Macht man sich beim üben auf dem Digipiano den Anschlag kaputt?

Und wenn das Ziel ist, auf einem Upright zu spielen? Ich frage, da wir Amateure neben unserem eigenen Instrument doch eher mal an einem Upright als an einem Flügel spielen

Ein guter Flügel reagiert viel empfindlicher als ein Upright. Wer mit einem Flügel gut umgehen kann, wird mit Uprights kaum Probleme haben - deshalb machst du nichts falsch, wenn du dir einen Flügel kaufst. :-)

Ideal ist es natürlich, immer wieder auf verschiedenen Instrumenten zu üben - wenn du es optimal haben willst, kauf dir gleich mehrere Flügel! :lol:
 
Meine Erfahrung: Den Anschlag macht man sich nicht kaputt; man lernt ihn gar nicht erst sehr gut. Damit meine ich vor Allem die Umsetzung von Dynamik.
Ich kann mir gut vorstellen, dass man einen bereits gut ausgeprägten Anschlag hinsichtlich der Dynamik wieder verschlechtert, wenn man zu lange auf einem Digi übt.
Ein guter Flügel reagiert viel empfindlicher als ein Upright.
Und ein Upright viel empfindlicher als ein Digi.
Ist so ein wenig wie Trabbi, VW und Mercedes (jedoch kostenumkehrend). Wer nen Trabbi gut fahren kann, kann alles gut fahren. :-)
 
Und wenn das Ziel ist, auf einem Upright zu spielen? Ich frage, da wir Amateure neben unserem eigenen Instrument doch eher mal an einem Upright als an einem Flügel spielen
Und wenn das Ziel ist, auf einem Digitalpiano zu spielen? ;-)

Ich denke, das Ziel ist eher, Musik zu machen. Wen stört, daß ein Amateur den D-Steinway nicht perfekt bis zur letzten Nuance beherrscht? Wenn dieser außer im Laden sowieso niemals einen unter die Finger bekommt? Wenn schon die nächste Übezelle zwei Stunden Reisezeit entfernt ist, bleibt auch das (von den Kosten mal ganz abgesehen) für den hauptberuflichen Nichtmusiker blanke Theorie.
 
Also, um es nochmal zu präzisieren. Ich bin glücklicher Besitzer eines Bösendorfer 130 Klaviers, das ich aber nicht benutzen kann, weil unsere Wohnung zu klein ist, bzw. wegen der Nachbarn. Einen Überaum mit Klavier oder gar Flügel finde ich hier in Stuttgart nicht, ebensowenig wie einen bezahlbaren Raum, wo ich mein Klavier reinstellen kann. Ein Avant Grand wäre also für mich die Verzweiflungslösung, dass ich überhaupt halbwegs gut üben kann.
 

Ein E-piano braucht doch nur ein paar Zentimeter weniger Platz als ein Klavier. Mit Nachbarn kann man reden, und die müssen eine gewisse Stundenzahl auch dulden.
 
Ein Avant Grand wäre also für mich die Verzweiflungslösung, dass ich überhaupt halbwegs gut üben kann.
Du mußt gar nicht so hoch greifen. Wenn du dich in der in meiner ersten Antwort beschriebenen Preisklasse umsiehst, bist du mit einem elektronischen Klavier bereits hervorragend bedient.

Ich habe jahr(zehnt)elang auf "überhaupt kein Klavier vorhanden" geübt und das hat meinem Anschlag viel mehr geschadet, als mein (günstiges) Digi. :-D
 
Ein E-piano braucht doch nur ein paar Zentimeter weniger Platz als ein Klavier. Mit Nachbarn kann man reden, und die müssen eine gewisse Stundenzahl auch dulden.

Wenn man mit Nachbarn ein gutes Verhältnis haben will, kämpft man nicht mit juristischen Argumenten und lässt auch den Anwalt weg - man einigt sich irgendwie. Das läuft immer auf eine Begrenzung der Übezeit hinaus.
Ein Pianino (davon ist doch in obigem Zitat die Rede) ist nun wirklich nicht das ideale Teil für gute dynamische Gestaltung - jedenfalls fast keines der Instrumente, die ich je kennengelernt habe - und das sind viele!
Diese sind Welten von einem guten Flügel entfernt. Nix ppp.
Außerdem bauartbedingt: Kein una corda. Kein Haltepedal. Also z.B. nix "Jimbo's Lulleby".
Mein Digi (8,5 k€) ist spieltechnisch und klanglich viel näher am Flügel als ein Pianino.

Grüße
Manfred
 
Zuletzt bearbeitet:
Was für ein Digi ist das denn genau?
...

Yamaha Modus H01

Hier zeige ich es:
...
klavier_7_.jpg

...

Mich hat deine Formulierung "müssen" gestört.

Grüße
Manfred
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Pianino (davon ist doch in obigem Zitat die Rede) ist nun wirklich nicht das ideale Teil für gute dynamische Gestaltung - jedenfalls keines der Instrumente, die ich je kennengelernt habe - und das sind viele!
Diese sind Welten von einem guten Flügel entfernt. Nix ppp.
Außerdem bauartbedingt: Kein una corda. Kein Haltepedal. Also z.B. nix "Jimbo's Lulleby".
@abschweb offenbar hast du bislang noch kein zwischen 20-30k teures "Pianino" von Steingraeber, Thümer etc. ausprobiert - es gibt durchaus "Pianinos", die klanglich und mechanisch (Tonstärkendifferenzierung) jedem Elektroteil überlegen sind. Was diese Instrumente aus rein physikalischen Gründen nicht leisten können, ist die in wenigen ultraschwierigen Stücken erforderliche rasante Repetition (Liszts Liebestod gelingt auf einem ordentlichen Flügel zuverlässiger als auf dem teuersten Pianino - aber welcher Hobbyspieler kann die Tremoli und Akkordrepetitionen dieses Brechers?...) aber für das meiste unterhalb dieses extremen Schwierigkeitsgrads genügen gute Klaviere allemal.
 

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