Kreativer Umgang mit Jazz-Noten

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Zoel

Guest
Hallo zusammen,

zur Zeit spiele ich Kompositionen von Willie "The Lion" Smith. Dazu habe ich das Heft mit den Transkriptionen von Michael Wilner. Da heißt es im Vorwort: "heed Smith's advice and don't just copy; play something original. Study the music and then state it in your own way."
Hier fangen meine Probleme an... Ich kann zwar einerseits völlig frei improvisieren, andererseits auch streng nach Noten spielen. Aber der Spagat zwischen Notentreue und Freiheit fällt mir schwer. Sodass ich im Falle der Stücke von Willie einfach nach Noten lerne und spiele. Da fallen Freiheit und Originalität unter den Tisch. Hier eine Aufnahme von "Morning Air" auf dem Digitalpiano, ziemlich genau nach Noten, sieht man von einigen Fehlern ab:
http://dl.dropbox.com/u/11729651/Willie The Lion Smith - Morning Air.mp3

Meine Frage ist nun: Wie kann ich zu einem kreativeren Umgang mit den Jazz-Noten (speziell mit Smiths Kompositionen) finden? Wie kann ich sie "auf meine eigene Art" spielen, ohne völlig die Bindung an den Notentext aufzugeben?

Herzliche Grüße
Zoel
 
Tastenjunkie

Tastenjunkie

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Schöne Einspielung übrigens!

...Ich kann zwar einerseits völlig frei improvisieren...
Fast noch interessanter wäre es jetzt aber, wenn Du uns noch eine improvisierte Version gönnen würdest.

Hast Du denn auch eine "Lead-Sheet"-Notation von dem Stück, das heißt nur Melodie plus Akkordsymbole? Stehen über der ausnotierten Version, die Du eingespielt hast, irgendwo Akkordsymbole? Hast Du Erfahrung damit, Jazz-Stücke nach Lead-Sheet zu spielen? Das wäre nämlich die Grundlage für "state it in your own way" und hierauf baut auch nahezu der gesamte Jazz auf.

Für den kreativen Umgang mit Jazz-Stücken solltest Du Dir mal ein "Real-Book" besorgen, also einen dicken Sammelband mit den gängigsten Jazz-Standards.

Wenn Du die Begriffe Lead-Sheet, Real-Book und Jazz-Standards jetzt zum ersten mal hörst, dann würde ich empfehlen, dass du Dir einen Jazz-Lehrer suchst. Alleine wird es sonst schwierig. Du spielst auf ordentlichem Niveau nach Noten und, wie ich vermute, bislang überwiegend E-Musik. Wenn Du die Grundlagen der Harmonielehre drauf hast, dann kann Dir ein Jazz-Lehrer in ein paar Stunden zumindest mal die Basics vermitteln.

...und dann hast Du für den Rest Deines Lebens genug zu tun, um alles "in your own way" umzusetzen :D

LG

TJ
 
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Zoel

Guest
Fast noch interessanter wäre es jetzt aber, wenn Du uns noch eine improvisierte Version gönnen würdest.
Das ist ja genau mein Problem, dass ich das noch nicht kann ;)
In Theorie bin ich fit, ich erkenne die Harmonien in "Morning Air" recht gut. Ich habe auch ein Real Book mit Jazz-Standards. Allerdings liegt die Sache bei den Willie "The Lion" Smith-Stücken etwas anders. Die sind schon näher an einer ausnotierten Komposition als die gängigen Jazz-Standards. Andererseits will ich auch nicht sklavisch an den Noten kleben. Wie gesagt, auf den Spagat zwischen einer gewissen Notentreue und eigenen Ideen kommt es mir an. Hat jemand Ideen, wie ich den bewältigen könnte?
 
Bassplayer

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Indem Du Arrangements der Standards selbst auf Grundlage der Lead-Sheats anfertigst.

Anregungen kannst Du Dir im Jazz Piano Book (mark levine) oder bei anderen arrangierten Solo-Piano-Versionen von Standards holen.

Oder die Stücke in verschiedenen Versionen von anderen Künstlern anhören und Dir aus jeder Version etwas mitnehmen (= damit das Arrangment der Dir vorliegenden Noten abändern), was Du für Dich selbst gut findest (Voicings, Optionen, rhythmische Variationen, Bass-Linien, Reharmonisation, etc.).
 
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HouseMusic15

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Ich weiß nicht ob das hier passt kenn mich auch nicht so gut aus hier
morgen schreibe ich einen test in musik über jazzgeschichte ab bebop, akkorde bestimmen, pentatonik, kirchentonleiter, 2-5-1, und hab ne frage wenn da steht D mixolydisch muss ich dann mit dem 5. ton von d tonleitern anfangen oder von d aus dann die g tonleiter ?
 
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Bevor Du den Test vergeigst:
letzteres ist richtig: die Töne der G-Dur-Tonleiter fängst Du ab dem Ton d an (also in internationaler Schreibweise die Töne: d, e, fis, g, a, b, c).
Mixolydisch ist praktisch die normale Dur-Tonleiter (in Kirchentonleitern Ionisch) mit kleiner Septime.

Grüße, viel Glück
BP

PS: für Dich habe ich die runde Zahl meiner Beiträge nun erhöht und brauche nun 499 weitere Beiträge um auf die nächste schöne runde zu kommen, wobei sich beim 165. weiteren Beiträgen ein böser Genosse kurz erfreut)
 
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hasenbein

hasenbein

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@Housemusic: Tja, wenn Dein Lehrer Euch das nicht vernünftig erklärt hat oder Du nicht richtig aufgepaßt hast, hast Du halt Pech gehabt. Mußt Du durch. :D :D
 
 

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