merkfehler/hörfehler?

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autopoiesis
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guten morgen!

dann will ich mal aus meinem beobachterdunst hervortreten und mich auch mal an einem anfängerbeitrag versuchen, so schwer kann das ja nicht sein :blues:

Ich spiel jetzt knapp 1 Jahr Klavier und habe jetzt als neues Stück die Sonatina in C Dur (Op. 36, No.1) von Clementi von meiner KL bekommen.

Allerdings tritt hier mal wieder ein für mich altes, aber immer noch völlig ungelöstes Problem auf:
einerseits kann ich mir Stücke sehr schnell "auswendig" lernen, da es mit dem Notenlesen - wie bei vielen - so leider auch bei mir hapert. Einerseits kann ich zum Glück auf ein sehr schnelles Einprägungsgedächtnis zurückgreifen, andererseits prägen sich auch sehr schnell und scheinbar sehr fest auch Fehler oder sogar tatsächlich Stocker und frühere Gedächtnislücken ein. Dazu muss ich auch sagen, dass ich aus "Angst in der Klavierstunde nichts hinzukriegen" auch viel zu häufig wiederholend spiele und dann wenn wir in der Stunde ausbesserungen vornehmen von dem was ich mir beim eigenständigen Üben beigebracht habe, dann fängt das große Kauen an.

Momentan ärgert es mich besonders, ich spiele die Sonatina von Clementi und hatte mir erst mal nur die drei ersten Notenreihen angeschaut (bis zum ersten Wiederholungszeichen). Takt 7-8 hat für die rechte Hand Achtelnoten vorgesehen und für die linke Viertelnoten. Beim ersten eigenständigen Einüben des Stückes hab ich die rechte Hand lauter gespielt als die linke. In der letzten Stunde jedoch meinte meine KL, dass die rechte ein p spielen soll und die linke fast schon ein bestimmtes mezzopiano. Leider will sich mein Gedächntnis das partout nicht neu einprägen - es ist zum verrückt werden.
Meine KL meinte, dass sich das Gehör das schon anders eingeprägt hat, ich sollte es also eine oktave höher spielen und dann in die eigentliche zurückkehren. das problem ist nur, das ich es eine oktave höher schon gut hinbekomme, in der eigentlichen aber nach wie vor nicht, da macht das gehirn sofort wieder das alte falsche muster. Dazu kommt noch das ich die rechte Hand nicht flüssig leise spielen kann wenn die linke lauter spielen soll, da kommt in der rechten nur so ein stockiges gekrampfe heraus.

Ok, zu viel Text, da muss ich mich wohl beim nächsten Mal zurücknehmen :rolleyes:, aber vielleicht wühlt sich ja jemand durch den Wortsalat und hat den ein oder anderen nützlichen Tip?

Ich wollte jetzt erst einmal zum nächsten "Teil" des Stückes übergehen und dann nochmal an den Anfang zurückkehren, hab jetzt erst mal zwei Wochen keinen Unterricht, vielleicht lässt sich mein Gehirn/Gehör dann leichter umtrainieren??
 
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C
chiarina
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Meine KL meinte, dass sich das Gehör das schon anders eingeprägt hat, ich sollte es also eine oktave höher spielen und dann in die eigentliche zurückkehren. das problem ist nur, das ich es eine oktave höher schon gut hinbekomme, in der eigentlichen aber nach wie vor nicht, da macht das gehirn sofort wieder das alte falsche muster. Dazu kommt noch das ich die rechte Hand nicht flüssig leise spielen kann wenn die linke lauter spielen soll, da kommt in der rechten nur so ein stockiges gekrampfe heraus.


Hallo autopoiesis,

könnte es vielleicht sein, dass das Hauptproblem nicht die falsche Klangvorstellung, sondern die technische Umsetzung der verschiedenen Lautstärken in beiden Händen ist? Fällt es dir denn sonst leicht, links lauter als rechts zu spielen? Ist diese Stelle vielleicht sogar die erste, wo du mal links lauter als rechts spielen sollst?

Du spielst ja nocht so lange Klavier und da kommt es bei solchen Stellen oft zu Problemen. (Du hast übrigens gar keinen Wortsalat geschrieben! :) ). Gerade auch das "Umswitchen" der Gewichtsverteilung der Hände ist oft nicht einfach. Es gibt viele Möglichkeiten, so etwas zu trainieren. Wenn du in die Suchfunktion "unterschiedliche Lautstärken" eingibst, kommt eine ganze Menge zu dem Thema.


Wenn aber doch (oder auch) die Klangvorstellung das Problem sein sollte, könnten dir vielleicht Bilder und/oder Geschichten zum Verlauf weiter helfen. In diesem Fall könnte man sich vorstellen, dass beide Hände einen Dialog führen. Bisher hatte die rechte Hand das Sagen, jetzt will aber auch mal die linke Hand bzw. die Basslinie etwas erzählen oder Einspruch erheben. Nach dem Motto: "Hallo, ich bin auch noch da!"

Du könntest dir auch vorstellen, dass beide Hände (Stimmen) in einem Zwei-Personenstück auf einer Bühne stehen. Bis jetzt war die rechte Hand (Melodie) die Hauptperson, doch in dem von dir beschriebenen Moment tritt auch die linke Hand (Begleitung) mal ins Scheinwerferlicht. Die rechte Hand tritt dabei einen Schritt zurück und überlässt der linken Hand das Feld.

Es macht auch Spaß, mit den Händen/Stimmen einen Dialog zu führen. Um zu vermeiden, schon beim Üben auf eine Spielart eingestimmt/festgelegt zu sein, kannst du versuchen, flexibler zu üben. D.h. mal unterschiedliche Lautstärken beim einzeln und zusammen üben ausprobieren, unterschiedliche Artikulationsarten (staccato, legato, portato) .... .

Du kannst Entwicklungen in der Klangvorstellung auch sehr gut ohne Klavier "üben". Stell dir einfach nur vor, wie das Stück klingt und was dort alles geschieht ( = mentales Üben).

Viel Erfolg und viele Grüße

chiarina
 
E
Erdferkel
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Wenn Du Dir das tatsächlich von der Hörwahrnehmung "falsch" eingeprägt hast, könnte es vielleicht helfen, sich das mit einer vorbildlichen Aufnahme "richtig" einzuprägen.
 
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HotBird93
Guest
Mach dir keine sorgen. Ich hatte das selbe problem, nur anderstrum^^
Mein KL hat sich früher immer aufgeregt wieso ich links lauter spiele als rechts, obwohl ich rechtshändler bin. Chopins Etüde Opus 10 nr 3 ist zum Üben genau richtig. Der erste teil zumindest. Dort muss möglichst nur die oberste stimme gespielt werden und die andern PP. Du brauchst einfach Zeit bis du das richtige fingerspitzengefühl raus hast.
Und wenn das sogar bei mir Funktioniert hat dann heißt es was :D
Was einprägfehler angeht, die habe ich auch SEHR oft. Aber wie ein Chorleiter in unsrer Umgebung meinte,
der gerade einen Chor neu übernommen hat: "Ich werde nur neue Lieder üben, die Fehler der alten Lieder, die die Sänger im Kopf haben lassen sich nicht mehr verbessern"
 
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autopoiesis
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Danke erst mal für die lieben Ratschläge!

Das mit dem Dialog-Gedanken oder die aktivere Hand mehr beachten und ihr "gut zureden", wie es auch an anderer Stelle schon mal im Forum erwähnt wurde, hab ich mal ausprobiert. Das mentale Üben noch nicht, aber das ist mit Sicherheit auch ganz hilfreich, stelle mir aber vor, dass man dazu wirklich entspannt sein muss, wie beim Klavier spielen allerdings auch ;).
Es hapert bei mir immer ganz stark an der allgemeinen Geduld. Ich will immer die Verbesserung bis hin zur Flüssigkeit des Neu-Erlernten sofort als Effekt in der "Lerneinheit". Aber ich schätze mal, dass man da wirklich mit sehr viel mehr Geduld rangehen sollte und sich schon über kleinere Fortschritte in der Lautstärke-Kontrolle freuen. Quasi als Memo an mich selbst :).

Bei mir gesellt sich an dieser Stelle zu der Lautstärkeregelung allerdings noch das Problem, das ich immer noch nicht so wirklich einer Unabhängigkeit beider Hände nahe gekommen bin. Auch wenn ich die linke und die rechte Hand einzeln flüssig spielen kann, sobald sowas wie deutliche Lautstärkevariation links rechts hinzukommt wird mir erst wieder bewusst, das eine Hand quasi immer von der anderen abhängig ist. Aber vermutlich erwarte ich da wie immer zu viel von mir. Es ist leider schwierig, wenn man sein ganzes Leben lang gerne Musik gehört, aber nie ein Instrument erlernt hat und dann plötzlich feststellt, dass man mit fast 26 musikalisch gesehen ein Armeverknoter ist.

Aber nach dem was ihr schreibt und was ich auch andernorts schon gelesen habe, ist glaub ich auch einer der wichtigsten Punkte an seiner mentalen Einstellung zu arbeiten. Ich versuche immer mental meine Hände zu kontrollieren, anstatt sie einfach ihre natürlichen Fähigkeiten ausspielen zu lassen und mein Gehör als Wegweiser zu verwenden, so to speak :).

speziell zu HotBird93: Ich muss gestehen ich hab immer ziemlich Angst davor Passagen derart falsch einzuprägen, dass ich sie nicht mehr "bearbeiten" kann, wobei mir das glaub ich schon mehr als einmal passiert ist. Aber da ich gerade mal 7 Tage an diesem Stück sitze hoffe ich dass es noch nicht zu spät ist das Schiff zu wenden!
 
Guendola
Guendola
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Einmal eingeprägtes läßt sich nur schwer loswerden. Wenn du mit dieser Einstellung ans Üben gehst, ist der Frust schon nicht mehr so schlimm. :)

Bei mir funktioniert es am besten, wenn ich mir einen passenden Abschnitt aussuche und den so langsam spiele, daß ich genug Zeit habe, mich bewußt für die neue Variante zu entscheiden. Das wiederhole ich ein paar Mal und lasse es dann ruhen. Es hilft auch, die entsprechenden Stellen z.B. beim Warten auf den Bus oder in der Badewanne im Kopf durchzugehen. Je genauer die Vorstellung ist, die man von der Musik schon hat, desto leichter fällt es, sie auch zu spielen.

In deinem Fall würde ich ein oder zwei Takte vor der Stelle anfangen, an der links mf und rechts p spielen soll, denn dort mußt du ja umschalten. Falls erforderlich, auch gleich die Stelle, wo wieder zurückgeschaltet wird. Wenn das Umschalten klappt, ist das Halten der links/rechts Gewichtung vermutlich einfach und muß nicht mal extra geübt werden.

Um dich an die verdrehte Gewichtung zu gewöhnen, kannst du noch zwei Übungen machen:

- Links alleine spielen, sobald die Stelle kommt (vorher beidhändig)
Das dient dazu, dir die Melodie zu verdeutlichen

- Links und rechts zeitlich getrennt anschlagen, also immer da, wo links und rechts gemeinsam anschlagen würden, rechts machklappern, und links schön deutlich/laut, rechts so leicht (und leise) wie möglich. Danach sehr langsam gemeinsam, aber nur dann, wenn es links lauter als rechts geht. Ansonsten wieder mit nachklappern spielen und für den Tag abhaken.
Das ist dazu da, sich an die Gewichtung zwischen links und rechts zu gewöhnen, zum einen klanglich, vor allem aber muß man das Spielgefühl kennen lernen. Das Spielgefühl koppelt sich an die entsprechende Stelle und damit wird es wesentlich leichter, "richtig" zu spielen.
 
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