Lockdown Klavierunterricht privat erlaubt?

Falls eintreten sollte, was Herr Wieler prophezeit (in wenigen Wochen höhere Fallzahlen als an Weihnachten), dann wird der nächste Lockdown aller Wahrscheinlichkeit am 31. März in Kraft treten, um noch höhere Fallzahlen zu vermeiden. Falls die Neuinfektionen - gemäß Wielers Prognose - tatsächlich deutlich über 30.000 liegen sollten, dann wird der "Oster-Lockdown" wahrscheinlich restriktiver als der vorherige ausfallen.

Ich frage mich, was die sich in Anbetracht von 50 > ne, besser 35 > ache ne bis 100 und B.1.1.7 gedacht haben. Immer wieder haben sie vor den Mutationen gewarnt und dann kommt plötzlich die Kehrtwende.

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass sie - erklärungsmüde - in etwa das gedacht haben: „Was, die wollen Lockerungen!? Na gut, sollen sie bekommen und sehen was sie davon haben“. Oder sie wollten durch die jetztige Provokation von höheren Fallzahlen den nächsten Lockdown vor Ostern provozieren, damit die Neuinfektionen durch Osterurlaube und mehr Kontakte nicht noch deutlicher steigen. Nach der Devise: Wir müssen Ostern alle brav sein, sonst wird es noch schlimmer.

Wie dem auch sei, der nächste Lockdown wird Eure Überlegungen - wer wann und mit wem und wie viele - dann erstmal auf Eis legen.

Mir tut das alles sehr leid für Euch und alle, deren Existenz durch die Pandemie bedroht ist. Aber ich will mir nicht vorstellen, was passierte, wenn alles normal weiterliefe.
 
@agraffentoni , danke für diese Fragen! Seit Jahrtausenden gibt es Viren und im Moment schreit die Welt, dass wir unverwundbar werden sollen.
Schutz der vulnerablen Gruppen ist so etwas von vernachlässigt worden.
Ich habe es von Anfang an nicht begriffen und tue es bis heute nicht.
Falls wir uns irgendwann in drei Jahren von den Filtertüten und anderen Hygienevorschriften entfernen sollten, werden uns kleinere Infekte dahinraffen, weil wir nix mehr gewöhnt sind.
Was tut ein Muskel, wenn man ihn nicht trainiert?...
 
Kommenden Montag um 22.50 Uhr:

ARD-Doku zeigt Covid-19-Behandlung an Charité​

8.36 Uhr: Maschinen, Schläuche und Handgriffe, die sitzen müssen: Eine TV-Dokumentation zeigt den harten Kampf um das Leben von schwer erkrankten Covid-19-Patienten an der Berliner Charité. Sie wird am Montagabend im Ersten gezeigt (22.50 Uhr). Es sind Einblicke in den Arbeitsalltag von Ärztinnen und Ärzten, von Intensivpflegepersonal und anderen beteiligten Berufsgruppen - und in die Schicksale hinter den nüchternen Corona-Statistiken.
 
Seit Jahrtausenden gibt es Viren und im Moment schreit die Welt, dass wir unverwundbar werden sollen.
Da ist sie wieder, die Polemik. Es nervt!!!! Args! ;-)
Es geht nicht um Unverwundbarkeit sondern um die Belastbarkeit des Gesundheitssystems*. Wie schnell das mit welchen Folgen kollabiert kann man gleich in mehreren Ländern und Großstädten beobachten.
Ich frage mich, was die sich in Anbetracht von 50 > ne, besser 35 > ache ne bis 100 und B.1.1.7 gedacht haben.
Eigentlich wurde das ganz gut kommuniziert:
"Wir lockern vorsichtig, beobachten das 14 Tage, wenn scheisse, dann machen wir das wieder rückgängig, wenn stabil dann lockern wir vorsichtig weiter. Dabei schauen wir nicht nur auf Inzidenzwerte sondern auch auf Krankheitsverläufe".

Natürlich wird dabei nicht nur auf das RKI gehört (dann wäre alles zu) sondern auch auf Leute wie @Tastatula (Ethik, Wirtschaft), die auf die sozialen und wirtschaftlichen Schäden und deren Folgen hinweisen. Massive Schäden sind unvermeidbar, weltweit. Es geht darum, welche Schäden wie erträglich sind. Das sieht jeder etwas anders.
falls wir uns irgendwann in drei Jahren von den Filtertüten und anderen Hygienevorschriften entfernen sollten, werden uns kleinere Infekte dahinraffen, weil wir nix mehr gewöhnt sind.
Das glaube ich nicht. Seit Jahrtausenden (Jahrhunderten?) werden Filtertüten und Hygienevorschriften ganz ähnlich angewendet und die Population hat sich nach jeder größeren Pandemie nicht nur erholt sondern ist gestiegen.

*) Darüber, dass es hier seit Jahrzehnten und auch im letzten Sommer Versäumnisse gab, sind wir uns sicher einig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Natürlich wurde auch mit Blick auf die Wahlen gelockert ... eventuell in der Hoffnung, dass dann einige vollkommen konsumbetäubt doch wieder ihre Kreuze an gewohnter Stelle machen.
Man sollte bei der Bewertung der Massnahmen bzw. ihrer Lockerungen immer auch die Umfragewerte für die Parteien und Einzelpolitiker im Auge behalten ... denn in diesem Lichte ergibt das oft eben doch "Sinn".

Leider harmoniert dieser Sinn nur sehr schlecht mit unserem Irrglauben an das, was Politiker eigentlich tun sollten. Also lieber nicht drüber nachdenken, dass die eigentlich nur Stimmenfang betreiben müssen.
 
Schutz der vulnerablen Gruppen ist so etwas von vernachlässigt worden.
Ich habe es von Anfang an nicht begriffen und tue es bis heute nicht.

Liebe Tastatula,

ich habe dieses Argument schon so oft gehört, auch von den Unterzeichnern der Great Barrington-Erklärung - ich widerspreche vehement!

Die einzige Möglichkeit, vulnerable Gruppen effektiv zu schützen, ist die totale Isolation. Will man das? Ist das menschlich? Willst Du das?! Was Pflegeheime angeht, sind es nicht nur die Bewohner, sondern auch das gesamte Pflegepersonal, das isoliert werden muss. Auch Ärzte und Therapeuten, die von außen kommen, um nötige Hilfe zu leisten.

Meine Schwester ist Leiterin eines Pflegeheims, insofern habe ich einen ganz guten Einblick. Die Pflegeheime haben wirklich alles getan, um Infektionen mit Corona zu verhindern. Was im März letzten Jahres noch möglich war, hat Ende 2020 völlig versagt. Die Infektionen in der Bevölkerung waren zu weit verbreitet, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher infiziert ist, sehr gestiegen ist.

Die Folge: in fast allen Pflegeheimen Ausbrüche. Die betrafen oft die Hälfte der Bewohner einschließlich des Pflegepersonals. Denn der Virus breitet sich schnell aus, weil erst nach ein paar Tagen Symptome auftreten. Gott sei Dank gibt es mittlerweile Schnelltest - die sind ein sehr wichtiges Mittel, um Bewohner zu schützen und nicht vollkommen zu isolieren. Mittlerweile sind auch fast alle geimpft.

Meine Nichte arbeitet auf der Covid-Intensivstation. Diesen Menschen, die direkt und täglich mit Covid 19 und Corona zu tun haben, brauchst du nur mal erzählen, "Schutz der vulnerablen Gruppen", "Corona ist harmlos" - die fassen sich nur fassungslos an den Kopf. Auf der Intensivstation liegen übrigens immer wieder 30jährige und 50jährige ohne Vorerkrankungen, die beatmet werden.

Was heißt überhaupt "vulnerable Gruppen"? Viele alte Menschen leben in Mehrgenerationenhäusern mit ihren Familien zusammen - wie willst du die denn schützen? In Deutschland gehören außerdem bis zu 40% der Bevölkerung zur Risikogruppe - Vorerkrankungen wie Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenkrankheiten .... - wie willst du die schützen?

Ich verstehe den Wunsch, vulnerable Gruppen zu schützen! Das klingt erstmal gut! Aber es ist meiner Meinung nach wirklich das Unrealistischste vom Unrealistischen - es sei denn, man isoliert diese Menschen vollkommen oder begegnet ihnen nur in medizinischer Schutzkleidung.

Die 23jährige Tochter einer Schülerin, die nur zwei Tage Symptome hatte, hat seitdem (ein komplettes Jahr) Geruchs- und Geschmacksverlust und kann kein Gemüse, keinen Knoblauch u.a. mehr essen, weil das alles sehr eklig schmeckt.

Ich glaube und hoffe, dass allmählich durch Impfung und Schnelltest (wenn das alles mal klappt) sich die Situation verbessern wird. Letztlich geht es ja nicht um die Infektionszahlen, sondern um die Verbreitung in den vulnerablen Gruppen, Todesfälle und die Auslastung der Intensivstationen. Ich hoffe auch, dass dann die Ampel kommt und nicht mehr nur auf die Infektionszahlen geschaut wird.

Liebe Grüße

chiarina
 
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Eigentlich wurde das ganz gut kommuniziert:
Das weiß ich aber es ändert nichts daran, dass ich die Öffnungen für gefährlich halte. Die Leute haben es satt, sie werden immer unvorsichtiger (was wir auch an unseren steigenden Fallzahlen sehen können). Wir hätten uns - so schwer und nervtötend es auch ist - noch etwas gedulden sollen bis steigende Temperaturen und Impfungen allmählich eine Entspannung bewirken werden.

PS
Mal sehen, was die Vorkommnisse in Dresden verursachen werden.
 
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Es geht nicht um Unverwundbarkeit sondern um die Belastbarkeit des Gesundheitssystems*. Wie schnell das mit welchen Folgen kollabiert kann man gleich in mehreren Ländern und Großstädten beobachten.
Es geht also um die Verwundbarkeit eines aus Gründen der Wirtschaftlichkeit kaputtgesparten Systems?
Ohja ... das ist ganz toll ... Achtung, die Hose könnte kaputtgehen, wenn man sie trägt ... also trägt man sie besser nicht.

Dass unsere Gesundheitssysteme seit ihrer weitestgehenden Prvatisierung nicht sehr belastbar sind, ist seit Jahrzehnten klar. Denn "WIrtschaftlichkeit" ist eben immer nur wirtschaftlich im Bezug auf einen festgelegten Bilanzierungszeitraum. Weite Teile des Gesundheitssystems (insbesondere die, bei denen nur schwer Gewinn zu erwirtschaften ist) sind im Grunde schon mit dem Standardbetrieb überfordert (die ewige Leier vom Pflegenotstand gäbe es sonst nicht).
Natürlich schafft ein solches System keine Sicherungen für Ausnahmebelastungen, denn die Kosten nunmal Geld, schmälern damit den Gewinn und DAS macht beteiligte Privatinvestoren unzufrieden und wirkt auf potenzielle Investoren nicht gerade attraktiv.
Schlimmer noch ... sogar dort, wo man auf Privatinvestoren nicht angewiesen sein sollte (staatliche Einrichtungen) schafft man keine Rücklagen oder Sicherungen für den Katastrophenfall ... denn da gibts dann eben immer ein paar Wähler oder Steuerzahler, die fragen, warum man denn die Umlagesysteme mit so etwas teurem belasten müsste.
Ausserdem muss das Angebot ja auch konkurenzfähig sein ... und zumindest die private Konkurenz schielt ausschließlich auf Gewinne.

Hier habe ich bisher noch nicht sowas lesen müssen, aber in vielen anderen Foren kommt ganz gerne mal der Einwand, man lebe ja gesund und nehme die Umlagesysteme daher nur sehr wenig in Anspruch ... warum soll man da z.B. für die Lungenkrebs-Therapie eines Rauchers mitbezahlen. Oder eben für Sicherungssysteme, die primär Menschen dienen, die (O-Ton aus einem anderen Forum) ja "eh nicht mehr lange leben".
Die Antwort ist so simpel, dass man an der Intelligenz der Menschen durchaus zweifeln muss ... denn JEDER wird irgendwann mal alt, und das bringt in den allermeisten Fällen auch irgendwelche gesundheitlichen Probleme mit sich (durch Vorsicht und einen gesunden Lebensstil kann man das lediglich nach hinten verschieben).

Man sollte also nicht fragen, warum man sich das leisten sollte, sondern man sollte Fragen, was die Folge sein kann, wenn man sich das nicht leistet (und auch diese Folgen kann man in vielen Ländern beobachten in denen es eben keine Umlagesysteme zur Gesundheits- oder sonstigen Vorsorge gibt).
Aber was solls ... der Blick über den Tellerrabnd fällt halt vielen von uns nicht ganz so leicht.

Ich finde es schon sehr positiv, dass hier anders diskutiert wird ... auch und gerade, weil hier primär Menschen über Covid diskutieren, die selbst von den Massnahmen wirtschaftlich betroffen sind, aber aufgrund von "Vermögenswerten" (z.B. ein Flügel - je nach Preis kann man davon locker ein paar Jahre leben) kaum Chance auf staatliche Unterstützung haben.

Es ist schön, zu sehen, dass gerade Betroffene doch ziemlich nüchtern über das Thema diskutieren können ... in einem anderen Forum, in dem breit darüber diskutiert wurde, musste der entsprechende Faden alle paar Wochen geschlossen werden, da die Diskussion einfach eskaliert ist.
Dort wurde in den letzten 12 Monaten regelmäßig Leuten erklärt, sie seien an ihrer Notlage ja selbst schuld, da sie sich für einen Beruf entschieden haben, der in dieser Krise eben nicht mehr ausgeübt werden kann und nun die "nörige Flexibilität" verweigern, indem sie nicht einfach auf etwas profitables umsattelten, nachdem sie ihren "Fehler" erkannt haben.

Ich denke, dass das Menschen, die sich (eventuell sogar entgegen der Empfehlungen im Umfeld) dafür entschieden haben, sich auf eine "brotlose Kunst" zu konzentrieren, einfach nicht mehr schockt. Die kennen das ... und daher ist es indiskutabel, denn man hat den Beruf ohnehin nicht aufgrund finanzieller Zukunftssicherheit gewählt sondern weil man z.B. den Wunsch verspürt, sein eigenes kulturelles Kapital (Bordieu) weiter zu vermitteln und es dabei in ein wenig wirtschaftliches und soziales Kapital umzuwandeln.
Wer Bock auf Geld hat, der wird nicht unbedingt Musiker ... oder betreibt Musik eben lediglich als privates Hobby im stillen Kämmerlein.
 
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Keinem Musiker darf ALG II aufgrund Vermögens in Form seines Instrumentes abgelehnt werden. Dies als freundlicher Hinweis an alle zu verstehen ;-)
Aber ist es nicht so, dass ein Musikinstrument gepfändet werden darf, während ein Fernseher als „unverzichtbarer Bestandteil eines menschenwürdigen Lebens“ (oder so ähnlich) nicht gepfändet werden darf?
 
Aber ist es nicht so, dass ein Musikinstrument gepfändet werden darf, während ein Fernseher als „unverzichtbarer Bestandteil eines menschenwürdigen Lebens“ (oder so ähnlich) nicht gepfändet werden darf?
@Demian , völlig anderes Rechtsgebiet...
Wie gesagt, wollte nur einen lieb gemeinten Hinweis geben, keinesfalls Rechtsberatung :heilig:
 
Es ist schön, zu sehen, dass gerade Betroffene doch ziemlich nüchtern über das Thema diskutieren können
Das gefällt mir auch. Es ist sehr schwierig, über ein Thema, das viele Wahrheiten hat, zu diskutieren, weil natürlich - und das meine ich nicht vorwerfend, jeder denkt, dass er den richtigen Weg in seinem Denken beschreibt.
Die Pflegeheime haben wirklich alles getan, um Infektionen mit Corona zu verhindern.
Das ist sicher bei dem Heim Deiner Schwester der Fall und sicher auch bei vielen anderen und bei sehr vielen eben nicht. Die Frage ist, wie sehr hat der Staat den Pflegeheimen unter die Arme gegriffen? In NRW gibt es Heime, die jeden Besucher testen, es gibt aber immer noch viele - zumindest vis vor Kurzem -, die es nicht tun. Da fehlen natürlich Hilfskräfte. Wieder frage ich: Was macht der Staat?
Boris Palmer hat sich der Sache etwas anders angenommen, als der Mainstream.
In diesem Artikel kann man es zusammengefasst sehr schön lesen:
 
Aber ist es nicht so, dass ein Musikinstrument gepfändet werden darf, während ein Fernseher als „unverzichtbarer Bestandteil eines menschenwürdigen Lebens“ (oder so ähnlich) nicht gepfändet werden darf?
Zum Ermessensspielraum des zuständigen Sachbearbeiters beim Amt (heißt "Fallmanager") gehört durchaus auch die Einschätzung, wie "unverzichtbare" Gegenstände beschaffen sein müssen. Er kann also durchaus verlangen, dass hochwertige Artikel veräußert werden, wenn ein "menschenwürdiges Leben" oder eine Ausübung des Berufes auch mit einem preisgünstigeren Modell sichergestellt wäre. Zunächst wäre dann der erzielte Gewinn aufzubrauchen, bevor ein Anspruch auf ALG II eingeräumt wird. Je nachdem, an was für einen Berater man gerät...!

Ob ein solcher Tausch von Wirtschaftsgütern tatsächlich eingefordert wird, hängt natürlich nicht nur vom Ansprechpartner im Jobcenter ab: gerade Unterhaltungselektronik (weil gerade ein TV-Gerät als Beispiel genannt wurde) verliert binnen kurzer Zeit oftmals so viel an Wert, dass ein Verkauf nicht mehr lohnt. Bei etwa einem Steinway-B-Modell bleibt der Verkaufswert jahrzehntelang hoch - eine volle Klaviatur mit 88 Tasten besitzen auch deutlich preisgünstigere Instrumente. Wer nun darauf beharrt, zur Berufsausübung nicht weniger als ein hochwertiges Instrument zu benötigen, wird mit der Gegenfrage konfrontiert, warum er dann trotzdem nicht einmal ein Existenzminimum mit seiner Tätigkeit zu erzielen imstande sei. Spitzenkräfte haben auch in Krisensituationen ihren Marktwert und ihren Preis - und eisern seine Prinzipien verteidigen, nachdem man schon längst alles verloren hat, das gilt nun mal nicht als besonders gut vermittelbare Einschätzung in eigener Sache. Wäre man nicht in einer schweren wirtschaftlichen Notlage, müsste man ja nicht bei den Ämtern in erniedrigender Weise um Sozialkohle betteln gehen. Man unterschätze nicht die Hartnäckigkeit und Sturheit mancher Sachbearbeiter in vielen Amtsstuben.

LG von Rheinkultur
 
Zum Ermessensspielraum des zuständigen Sachbearbeiters beim Amt (heißt "Fallmanager") gehört durchaus auch die Einschätzung, wie "unverzichtbare" Gegenstände beschaffen sein müssen. Er kann also durchaus verlangen, dass hochwertige Artikel veräußert werden, wenn ein "menschenwürdiges Leben" oder eine Ausübung des Berufes auch mit einem preisgünstigeren Modell sichergestellt wäre. Zunächst wäre dann der erzielte Gewinn aufzubrauchen, bevor ein Anspruch auf ALG II eingeräumt wird. Je nachdem, an was für einen Berater man gerät...!
Sofern verwertbares, nicht geschütztes Vermögen welches zum ALG II Ausschluss führt vorliegt, besteht kein Ermessen! Das ist ein juristischer Fachbegriff, und 12 SGB II gibt keinen Raum für ein Ermessen. Auch Pfändung hat nichts mit dem SGB II zu tun. @Demian hat hier eher die ZPO ins Spiel gebracht.

Mein Beitrag
Keinem Musiker darf ALG II aufgrund Vermögens in Form seines Instrumentes abgelehnt werden. Die
Ist zwar zugegebenermaßen stark verkürzt. Im Ergebnis läuft es aber darauf hinaus.
 
Mir drängt sich der Verdacht auf, dass sie - erklärungsmüde - in etwa das gedacht haben: „Was, die wollen Lockerungen!? Na gut, sollen sie bekommen und sehen was sie davon haben“. Oder sie wollten durch die jetztige Provokation von höheren Fallzahlen den nächsten Lockdown vor Ostern provozieren, damit die Neuinfektionen durch Osterurlaube und mehr Kontakte nicht noch deutlicher steigen. Nach der Devise: Wir müssen Ostern alle brav sein, sonst wird es noch schlimmer.
Mit so einer Denkweise schießen sich die Politiker doch ins eigene Bein. Denn: erst Lockerungen und dann wieder alles schließen, und das in einem Wahljahr?
Trotz allem bin auch ich der Meinung, dass die Lockerungen ein "wahlpolitisches" Manöver waren.
Womit ich meine Argumentation oben gerade ad absurdum führe, so was blödes.

Was man vor Augen haben sollte: Deutschland ist keine Insel, und die große Gefahr ist, dass - vielleicht nicht hier - irgendwann eine Mutation auftaucht, bei der die Impfungen nichts mehr nützen, also eine Mutation, für die eine neue Impfung gefunden werden muss. Dann geht der "Spaß" von neuem los. Davor habe ich richtigen Bammel. Weil es Politiker gibt, die diesen Virus ignorieren, oder einen auf dicke Hose machen (s. Bolsonaro), und das nicht nur auf Kosten der Gesundheit der eigenen Bevölkerung, sondern der Weltbevölkerung.
Je mehr sich ein Virus austoben darf, umso mehr mutiert er, umso größer die Gefahr, das Mutationen außer Kontrolle geraten.

Was den Schutz der "vulnerablen" Gruppe angeht: Viele Menschen wissen nicht, dass sie zu dieser gehören. Viele Menschen haben Grunderkrankungen wie Diabetes oder eine Herzerkrankung, oder oder, von denen sie nichts wissen. Ich bin total sportlich, schlank, aber habe einen schlechten Diabetes-Wert (familiär bedingt). Letztes Jahr im März war es laut Arzt eine Grippe, heute sagt er, aufgrund der Ansteckungs-Umstände und Symptome, dass es garantiert Corona war. Ich war noch nie so krank, mit wochenlangem Geruchs-Geschmacksausfall und wochenlanger "Rekonvaleszenz"... Und das war, für die Statistik, ein "mittlerer" Verlauf.
 

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