MuWi-Aufnahmeprüfung Halle/ Leipzig

R

Rodrigo

Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
176
Reaktionen
0
Hola,

in ca. 2 Jahren möchte ich Musikwissenschaft in Halle oder Leipzig studieren.
Nun habe ich dort jeweils von einer Aufnahmeprüfung gelesen, die mir ein bisschen Sorgen berreitet, da die Angaben was dort verlangt wird nicht sehr eindeutig sind.

Nun die Fragen an euch:

Hat jemad schon eine Aufnahmeprüfung für Miusikwissenschaft in Halle oder Leipzig gemacht?

Was kommt dran und wo liegen die Schwerpunkte?

Was gefällt euch besser (Halle/ Leipzig)?

PS. Ich habe etwas von einem Nummerus Clausus gehört... wo liegt der etwa?

Ich bedanke mich schonmal im Vorraus... ich habe auch schon diverse Threads gelsen aber noch keine Passenden Infos gefunden.

MFG
 
R

Rodrigo

Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
176
Reaktionen
0
Erstmal danke für eure Antworten, aber...

den Link von Halle kenne ich schon...

Was in etwa drankommt ist mir schon klar, ich möchte eher den Schwierigkeitsgrad wissen. Darum versuche ich hier nocheinmal etwas genauer zu werden um meine "allegemeinen Fragen" etwas zu verdeutlichen (ich habe mich wirklich etwas allgemein ausgedruckt...):

Halle:

1. die Präsentation eines instrumentalen oder vokalen Musikstückes eigener Wahl

-->Welche Bewertungskrieterien gibt es?
-->Wie schwer sollte das Stück sein?
-->Wie läuft die Prüfung ab (kann man sich einspielen, etc.)

2. Notenlesen (Melodien im G- und F-Schlüssel)

-->In welcher weise wird das überprüft? Soll man die Noten auf dem Klavier spielen oder aufsagen?

3. die Unterscheidung von Intervallen und Akkorden (Dur-, Moll-Dreiklang, Septakkorde) anhand von Notation und Gehör

-->wie läuft das ab? Wird das mit einen PC gemacht? oder spielt jemand etwas auf dem Klavier oder wird eine CD eingelegt?

Leipzig:

In Leipzig sind die Angaben leider noch ungenauer weshalb es mich dort auch besonders interessiert:

Anforderungen:

Die Prüfung besteht aus einer Klausur, die folgende Teile umfasst:

-einem Ankreuztest mit Fragen zur musikalischen Allgemeinbildung

-->Was ist denn musikalische Allgemeinbildung?
Zu welcher Zeit Komponisten gelebt haben? Oder eher "Deffinieren Sie "Ton, Klang, Musik und Akkord"!"?

-einem Gehörbildungsteil (einfache Melodie-, Intervall- und Rhythmusdiktate)

-->Wie schwer ist das und wie läuft es ab?

-einem Musiktheorieteil (Bilden von Tonleitern, Intervallen, Akkorden und einfachen Kadenzen)

-->Das hört sich eigentlich ganz gut an, soll man da z.B. auch ein kleines Stück komponieren?

-einem Teil, in dem der Höreindruck über ein vorgespieltes Musikstück aufgeschrieben werden soll

-->Das Ganze hier bereitet mir am meißten Sorgen, da ich nicht weiß welchen Schwierigkeitsgrad das Stück hat.
Wird es am Klavier gespielt oder wird es von einer CD abgespielt?
Und was soll man da aufschreiben? Komponist Taktart, Tonart, Notenbeispiel?
Höreindruck--für micht entweder gut oder schlecht (ggf. noch sehr gut und besonders schlecht:D)


Ich wäre sehr froh wenn mir binne 1,5 Jahren jemand Antworten könnte, der am besten schon so eine Prüfung absolviert hat(natürlich sind auch alle anderen angesprochen).

MFG
 
Arpeggio

Arpeggio

Dabei seit
Sep. 2006
Beiträge
101
Reaktionen
0
Also mit den Aufnahmeprüfungen in den genannten Städten kenne ich mich nicht aus. Aber ich versuche mal, mich an meine Aufnahmeprüfung für MuWi in Regensburg zu erinnern (lang, lang ist's her... Außerdem war's eigentlich keine Aufnahmeprüfung, sondern ein Einstufungstest, nach dessen Bestehen man sich den ersten Kurs in Harmonielehre und/oder Gehörbildung sparen konnte).

Also: Es waren zwei Prüfungen, eine über Harmonielehre, die andere über Gehörbildung. Ich schreib einfach mal auf, an was ich mich noch erinnern kann, ist aber nicht vollständig.

Harmonielehre:
Natürlich gab's verschiedene Teile. Da waren z. B. Tonleitern aufgeschrieben oder ein Stück abgedruckt und man musste nur schnell die Tonart bestimmen. Dann musste man z. B. eine Kadenz nach Vorgaben aufschreiben, so ungefähr: Gegeben sind die Stufen "I - IV - II - III - VI - V - I in C-Dur", dann schreibst du halt auf Notenlinien die Kadenz auf und versuchst, möglichst Quint- und Oktav-Parallelen und sonstige Bösartigkeiten zu vermeiden. Oder es war eine Note vorgegeben und man musste ein vorgegebenes Intervall dazu notieren. Z. B. gegeben: "cis. Notieren Sie eine verminderte Sext über/unter dem vorgegebenen Ton." Dann galt es noch, die ersten 35 Takte (wenn ich mich jetzt nicht verzählt habe) von Chopin's a-Moll-Walzer harmonisch zu analysieren, sprich: Stufen zu notieren.

Gehörbildung:
Das war auch genau das, was man sich darunter vorstellt. Rhythmusdiktate nach Vorklatschen/-klopfen, reine Melodiediktate, auf dem Klavier (synchron und sukzessiv) vorgespielte Intervalle erkennen und aufschreiben, kombinierte Rhythmus-/Melodiediktate, Vorspiel einfacherer Kadenzen auf dem Klavier, die man notieren musste (also wieder mal die Stufen), und zum Schluss spielten sie noch ein Stück vor, irgendwas aus "Bluesbrothers", saubekannter Titel, fällt mir nur grad nicht ein, welcher, erster Akkord vorgegeben, den Rest raushören. Die erste Note/der erste Akkord ist natürlich immer vorgegeben. Keiner erwartet ein absolutes Gehör.

Soweit meine Erinnerungen. Aber wie gesagt, unvollständig und andere Uni. Zu den Ergebnissen und etwas zu mir, damit du es etwas einordnen kannst: Die Teilnehmer waren gemischt aus Musikpädagogen für Grund-, Haupt- und Realschule sowie Musikwissenschaftlern, ich schätze mal, es waren so 70 Teilnehmer. Als eine von drei insgesamt und als einzige Musikwissenschaftlerin habe ich den Harmonielehretest bestanden. In Gehörbildung ist ausnahmslos jeder durchgefallen, allerdings (jetzt muss ich mich noch schnell rausreden :D ) war die saudoofe Regelung so, dass man die Tests nur besteht, wenn man mit Note 1 oder 2 besteht. Jetzt rate mal, was ich in Gehörbildung hatte... Genau, eine 3. Meine musikalische Vorbildung: Ich hatte ca. 9 Jahre Klavier-/Orgelunterricht an einer Musikschule, habe mich privat sehr viel mit Musiktheorie beschäftigt und war zwei Jahre lang im Theoriekurs meiner Musikschule. Vor dem Beginn meines Studium hatte ich einen Jahr lang keinen Musikunterricht, von den Prüfungen hab ich eine Stunde zuvor erfahren :oops:

Ich denke, dass das wohl ähnlich ablaufen wird, und ehrlich gesagt schätze ich, dass solche Prüfungen nach wie vor mit Papier und Stift ablaufen, nicht am PC. Z. B. der Punkt "die Unterscheidung von Intervallen und Akkorden (Dur-, Moll-Dreiklang, Septakkorde) anhand von Notation und Gehör:" Ich vermute, das ist ähnlich, wie es bei uns war. Vorspielen von Akkorden auf dem Klavier bzw. die Akkorde stehen auf dem Blatt und du sollst dann erkennen, ob Dur-, Moll-, oder Septakkord. Wie Rhythmus- und Melodiediktate prinzipiell ablaufen, weißt du hoffentlich, wenn du dich für das Studium interessierst.

Hier z. B: "einem Musiktheorieteil (Bilden von Tonleitern, Intervallen, Akkorden und einfachen Kadenzen)" denke ich nicht, dass du ein kleines Stück komponieren sollst. Das ist wohl auch so, dass da steht: "Bilden Sie eine e-Moll-Tonleiter/eine Grundkadenz in Fis-Dur..."

"einem Teil, in dem der Höreindruck über ein vorgespieltes Musikstück aufgeschrieben werden soll"

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man erkennen soll, von welchem Komponisten das Stück ist, schließlich geht um den Höreindruck. "Ich habe den Eindruck, dass das Stück von Beethoven ist." :p Vermutlich sollst du eine ungefähre stilistische und zeitliche Einordnung vornehmen können, d. h. wenn sie dir eine Nocturne von Chopin vorspielen (die du nicht kennst), schreibst du halt "Stück aus der Romantik" und klassifizierst es hoffentlich nicht als mittelalterlichen Choral. Dass eine Nocturne auch keinen "Ja, guten Morgen, ist heute nicht ein schöner Tag"-Eindruck vermittelt, solltest du auch berücksichtigen. Evtl. auffällige musikalische Stilmittel (Instrumenteneinsatz, Artikulation, Dynamik...) herausgreifen und beschreiben, welche Wirkung sie haben. Die Tonart musst du mit Sicherheit nicht erkennen, wenn du das Stück nur hörst. Allerdings ist es für die Beschreibung vielleicht ganz hilfreich, das Tongeschlecht raushören zu können. Wie gesagt, es geht um einen persönlichen Eindruck, gepaart bzw. begründet mit einigen fachlichen Hintergrundfakten, nicht um eine vollständige Analyse. Du sollst halt beweisen, dass du dich einigermaßen über Musik verständigen kannst und nicht nur sagen kannst: "Das ist aber ein trauriges Klavierstück."

Musikalisches Allgemeinwissen: Keine Ahnung. Vielleicht sowas wie "ungefähre Zeitangaben für die Epochen Renaissance, Barock, Klassik, Romantik", "aus welchen Teilen besteht die Sonatenform", "Nennen Sie die vier Vertreter der Klassik", "in welchem Jahrhundert wurde das Metronom erfunden", "was war C. P. E. Bachs Lieblingsnachtisch" :D

Naja. Wie gesagt, ich kenne die Bedinungen in den beiden Städten nicht, habe aber hier einige Zeit mal Musikwissenschaft studiert und kenne auch mittlerweile die akademischen Vorstellungen und Ansprüche allgemein recht gut. Wenn man sich in den musiktheoretischen Grundlagen einigermaßen frei bewegen kann, ohne über jedes zweite Wort zu stolpern, und wenn man mal ein paar Lexikonartikel über Epochen, Stilrichtungen, Komponisten gelesen hat, dann sollte man das schaffen, behaupt ich mal ganz kühn. Ich wünsch dir schon mal viel Glück und viel Spaß bei der Vorbereitung, aber lass dich nicht wahnsinnig machen.
 
R

Rodrigo

Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
176
Reaktionen
0
Hallo Arpeggio,

danke für deine umfassenden Informationen, sie haben mir schon sehr weiter geholfen. Ich habe jetzt einen Anhaltspunkt und kann nun gezieltere Fragen stellen (fals sich noch welche auftuen).

MFG
 
 

Top Bottom