hast Du einen Lehrer? Der könnte Dir auf jeden Fall weiterhelfen. Meine Tipps (sind alles englische Bücher, aber das macht ja nix):
John Thompsons´s Easiest Piano Course - First Classics
Piano Time Classics von Pauline Hall

Auf deutsch gibt es den berühmt-berüchtigten Heumann. Dessen Arrangements finde ich aber auch nicht so gut.

Im Internet kann ich Dir noch easysheetmusic.com empfehlen.

Viele Grüße
Tina
 
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madozi
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hi

je schwieriger die Stücke sind, desto mehr Klavierübungsstunden braucht man dafür. Ich spiele seit insgesamt 25 Jahren Klavier, habe aber auch mal 5 Jahren so gut wie nichts gespielt. Ich habe mit 9 angefangen, aber erst richtig angefangen zu üben als ich 16 war. Und dann fast jeden Tag 3 bis 5 Stunden 5 Jahre lang. Die nächsten Jahre habe ich dann kaum geübt, aber mit der Zeit konnte ich immer mehr Stücke spielen auch wenn ich vielleicht in der Woche auf nur 1 - 4 Stunden komme. Für die Campanella bräuchte ich ca. 6 - 9 Monate, je nachdem wieviel Zeit ich eben zum Üben habe. Es ist tatsächlich eine Frage der Übungszeit, Ausdauer und Geduld. Ich hätte vor einigen Jahren nie gedacht, dass ich mal die Toccata von Schumann von vorne bis hinten durchschaffe, als ich die Noten sah. Aber jetzt bin ich umso mehr stolz darauf, dass ich das Stück einigermassen meistern kann. Ich kann es natürlich nicht so schnell und perfekt spielen wie die Meisterpianisten, aber ich bin ja auch kein Meisterpianist sondern nur ein Hobbypianist. Ich bin also kein Wunderkind und keine grossartige Pianistin, aber ich kann dennoch alle Stücke spielen, wenn ich sie richtig übe.
 
 

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