Pianino-Suche -- bitte Tipps zur Besichtigungs-Auswahl

Das YUS5 bietet meiner Wahrnehmung nach recht viel ums Geld.
das ist sicher nicht falsch.
C. Bechstein Concert 8, an ein Steingraeber & Söhne 138 K und vielleicht auch an ein Steinway & Sons K-132 und Bösendorfer 130 zu setzen.
DAS sind aber andere Kaliber! Nimm noch ein V-125 mit rein. Bis auf das Concert 8 könnten die alle ziemlich laut und „zu dynamisch“ werden. Blind wäre das Bechstein meine erste Wahl. Aber bei den Premiumklavieren kommt es noch mehr als sonst auf das einzelne Instrument an. Die haben zwar eine Grundcharakteristik, sind aber sonst ziemlich individuell.

Wenn Geld (kaum) eine Rolle spielt, rate ich Dir definitiv zum Anspielen der von Dir genannten Kandidaten. Zeit lassen! Und Gebrauchte unter 20-40 Jahren nicht ausschließen.
 
Wie geht es euch mit der Lautstärke?

Die Decke ist eine gerade Oberfläche. Pyramidenschaumstoff absorbiert Schall anders. Wenn ich es richtig im Kopf habe, absorbieren die Pyramiden im Verhältnis mehr Bass als Höhen als es ein Schaumstoffblock. Dh mit Pyramiden bleibt mehr vom "Silber".

Der Schaumstoff muss auch nicht direkt hinter dem Klavier angebracht werden, sondern kann großflächig über die Wände verteilt werden. Das muss man aber wollen...
Er funktioniert auch hinter Vorhängen oder sonstigen (dünnen, schalldurchlässigen!) Verkleidungen (zB Akustikbilder), sodass man die "Eiserne Jungfrau" (Zitat meine Frau) nicht sieht. Aber es ist trotzdem einiges an Aufwand und Umstellung / Wanddekoration.
 
Der Reihe nach.
Das ist leider recht häufig, dass der Silentbetrieb enttäuscht.
Was die Dämpfung angeht: die Decke wäre zur Schalldämmung da - eine andere Möglichkeit wäre Schalldiffusion - also ein Körper mit eher harter, aber zerklüfteter Oberfläche. Das das "Silber" braucht es jedenfalls auch harte Oberläche. Vielleicht Mal mit verschiedenen Materialien probieren, zB Wellpappe oä.
Schalldämmelemente habe ja häufig ein hartes Raster, hinter dem sich das weiche Dämmaterial befindet.
"Enttäuscht" ist nicht ganz der richtige Begriff. Das ist schon gut, es "fällt halt im Klang etwas ab". Das Trommelgeräusch stört mich wenig, da ich ausweichen kann.

Ich schreibe diese Zeilen auch für die Zukunft, falls ein Interessierter sich kundig machen will. Dazu möchte ich das Erlebte einfach beschreiben wie es ist und wir es erleben. Also perfekt um in der Nacht oder frühmorgens zu spielen, perfekt um andere Klänge zu erforschen, perfekt um etwas digital einzuspielen, transponieren geht auch — aber das war's dann auch.


Der Klang unseres YUS5 ist für ein Yamaha eh schon recht warm und ausgeglichen, deswegen wurde es auch kein anderes Instrument dieses Herstellers. Nichtsdestoweniger hat es eine gewisse Brillianz, die manchmal harsch wirkt und nervig werden kann. Daher die durchaus erfolgreichen Versuche mit dem Wandabstand und der Decke.

Und wie immer kommt es auch darauf an, welche Musik man spielt … wenn meine Frau zur Fingerübung barocke Cembalo-Stücke mit diesen tausenden Noten in der Mittellage übt, dann "füllt mir das schon den Kopf gehörig an". Da ist der Klang dieses Klaviers nach meinem Empfinden nicht so ideal. Bei den Romantikern ist es perfekt, es klingt sehr langsam aus, die Mehrklänge verschwimmen wenig.

Also Bach Cembalo-Konzerte: Decke und Wandabstand. Bei Debussy: hinweg mit dem Stoff!
 
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Wie geht es euch mit der Lautstärke?

Die Decke ist eine gerade Oberfläche. Pyramidenschaumstoff absorbiert Schall anders. Wenn ich es richtig im Kopf habe, absorbieren die Pyramiden im Verhältnis mehr Bass als Höhen als es ein Schaumstoffblock. Dh mit Pyramiden bleibt mehr vom "Silber".
Die Lautstärke ist schon okay. Okay, wir reden schon von "Konzertlautstärke", also "voll". Das Wohnzimmer ist nicht ganz klein und verwinkelt, Frau hat eher ein sanftes Spiel und ich höre schon eher schlecht. :004:

Wir haben vom Musikraum, wo sich meine Frau einen schalltoten Winkel für die Gesangsaufnahmen gebastelt hat, so einen Schaumstoff. Ist einen Versuch wert, aber im Wohnzimmer eher keine Lösung.
 
Für mich habe ich beschlossen, meine Frau vor der ultimativen Entscheidung auch noch an ein C. Bechstein Concert 8, an ein Steingraeber & Söhne 138 K und vielleicht auch an ein Steinway & Sons K-132 und Bösendorfer 130 zu setzen. Vielleicht finden wir auch ein Grotrian-Steinweg Concertino 132, auch das Yamaha SE 132 wäre noch einen Versuch wert. Einfach wegen des Vergleichs.
Das Seiler 132 Konzert würde ich dann aber auch anspielen.
 
In der Preisklasse lohnt ja fast eine Reise nach Wien zu Balas. Das Balas-Klavier hat mich wie noch kein anderes Klavier beeindruckt.
Die "Reise" nach Wien dauert für uns genau 17 Minuten. Auf jeden Fall eine Idee.


Wie gesagt, wir sind sehr zufrieden mit dem schwarzen Riesenkasten. Es geht nur darum diese Entscheidung auch abzusichern, nicht "leichtfertig etwas zu versäumen".

Es ist ja auch nicht so, dass meine Gattin eine Konzertpianistin ist, die "alles" aus einem Topinstrument rausholen kann und je können wird. Aber es soll halt "etwas Luft nach oben" bieten und einfach bis zum letzten Schnaufer Freude bereiten.
 
Vielen Dank für die schöne Beschreibung der wiederentdeckten Freude am akustischen Klavier. Es ist sehr inspirierend, diesen Erfahrungsbericht zu lesen.

Hier gibt es ein Seiler Konzertklavier mit einer besonderen Mechanik, hat jemand schon mal etwas davon gehört?

 
Wir haben vom Musikraum, wo sich meine Frau einen schalltoten Winkel für die Gesangsaufnahmen gebastelt hat, so einen Schaumstoff. Ist einen Versuch wert, aber im Wohnzimmer eher keine Lösung.
Das nicht, aber wenn ihr das Material im Haus habt, könnt ihr ja probieren, ob mit dem anders geformten Schaumstoff eine klanglich brauchbare Dämpfung machbar ist. Vielleicht genügt ja ein bisschen davon hinter dem Klavier statt der Decke.

Die "Reise" nach Wien dauert für uns genau 17 Minuten. Auf jeden Fall eine Idee.
Da solltet ihr aber vorher anrufen. Bei meinem letzten Besuch dort war das Klavier nicht zugänglich, und er selber ist auch wenig da, weil er jetzt Geigenbau lernt.
Er und seine Werkstatt sind jedenfalls etwas Außergewöhnliches - darauf muss man sich einlassen.
 
Ich hab seine Website wie Lebenslauf studiert und "seinen" Film gesehen … offenbar ist der gute Mann ein richtiges Wiener Original.

Diese Seiler SMR-Mechanik dürfte recht ähnlich zu Steingraebers SFM-Technik sein.
 
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Erstaunlich ist das ausgeprägte Mitschwingen der Saiten im Instrument: Es genügt schon, vor dem Instrument zu husten oder sich laut zu räuspern, und man hört die Saiten im Instrument klar nachklingen.

Wenn dem tatsächlich so ist, dann ist das ein eklatanter Mangel und ich würde mich erst gar nicht drauf einlassen, da jemanden dran rumpfuschen zu lassen. Ich habe gerade mal in meinen Steinway reingeschrien - da schwingt keine Saite mit.
 

Das ist interessant.

Wie erleben das andere Besitzer von Yamaha U3, YUS3, YUS5?

"Reinpfuschen" werde ich da sowieso keinen lassen, denn das Instrument ist völlig neu und einstweilen nur gemietet.
 
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Ich habe zwar ein Bechstein 12, aber bei lauten kurzen Geräuschen wie klatschen in dem Zimmer (ca. 20 m²), schwingen die unbedämpften Saiten gut hörbar mit. Ich schätze, dass liegt daran, dass das Klavier an der Wand steht und so der Schall gut den Resonanzboden anregen kann.

Edit: Ich selbst sehe das eher als Qualitätsmerkmal des Instrumentes, da es für eine verlustarme Energieübertragung zwischen Saiten und Resonanzboden spricht.
 
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Diese Seiler SMR-Mechanik dürfte recht ähnlich zu Steingraebers SFM-Technik sein.
Jein. Beiden gemeinsam ist die Idee, dass die Stoßzunge möglichst schnell wieder unter die Hammernuss kommen soll, so dass man erneut anschlagen kann ohne die Taste zu weit nach oben loszulassen. Beim Flügel kann man ja auch erneut anschlagen, ohne dass die Taste weit nach oben losgelassen werden muss. Das wird damit versucht zu imitieren.

Der entscheidende Unterschied zwischen der Steingraeber und der Seiler Technik: bei Seiler sind es sich abstoßende Magneten, bei Steingraeber ziehen die sich an. Die Folge: wenn man beim Steingraeber das linke Pedal tritt, entsteht keine Schnabelluft. Also kein Leerlauf in der Taste.

Bei Feurich gibt es die Udo Kamm Highspeed Mechanik, die das mit Röllchen und Federn bewirkt. Bei Sauter gibt es die RR-Mechanik, die nur mit Federn arbeitet. Aber die Idee ist immer die gleiche: schnelleres erneutes Anschlagen zu ermöglichen, indem die Stoßzunge schneller in die Ausgangsposition gerät.

Seiler:

Mechanik_SMR.jpg





Steingraeber:

SFM_1200-1.jpg





Feurich:

FEURICH-%E2%80%93-High-Speed-KAMM-Action-3.jpg




Auf der Sauter Webseite findet man übrigens keine technische Erläuterung zu der RR-Mechanik. Erstaunlich. Oder haben die das wieder eingestellt? Bei der Beschreibung der Meisterklasse findet man zwar noch das Wort, aber sonst keine Erklärung dazu.

Die Feurich Variante hat übrigens den Vorteil, dass man die bei jedem Klavier nachrüsten kann.
 
Steingraeber:

SFM_1200-1.jpg


Sehr interessant, bei Steingräber ist die magnetische Anziehungskraft am stärksten, wenn die Stoßzunge in Ausgangsposition ist. Das heißt, bei der Auslösung ist die magnetische Kraft, die überwunden werden muss, am größten. Die sich entfernende Stoßzunge nach Auslösung erfährt am Umkehrpunkt nur noch eine sehr geringe magnetische Anziehung, da sich die magnetische Anziehungskraft mit dem Quadrat des Abstands der Magneten abschwächt. Das heißt, die Stoßzunge wird erst einmal fast nur von der Stoßzungenfeder wieder in Richtung der Hammernuss beschleunigt. Erst am Ende wird die Stoßzunge dann von den Magneten wieder in die Ausgangsposition gezogen.

Weiß jemand, ob man bei dem Steingräber SFM einen merklich stärkeren Auslösewiderstand spürt als ohne SFM? Die Stoßzungenfedern können ja mit SFM nicht nennenswert schwächer sein als ohne.
 
… bei Steingräber ist die magnetische Anziehungskraft am stärksten, wenn die Stoßzunge in Ausgangsposition ist. Das heißt, bei der Auslösung ist die magnetische Kraft, die überwunden werden muss, am größten. Die sich entfernende Stoßzunge nach Auslösung erfährt am Umkehrpunkt nur noch eine sehr geringe magnetische Anziehung, da sich die magnetische Anziehungskraft mit dem Quadrat des Abstands der Magneten abschwächt. Das heißt, die Stoßzunge wird erst einmal fast nur von der Stoßzungenfeder wieder in Richtung der Hammernuss beschleunigt. Erst am Ende wird die Stoßzunge dann von den Magneten wieder in die Ausgangsposition gezogen.
Entfernt sich der Bereich der Stoßzunge, in dem der Magnet sitzt, nach der Auslösung wirklich so weit vom Magneten in der Hammernuss, dass der Unterschied so groß wie angesprochen wird?

Bin mit der Mechanik der Pianinos nicht so vertraut, aber meines Wissens gleitet die Stoßzunge nach der Abgabe des Impulses vor der Hammernuss hoch, welche durch den Fänger in einer etwas erhöhten Mittelposition eingebremst wird — was den Abstand zum Magneten nur geringfügig vergrößert.
 
Wir bauen in Kürze bei einem jungen Steingraeber das Magnet-Zeugs wieder aus, weil es dauernd Ärger verursacht.
 

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