schnelle Oktavtremoli


Guendola
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Ich habe vor einiger Zeit die 8. Sonate von Beethoven (Op. 13) begonnen, wo im ersten Satz diese Oktavrepetitionen ja nicht ganz selten vorkommen.

Piano und langsam klappt es hervorragend, aber so ist dieser Satz ja nicht gemeint. Mit zunehmendem Tempo geht es eh nicht mehr ohne Dynamik, sonst werden die Oktaven unregelmäßig und gleichzeitig beginnt das Problem der Ermüdung.

Jetzt wird es kompliziert, denn ich werde versuchen zu beschreiben, wie ich die Oktaven auf G spiele:

Der Zeigefinger liegt fast auf dem Cis, der kleine Finger bringt je nach Lautstärke einen Zusatzimpuls zur Drehung des Unterarms, der Daumen schwingt eigentlich nur mit. Daumen und kleiner Finger bilden ungefähr einen rechten Winkel, was einigermaßen entspannt ist aber nicht perfekt. Der Zeigefinger bildet in etwa die Drehachse des Unterarms und ist mit ihm in einer Linie.

Mein Gedanke ist nun, daß ich den Druck für die Crescendi falsch aufbaue und mich dadurch verspanne. Hat jemand Eselsbrücken, mit denen man sich an die richtige Spielweise herantasten kann?

Ob die folgenden Aufnahmen helfen, die Angelegenheit zu verdeutlichen, weiß ich nicht. Aber das erste Tempo endet mit Krampf, das zweite ist ok, wenn ich das Crescendo nicht übertreibe. Beide sind eigentlich für mich noch etwas zu schnell und es klingt schlimmer, als ich mir vorgestellt hatte :D

xxx

Ich werde dieser Sonate doch ein Blog gönnen, aber nicht mit so viel Text, sondern vor allem mit Aufnahmen meiner Sicherungsübung. Das bedeutet, daß ich mit sehr bequemen Tempo einen ganzen Abschnitt möglichst fehlerfrei spiele, ohne dabei den Ausdruck ganz wegzulassen. Die Aufnahmen werden dann in loser Folge die Verbesserungen oder auch Rückschritte dokumentieren: https://www.clavio.de/forum/blog.php?b=119
 
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rolf
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liebe Guendola,
womit du dich gerade beschäftigst, das sind die Oktav-TREMOLI aus der pathetique. Wie man solche üben kann, wird in einem Buch von Werner (neue Klavierdidaktik oder so ähnlich) recht ausfürlich beschrieben.
Oktav-Repetitionen sind dagene z.B. im Erlkönig, am Ende von La Campanella oder der 6. ungar. Rhapsodie.
na ja, du wirst dich (in der Durchführung) mit den Oktavtremoli auch in der r.H. befassen müssen - besorg dir doch den Schluss von Beethovens Klavierkonzert c-Moll: da kannst du in beiden Händen diese Spielweise trainieren! das empfehle ich dir, denn wenn (der Teufel mischt sich überall ein) irgendwas jetzt in der pathetique nicht klappen wollte, dann könntest ndu dir ja gerade in dem, was du können willst, fas falsches aneignen - also lieber das technische "Problem" in etwas anderem üben ung ggf dort die Fehler machen: denn aus denen lernt man ja!
viel Erfolg bei der Pathetique (eine klasse Sonate ist das)
-- nebenbei: der 1. Satz muss irgendwann mal sehr sehr schnell gespielt werden: trainier dir die Doppelgriffe rechts und die Akkrode (mit deutlichem 5. Finger) staccato an (hör dir mal Gould damit an)
-- -- ganz arg überlebensnotwendig: pass auf, dass das erste Gelenk (das Grundgelenk, wo der Finger aus der Hand kommt sozusagen) IMMER leicht gebeugt ist (Stützreflex!)
Gruß, Rolf
 
netti
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Hallo Guendola,
meine KL meinte etwas Änliches wie es rolf gesagt hat: die Oktavtremoli beim Üben nicht 'aus dem Handgelenk schütteln' sondern die Töne einzeln (Stakkato) spielen und die Hand jeweils mitnehmen (Finger nicht in der Oktavhaltung belassen). Die Bewegung ist also mehr mit dem Unterarm. Am Anfang geht das nur langsam, aber es half mir, wenn es schneller wird. Und die Töne kommen gleichmässiger.
ich finde dein langsameres Tempo übrigens sehr gut.... mir gefällt der erste Satz, wenn er nicht so gehetzt wird, besser.
Auf Deinen Blog bin ich gespannt, denn ich laboriere auch noch an dieser Sonate.
 
Guendola
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Der Stützreflex funktioniert ja im kleinen Finger sehr gut, immer hin ist es der wichtigste Stützfinger der Hand ;)

Heute morgen lief es ganz gut, es scheint auch eine Sache der Übung zu sein, Handgelenk, Unterarmeinsatz und kleinen Finger aufeinander abzustimmen. Die Oktaven sind auch gleichmäßiger, wenn es gut klappt und ich brauche nicht so übertrieben zu betonen.
 
B
Bachopin
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Hi,

das kann ja nicht sein, dass ich zu so einer grundsätzlichen technischen Frage, keine Übung beschreibe. (na ja, die Übungen macht wahrscheinlich ausser mir sowieso kein Mensch ;-) )

Oktav Tremolos bestehen hauptsächlich aus 2 Bewegungen, die koordinativ zusammengesetzt werden müssen:

  1. Rotation des Unterarms
  2. Auf und Abbewegung des Fingers (1 und 5) im Grundgelenk

Es gibt 2 grundsätzliche Übemöglichkeiten:

  1. beide Bewegungen erst getrennt auf einem Ton (Finger) einer Seite und am Ende zum Tremolo zusammensetzen
  2. beide Bewegungen gleich mit Spielen beider Töne kombinieren

Zu Möglichkeit 1:

  1. Man greift locker die Oktave, alle anderen Finger sollten entspannt sein und keine unnötigen Bewegungen machen
  2. Z. B. mit Finger 5 (kleiner Finger ) anfangen, dann bleibt Finger 1 (Daumen) erstmal locker auf seiner Taste oder drückt sie ins Bett und hält sie dort
  3. Finger 5 drückt die Taste nur durch Rotation des Unterarms und bleibt dabei leicht gebeugt. (das ist Bewegung 1)
  4. Am Anfang diese Bewegung (wirklich) übertrieben und weit nach oben und langsam ausführen, dann immer schneller werden und die Bewegung dabei immer kleiner und kompakter ausführen
  5. Das gleiche (Punkt 3-4) jetzt nur mit der Fingerbewegung (Bewegung 2)
  6. Dann beide Bewegungen (Rotation und Fingerbewegung) zusammensetzen und wieder wie unter 4 verfahren (grosse zu immer kleineren schnelleren Bewegungen)
  7. Dann Punkt 1-6 mit dem anderen Finger (Finger 1, Daumen)
  8. Zum Schluss das wechselseitige Spielen beider Töne zu einem Vorgang zusammensetzen

Falls jemand interessiert ist, kann ich auch noch die Übung zur Möglichkeit 2 beschreiben. Bitte melden.

Noch ein Hinweis zu den Tremolos von Beethoven: Beethoven ist zwar ein "Rocker" aber kein "Funker". D. h. die Tremolos müssen mit der Betonung auf dem Beat und nicht dem Offbeat gespielt werden. Um diese Betonung zu üben, kann man das ganze zusammen mit RH so spielen, dass bei den Tremolos nur der kleine Finger (5) spielt und der Daumen erstmal weggelassen wird oder nur ganz schwach spielt.


Gruß
 
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rolf
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...das Problem der Ermüdung - ob man da was tun kann?
Ich glaube: ja!
es kommt sehr wahrscheinlich daher, dass man im crescendo mißverständlich "forte" mit "anspannen/Kraft haben" verknüpft hat - das hat dann zur Folge, dass das Handgelenk angespannt wird und die Hand quasi "fest/hart gemacht" wird. --- wie so oft entsteht dergleichen im Kopf...

helfen könnte folgendes: mal mit weichen (!!) Fingern ein angenehmes Intervall tremolieren (z.B. eine Terz mit 2-4), pianissimo --- dabei fühlen, was da passiert, wenn es schnell wird: die Finger allein schaffen das nicht, das Handgelenk macht mit, sogar der Unterarm (die Hand "wackelt" ganz leicht, der Unterarm minimal auch) - - - - - und wenn man sich nun anspannt, das handgelenk fest macht: dann wirds unangenehm, der Klang wird hart, und es wird unrhythmisch.

ALSO: weiche Finger machen, Handgelenk "schlapp", nichts denken, aber etwas wollen: dass die Töne schaukeln!

das auf die Oktaven übertragen: hoppla, mit lockerem Handgelenk wird es deutlich müheloser (piano) - - - wie kriegt man nun crescendo bis forte hin? ganz einfach: der Schwung der Schaukel nimmt zu!

wer begriffen hat, dass bei allen tremoli ein lockeres, bewegliches (und ja nicht fixiertes!) Handgelenk nötig ist, wird keine Mühe mehr haben.

Gruß, Rolf
 
Guendola
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Ich glaube ich bin jetzt auf dem richtigen Weg und ich fasse mal zusammen, was dafür wichtig war:

- Ruhig spielen und bei kleinsten Anzeichen von Verkrampfung anhalten.
- Der kleine Finger bestimmt die Position und hält den Schwung aufrecht.
- Der Daumen ist mehr oder weniger passiv.
- Ich spiele nicht einzelne Oktaven sondern zwei oder vier aus einem Schwung heraus.
- Die Handhaltung war ein bischen zu flach, was unnötig viel Kraft erforderte aber das war glaube ich nicht so entscheidend (die Kraft, Handhaltung an sich ist nicht unbedeutend).

Die genannten Übungen finde ich nicht schlecht als Vorbereitung. Aber die müßte man auch im Zieltempo machen und dabei großen Wert auf lockeres Spielen legen, sonst kommt man zu meinem Ergebnis (ich hab's ja ausprobiert).

Eine Einschränkung: Ich glaube, die Methode, erst den kleinen Finger alleine und dann den Daumen alleine zu üben, funktioniert nicht. Den kleinen Finger alleine ja, aber der Daumen spielt ja nur passiv.

Die erläuternde Erklärung meines Klavierlehrers zu seiner Demonstration war übrigens: Der Unterarm rotiert und der kleine Finger klopft auf die Tasten, der Daumen ist nur da und macht überhaupt nichts. Das kann man übrigens auf einem Video von Kempff bei Youtube einigermaßen nachvollziehen, auch wenn er eigentlich viel zu große Hände für Oktaven hat: xxx
 
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klavigen
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Neurose

Hi guendola, warum diese meine provozierende Überschrift ?

Weil ich verdeutlichen möchte, dass Störungen sich meist nicht an der Stelle bemerkbar machen, wo sie ihre Ursachen haben. Und darüber nachzudenken, lohnt sich meiner Meinung.

Ich will dies noch an einem wohl bekannten Beispiel erörtern,, denn man kann diese Erkenntnis hier gut gebrauchen:

In der d-moll Invention Nr. 4 von Bach gibt es diese bekannte Stelle mit dem Triller in der linken Hand, der fast immer unzureichend locker gespielt wird. Also wird dieser Triller dann mit zahlreichen Übungen bedacht aber eine Verbesserung tritt nur sehr langsam ein.
Wenn man dann den Schüler genau beobachtet, merkt man, dass er den Part der rechten Hand eigentlich garnicht richtig kann und schon garnicht gut gestaltet. Erst einmal muss die Hauptsache - also die Melodie in der rechten Hand sicher in der Vorstellung sein und quasi traumwandlerisch sicher immer klappen. Und dann kannn die eigentliche Nebensache- der Triller links - hinzukommen. Sind beide Hände ausreichend voneinander dissoziiert, klingt die Stelle auch dann schon gut, wenn das Tempo des Trillers noch nicht rasant ist- soviel zur Vorbemerkung. Denn ich glaube, du hasst noch ein zu grosses Problem, die Aufmerksamkeit in einem gleichsamen multitasking Vorgang springend jeweils auf die rechte und linke Hand zu focussieren.

Der wichtige Teil während der Tremoli ist doch unstreitig die rechte Hand und die ist noch nicht zu Ende gedacht und studiert. wie ist der Klang, welcher der beiden Akkord Töne ist kräftiger als der Andere, wie ist ein crescendo und sein Ablauf, wo sind die jeweiligen Zieltöne, ist der Fingersatz optimal und ganz wichtig- muss ich noch auf die noten sehe (du anscheinend nicht mehr und das ist gut so)???

Nachdem du dir nun sicher bist, nach Studium der rechten Hand, dass der Klang und Ablauf oprimal ist (Das Originaltempo muss noch nicht erreicht sein), denke darüber nach, welche Rolle das Tremolo der linken Hand spielt? Ist es für dich wie ein langsam ansteigender Paukenwirbel oder anders ? Jedenfalls ist die linke Hand nur! eine Begleitung und sollte fast ganz aus dem Bewusstsein verschwinden können. Halte ganz bewusst diese Tremoli für "unwichtig" !. Was heisst, dass du diese aufgabe getrost sozusagen an die linke Hand delegieren kannst. Sie ist deine "Begleitcombo" während du mit Aufmerksamkeit in der rechten Hand das Wesentliche gestaltest.

Beim Spielen der Tremoli achte darauf, dass die immer notwendige Rotation (Unterarmrollung) nicht unterbrochen oder gestört ist. Lass probeweise den Daumen locker auf seiner Taste und beobachte, ob trotzdem die Rotation weiter geht. Ist dies nicht der Fall, bist du irgendwo verspannt.

Übung dazu:
Lege deine linke Hand auf den tisch, wobei 5. finger und Daumen einen festen Platz einnehmen und simuliere das Tremolo. Der Unterarm muss frei schwingen während der 5. finger und der Daumen ihre eingenommenen Plätze nicht verlassen dürfen. Klappt das ist es gut, wenn nicht, mach es bei langsamem Tempo so lange, bis es klappt. Sollte das in einem Übedurchlauf nicht erfolgreich sein, mach dir nichts draus. Dein Gehirn wird die Aufgabe kapieren und nach einer Lösung suchen (und das macht es dankenswerterweise auch während des Schlafes).

Nach diesen Vorübungen spiele beide Hände zusammen in einem Tempo, in dem du den gesamten Klang gut kontrollieren kannst. Das Tempo kommt dann irgendwann von selbst durch Entspannung, also wenn du wirklich frei spielen kannst.

Zum Grave Teil:

Die Unterschiede zwischen den Dominanten und der folgenden harmonischen Entspannung sind nicht ausreichend. Hier werden Affekte ausgedrückt (Leiden-Pathetique), die ihren Ausdruck finden müssen.

Zum letzten Abwärtslauf:

spiele die chromatische tonleiter immer mit den fingern 321 und 4321 also:
Beginnend beim hohen Es mit dem 5. Finger und dann 4. auf d- 4. auf b - 3. auf fis - 4. auf es- 3. auf h - 4. auf as- 3. auf e und 3. auf cis -

so wird der Lauf perlend und braucht keine aufmerksamkeit mehr, denn er wird wie von selbst laufen-

der D7 akkord der linken Hand wird bereits vorgefühlt, während du noch das hohe Es mit dem kleinen finger der rechten Hand spielst

Viel Freude weiterhin mit diesem tollen Stück
 
B
Bachopin
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Hi Guendola,

Die genannten Übungen finde ich nicht schlecht als Vorbereitung. Aber die müßte man auch im Zieltempo machen und dabei großen Wert auf lockeres Spielen legen, sonst kommt man zu meinem Ergebnis (ich hab's ja ausprobiert).
Stimmt, das mit dem locker Spielen, das vergesse ich immer. Das ist wirklich ganz grundsätzlich wichtig. Ohne Lockerheit auch kein Tempo.

Eine Einschränkung: Ich glaube, die Methode, erst den kleinen Finger alleine und dann den Daumen alleine zu üben, funktioniert nicht. Den kleinen Finger alleine ja, aber der Daumen spielt ja nur passiv.

Dass der Daumen passiv sein soll (keine Auf/Abbewegung, nur Rotation?) versteh ich nicht ganz. Bei mir ist das kein Problem. Und soweit ich das Klavierspielen begriffen habe, gilt (fast immer) der Grundsatz die letzte Kontrolle des Tons liegt bei der Fingerbewegung und nicht bei den grösseren Bewegungen, wie Rotation oder Armbewegungen.
D. h. man sollte (immer) auch eine Fingerbewegung (auch beim Daumen, kein starrer Daumen (=passiv?)) haben, sei sie auch noch so klein und unbewusst.

Beim Oktavtremolo wäre es z. B. falsch, den Daumen und den kleinen Finger wie einen starren Stab zu arretieren und nur noch mit Rotation zu spielen.

Was ich auch noch als hilfreich empfinde, ist, den Daumen und den kleinen Finger beim Tremolo sozusagen mit der Taste zu verschweissen und nicht die Taste verlassen. Man spielt sozusagen in/mit der Taste (schwer zu erklären, s. a. die Vorübung von Klavigen)

Gruß
 
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Guendola
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Weil ich verdeutlichen möchte, dass Störungen sich meist nicht an der Stelle bemerkbar machen, wo sie ihre Ursachen haben... eigentlich garnicht richtig kann und schon garnicht gut gestaltet...

Erwischt! Ja, die rechte Hand ist nicht 100% klar und in der Tat hat das Auswirkungen auf die Lockerheit links. Mir kommt dabei der Gedanke, daß ich mich vielleicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren und dabei den Rest sich selbst "regulieren" lassen sollte oder mich, wenn erforderlich, später darum zu kümmern. Ich gestalte viel aus dem Bauch heraus, was sicherlich nicht nur von Nachteil ist, aber manchmal muß man sich erstmal generell entscheiden. Die Akkorde am Ende des Cis-Moll Präludiums von Rachmaninoff hatte ich lange Zeit einfach nicht in den Kopf bekommen, weil ich immer zwischen zwei Versionen des Crescendos geschwankt hatte. Als ich dann probeweise mal eine davon festgelegt hatte, war es überhaupt kein Problem mehr und jetzt kann ich beide Versionen spielen.

Die Übung ist mir nicht 100%ig klar: Sollen Daumen und kleiner Finger nur am Platz bleiben oder soll möglichst die gesamte Hand ruhig bleiben?


Zum Grave Teil:

Die Unterschiede zwischen den Dominanten und der folgenden harmonischen Entspannung sind nicht ausreichend. Hier werden Affekte ausgedrückt (Leiden-Pathetique), die ihren Ausdruck finden müssen.

Einverstanden, das werde ich überarbeiten.

Zum letzten Abwärtslauf:

spiele die chromatische tonleiter immer mit den fingern 321 und 4321 also:
Beginnend beim hohen Es mit dem 5. Finger und dann 4. auf d- 4. auf b - 3. auf fis - 4. auf es- 3. auf h - 4. auf as- 3. auf e und 3. auf cis -
also 5(es)4321 - (b)4321 - 3(fis)21 - 4(es)321 - 3(h)21 - 4(as)321 - 3(e)21 - 3(cis)21 - 5 4 3 4 3 4 3 3 sozusagen.

Im Moment spiele ich 31 321 4321 321 von es bis f, insgesamt zwei Denkschritte mehr...

Interessant: Bei den Noten von Mutopia.org steht des, im Henle Urtext steht cis.

Rolf (Dass der Daumen passiv sein soll (keine Auf/Abbewegung, nur Rotation?) versteh ich nicht ganz.):

Das kann man auch nicht verstehen, denn das war nicht gemeint. Der Daumen bewegt sich nur nicht relativ zur Hand, aber sehr wohl relativ zur Umwelt. Wir sollten es einfach dabei belassen, da wir keine Filmaufnahmen haben. Klavigen hat es glaube ich getroffen, links wird durch Unsicherheit rechts gestört und wird dann unweigerlich fest.
 
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netti
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Obwohl ich den Ausführungen hier nicht immer so ganz genau folgen kann, hat mich der Faden doch beflügelt und heute haben die Triller mal schön leise funktioniert und plötzlich... komisch das.... lief es auch rechts wie geflutscht.
Red noch mal einer von der Unabhängigkeit der Hände :D
Oder:
Im Unterricht scheinbar nix kapier, klappt aber trotzdem, irgendwie. :rolleyes:

Pathetischer Gruß
netti - die sich jetzt öfter hier mal die Erklärungen durchliest, irgendwas bleibt ja doch hängen.
 

klavigen
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die Übung

Die Übung ist mir nicht 100%ig klar: Sollen Daumen und kleiner Finger nur am Platz bleiben oder soll möglichst die gesamte Hand ruhig bleiben?

Hi guendola, ohne video ist das doch schwer zu ermitteln- ich brauchte so eine ausrüstung wie der Haydnspaß - !

Der daumen und der 5. finger bleiben locker an ihrem Platz, wenn dann der unterarm seine rollung beginnt muss natürlich der Handrücken auch eine lockere Schaukel- bzw wiegebewegung mitmachen- dadurch ändert sich ständig der Winkel, den der Handrücken zum Daumen bildet. Bei der Innenneigung verkleinert sich der spalt zwischen 2. finger und daumen und bei der Neigung nach aussen vergrössert er sich. Die absolute Lockerheit ist dann erreicht, wenn der Hand, also der Handrücken hin- und herschwingt, ohne dass die fingeer ihre Plätze verlassen müssen.

zur Verstärkung der Schwingung kann man natürlich auch die Rotation des Oberarms bewusst mit einbeziehen. Und auch wenn scheinbar die rotation nur im Unterarm stattfindet, ist der Oberarm immer locker und nie fest, sondern quasi auf Abruf rotationsbereit.

Wenn der Schwung gut klappt kann man dann versuchen, Akzente jeweils auf den Daumen oder auf den 5. finger zu legen, denn die Literatur erfordert ja beides.

Natürlich machte man diese Übungen mit beiden Händen, aber erstmal jede für sich, so kann die jeweils Bessere (und eine kann es immer besser als die Andere) von der anderen lernen. Unser Gehirn registriert´diese feinen Unterschiede an Lopckerheit und Performance recht gut und arbeitet auch hier unaufhaltsam an der Verbesserung-

Wichtig beim Arbeiten an so einer Übung:

Niemals fluchen, wenn es nicht gleich geht oder sich böse sein, sondern immer Lächeln. Denn diese Stimmung und der entsprechende gesichtsausdruck helfen wesentlich bei der notwendigen Entspannung.

Zum Lauf: Wie du ihn spielst ist es auch ok, aber die Vorbereitung des G7 in der linken Hand muss rechtzeitig sein.
Weiter viel freude am Stück
 
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rolf
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klavigens ausführliche Erklärung

hallo klavigen,
ich stimme dir 100% zu!
ich habe sogar etwas gelernt: da ich meist zu viel voraussetze, sind meine Erklärungen zu cum grano salis gesagt "Basistechniken" meist zu allgemein. Du hast den Bewegungsablauf bei Oktavtremoli und das sich gewöhnen an diese wirklich ausgezeichnet erklärt!
ich kann nur noch anfügen, dass man nch dem ausprobieren auf der Tischplatte, wenn man es an den Tasten (weich piano!) "probt", nicht "in die Finger hinein denken" soll. Der rhythmische Impuls sollte natürlich von der Melodie bzw. vom wesentlichen musikalischen Geschehen ausgehen (Doppelgriffe, Akkorde etc. r.H.).
...manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht (und auf Fragen zu antworten, ist allemal besser, als die gründlichen Übungen am Exempel vom Schluss des Beethovenschen c-Moll Konzerts bei Werner "Klavierdidaktik" zu empfehlen)
liebe Grüße, Rolf
 
Guendola
Guendola
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Die rechte Hand spielt in der Tat eine Rolle. Sobald die kleinste rhythmische Unebenheit auftaucht, versucht die linke Hand das auszugleichen und das geht natürlich nicht so locker. Leider ist meine Konzentration momentan nicht die beste und so muß ich noch ein bischen mehr automatisieren.

Das Hauptproblem scheint aber zu sein, daß ich zu laut spiele, die Crescendi laufen mir leicht aus dem Ruder und für meinen Geschmack muß die linke Hand da mitziehen.
 
B
Bachopin
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Hi Guendola,

welchen Fingersatz benützt du eigentlich in der RH für den ersten Takt?

Ich finde mal wieder den bei mir angegeben Fingersatz schlecht.

Ich benütze folgendes:
c, b-e, as-f, e-g,
f-as, d-h, es-c

2, 1-3, 1-4, 3-5,
2-3, 1-4, 2-5

Würde mich interessieren.
Gruß
 
Mathiéu Alou
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Ich benütze folgendes:
c, b-e, as-f, e-g,
f-as, d-h, es-c

2, 1-3, 1-4, 3-5,
2-3, 1-4, 2-5

Würde mich interessieren.
Gruß
Ich benutze

1, 2-4, 1-5, 1-3, 2-4, 1-5, 2-5, 1-5

... falls dich das interessiert :P

Ich würde bei der Gelegenheit gerne eure Fingersätze für Seite 3 (ab Takt 51) wissen. Ich nehme (RH):

1, 2, 3, 4, 1, 2, 3 ,1~4, 2, 1~5, 3, 2 usw
b, es, f, ges, b, es, f, b~ges, es, b~ges, e, d ...
 
Guendola
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Takt 11:

1, 24, 51, 24, 23, 51, 51, 51

51, 52, 51 hatte ich kurz erwogen und wieder verworfen, es bringt nur unnötige Unruhe.
24, 23 sieht vielleicht etwas ungewöhnlich aus, bewegt die Hand aber gut nach oben und ist sehr bequem.

Takt 53:

Das war eine schwere Frage, ich habe diverse Male gewechselt und es nicht aufgeschrieben (jetzt aber doch):

-123|4123|153|153|2123|4153|34323432|343212|3 usw.

Hauptziel war es, nicht mit dem Daumen von oben nach unten zu springen und 34 für die Triller ergab sich eigentlich von selbst.

Interessant, daß hier der Fingersatz zur Sprache kommt! Ich habe schon so viel darüber nachgedacht und es scheint fast unmöglich, daß Stück gut zu spielen, ohne den optimalen persönlichen Fingersatz zu finden.
 
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Bachopin
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Hi Mathiéu,
Ich benutze

1, 2-4, 1-5, 1-3, 2-4, 1-5, 2-5, 1-5

... falls dich das interessiert :P

klar interessiert mich das.

So einen ähnliche Fingersatz hatte ich auch. Ich finde aber 2 Stellen nicht optimal:

1-5 (as-f) auf 1-3 (e-g): grosse horizontale Bewegung (as auf e) des Daumens, ist bei Presto vielleicht ein Problem.

2-5 (d-h) auf 1-5 (es-c): 5 muss 2 aufeinanderfolgende Tasten drücken, keine fliessende Bewegung.

Vergleich's mal mit meinem Fingersatz.
Na ja, wahrscheinlich gibt's bei meinem auch nicht optimale Punkte.

Danke und Gruß
 
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Bachopin
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Hi Guendola,

Takt 11:

1, 24, 51, 24, 23, 51, 51, 51

51, 52, 51 hatte ich kurz erwogen und wieder verworfen, es bringt nur unnötige Unruhe.
24, 32 sieht vielleicht etwas ungewöhnlich aus, bewegt die Hand aber gut nach oben und ist sehr bequem.

deinen Fingersatz find ich sehr ungewöhnlich:

  • 2-4 auf 2-3? Fingerübersatz (3 über 4) und horizontale Bewegung des 2 (ist das echt gut?)
  • 51, 51, komplette parallele Verschiebung der ganzen Hand (= Tempo Bremse?)

Hast du meinen mal probiert?

Danke und Gruß
 
Mathiéu Alou
Mathiéu Alou
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Hast du meinen mal probiert?

Danke und Gruß

Hab deinen mal probiert und finde ihn auch sehr gut! Hab jedoch meinen schon ziemlich gut drin wodurch er auch Presto eigentlich problemlos funktioniert.

@Guendola: Da haben wir ja einen ziemlich ähnlichen Fingersatz für das Frage und Antwort- Spiel. Die Mordent (?) kommen bei mir immer mit 3-4 oder 3-5, je nachdem.

Grüße
 
 

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