Romanze

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Hallo liebes Forum,

der 2. Satz der Beethoven Sonatine in G-Dur ist mit "Romanze" übertitelt. Leider konnte ich hierzu nichts weiteres finden außer bei Wikipedia: "ein lyrisch-romantisches Musikstück ohne festgelegte Formprinzipien". Heißt das, man spielt das Tempo nach Belieben oder gibt es übliche Tempi?

Gruß,
Castati
 
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Die Bezeichnung "Romanze" hat in erster Linie nichts mit Tempoangaben zu tun. Sie deutet vor allem auf die Form hin (wie etwa, wenn irgendwo "Fugue" steht) - oder in Fall der Romanze auf die Formlosigkeit. Sie hat, wie Du schon geschrieben hast, einen lyrischen Charakter, den der Interpret herausarbeiten sollte.

Normalerweise bleibt das Tempo gleich (bei der G-Dur würde ich es im gleichen Tempo oder etwas langsamer spielen). Hier ist vor allem gesunder Menschenverstand gefragt. Wenn z.B. eine Romanze auf einen "Allegro Assai" Satz folgt, ist damit vermutlich auch ein reduziertes Tempo verbunden. Folgt sie auf ein Largo, kann durchaus schnelleres Tempo sinnvoll sein (muss aber nicht).
 
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Hör dir doch einfach mal ein paar Aufnahmen des Stücks an, oder schau dir Videos (zB auf youtube) an um ein Gefühl für die richtige Geschwindigkeit zu bekommen. Vielleicht hilft dir das ja weiter. ;)

Grüße
 
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Sulan,
danke für die Erklärung!

Mathieu,
darf ich nicht. :)
Von Stücken, die ich übe, soll ich mir keine Aufnahmen anhören, sagt mein KL, damit ich mich selber mit dem Notentext auseinandersetze und lerne ihn umzusetzen, statt indirekt nach Gehör zu spielen. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Sinn macht das für mich.
Wenn ich mit dem Satz fertig bin, werde ich es mir aber anschauen.
 
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Versuch, die Melodie zu singen. Wenn du ein Tempo gefunden hast, in dem sich der Teil schön singt, spiel die Romanze in dem Tempo bzw. setze es dir als Ziel, sie in dem Tempo zu spielen.

Für meinen Geschmack ist der Teil "lässig-beschwingt." Da es ein dreiteiliger Rhythmus ist, würde ich die Romanze leicht tänzeln lassen. Und dass die Melodie in der rechten Hand fast nur aus Achteln besteht, würde ich als Hinweis darauf deuten, dass sie doch etwas "bewegt" klingen soll. Sollte es eine kitschig-tragisch-schnulzige Romanze sein, hätte er vermutlich eine andere Taktart und überhaupt eine andere Darstellung gewählt. Für mich sollte diese Romanze eher so wie ein fröhliches Verliebtheitsgefühl klingen :-) Im Mittelteil, wenn in der linken Hand die punktierten Halben oder das Arpeggio kommt, würd ich versuchen, durch eine ausgedehnte Agogik etwas Spannung ins Stück zu bekommen. So viel Freiheit muss sein ;)
 
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Eine Romanze ist ein strophisches Liebesliedchen und kein "Musikstück ohne festgelegte Formprinzipien", wie Wikipedia behauptet. Als Titel für ein Instrumentalstück ist es als Hinweis auf Liedhaftigkeit zu verstehen. Beethovens zwei Violin-Romanzen sind formal zwar relativ frei angelegt, unterliegen aber dennoch der Rondoform. Die Romanze der G-dur-Sonatine für Klavier hat schematische Liedform mit einer kurzen Coda. Man nehme den Titel einfach in der Bedeutung "liedhaft" oder "wie ein Liebeslied", oft auch als "Liebesständchen". Mit dem Tempo hat das insofern etwas zu tun, als man ein Liebesständchen besser nicht Presto singen sollte...
 
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Danke auch euch für eure Antworten!
ubik das macht Sinn, aber nur mit der Tempogrenze nach oben. Könnte ich es in presto denken und spielen, würde es ja trotzdem nicht gut klingen. :)
 
 

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