Klavierspielen und gleichzeitig unterhalten??

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Elio, 16. Juni 2006.

  1. Elio
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    Elio

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    Hallo,

    ich würde gerne einmal von Euch wissen, wer Probleme hat, beim Klavierspielen zu sprechen...

    Bei mir ist es so, wenn ich vom Blatt spiele und ich versuche jemandem zu antowrten, dass mein Spiel auf einmal holprig wird und ich meist rauskomme. Es sei denn ich spreche abgehackt und stottere vor mich hin ;)

    Bei Stücken die ich sehr gut kann, passiert das eigentlich nicht.

    Irgendwas scheint da im Gehirn etwas anderes zu blockieren.

    Wie ist es bei Euch?
     
  2. konstantin
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    konstantin Guest

    das wird wohl bei den meisten so sein. bei mir zumindest auch :)
     
  3. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Zumindest bei den meisten Männern ist es generell so, dass sie Ihr Gehirn ziemlich auslasten, sobald das Sprachzentrum betätigt wird. Das liegt weniger am Gehirn selbst, sondern an der Schnittstelle zwischen linker und rechter Gehirnhälfte. Die ist beim Mann klein. Daher können sich Männer generell nur auf eine Sache konzentrieren (entweder reden oder zuhören). Frauen haben eine große Schnittstelle, sie können z.B. reden und gleichzeitig zuhören, daher reden Frauen auch viel durcheinander. :) Außerdem haben sie auf beiden Hälften ein Sprachzentrum, welches auch noch viel größer ist. Interessante Lektüre: "Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können". Da wird man beim Lesen wirklich zum Frauenversteher.
    Ich wäre erstaunt, wenn überhaupt jemand vom Blatt spielen und gleichzeitig reden und/oder zuhören könnte. Allein nur beim lesen kann ich schon nicht mehr zuhören oder reden.
     
  4. Elio
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    Elio

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    Das ist ja interessant...
    Also Zuhören kann ich beim Klavierspielen schon, aber sprechen ist nahezu unmöglich :) Beim Lesen zuhören kann ich auch nicht, es sei denn, es ist ein einfacher Text, dann reflektiert man an leichten Stellen die man schneller verarbeitet über das eben gehörte und verarbeitet dies.
     
  5. Tosca
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    Tosca

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    Höchte Zeit, dass sich auch eine Frau zu dem Thema zu Wort meldet. :wink:

    @Peter:
    Ohne Dir Deine Lektüre vermiesen zu wollen, kann ich mich zu dem von Dir zitierten Buch allerdings nicht meiner Meinung enthalten. Ich habe es vor ein paar Jahren geschenkt bekommt, etwa bis zur Hälfte gelesen und dann tatsächlich weggeworfen, weil ich selten ein derart schlechtes und ausgesprochen dämliches Buch in der Hand hatte. Das ist an billigsten Verallgemeinerungen und nur scheinbar amüsantem Ausschlachten von hirnrissigen Vorurteilen echt nicht mehr zu überbieten! Mit Wissenschaftlichkeit haben die Autoren so viel zu tun wie eine Kuh mit Eierlegen. Einfach nur Bild-Zeitungs-Niveau, mehr nicht. - Empfehlenswert, wissenschaftlich fundiert, unterhaltsam und mit echten Aha-Effekten beim Lesen verbunden ist dagegen das schon viele Jahre vorher erschienene Buch "Du kannst mich einfach nicht verstehen" von Deborah Tannen!

    @Elio:
    Egal, wie viele Gehirnhälften ich habe und wie weiblich die vernetzt sind - wenn ich spiele, ist es mir unmöglich mich zu unterhalten. Wenn ich es dennoch versuche, komme ich zu 98% gnadenlos raus. :(

    @alle:
    Ich kann einwandfrei einparken! 8)

    Mit schwesterlichem Gruß
    Tosca
     
  6. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    @ Tosca: Diese Lektüre kannst du mir nicht vermiesen. Deine Kritik daran ist aber wirklich herb, evtl. hättest Du es erst mal zuende lesen sollen? Das Buch verallgemeinert eben nicht, es erklärt. Es basiert auch nicht auf Vorurteilen sondern auf wissenschaftlichen Untersuchungen, die nicht nur mal eben ein halbes Jahr gedauert haben. Alleine das Quellverzeichnis und die Liste der Co-Autoren dürfte Dein Argument des Bildzeitungsniveaus zunichte machen. Das Buch verweist auch explizit darauf hin, das sich Männer und Frauen immer mehr annähern und die Aufteilung "männliches" und "weibliches" Gehirn immer schwammger wird. Viele Männer haben z.B. ein "weibliches Gehirn" und umgekehrt (der beigefügte Test gibt viel Aufschluss darüber). Das Buch zeigt lediglich auf, warum einige Menschen bestimmte Sachen können und andere nicht. Die verschärfte Aufteilung in Mann und Frau sowie die Verallgemeinerung ist doch nur zur Unterhaltung gedacht und nicht ganz ernst zu nehmen; das sagt doch wohl schon der Titel. Das Lesen soll Spaß machen und das macht es; vor Allem Ehepaaren, wenn sie es zusammen lesen. Es ist wohl jedem klar, dass auch Frauen einparken und Männer zuhören können. Frage mich gerade, warum Du so auf den Buchtitel anspringst. :wink:
    Die Fakten dagegen (Sprachzentrum, Sehzentrum und Sehweise, sonstige Zentren, Schnittstelle...) dürften mit Deinem Buch übereinstimmen, es ist auch klar, dass es Unterschiede zwischen Mann und Frau auch im Gehirn gibt. Frauen reden definitiv mehr als Männer, bauen weniger Unfälle, sind kreativer, sozialer, treuer, haben einen besseren Ordnungssinn...(statistisch gesehen!). Das Buch eklärt, warum das so ist, und zwar in Hinblick auf jede Gesellschaftsform in der ganzen Welt. Zugegeben mit manchmal nicht ganz erntgemeinten Beispielen, aber immer wissenschaftlich begründet.
    Dein Buch von Tannen werde ich mir aber sicher auch mal durchlesen, danke für den Tip.
     
  7. Tosca
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    Tosca

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    @Peter:
    Soweit ich mich erinnere, war der "Test" in dem Buch von Wissenschaftlichkeit so weit entfernt wie ich im Rheinland vom Atlantik. Ein Test, der diesen Anspruch erhebt, muss reliabel und valide und die Fragen entsprechend operationalisiert sein. Das Ding diente wirklich nur zur Unterhaltung wie die pseudo-wissenschaftlichen "Tests" in der Fernsehzeitung! Im Übrigen strotzte die Lektüre vor Redundanz, wobei die Aussagen auch durch die x-te Wiederholung nicht gehaltvoller wurden... Ich bleibe dabei (frei nach MRR):
    Disses Buccchhh issst einfacccch släccchhht! :evil:

    Auf den sicht- und unsichtbaren Unterschieden zwischen Männlein und Weiblein bestehe ich selbstverständlich :!: :-D
    Im Ernst, ich meine auch tatsächlich die Erfahrung gemacht zu haben, dass Männer, die Klavier spielen, bessere Zuhörer und empathischer sind als ihre durchschnittlichen Geschlechtsgenossen. Bei ihnen ist halt viel mehr als nur das Stammhirn aktiv... :twisted: Selbstverständlich gehörst Du, lieber Peter-Wurst, als Klavierspieler zu diesem erlauchten Kreise dazu! :-D

    Zurück zum eigentlichen Thema:
    Ich habe mal gelesen, dass im 19. Jahrhundert als pianistischer Blütezeit, in der viel mehr und selbstverständlicher als heute geübt wurde, es durchaus üblich war, während der mechanischen Fingerübungen Konversation zu pflegen bzw. eher umgekehrt.

    Mit literarisch streitbarem Gruß
    Tosca
     
  8. Tosca
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    Tosca

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    Und hier speziell für Peter: :lol:

    TOP TEN THINGS ONLY WOMEN UNDERSTAND
    10. Cats' facial expressions.
    9. The need for the same style of shoes in different colors.
    8. Why bean sprouts aren't just weeds.
    7. Fat clothes.
    6. Taking a car trip without trying to beat your best time.
    5. The difference between beige, ecru, cream, off-white, and eggshell.
    4. Cutting your hair to make it grow.
    3. Eyelash curlers.
    2. The inaccuracy of every bathroom scale ever made.

    AND, the Number One thing only women understand :

    1. OTHER WOMEN
     
  9. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Das sage mal denen, die den Test erstellt haben. Waren nicht die Autoren. :wink:
    Deine top10 zumindest sind lustig, klingen nach Letterman. :)
     
  10. akura89
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    akura89

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    Hallo,

    ist nicht klavierspielen und dabei reden, genauso wenn man Klavier spielt und dazu singt ?!

    musisch
    Akura89
     
  11. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Nur, wenn Du ein anderes Leid singst, als Du auf dem Klavier spielst. :-D
     
  12. akura89
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    akura89

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    ja, man könnte z.B. 3. Satz Mondscheisonate spielen und dazu Hänschenklein singen, bestimmt mal etwas neues :?

    akura89
     
  13. moserin
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    moserin

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    Also, wenn ich das Stück kenne, also die Melodie, dann kann ich das was ich sagen will mitsingen. Also Melodie singen mit dem Text,d en ich sagen will. Aber sprechen geht gar nciht. Manche können das ja, aber das kann ich absolut nicht :)
     
  14. Hartwig
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    Hartwig

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    zunächst mal Tosca und Peter:
    Wenn Tosca nicht entsprechend geantwortet hätte. wäre ich sehr erstaunt gewesen. Schon amüsant, das zu lesen.

    Sprechen beim Klavierspielen?
    Warum sollte man die Sache, die man macht, nicht ordentlich ausführen? Also wieso dabei reden?
    Ich spiele Klavier mit Konzentration und nicht, um mich dabei über ein anderes Thema zu unterhalten.
    Höchstens bei automatisierten Fingerübungen könnte ich etwas sprechen, aber ziemlich eingeschränkt.
    Gesang zum Klavierspiel ist doch im Thema bleiben vom Grips her.

    Gruß Hartwig
     
  15. bückyblüthnerfan
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    bückyblüthnerfan

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    wie wäre es denn mal, wenn ihr die antwort singt?
    bei mir klappt das wunderbar... 8)

    gruß bücky
     
  16. Gürkchen
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    Gürkchen

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    die Tosca..... :lol:
    coole top ten

    Also ich kann eigentlich ganz gut während des Klavierspielens reden aber es klingt als wär die Platte hängengeblieben ich wiederhol dann alles tauswendmal und laber einen Schei* zam dass da Sau graust.... Holla die Waldfee, muss schon sagen....

    Des Einparken - Buch kenn ich auch und ich fands eigenltich ziemlich lustig. Wissenschaftlich fundiert oder nciht, darüber kann sich streiten wer will. Ich habs als leichte Lektüre im Urlaub dabei gebhabt und fands troll! Lustig wars auf Jeden Fall...

    Grüne Grüße von Daniel Küblböck ( :P )
     
  17. Hartmut
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    Hartmut

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    Zumindest eine Theorie dieses Buchs unterstützen deine Beiträge ja: Frauen sind im allgemeinen mit einem aktiveren Sprachzentrum ausgestattet als Männer :wink:

    Ich halte von dem Buch ungefähr genauso viel wie du, Tosca, aber das liegt mehr an seinem typisch amerikanischen Schreibstil und natürlich an den ständigen Verallgemeinerungen, sowie den ständigen Wiederholungen (Amerikaner kapieren's nie beim ersten mal; insofern beteilige ich mich mal an den Verallgemeinerungen). Ein paar Körnchen Wahrheit finde ich allerdings schon im Inhalt, und was ich schon gut finde ist die Aufforderung, die Unterschiede, dies zweifelsohne existieren, einfach zu akzeptieren und damit umzugehen.

    Zum Thema Sprechen beim Spielen:
    kann ich auch nicht, Zuhören nur bedingt.
    Ich führe das darauf zurück, das ich mein Gehirn beim Multitasking einfach überlaste.
    Nebenan läuft eine Diskussion über das Vom- Blatt- Spielen. Bei mir läuft das gleiche ab, wenn ich neben dem Musizieren noch visuelle Informationen in motorische Bewegungen übersetzen soll. Das wird mir zu viel auf einmal, und irgend etwas leidet dann darunter.
    Respekt vor den Leuten, die das können, aber ich behaupte:
    wenn die beim Spielen nicht sprechen oder Noten lesen würden, würden sie noch besser spielen.

    Der Hartmut
     
  18. Kingofbali
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    Kingofbali

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    Hallo,

    first @all:
    SUPER-AMÜSANTER Thread, mal wieder echt was zum lachen, weiter so!! :-D

    Ich lieg da wohl voll in der Norm: ich kann weder sprechen noch zuhören beim Spielen, und bei jedem (erfolglosen) Versuch leiden sowohl die Qualität des Gesprochenen als auch die des Gespielten extrem. Also lasse ich es lieber, genau wie das Singen ;-)

    Gruß
    Bernd
     
  19. idefix312
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    idefix312

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    ich denke mal, bei mir ist es so wie auch bei der mehrheit von euch. wenn ich ein stück gut kann, dann kann ich auch daneben reden (aber ich kann nicht von den tasten wegschauen. :oops: )
     
  20. maxvonbaden
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    maxvonbaden

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    1
    ..........