Rondo Alla Turca mit oder ohne Pedal?

Schade, dass du so weit weg wohnst, @thepianist73 ! Ich käme nämlich sehr gern mal in den Genuss einer Klavierstunde bei dir...
 
Zur Auflösung (normalerweise zeige ich das immer persönlich, am Klavier, mit Körper):

Gartenschlauch
Lustig: gerade gestern vormittag, noch ohne diesen Begriff gelesen zu haben, habe ich ihn zum ersten Mal in meinem Unterricht reingebracht. Der Problembereich war aber nicht wie so oft die Schulter, sondern der Ellbogen, der häufig als Teilungspunkt des Arms empfunden wird und das Gefühl des Ganzen stört. Auch neigt man oft aus denselben Schutzmechanismus-Gründen zum seitlichen Hochziehen und Feststellen des Ellbogens (schützenden Raum um sich herum schaffen). Ansonsten spreche ich oft von einer "Hängebrücke" oder "Liane", aber gestern kam mir das Bild des Schlauchs in den Sinn. Fand ich besser, gerade wegen des fließendes Wassers (dieses Bild benutze ich auch gern), da es gleichzeitig inneren Bewegungsfluss in Richtung Klavier vermittelt. Den Schlauch werde ich ab jetzt in meinem Begriffekästchen dabei haben, und es tut gut zu wissen, das auch Du @thepianist73 das Wort verwendest.
 
Was das pedallose ... Üben angeht - ... Ein gutes Legato lernt man damit auch nicht, ganz im Gegenteil: viele Amateure kleben geradezu an den Tasten und können kein Legato spielen, wenn sie die Töne nicht auch mit den Fingern festhalten. In fortgeschrittener Literatur geht genau das oft nicht - man muss lernen, ein Legato im Kopf weiterzuführen
was hat das mit dem Pedal zu tun? Ohne Pedal üben heißt nicht, an den Tasten zu kleben. Natürlich muß man für ein Legato sich geschmeidig und flink von der alten Taste lösen. Aber mit Pedal hört keiner, ob er nun das gemacht hat, oder einfach nur nacheinander Tasten gedrückt hat.
 
Das mit dem Gartenschlauch finde ich wirklich ein gutes Bild! Das werde ich mir merken. :-)

Bei mir ists so, dass ich bei meinem Klavier nur sehr wenig Pedal benutzen kann, bevor alles im Klangbrei verschwimmt, während es bei meinem KL dann viel zu wenig ist und er mich immer ermutigt, mehr Pedal zu nehmen. Dieses spontane Anpassen der Pedalisierung je nach Raum und Instrument fällt mir noch unglaublich schwer. Deswegen finde ich es persönlich einfacher, erst ohne Pedal zu üben, denn dann, wenn die Konzentration nicht mehr nur an Händen und Notentext hängt, hab ich auch mehr "Luft" mich auf das Pedal zu konzentrieren.Quasi im Sinne von Gerhard Mantel, der das ja auch mit dieser rotierenden Aufmerksamkeit beschrieben hat... Man kann sich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren.
Aber das mache ich wiederum nur bei Stücken, bei denen ich mir mit der Pedalisierung nicht sicher bin, bzw die eine sehr differenzierte Pedalisierung brauchen. Bei den Debussy-Stücken, die ich Anfang des Jahres geübt habe, hatte ich z. B. kaum Probleme. Bach, Mozart und gerade auch das Haydn-Klavierkonzert... das finde ich schon wesentlich schwieriger.

Gutes oder schlechtes Legatospiel hängt, glaube ich, nicht mit dem Pedalgebrauch zusammen. Man kann ohne Pedal genauso ein gutes wie schlechtes Legato spielen wie mit...
Aber z. B. hat es mir beim Debussy wirklich auch mal geholfen, das Pedal zur Kontrolle wegzulassen, um die Stellen aufzudecken, die ich bei hohem Tempo mit Pedal etwas "hingerotzt" sprich nicht brilliant und akurat gespielt habe.

Ich habe mal ein Buch über Stressprävention/Stressmanagement etc. gelesen. Dort hieß es, dass es nicht DIE Methode/Strategie der Wahl gibt, sondern das die beste Strategie ist, sich ganz viele Strategien anzueignen um im Ernstfall flexibel auf die Stressreaktion reagieren zu können, denn nicht jede Antistressmethode ist für jeden wirksam/gut, und selbst das, was einem mal geholfen hat, kann ein anderes mal eher "schaden".
Ich hab immer öfter den Eindruck, dass es mit dem Klavier üben ähnlich ist. Ich gehe an ein Bachstück anderes heran, als an Debussy, und an Mozart anders als Prokofiev. Das, was bei mir bei dem einen Stück am meisten nach vorne gebracht hat, muss nicht unbedingt für das andere Stück taugen. Ich denke, am wichtigsten ist, sensibel zu werden um schnell genug zu merken, ob es etwas bringt oder nicht und dann etwas anderes auszuprobieren, anstatt an der einen Übemethode so lang rumzuhängen und dabei trotzdem nicht vorwärts zu kommen.
Deswegen bin ich froh, dass ich ein neugieriger und offener Mensch bin und mir gerade auch hier gerne anschaue, wie verschieden man an gewisse Probleme herangehen kann.

Zum Thema Rondo alla Turca kann ich auch nur sagen, dass es von einigen KL viel zu früh unterrichtet wird. Bei mir war das damals auch der Fall. Ich hatte zwar jahrelang Klavier gespielt, allerdings nur nach Akkorden/Liedbegleitung und hatte dementsprechend keinerlei "Technik". Ohne diese Technik sollte ich dann nach dem Einstieg in die Klassik über Filmmusik und das ein oder andere leichtere Chopinstück dieses Mozartstück üben. Ich war völlig überfordert, habe mich dementsprechend noch "mehr verspannt", was damals u.a. (kam noch mehr dazu) zu einem Rückenproblem geführt hat, das wiederum eine Sehnenscheidenentzündung vorgetäuscht hat usw usf. Eine ziemlich langwierige, schmerzhafte und blöde Geschichte... bei der ich aber gelernt habe, was es heißt "zu üben" und das man nie auslernt, das üben zu üben. :-)
 
Hallo @thepianist73,

zunächst einmal vielen herzlichen Dank für deine umfangreichen nächtlichen Bemühungen. Es war keinesfalls meine Absicht dir schlaflose Nächte zu bereiten. Deine geistigen Ergüsse werde ich mir jedoch nicht zu Gemüte führen, denn in der Kürze liegt die Würze. Und nicht in erschlagenen Fließtexten. Da u.a. der "Online-Chang" dir offenbar nicht genehm ist, empfehle ich dir dringend, in deiner Eigenschaft als Klavierpädagoge ein besseres Lehrwerk zu verfassen. Potenzial ist ja zweifelsohne in quantitativer Hinsicht vorhanden.

Freundliche Grüße
Pianolaie90
 
Hallo @thepianist73,

zunächst einmal vielen herzlichen Dank für deine umfangreichen nächtlichen Bemühungen. Es war keinesfalls meine Absicht dir schlaflose Nächte zu bereiten. Deine geistigen Ergüsse werde ich mir jedoch nicht zu Gemüte führen, denn in der Kürze liegt die Würze. Und nicht in erschlagenen Fließtexten. Da u.a. der "Online-Chang" dir offenbar nicht genehm ist, empfehle ich dir dringend, in deiner Eigenschaft als Klavierpädagoge ein besseres Lehrwerk zu verfassen. Potenzial ist ja zweifelsohne in quantitativer Hinsicht vorhanden.

Freundliche Grüße
Pianolaie90

Ich habe den "Online-Chang" gelesen und finde ihn ein ziemliches Gesuelze, was die Laenge betrifft. Die guten Tipps sind allgemein bekannt, einiges ist einfach unsinnig und falsch.
Ich gebe zu, lieber @Pianolaie90 , es ist schwierig zu beurteilen, ob der Forumsschreiber nun ein guter oder schlechter Pianist oder Lehrer ist. Das mag ja die Glaubwuerdigkeit mancher Schreiber problematisch erscheinen lassen.
Die Beitraege von @thepianist73 einfach zu ignorieren finde ich in dem Fall aber sehr ungeschickt. Wie willst Du die anderen Forenmitglieder motivieren, Beitraege zu Deinen Fragen zu schreiben, wenn Du schon bei einem ankuendigst: "Deine geistigen Ergüsse werde ich mir jedoch nicht zu Gemüte führen, denn in der Kürze liegt die Würze." Und das alles wegen ein paar Minuten lesen? Der Online-Chang ist laenger, gebe ich nur zu bedenken.
Ich kann Dir dann nur empfehlen, Deine Lehrerin zu loechern, im direkten Kontakt wird es dann wohl einfacher sein.

Viele Gruesze
Jannis
 
Deine geistigen Ergüsse werde ich mir jedoch nicht zu Gemüte führen, denn in der Kürze liegt die Würze. Und nicht in erschlagenen Fließtexten.

Sagt jemand, der offenbar den Online-Chang schon 3x gelesen hat. :-D

Da u.a. der "Online-Chang" dir offenbar nicht genehm ist, empfehle ich dir dringend, in deiner Eigenschaft als Klavierpädagoge ein besseres Lehrwerk zu verfassen. Potenzial ist ja zweifelsohne in quantitativer Hinsicht vorhanden.

Danke für die dringende Empfehlung, da wäre ich nun nie drauf gekommen.
Das "Lehrwerk" existiert bereits, ich arbeite seit Jahren mit erkennbaren Resultaten damit. Mir fielen diese Resultate bislang allerdings eher in qualitativer Hinsicht auf. Anderen übrigens auch.

Gruss und viel Spass mit Alla Turca, Stephan
 
Schade, dass du so weit weg wohnst, @thepianist73 ! Ich käme nämlich sehr gern mal in den Genuss einer Klavierstunde bei dir...

Naja, ich komm sicher bald wieder mal nach Wien, ich sags dir dann rechtzeitig. Kannst du gerne haben! Und ansonsten hat @koelnklavier völlig Recht! Es gibt täglich etliche recht günstige Flüge Wien-Zürich. :-)
 
Zuletzt bearbeitet:

Naja, ich komm sicher bald wieder mal nach Wien, ich sags dir dann rechtzeitig. Kannst du gerne haben!

Das klingt toll - bitte melde dich, wenn du mal wieder hier bist. Deine Ausführungen - nicht nur in diesem Faden - habe ich gern verfolgt, und der Ansatz, den ich herauslese, gefällt mir. Erfahrungsgemäß bringt mich der gelegentliche Blick eines kompetenten Klavierlehrers "von außen" (= bei dem ich nicht meinen regelmäßigen Unterricht habe) immer ein ganzes Stück weiter! :super:
 
Nach dem Lesen dieses Fadens habe ich eine Frage:

Ab wann beginnt man mit dem Pedalspiel? Wird bei den Stuecken, in denen das Pedal verwendet wird, immer bereits ein minimales Klavierverstaendnis vorausgesetzt, so dass es sich bei diesen nicht mehr um "echte" Anfaengerstuecke handelt?
Oder gibt es Stuecke fuer echte Anfaenger (Spielzeit kleiner 6 Monate/1 Jahr), bei denen das Pedalspiel schon adressiert wird? Und wenn ja, ist das Vorgehen unabhaengig vom Alter des Anfaengers (Anfaenger >50 sind vielleicht anders zu behandeln).

Rein koordinativ stelle ich mir das Pedalbenutzen zusaetzlich zu den beiden Haenden fuer den Anfaenger schon als herausfordernd vor...
 
@Stilblüte und @mick
Vielen Dank für eure Beirtäge. Es ist immer eine Freude sie zu lesen.

Gruss
ibex
 

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