Konzert der Orgelklasse

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devasya

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Hallo Leute,

…nun komm ich schon wieder mit’nem neuen Thread, ich hoff, ich nerv euch nicht damit ;-)

Folgendes: gestern hat mir mein Orgellehrer im Unterricht gesagt, dass am 11 Juni ein Abschlusskonzert seiner Orgelklasse im Dom stattfinden wird und ob ich Lust hätte, mitzuspielen. Ich hab sofort nein gesagt, weil ich Angst vor dem Auftritt habe. Er meinte dann, dass alle mitmachen würden und ich demzufolge die Einzige wäre, die nicht spielt. Unter Druck hat er mich nicht (!) gesetzt, für ihn war es okay, dass ich nicht möchte. Er meinte dann nur noch, ich solls mir noch’mal überlegen und ich solle das Präludium von Bach spielen (BWV 558).

Ich hab jetzt ne Nacht drüber geschlafen und ich bin zwar immer noch der Meinung, dass es bei meinem derzeitigen Ausbildungsstand nix bringt, bei einem Konzert mitzumachen, aber ich finde, dass ich mir zumindest den Raum geben sollte, mal drüber nachzudenken.

Das Problem ist, das mein Orgellehrer nur gute Schüler in seiner Klasse hat, dh. ich wäre bei diesem Konzert die einzige Anfängerin. Ich weiß zB. von einer Schülerin, die in meinem Alter ist und die ich auch so ein bisschen kenne, dass sie die dorische Toccata von Bach (!!!) spielen wird… was die anderen Schüler spielen, weiß ich nicht, aber auch gute und anspruchsvolle Sachen. Ich glaube, dass es von diesem Aspekt her absolut nachvollziehbar ist, dass es mir unangenehm ist, mit solch tollen Organisten aufzutreten… ich bin Anfängerin, habe KEINE Vorspielerfahrung… auf der anderen Seite wärs für mich persönlich (ich versuch jetzt mal die anderen auszublenden und nur von MIR aus zu gehen) eine tolle Möglichkeit, mich auszuprobieren.

Falls (!!) ich mich dazu entscheiden werde, doch bei diesem Konzert mitzumachen, möchte ich allerdings NICHT das Präludium spielen. Ich meine, dass ist doch nix halbes und nix ganzes… mit der Fuge haben wir noch nicht mal angefangen, ich würde demnach nur das Präludium spielen… ich mag sowas nicht, entweder man spielt BEIDE Teile eines Werkes, oder man lässt es bleiben. Kann ja jeder machen wie er will, aber ich will das Präludium ohne Fuge nicht machen…

Meine Frage an euch wäre folgende: kennt ihr ein tolles Lied dass ich bei diesem Konzert spielen könnte? Es sollte leicht sein, kann auch ruhig Pedal mit bei sein, aber eben leicht, und nicht schwer, es sollte gut 3 Seiten lang, also nicht zu kurz und innerhalb eines Monats lernbar sein…

Im Unterricht hab ich bis jetzt die Bachinvention 1, 4 und 8 gemacht, die kann man aber schlecht auf nem Orgelkonzert vortragen ;-) Ich hab den Buxtehude im Unterricht gemacht, aber nur das kurze Vorspiel vom Morgenstern-lied, den Scheidt (und Jesu an dem Kreuze stund), da isses glaube ich der 3 Vers?! Auch das kann ich aber schlecht spielen, weil zu traurig und eben nicht zur Jahreszeit passend.

Und dann wär noch das Präludium von Bach, BWV 558, aber OHNE Fuge. Das möchte ich allerdings nicht spielen, weils unpassend und ohne Fuge nicht „rund“ ist, wie ich finde. Dann lieber einen Choral, oder was weiß ich. Den Pachelbel (Ciacona fmoll) haben wir auch angefangen, aber da bin ich nur bis Seite 4 gekommen, von daher fällt der leider auch weg. Ich spiele jetzt seit 6 Monaten Orgel, vorher hatte ich 6 Monate Klavier… nur dass ihr so ein bisschen wisst, wo ich derzeit stehe… es sollte dementsprechend ein leichtes (!!), aber schönes Lied sein, vll kennt ihr ja eines, dass passen und mit dem ich mich - zwischen dorischer Toccata und was weiß ich, was da noch so alles kommt - nicht blamieren würde…

Bin für jeden Tipp dankbar, versuchen kann ich’s ja mal und wenns nicht klappt, dann isses eben so. Ich werd wahrscheinlich eh kneifen, ich meine, die DORISCHE Toccata… auweija… wenn du sowas mal spielen kannst, biste eh… angekommen :-)

Vielen Dank erstmal,
Deva
 
agraffentoni

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Dorforganistin

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Ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass Dein Orgellehrer Dich gefragt hat, weil er Dich ärgern möchte. Ich bin ja erst seit kurzem hier im Forum aktiv und kenne Dich außerdem nicht persönlich, daher könnte ich auch völlig falsch liegen mit meiner Vermutung, aber: kann es sein, dass Du dazu neigst, Dich selbst arg unter Druck zu setzen und Dir einen Erwartungshorizont aufbaust, der ganz weit weg ist?

Wie wäre es denn, wenn Du an die Frage Deines Lehrers einmal so herangehst und sagst, hey, cool, ich bin erst seit kurzer Zeit dabei und hätte die Möglichkeit, bei einem Konzert dabei zu sein, klasse. Das Stück, was er mir vorgeschlagen hat, möchte ich nicht spielen, aber ich habe da mein Lieblingsstück A und mein Zweitlieblingsstück B und vielleicht kann ich das ja spielen und ich freue mich darauf.

Es wird Dich niemand zwingen, aber wie @agraffentoni sagte, verlieren kannst Du nicht wirklich was. Ich bin in meinem Orgelspiel auch meilenweit von dem entfernt, was andere können, aber ich weiß, was ich kann und worauf ich stolz sein kann und arbeite davon ausgehend weiter an meinen Fähigkeiten. Alles andere könnte einen trübsinnig machen, und dazu ist die Orgel ein viel zu schönes Instrument. :super:
 
Rheinkultur

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Wie wäre es denn, wenn Du an die Frage Deines Lehrers einmal so herangehst und sagst, hey, cool, ich bin erst seit kurzer Zeit dabei und hätte die Möglichkeit, bei einem Konzert dabei zu sein, klasse. Das Stück, was er mir vorgeschlagen hat, möchte ich nicht spielen, aber ich habe da mein Lieblingsstück A und mein Zweitlieblingsstück B und vielleicht kann ich das ja spielen und ich freue mich darauf.
Eben - der Lehrer übernimmt mit seinem Angebot, bei dem Konzert mitzuwirken, persönliche Verantwortung: Dass sich die Mitglieder seiner Klasse vorzeigbar präsentieren. Insofern sitzen da Lehrer und Schüler im selben Boot - zusammen schwimmen und zusammen untergehen. Offensichtlich hat der Lehrer Grund, seinen Schülern zu vertrauen - was spricht also dagegen, dieses Vertrauen anzunehmen? Fehlendes Selbstvertrauen aufgrund fehlender Podiumserfahrung? Gegenfrage: Wie soll man ein solches aufbauen, wenn man keine Herausforderungen annimmt? Und Fortgeschrittene waren irgendwann einmal auch Anfänger - sie sind es nicht mehr, weil sie entsprechende Aufgaben mit Erfolg gemeistert haben. In diesem Sinne ran ans Werk!

LG von Rheinkultur
 
devasya

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Ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass Dein Orgellehrer Dich gefragt hat, weil er Dich ärgern möchte.

Nein, überhaupt nicht. Das hatte ich auch nicht so verstanden.

Wie wäre es denn, wenn Du an die Frage Deines Lehrers einmal so herangehst und sagst, hey, cool, ich bin erst seit kurzer Zeit dabei und hätte die Möglichkeit, bei einem Konzert dabei zu sein, klasse. Das Stück, was er mir vorgeschlagen hat, möchte ich nicht spielen, aber ich habe da mein Lieblingsstück A und mein Zweitlieblingsstück B und vielleicht kann ich das ja spielen und ich freue mich darauf.

Ich versuche bereits, mich mit diesem Gedanken anzufreunden :-) Problem ist nur, dass ich kein Stück A oder B habe... sämtliche Stücke, die ich hier aufgezählt habe, haben wir im Unterricht durchgenommen - keines passt meiner Ansicht nach in ein Konzert rein. Ich müsste demnach ein neues Stück lernen - was für mich, insofern das Stück ein leichtes ist - kein Problem wäre. Vielleicht hast du ja die ein oder andere Idee zu'nem schönen Stück?
 
devasya

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Gegenfrage: Wie soll man ein solches aufbauen, wenn man keine Herausforderungen annimmt? Und Fortgeschrittene waren irgendwann einmal auch Anfänger - sie sind es nicht mehr, weil sie entsprechende Aufgaben mit Erfolg gemeistert haben.

Ja, da hast du natürlich absolut Recht. Es ist halt nur ein bisschen komisch, wenn man bei einem Konzert mitwirken soll, wo das Niveau der anderen schon so hoch angesetzt ist. Würde ich noch zusammen mit anderen Anfängern spielen müssen, wäre ich zwar auch sehr aufgeregt, aber dann würde die Sache noch mal ein bisschen anders aussehen...

Ich werd jetzt mal schauen, ein für mich passendes (leichtes) Lied zu finden :-)
 
devasya

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Wieso denn? Die gehen doch gut auf der Orgel.

...ja, die gehen schon gut auf der Orgel, das stimmt, aber innerhalb eines Konzertes (außer man ist noch ein Kind und spielt seiner Familie vor ;-) ) finde ich sie nicht ganz so passend. Ich will die Inventionen auch gar nicht schlecht reden, sind tolles Stücke, melodisch und auch zum üben wunderbar, aber innerhalb eines Konzertes... dann hört der Zuhörer zuerst was von Reger... dann die Bachinvention 4 zB... und als krönenden Abschluss dann die dorische Toccata? Weiß nicht... ich würds unpassend finden. Oder übertreibe ich jetzt?
 
Dorforganistin

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Wie viele Orgelprofis kommen wohl, um sich das Konzert anzuhören? Für viele Konzertbesucher dürfte es keinen Unterschied machen, ob ein Stück als "leicht" oder "schwer" eingestuft wird, so lange es gut klingt und man dem Vortragenden eine gewisse Spielfreude anmerkt.

Ich würde völlig schmerzfrei ein Stück spielen, was gerade im Repertoire ist, und bei Schülerkonzerten kenne ich es nicht anders, als dass das Niveau unterschiedlich ist. Das macht für mich als Zuhörerin auch den Reiz aus.

Aber ich kann zuhause mal nachschauen, was ich so im Fundus habe und was Dir vielleicht gefallen könnte.
 
Rheinkultur

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Im Unterricht hab ich bis jetzt die Bachinvention 1, 4 und 8 gemacht, die kann man aber schlecht auf nem Orgelkonzert vortragen ;-)
Zum einen gibt es gar nicht so wenig Literatur für Orgel, die ausschließlich manualiter gesetzt ist. Zum anderen hat sich das spezifische Schreiben für die unterschiedlichen Tasteninstrumente nicht schlagartig durchgesetzt und vieles kann durchaus auf Klavier und Orgel gleichermaßen realisiert werden - übrigens auch nach dem Barockzeitalter. Deshalb ist der Einstieg auf der Orgel für Pianisten keineswegs leicht, aber eben auch nicht unmöglich.

LG von Rheinkultur
 
Gernot

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Ich spiele nicht Orgel, aber Dein Problem ist ja nicht orgelspeifisch, drum trotzdem eine klare Antwort:
Ich finde: ja. Wie schon gesagt wurde: Dein Lehrer traut Dir diese Aufgabe zu. Und wenn es nicht so ist, dass Du unter gar keinen Umständen an dem Konzert teilnehmen wolltest, würde ich meinem Lehrer vertrauen und die Herausforderung annehmen. Und ich würde auch das Stück spielen, das er mir vorschlägt. Es kommt auch bei Klassenabenden an den Hochschulen vor, dass von mehrteiligen Stücken nicht alle Sätze gespielt werden. Auch da würde ich mich darauf verlassen, dass der Vorschlag sich im Rahmen dessen bewegt, was bei solchen Klassenabenden üblich ist. Bei einem der nächsten Konzerte kannst Du ja dann Präludium und Fuge vortragen. Wenn jemand im Publikum sich daran erinnert, wird er sich denken: "Schau, schöne Fortschritte gemacht!" Auf keinen Fall würde ich - wenn mir Auftrittserfahrung fehlt - ein paar Wochen vor dem Konzert mit einem neuen Stück beginnen wollen.

Liebe Grüße
Gernot
 
Rheinkultur

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dann hört der Zuhörer zuerst was von Reger... dann die Bachinvention 4 zB... und als krönenden Abschluss dann die dorische Toccata? Weiß nicht... ich würds unpassend finden.
Aber genauso laufen Studiokonzerte ab, bei dem sich die Mitglieder einer Ausbildungsklasse auf dem Podium dem Publikum vorstellen. Wenn Dein Lehrer ein möglichst homogenes Programm abliefern wollte, müsste er unter seinen Schülern entsprechend selektieren - dann hätte er Dich nicht gefragt oder Dich ausdrücklich von der Mitwirkung ausgeschlossen. Das Gegenteil ist der Fall, demnach darfst Du guten Gewissens Deinem Lehrer vertrauen.

Ich bin im Vorstandsteam eines Berufsverbands für Musiker tätig, der selbst entsprechende Konzerte durchführt. Die vorgestellten Schülerinnen und Schüler unserer Mitglieder decken praktisch alle Ausbildungsstufen ab - vom Anfänger ohne Vorkenntnisse bis hin zu Kandidaten in professioneller Ausbildung. Je nach Anlass wird der Teilnehmerkreis entsprechend eingegrenzt, sofern dies erforderlich ist. Wenn aus fachmännischer Perspektive eine Mitwirkung nicht beanstandet wird, darf und sollte man diesen Vertrauensvorschuss guten Gewissens auch in Anspruch nehmen. Wie will man denn Podiumssicherheit gewinnen, wenn man nicht damit anfängt, öffentlich aufzutreten? Ein gesundes Maß an Anspannung ist sogar erforderlich, um sein individuelles Potenzial bestmöglich abrufen zu können.

LG von Rheinkultur
 
Ambros_Langleb

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Ich hab den Buxtehude im Unterricht gemacht, aber nur das kurze Vorspiel vom Morgenstern-lied, den Scheidt (und Jesu an dem Kreuze stund), [...] Den Pachelbel (Ciacona fmoll) haben wir auch angefangen

Das klingt fast so, als ob ihr das alte Florileg von Straube "Alte Meister des Orgelspiels" benutzt hättet. Falls ja: das bist Du doch genau an der richtigen Fundgrube, da gibt es in beiden Bänden Dinge, für die er sogar "manualiter" vorschreibt.
 
Rheinkultur

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Ich werd jetzt mal schauen, ein für mich passendes (leichtes) Lied zu finden :-)
Vertraue ruhig der Intuition Deines Lehrers, wenn er Dir ausdrücklich vorschlägt, BWV 558 zu spielen. Kurz vorher ein neues Stück beim Stande Null zu beginnen, das halte ich angesichts der Situationsbeschreibung für eher noch problematischer.

LG von Rheinkultur
 
LankaDivore

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1. Wo liegt das Problem wennndu nurndas Präludium spielst. Das ist ein an sich abgeschlossener Satz, der die Fuge nicht zwingend braucht. Wenn du das im GR spielen würdest, würdest du vermutlich auch nicht alle voer Seiten durchspielen.

2. Wir haben gerademal den 7.5, du hast also noch über einen Monat Zeit. Warum lernst du die Fuge nicht einfach noch dazu?

Lg, Lanka
 
devasya

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Ich würde völlig schmerzfrei ein Stück spielen, was gerade im Repertoire ist, und bei Schülerkonzerten kenne ich es nicht anders, als dass das Niveau unterschiedlich ist. Das macht für mich als Zuhörerin auch den Reiz aus.

Ja, das Niveau ist immer unterschiedlich, das stimmt, nur hat mein Lehrer nur gute Schüler in seiner Klasse - ich würde demnach mit meinem Stück schon auffallen. Ich weiß, vll sehe ich die Situation viel zu eng und übertreibe, dass will ich auch gar nicht in Abrede stellen, aber die Vorstellung, dass bei diesem Konzert so umfassend schöne Werke vorgetragen werden, schüchtert im ersten Moment einfach ein.
 
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Du gibst Dir die Antwort doch selbst, wenn Du schreibst, dass Dein Lehrer gute Schüler hat - dazu gehörst Du auch, wenn Du vorspielen darfst. Aus Mitleid wird er Dich doch kaum gefragt haben. ;)
 
devasya

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Ich hab mir jetzt zum Ziel gesetzt, bei diesem Konzert mitzumachen und mich so langsam mit dem Gedanken anzufreunden, immer wieder mal vor diversen Leuten aufzutreten (meiner Klasse, Freunden, vll auch dem ein oder anderen Organisten, den ich kenne).

Ich hab mir gestern noch ein paar andere, neue Stücke angesehen und bin dabei auf die Triosonate Nr. 2 von Bach gestoßen. Ich hab mir die Noten vom zweiten Satz (largo) besorgt und möchte versuchen, diesen beim Konzert vorzutragen. Schön langsam, im legato gespielt, oben rum mit Flöten, untenrum mit einem schönen, dumpfen Bass registriert. Da ich unsere Domorgel eh kenne, weiß ich so ziemlich, wie ich's haben möchte ;-)

Das Präludium von Bach kann ich eh bereits, dass werd ich mir parallel dazu ebenfalls jeden Tag anschauen, sollte es mit dem largo in der kurzen Zeit nicht klappen. Hab auch schon mit meinem Lehrer geredet, er meinte, dass ichs versuchen soll, trotz der knappen Zeit. Zu verlieren habe ich ja in dem Sinne nix, da ich das Präludium von Bach bereits spielen kann. Ich weiß, ihr werdet sagen, dass ichs bleiben lassen soll, mit dem "largo", dass ich übertreibe, mir zu hohe Ziele setze, und ja, ihr habt auch Recht, aber ich möchte es zumindest versucht haben. Das Stück ist wunderbar und würde sehr gut in die "Liederliste des Konzertes" passen :herz:
 
devasya

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Du gibst Dir die Antwort doch selbst, wenn Du schreibst, dass Dein Lehrer gute Schüler hat - dazu gehörst Du auch, wenn Du vorspielen darfst. Aus Mitleid wird er Dich doch kaum gefragt haben. ;)

...ne, aus Mitleid hat er mich sicher nicht gefragt ;-) Ich hatte das eher so verstanden, dass er mich fragt, weil ers muss, weil jeder mitmacht, von seinen Schülern, weils eben ein Abschlusskonzert ist und es von Seiten der Schule "gefordert" wird :coolguy:
 
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Stephan

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Hallo Devasya, was mir auffällt ist, dass Du ständig "gute" Schüler Dir als Anfängerin gegenüberstellst.
Das Gegenteil von "gut" ist aber "schlecht", und nicht Anfänger. Was ich sagen will, liegt auf der Hand, nur weil du am Anfang Deiner Ausbildung stehst, bist du ja nicht automatisch schlecht: was für ein destruktives Selbstbild! Es gibt gute Anfänger, und grottenschlechte "Fortgeschrittene", glaub es einfach.
Dann: spiel im Konzert um Gottes Willen keine frisch einstudierten Sachen, die Du mit Ach und Krach in leerer Kirche hinbekommst: keine Sorge-das geht schief!;-)
Sicher Dir beim ersten Mal den Erfolg zu 100%, sonst bleiben traumatische Erfahrungen ( Flucht mit Sonnenbrille durch den Sakristeiausgang, u.Ä.)...:-D
Sieh es locker, und mit ein bisschen Humor. Stell nicht Dich in den Mittelpunkt, vergleich dich nicht mit den "dorischen" Superstars (?), sondern diene dem alten Bach mit einer prima Interpretation vom 558-Präludium.
Ich hör gern schon mal das BWV 558, was ist bitte dagegen einzuwenden? Spiel es, freu dich, und kauf Dir hinterher 'nen Piccolo. Und danach kann das Üben weitergehen...
 
 

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