Lieber einen Bechstein in der Hand als eine Taube auf dem Dach?

Dh es gab eine Stimmung nach dem Umzug und im April wird der jährliche Zyklus begonnen.
Perfekt zusammengefasst, genau so habe ich es oben auch in aller Kürze andeuten wollen. Das Instrument ist zwei Jahre lang nicht gestimmt worden, das war nun nach dem Umzug für das Seelenheil beim Spielen einfach nötig. Wie Flieger schreibt, beginnt dann ab dem späten Frühjahr der eigentliche, reguläre Zyklus der Wartung & Stimmung.
Ich bin übrigens selbst gespannt, wie sich die Stimmhaltung durch die Jahreszeiten entwickelt, denn ich bin da recht sensibel ...
 
Dann würde mein Klavierstimmer arm werden, ich höre nämlich nichts Auffälliges. Die letzten Male "standen" beide vor dem Stimmen noch immer bei 440 Hz.

Wo der Kammerton "steht", ist mir komplett wumpe, aber unreine Chöre gehen einfach gar nicht. Und ein 100 Jahre alter Flügel, der nach 3 Monaten immer noch komplett rein ist, steht entweder in einer Klimakammer und wird nicht gespielt - oder hat einen etwas schmerzfreieren Besitzer als mich.
 
@ Marlene: Diplomatische Fingerzeige sind mir sehr sympathisch, aber mit mir kann man gerne auch Klartext sprechen :-) . Das ist kein Problem. Ich freue mich wirklich über Eure Erfahrungen, denn für uns ist das ja wirklich noch alles Neuland.
 
ein 100 Jahre alter Flügel, der nach 3 Monaten immer noch komplett rein ist, steht entweder in einer Klimakammer und wird nicht gespielt
Warum ist das so? Sitzen da die Stimmwirbel lockerer? Könnte man das mit dickeren Stimmwirbeln beheben oder ist es das Stimmstockmaterial?

Oder reagiert das Holz stärker auf Veränderungen, weil die alte Lackierung keine so gute Isolation bietet?
 
Meine Erfahrungen zum Thema Stimmzyklus:

Es gibt Leute, die achten wegen Sommer/Winter und Heizperiode auf den Stimmtermin und die fragen sich, wann der beste Termin sei. Das sind meist genau die Leute, die mich regelmäßig bestellen. Regelmäßig alle 5 Jahre. So nach dem Motto: ist gerade Winter, ich warte noch die Heizperiode ab. Im Sommer dann: ist ja bald Winter, da warte ich noch........

Am sinnvollsten ist es, einen Stimmer zu bestellen wenn man hört, dass es verstimmt ist. Und wenn das 3-4 mal im Jahr der Fall ist, dann ist das halt so. Und wenn das eigentlich nur alle 10 Jahre so ist, dann ist das halt auch so. Aber dann sollte man trotzdem mindestens alle 2 Jahre einen Stimmer rufen, denn ansonsten ist das Instrument irgendwann einen halben Ton zu tief.

Es gibt aber einen Fall, wo ich regelmäßige Stimmung nach Jahreszeiten empfehlen würde: wenn das Instrument regelmäßig stark bzw. für den Spieler hörbar verstimmt ist und er bereit ist, zwei mal im Jahr stimmen zu lassen. Dann empfehle ich, 4-6 Wochen nach Beginn und 4-6 Wochen nach Ende der Heizperiode stimmen zu lassen.
 
Warum ist das so? Sitzen da die Stimmwirbel lockerer? Könnte man das mit dickeren Stimmwirbeln beheben oder ist es das Stimmstockmaterial?

Oder reagiert das Holz stärker auf Veränderungen, weil die alte Lackierung keine so gute Isolation bietet?

Weder, noch. Mein Flügel ist in aktiver Benutzung, täglich, und damit verstimmt er sich nun einmal.
 
Der Resonanzboden hat bei unterschiedlichen Luftfeuchtigkeiten eine höhere oder niedrigere Spannung gegen den Saitendruck auf den Steg, mit der Folge, das sich da halt was im Gesamtgefüge der Stimmung verändert.
Das ist mir schon klar, aber @OE1FEU hat explizit auf das Alter verwiesen. Deswegen die Frage, was bei einem 100 Jahre alten Flügel anders als bei einem neuen ist.
 
Liegt das an deinen toleranten Ohren oder am guten Aufstellungsort für die Instrumente?

Meine Ohren sind alles andere als tolerant. Es liegt - ja @Henry & Co bei mir ist es so! - an der sehr dezenten Fußbodenheizung. Und an der sehr harmonischen Luftfeuchtigkeit die kaum Schankungen unterworfen ist. Der gute Klavierstimmer hat sicherlich auch einen Anteil daran.
 
Und ein 100 Jahre alter Flügel, der nach 3 Monaten immer noch komplett rein ist, steht entweder in einer Klimakammer und wird nicht gespielt - oder hat einen etwas schmerzfreieren Besitzer als mich.

Wenn es nach mir ginge würde der Stimmer nichtmal jedes Jahr kommen. Beide hören sich gut an und mir fällt seit längerer Zeit kein unangehmer Ton auf (es sei denn, die Befestigung des großen Deckels verursacht zirpende Klänge).

Welche tägliche Spielzeit ist denn erforderlich, um die Stimmung zu pflegen, @OE1FEU ?

Falls ich weiterhin so beflügelt bin wie seit dem 19.12. - ich komme täglich auf 60-90 Minuten - müsste eine Verstimmung vermutlich bald hörbar sein.
 

Meine Erfahrungen zum Thema Stimmzyklus:

Es gibt Leute, die achten wegen Sommer/Winter und Heizperiode auf den Stimmtermin und die fragen sich, wann der beste Termin sei. Das sind meist genau die Leute, die mich regelmäßig bestellen. Regelmäßig alle 5 Jahre. So nach dem Motto: ist gerade Winter, ich warte noch die Heizperiode ab. Im Sommer dann: ist ja bald Winter, da warte ich noch........

Am sinnvollsten ist es, einen Stimmer zu bestellen wenn man hört, dass es verstimmt ist. Und wenn das 3-4 mal im Jahr der Fall ist, dann ist das halt so. Und wenn das eigentlich nur alle 10 Jahre so ist, dann ist das halt auch so. Aber dann sollte man trotzdem mindestens alle 2 Jahre einen Stimmer rufen, denn ansonsten ist das Instrument irgendwann einen halben Ton zu tief.

Es gibt aber einen Fall, wo ich regelmäßige Stimmung nach Jahreszeiten empfehlen würde: wenn das Instrument regelmäßig stark bzw. für den Spieler hörbar verstimmt ist und er bereit ist, zwei mal im Jahr stimmen zu lassen. Dann empfehle ich, 4-6 Wochen nach Beginn und 4-6 Wochen nach Ende der Heizperiode stimmen zu lassen.


Ich sag auch immer zum Kunden "melden Sie sich einfach wennst verstimmt ist, des hören Sie schon. Aber einmal im Jahr wär grundsätzlich sinnvoll"

Ok, hab auch Kundschaft welche Quartalsmäßig stimmen läßt, da ist natürlich weniger Arbeit und da mach ich dann auch entsprechende Sonderpreise.

Andere wiederum melden sich mal alle 5 Jahre "Ja, das Klavier bräuchte vielleicht mal wieder eine Stimmung" -die haben sich einfach mal an die Verstimmung gewöhnt und meinen "es könne je vielleicht mal nachgezogen werden" und merkten es nicht, daß das Instrument inzwischen an Höhe verloren hat.
 

Da gibt es eigentlich nicht viel zu überprüfen, denn da sitzt alles fest (und ja, ich habe da vorhin Staub gewischt ;):

K.u.K_Scharnier.jpg


Das "Zirpen" war sofort verschwunden, nachdem ich den großen Deckel geschlossen habe. Warum das Geräusch überhaupt entstanden ist erschließt sich mir nicht, denn da hat sich nichts gelockert. Als ich den Deckel vor einigen Tagen wieder geöffnet habe (er war noch geschlossen, weil der "alte Herr" ein wenig gedreht werden musste) war das Zirpen verschwunden.

Eher könnte ich mir vorstellen, dass es ein Geräusch eines der Scharnierstifte am Bösendorfer geben könnte. Denn da könnte vielleicht "Spiel" entstehen.

Boes_Scharnierstift.jpg
 

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