Klavierschule durch - wie gehts weiter?


S
Sookie
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Hallo,

gestern gabs für mich ein kleines Ereignis zu feiern - ich habe im Klavierunterricht das letzte noch offene Stück in meiner Klavierschule angefangen und damit sind wir nun also durch!
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D.h. in der nächsten Stunde fängt eine neue Phase an. KL meinte ich sollte mal meine anderen Noten mitbringen was ich so hab, und wir schauen wie wir weitermachen.

Nach der ersten Partystimmung über die abgeschlossene Klavierschule mischt sich ein bisschen Unsicherheit hinein. Eine KS zu haben, hatte auch was Gutes: Einen roten Faden, Klarheit was ich als nächstes lerne, ein Ziel auf das ich hinarbeiten konnte - das Heft zu komplettieren. Nachteilig natürlich die Starrheit der Stückauswahl.

Daher meine Frage an die Klaviereleven hier im Forum, die schon immer "frei" ohne Klavierschule gelernt haben und teilweise großes Mitspracherecht haben, was als nächstes gespielt wird:
Wie stellt ihr sicher, dass nicht nur was "Schönes" gespielt wird, sondern dass es mit den Fähigkeiten auch voran geht?
Mit welchen Mitteln stellt euer KL sicher, dass ihr nicht auf einem Level stehen bleibt? Oder dass eure Fähigkeiten nicht einseitig wachsen, sondern alle relevanten Bereiche halbwegs gleichmässig bedacht werden?
Gibt es den roten Faden? Ein Ziel?

Ich freu mich natürlich, dass es jetzt sicher mit interessanten Stücken weitergeht und wäre auch toll, wenn ich involviert würde, was als nächstes gemacht wird, aber mein primäres Ziel ist es dennoch Fortschritte zu machen, meine Fähigkeiten zu erweitern und mich auch wenns sein muss dafür durch die ein oder andere Etüde zu quälen. Es geht mir nicht darum, auf Deubel komm raus nur das zu spielen, was ich will und was mir gefällt. Ein guter Kompromiss aus beidem wäre das Ideal.

Vielleicht könnt ihr ein bisschen von Euren Erfahrungen erzählen wie ihr so vorgeht, ihr die ohne KS lernt!


Gespannte Grüße von

Sook
 
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fisherman
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Heia Sookie; das ist in meinem Fall ein gegenseitiges "Befruchten":

Zum einen kommt die KL mit Stücken, von denen Sie glaubt, dass sie mir gefallen UND die gerade richtig sind für meinen derzeitigen Stand (also leicht fordernde Stücke). Nach Ihrem Vorspiel entscheide dann jedoch ich - denn ich will nichts spielen, was mir nicht richtig gefällt. Dazu bin ich schon zu alt.

Zum anderen komme ich auch mit Noten an von Stücken, die mir gefallen. Das prima-vista Spiel der KL zeigt dann aber in mindestens 50% der Fälle die Schwächen der Arrangements auf. Bei dem, was übrig bleibt gibt es folgende Möglichkeiten - je nach Beurteilung durch die KL:

a) Das ist viel zu schwer >>> weg damit
b) Das können Sie schaffen >>> heißt: es fordert stark, bringt mich weiter, braucht aber mindestens 12 Monate bis Vorspielreife >>> dann gehe ich entweder ran oder es kommt auf den wachsenden "Wiedervorlage-Haufen"
c) Das ist genau richtig
d) Das ist ziemlich leicht, aber wenn Sie was zum Entspannen brauchen ...

Es kommen aber auch "Fehleinschätzungen" vor - gerade bei extrem weiten Sprüngen fehlt dem Anfänger eben noch die Routine und das ist auch mit Dauerüben nicht zu erzwingen. Generell wechseln wir uns mit der Stück-Auswahl ab. Gleiches gilt für die Stilrichtungen / Tempi.

Wie auch immer: Unterricht OHNE KS finde ich total spannend und die Auswahl der Stücke ist bereits das halbe Vergnügen. Ich horte mittlerweile permanent ca. fünf Stücke für die nächste Zukunft.
 
D
Debbie digitalis
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Liebe Sookie,

auch ich habe zur Zeit Klavierunterricht, ohne dass eine Klavierschule verwendet wird. Eine solche benutzte ich nur kurze Zeit im Unterricht; ca. 9 Monate und auch in dieser Zeit nicht ausschließlich. Danach suchte meine KLin immer geeignete Stücke, sowie hin und wieder auch Etüden und Fingerübungen für mich aus.

Die Auswahl der Stücke erfolgte nach den Kriterien:
- die Stücke sollten mir gefallen
- sie sollten den meinem Leistungsstand entsprechenden Schwierigkeitsgrad aufweisen;
- sie sollten den Unterricht abwechslungsreich gestalten (z.B. nicht 2 Monate nur Bach, oder nicht einen Monat lang nur langsame Stücke)
- sie sollten unterschiedliche technische Anforderungen enthalten (z.B. ein Stück, dient dazu Triller zu üben; das nächste erfordert weite Sprünge in der linken Hand etc.).
- es wechseln sich auch längere Stücke (die Wochen brauchen) mit überschaubaren Stücken (ca. 2 Wochen Bearbeitungszeit) ab. Während die langen Stücke noch in Bearbeitung sind, werden aber parallel dazu auch noch kurze Stücke gespielt.
- Grundregel ist: bei klassischer Musik werden nur Originale und keine Bearbeitungen gespielt; Bearbeitungen sind nur dann erlaubt, wenn ich z.B. mal ein Stück Jazz oder Pop spielen will. So habe ich kürzlich den Maple Leaf Rag in einer Bearbeitung gespielt, da das Original für mich zu schwer gewesen wäre.


Bisher war die von meiner KLin getroffene Auswahl immer sehr gut. Die Stücke haben mir auch fast immer gefallen; ein Stück zurückgewiesen habe ich den ca. drei Jahren Klavierunterricht, die ich bisher habe, soweit ich mich erinnere nur ein- oder zweimal.

Auf meine eigenen Wünschen hinsichtlich der zu spielenden Stücke geht sie nach Möglichkeit auch ein. Es ist aber nicht so, dass ich Noten kaufe und dann fordere, genau diese jetzt als nächstes spielen zu dürfen. Ich benenne die ungefähre Richtung, z.B. Beatles-Stück oder leichtes Chopin-Stück und daraufhin sucht sie dann etwas aus und macht mir einen Vorschlag.

LG

Debbie digitalis
 
 

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