Lehrmethoden bei Kindern?

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Antilopin

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Liebe Alle,

erst einmal guten Tag - bin neu hier und finde beim Stöbern, dass es ein ganz nettes Forum zu sein scheint. Ich habe auch gleich ein Anliegen:

Gestern hatte mein sechsjähriger Sohn seine erste Klavierstunde. Ich war mit dabei, weil ich natürlich den KL (vermittelt über die städtische Musikschule) kennen lernen wollte. Mein Eindruck: ein netter älterer Herr, aber möglicherweise mit nicht ganz frischen "Methoden". Ich fand den Ansatz sehr theoretisch (wie viele Tasten hat ein Klavier, worin unterscheiden sie sich ... Hausaufgabe: mit dem 2 und 3 bzw. 2-4 Finger abwechselnd die "schwarzen Klangklötzchen" (die Halbtöne) gemeinsam anschlagen und auf die Bindung zwischen den (disharmonischen) Akkorden achten; ich hoffe, ich habe das halbwegs verständlich ausgedrückt ). Ich dachte eher, dass gerade bei sehr kleinen Kindern das Erleben und Spaß haben im Vordergrund stehen sollte. Was sind Eure Erfahrungen? Gibt es vielleicht verschiedene "Schulen", wie heutzutage Klavier gelehrt wird? Ich hatte als Kind auch immer ältere KL und muss im Nachhinein sagen, dass es wohl nicht immer optimal gelaufen ist.

Ich freue mich über zahlreiche Meinungen und Beiträge!

Herzliche Grüße
Antilopin
 
Leoniesophie

Leoniesophie

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Hi,
wieso gefällt dir nicht, was der nette ältere Herr gemacht hat? Eigentlich hört sich das doch für mich kindgerecht an und garnicht theoretisch: die Tasten anfassen, auf den Klang hören, das Klavier kennenlernen: Lernen über viele Sinneskanäle: Fühlen, Sehen, Hören, eine Struktur finden.
Gib ihm doch noch ein bisschen Zeit, dich zu überzeugen.

LG
Leonie
 
hasenbein

hasenbein

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1) Die Wahrscheinlichkeit, daß dieser "ältere Herr" ein nicht so guter Klavierlehrer ist, ist ausgesprochen hoch, und zwar einfach schon deswegen, weil es EXTREM viele schlechte Klavierlehrer gibt. Dies hängt damit zusammen, daß die methodische Ausbildung in den Hochschulen meist unzureichend ist, sich die Lehrer meist unzureichend selber weiterbilden, die Lehrer irgendwann in Routinen erstarren (gerade wenn sie viele Schüler haben). Und im Klavierbereich geistern einfach unheimlich viele unsinnige Ansichten herum, insbesondere was die Physiologie des Spiels und des Lernprozesses betrifft.

2) An sich ist die Vorgehensweise, erstmal die Sinne für das schwarz-weiße Tastaturmuster zu schärfen, gut.

3) Was erwartest Du? Daß es beim Klavierlernen die ganze Zeit heididei-lustig zugeht und es dauernd vooooll spannende und lustige Aufgaben gibt und nur totaaaal tolle Stücke gespielt werden? Am besten die ganze Zeit mit bunten Bildchen, und daß alles, was man tut, mit kleinen Häschen und Tigerenten verglichen wird, die lustig hoppeln? Solche Lehrmethoden gibt es auch, aber gute Lehrer schaffen es, kindgerecht zu sein, ohne auf solchen pseudomodernen Pipifax zurückzugreifen.

LG,
Hasenbein
 
C

chiarina

Guest
Liebe Antilopin,

wie fand denn dein Sohn die Klavierstunde? Das ist sehr wichtig!

Man neigt manchmal als Eltern, die eigenen gemachten Erfahrungen mit den Erlebnissen seiner Kinder zu verbinden. Das ist sehr verständlich, beschreibt aber eben deine Gefühle und deine Wahrnehmung, nicht die deines Sohnes! Wie schon andere gesagt haben, ist der Beginn mit schwarzen Tasten sehr sinnvoll, schon allein deshalb, weil ihre Anordnung die Orientierung auch auf den weißen Tasten ermöglicht. Zudem kann man damit super improvisieren und experimentieren, weil die schwarzen Tasten pentatonisch angeordnet sind.

Warte also erst mal ab - selbst wenn der KL nicht der spielerische Typ ist, kann er der Richtige sein (weil er z.B. viel Erfahrung hat oder Ruhe und Verständnis übermittelt). Halte dich mit Kommentaren zurück und vertraue deinem Sohn, der schon zeigen wird, ob ihm der Unterricht gefällt oder nicht.

Liebe Grüße

chiarina
 
hasenbein

hasenbein

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Sehr nervig sind diese überengagierten Eltern, die gleich danebenstehen und jibbelig denken: "Na, fand er's denn auch wirklich super? Gebe ich mein Geld auch wirklich optimal aus, wenn ich meinen (natürlich hochbegabten) Sohn hier Klavier lernen lasse?" "Leander-Tristan, sag doch mal, fandest Du es gut? Ja? Echt? Wirklich? ... Wie, der Lehrer hat Dir was aufgegeben? Und das ist nicht unheimlich lustig? Das ist aber jetzt auch blöd... ich ruf den Lehrer gleich mal an..."

Antilopin, bitte nicht falsch verstehen, ich unterstelle damit nicht, Du würdest zu dieser Art Eltern gehören.

Bedenklich finde ich allerdings, daß Du es als "zu theoretisch" bezeichnest, daß Tasten genau betrachtet und gezählt werden. Würde eine Mutter das gegenüber mir äußern, wäre ich schon sehr genervt. Zum Zurechtfinden auf dem Instrument ist nun mal auch Zählen erforderlich, ja. Aber ein normales 6jähriges Kind dürfte mit Bis-3-Zählen ja nun nicht überfordert sein, und es ist der Entwicklung des Kindes sicherlich nicht förderlich, daß man normale Dinge wie Zählen als "langweilig" oder "zu theoretisch" hinstellt.

Wäre dies so, dann müßtest Du Dein Kind auch von gängigen Gesellschaftsspielen fern halten,, denn dort - oh Schreck! müssen auch Regeln gelernt, Kärtchen und Würfelaugen gezählt und ähnliche schrecklich öde, theoretische und unkindgerechte Dinge getan werden!

LG,
Hasenbein
 
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Antilopin

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Dear all,

vielen Dank für Eure Meinungen - liebe Leonie, ich stimme Dir sehr zu, man muss dem Ganzen Zeit geben. Und Chiarina, ja, vielen Dank, vielleicht sollte ich weniger "projizieren". Was ja immer sinnvoll ist - gelle, Hasenbein ? ;-)

LG Antiopin
 
rolf

rolf

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1) Die Wahrscheinlichkeit, daß dieser "ältere Herr" ein nicht so guter Klavierlehrer ist, ist ausgesprochen hoch, (...)

2) An sich ist die Vorgehensweise, erstmal die Sinne für das schwarz-weiße Tastaturmuster zu schärfen, gut.
:D:D die hohe Kunst der Reduktion speziell bei Argumentationen ist, das Wesentliche sichbar zu machen :D:D

tobe nicht, Hasi, die Vorlage war einfach zu schön
 
hasenbein

hasenbein

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Check ich nicht.

Und warum sollte ich toben??
 
hasenbein

hasenbein

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Hä? Selbstverständlich kommt es vor, daß ein insgesamt als sehr mäßig einzuordnender Lehrer auch mal was gut macht!

Ich meinte mit gut auch zunächst mal nur die grundsätzliche Herangehensweise; ob die praktische Umsetzung und der konkrete Umgang mit dem Kind mein Placet finden würde, weiß ich natürlich nicht, da hierzu ausreichende Informationen fehlen.

Rolf, ich vermute jedoch, daß Du, wie so oft abends / nachts, unter Alkoholeinfluß stehst und daher diese bestimmte Art von Postings zustande kommt, die nur in begrenztem Maße amüsant ist...

LG,
Hasenbein
 
rolf

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Rolf, ich vermute jedoch, daß Du, wie so oft abends / nachts, unter Alkoholeinfluß stehst und daher diese bestimmte Art von Postings zustande kommt, die nur in begrenztem Maße amüsant ist...
...ach Hasenbein, wenn ich einen intus hätte, wie sollte ich dann die komischen Widersprüche innerhalb deiner plakativen Bemerkungen überhaupt finden? ;):D:D ...sag mal, gelingen dir die Widersprüche nüchtern?...
 

hasenbein

hasenbein

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Da ist kein Widerspruch, und somit ist da auch nichts komisch. Peng, aus.
 
rolf

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Da ist kein Widerspruch, und somit ist da auch nichts komisch. Peng, aus.
hm...
...ganz offenbar dürstet dich nach einer kleinen Kopfwäsche ;)

hier wurde gefragt, ob die erste Klavierstunde ok war oder nicht - deine kryptische Antwort, reduziert aufs wesentliche, lautete "höchstwahrscheinlich ist der Lehrer schlecht" und "zunächst mal hat er aber alles richtig gemacht" --- jetzt streng dein Denkgehäuse mal an, versetz dich in die Lage der Fragesteller, und überleg dir, was du mit so einer Antwort anfangen könntest...

...und ist der erste Teil, das vermeintliche statistische Argument, überhaupt richtig??? ...wenn ja, wie kommt es, dass bei JuMu jedes Jahr Preisträger hervorkommen, die bei (erraten) Klavierlehrern Unterricht hatten??? waren die alle bei Trotteln, aber die Engel Gottes erbarmten sich ihrer und ließen sie gewinnen??? warum erhalten nur studierte Klavierpädagogen die wenigen festen Stellen und müssen die alle zwingend schlecht sein???

siehst du, wenn man deine Pauschalisierungen (die sich cool und fortschrittlich anhören sollen) ernst nimmt, dann gerät man in unauflösbare Widersprüche ;)

was würdest du eigentlich machen, wenn jemand zu dir käme und - sagen wir mal - die Suggestion diabolique lernen will? ...wie du selber mitteilst, sind solche Sachen nicht gerade deine Domäne - wo schickste den dann hin? ...und was würdste sagen, wenn irgendwer tuten würde "der Hasi isn schlechter Lehrer, bei dem kann man die Suggestion diabolique nicht lernen"?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
.marcus.

.marcus.

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manchmal seid ihr wie ein altes Ehepaar...
 
 

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