Schumann-Meine Facharbeit

Tritonus

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So. Meine wundervolle Schule ist der Meinung, in der 10.Klasse hat jeder Schüler eine Facharbeit zu scheriben. Daher haben wir alle einen riesigen Themaenkatalog bekommen und durften uns nach dem Motto "Wer zu erst kommt malt zu erst" ein Thema heraussuchen. Ich habe mir das Thema "Komponistenportrait Werkorientiert" herausgenommen und als Komponisten Schumann gewählt. Nun muss ich mich aber spezialisieren auf irgendeinen Bereich in Schumanns leben, außer seinen Psychischen probemen, weil es so eine Facharbeit schon einmal gab.

Ich habe mich nach langem Überlegen für "Robert Schumann und das Klavier" entschieden, werde also alles auf KLavierunterricht, Klavierkompositionen, sein Pianistenende und seine "Hausregeln" für das Klavier beziehen.

Hättet ihr Tips, was ich unbedingt mit einbringen muss, irgendwelche Vorschläge für Bücher etc?

Die Krimischauer unter euch werden es wisen: Alles kann wichtig sein ;)
Ich werde demnächst auch meine Vorläufige Gliederung abtippen
 
Hammerklavier

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Ich glaube, Schumann hattte doch irgendeinen Apparat, damit er seinen Ringfinger beim Klavier spielen schneller bewegen konnte.
 
Haydnspaß

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Ich habe mich nach langem Überlegen für "Robert Schumann und das Klavier" entschieden, werde also alles auf KLavierunterricht, Klavierkompositionen, sein Pianistenende und seine "Hausregeln" für das Klavier beziehen.

Hättet ihr Tips, was ich unbedingt mit einbringen muss, irgendwelche Vorschläge für Bücher etc?
Ein superinteressantes Thema! Schumann ist mein absoluter Lieblingskomponist, noch vor Bach und auch vor Chopin.

Für mein Gefühl wird Schumann als Klavierkomponist total unterschätzt. Wie könnte es sonst kommen, daß im Zusammenhang mit Schumann immer die Rede ist von den Kinderszenen und speziell von der Träumerei, von Stücken, die für Schumann absolut untypisch sind.

Mir wäre jetzt auch kein Buch bekannt, in dem Schumanns Klavierwerk, sein typischer Kompositionsstil, seine Modernität in Hinsicht auf Harmonik und vor allem auf Rhythmik angemessen behandelt würde.

Einige der bedeutenden Klavierkompositionen von Schumann sind:
Kreisleriana, C-dur Fantasie, Davidsbündlertänze, Papillons (die mit Schmetterlingen garnichts zu tun haben), Intermezzi, die Sonaten (die interessanteste davon ist die Sonate fis-moll op.11), die Symphonischen Etüden, Carnaval, Fantasiestücke op.12

Ein paar wichtige hab ich jetzt bestimmt noch vergessen.
 
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Tritonus

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Ja, also auf jeden Fall kommt herein
-Anayse von 2 oder 3 Stücken aus den Kinderszenen
-Das Ende der Pianistenkarriere durch die Fingerlähmung
-Klavierunterricht als Kind und die Bestrebungen des Vaters
-Clara Wieck und ihre Beziehung zu Schumännele-Schwierigkeiten (Nicht nur durch Wieck, sondern auch, weil Clara zeitweise als Pianistin bekannter war, als er mit seinen Kompositionen)
-wenn ich finde: seine Klaviere
ich glaube das waren die Haupthemen. Natürlich müssen auch biografische Grundpfeiler genannt werden
 
Tritonus

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ok, ich meine auch her, Das ende der Angestrebten Pianistenkarriere, bzw die Verbauung der Möglichkeit einer Pianistenkariere.

Er war damals 22
 
K

koelnklavier

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Schumanns Klaviermusik ist m.E. nur Blick auf die Literatur jener Zeit zu versehen (wie überhaupt Schumann sich gleichermaßen als Literat und Komponist verstand). ein Titel wie "Der Dichter spricht" ist durchaus programmatisch für das gesamte Klavieroeuvre zu verstehen. In seinem Exemplar der Flegeljahre hat Schumann z.B. vermerkt, welche Stücke der "Papillons" sich auf welche Textstelle beziehen. Sekundärliteratur gibt es reichlich.

Nicht zuletzt hat Schumann seine frühen Klavierkompositionen mehr oder weniger explizit für Clara Wieck komponiert. Aus Wien schreibt Clara an Robert, daß die dortigen Instrumente sehr schwer zu bedienen seien, man müsse ziemliche Kraft aufwenden, um die Tasten anzuschlagen, und die Tasten seien so breit, daß sie eine Oktave nur mit Mühe greifen könne. Als "Aufmunterung" komponiert Schumann ihr die "Kreisleriana" - wenn das mal keine Liebe ist!
 
Haydnspaß

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Die Kreisleriana hat in meinen Noten die Widmung "Seinem Freunde F. Chopin zugeeignet".

Dieser konnte dann allerdings mit dem ihm gewidmeten Werk nicht sonderlich viel anfangen.

Es gibt einen Brief vom 4.12.1838 an Clara, der sich auf die Kreisleriana bezieht, und zwar schreibt Schumann darin:

Im ketzten Satz würde ich aber dann das dimin. zum Schluß in ein crescendo umändern und mit ein paar starken Akkorden schließen, sonst bleibt der Beifall aus."

Der Sarkasmus dieser Zeilen spricht Bände...
 
klavigen

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2 herzen in der Brust

Das Thema Florestan und Eusebius würde ich auch mit reinbringen
 
Klavirus

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Hallo, Tritonus,

ich habe hier eine Adresse für Dich, die Dich sicher interessiert, evtl. auch Bilder von Instrumenten Schumanns dabei:

http://www.schumannzwickau.de/adressen_ansprechpartner.asp

Du kannst Dich mit direkten Fragen auch selbst per Mail oder Telefon erkundigen, es sind nur nette Menschen dort! :rolleyes:

Übrigens: im nächsten Jahr findet in Zwickau wieder der Robert-Schumann-Wettbewerb statt, Infos auch auf der Seite.

Gruß Klavirus
 
Guendola

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Interessant fände ich es auch, seine Bedeutung für die Entwicklung der Musik zu behandeln.
 

Tritonus

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So, ich hole diesen Faden jetzt mal aus der Versenkung vor, ich bin nämlich gerade am Schreiben eben jener, und werde euch vermutlich im Laufe der nächsten Wochen mit Fragen bombardieren, hier meine Ersten:

1. Diese Sandsack-/Fadenkonstruktionen, die sein pianistisches Wirken zu Fall brachten scheinen ziemlich sagenumwoben zu sein, mir ist nämlich nicht ganz klar, welcher das war: Mein Lexikon von 1870 spricht vom Mittelfinger, "Klassik für Dummies" vom Ringfinger, in einem anderen Buch steht, dass es in manchen Büchern auch Zeigefinger war...gibt es dazu neue Erkenntnisse? (Ringfinger habe ich zwar bisher nur in einem Buch gelesen, ist aber irgendwie das plausibelste, schließlich ist doch dewssen Bewegung eingeschränkt)

2. Findet ihr, dass sich an irgendeiner Stelle die politische Situation Deutschlands in seine werke "einmischt" ich habe da kaum Berührungspunkte gesehen, schumann hat eher seine eigenen Charakterzüge und manchmal auch programmartig verschieden Szenen zum Ausdruck gebracht, ein Revoluzzer war er jedoch nicht, meiner Meinung nach (Wie es zum beispiel Chopin war)
Habe ich da doch noch etwas übersehen?
 
W

Wu Wei

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Hallo Tritonus,

wir hatten das Thema Fingerverletzung hier schon mal und es gab dazu u.a. einen Link zum Ärzteblatt.

Was seine Beeinflussung durch die zeitpolitischen Strömungen angeht, wirst du sicher Unmengen an Erörterungen und musikwissenschaftlichen Spekulationen finden. Aber ich glaube nicht, dass er ein politischer Mensch wie z.B. Richard Wagner war. Mit ihm teilte er wohl leider in dieser Hinsicht nicht viel mehr als einen gewissen Chauvinismus und Antisemitismus - zur damaligen Zeit unter Künstlern und Intellektuellen allerdings nicht ungewöhnlich. (Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich da auf sehr dünnem Eis bewege, da Robert Schumann gerade erst in meinen Fokus geraten ist. :rolleyes:)

Zur Deillusionierung betreffs romantischer Künstlerehe übrigens hier noch ein Artikel aus der ZEIT.
 
Tritonus

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Danke für den Artikel (Was ist das denn???:confused:ich meine, dass man robert Schumann kritisch betrachten muss und er teilweise alles andere als ein liebender Ehemann war, war mir schon klar, aber dass er so ein monster gewesen sein sollte...?)

ich habe schon wieder eine Frage:
War schumann unbedingt damit einverstanden, dass sein Vater ihn zu Weber schicken wollte?
 
W

Wu Wei

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...War schumann unbedingt damit einverstanden, dass sein Vater ihn zu Weber schicken wollte?
Ist das so wichtig? Da war er doch gerade mal Teenager und hatte, soweit ich weiß, noch keine großen musikalischen Ambitionen, sondern eher literarische. Warst du mal in Zwickau im Schumann-Haus? Sollte doch für dich nicht allzu weit sein, oder?
 
Tritonus

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Ist das so wichtig? Da war er doch gerade mal Teenager und hatte, soweit ich weiß, noch keine großen musikalischen Ambitionen, sondern eher literarische. Warst du mal in Zwickau im Schumann-Haus? Sollte doch für dich nicht allzu weit sein, oder?
Jep, ich fahre nächste Woche zum Zweitem Mal hin, ich war auch schon im Leiziger Schumannhaus

Soooo wichtig ist es natürlich nicht, aber es wäre schon interessant zu wissen...
 
K

koelnklavier

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Sehr aufschlußreich, was Robert Schumanns "Umgangsformen" (als Privatmensch, Vater, Ehemann) angeht, ist die Clara Schumann Biographie von Dieter Kühn:
Kühn, Dieter:
Clara Schumann, Klavier. Ein Lebensbuch. Frankfurt/Main (Fischer) 1996.​
Um es auf den Punkt zu bringen: Er war ein ein ziemliches egozentrisches Ekel (wie wohl viele Männer damals) ...

Ich denke, daß Schumann (wie auch Chopin!) unpolitisch waren. Das Zitieren der Marseillaise im Faschingsschwank sollte man ähnlich hoch bewerten wie die Che Guevara-Plakate, die manche gutverdienenden linksliberalen Ärzte in ihren Wohnungen oder Praxen hängen haben (Che Guevara hatte Medizin studiert) ...
 
W

Wu Wei

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Nun gut, aber mit Clara als treusorgender Mutter scheint's in Wirklichkeit auch nicht so weit her gewesen zu sein, wie eine gewisse Romantisierung – lt. Veronica Beci schon damals geschicktes Marketing – glauben machen wollte.
 
K

koelnklavier

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In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stand das Polnische hoch im Kurs. Es war die Zeit, da in Europa sich überall ein Nationalgefühl entwickelte, und Polen galt als die "geschundene" Nation schlechthin - immer wieder aufgeteilt und zerrieben zwischen den "reaktionären" Mächten Russland, Preussen und Österreich. Wer polnisches Blut in den Adern hatte, galt in den liberalen "fortschrittlichen" Kreisen als besserer Mensch. Von daher hatte Chopin in den Pariser Salons gute Karten, da seine Mutter aus verarmtem polnischen Adel stammte. (Und an dem Niedergang des polnischen Adels hatten selbstredend wieder die drei Großmächte schuld.)

Sicherlich wird man in den Pariser Salons auch politisiert haben (ähnlich wie heute: Wer schimpft nicht auf die Regierung und die Amerikaner?), aber von Chopin sind meines Wissens keine "politischen" Äußerungen überliefert. (Und jetzt bitte nicht die Mazurken, Polonaisen und die "Revolutionsetüde" als "politische Statements" ins Feld führen - zumal der Titel von letzterer gar nicht von Chopin stammt.)
 
 

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