Klavierlehrer mit Digitalpiano

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Spaetstarter

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Hallo,

zuerst einmal möchte ich mich kurz vorstellen:
Ich bin sowohl hier im Forum als auch als Klavierschüler ganz am Anfang :)
Wie mein Forumsname schon sagt, gilt das nicht für mein Alter, denn ich habe mich nun mit Mitte 40 entschieden, endlich meinen lang gehegten Traum des Klavierspielens zu starten.
Ich bin unheimlich gespannt, ob und was mir gelingen wird. An Motivation und Vorfreude mangelt es jedenfalls ganz sicher nicht.


Nun zu meiner Frage:

Als Erwachsener lege ich großen Wert auf einen zu mir passenden Klavierlehrer. Der sollte ein klasse Lehrer sein und mir persönlich auch sympathisch.
Nun habe ich mir einige private Lehrer angesehen und musste feststellen, dass sehr viele dieser Lehrer zu Hause an einem Digitalpiano unterrichten. Gründe hierfür sind vermutlich die gestressten Nachbarn und vielleicht auch die Kosten ?!
Andererseits lese ich überall, dass man früher oder später auf ein echtes Klavier umsteigen muss, um ein ausdrucksstarkes Spiel zu lernen.
Ich selbst habe auch ein richtiges Klavier (Yamaha P121).

Würdet ihr als Anfänger einen Klavierlehrer empfehlen, der auf einem Digitalpiano unterrichtet? Und wenn ja, wie lange dauert es wohl, bis man als Schüler damit nicht mehr zufrieden ist und wechseln muss?

Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Erfahrungen

Herzliche Grüße vom
Spätstarter
 
hyp408

hyp408

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Erstmal herzlich willkommen im Forum. Es ist ja gar nicht so selten, dass hier Spätebrufene auftauchen (hab selbst erst mit Mitte 40 angefangen mit Klavier).
Also ich würde das Thema nicht überbewerten. Wenn mit dem Lehrer ansonsten alles stimmt, ist das Digi in den ersten 3-5 Jahren sicher kein Problem. Ich weiss, da werden jetzt auch andere Meinungen kommen ... aber so ists halt in einem Forum. Man hört sich an, was da so zum Topic (und auch off-Topic) zusammenkommt. Am Ende entscheidest Du.
Es ist ja auch so, dass Du vielleicht nach 1-2 Jahren selbst in der Lage bist zu entscheiden, ob der Lehrer Dir guttut oder nicht. Bis dahin ist es M.M. nach unschädlich bei einem Lehrer Unterricht zu haben, der nur ein Digi hat.

Hau rein! Gruss

Hyp
 
Klavierretter

Klavierretter

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Hallo Spätstarter,

nur Mut... mit Motivation und Ausdauer kann man es auch als Späteinsteiger noch weit bringen.
Zum Thema E-Piano... ich kenne viele Klavieranfänger, die nach spätestens einem Jahr auf ein "richtiges" Instrument umgestiegen sind, weil das Digi für ein ausdrucksstarkes Spiel einfach nicht mehr ausreichte... wohlgemerkt nach spätestens einem Jahr! Das sagt eigentlich alles... ich denke, ein guter (!) Klavierlehrer kann es irgendwie organisieren, seinen Unterricht auf einem "echten" Instrument zu machen, wenn er denn wirkliches Klavierspielen lehren will... und nicht nicht nur "richtige Tasten zur rechten Zeit drücken" unterrichten will.
Ich würde mir also jemanden suchen, der viel Wert auf Klang und Ausdruck legt... und der hat dann garantiert kein Digi für den Unterricht ;)
LG Georg
 
fisherman

fisherman

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Ich kann mich Hyp nur weitestgehend anschließen. Die Frage lautet: Was willst DU spielen? Digi oder Klavier? Falls letzteres, sehe ich die zeitliche Grenze deutlich früher als Hyp, nämlich schon nach den ersten paar Monaten. Auf dem akustischen Instrument hast Du weitaus mehr Nuancierungsmöglichkeiten*** (sofern es kein "Hobel" ist) als auf dem digitalen Instrument. Wie soll Dich der Lehrer da begleiten, wenn er selbst nur die "Notlösung" im Haus hat (und sich evtl. selbst schon taotal daran gewöhnt hat)?
*** Probier es selbst aus: Versuche mal auf beiden Instrumenten diese Adjektive nur über den Anschlag zu "übersetzen": brummelig, giftig, grell, weich, hart, sanft, duftig, pathetisch ...
 
hasenbein

hasenbein

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Lieber Späteinsteiger,

leider mußt Du Dich mit der Tatsache abfinden, daß die meisten Klavierlehrer nicht gut sind.

Und wenn Du bei der Wahl des Klavierlehrers nach Kriterien wie "kostet möglichst wenig" oder "ich muß möglichst wenige Kilometer fahren" gehst, reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, einen guten zu finden, auf nahezu Null.

Digitalpiano im Unterricht ist auch für Anfängerunterricht ein No Go. Kann höchstens mal ab und zu eingesetzt werden, z.B. als Zweitinstrument für einen 2. Spieler oder wenn das echte Klavier in Reparatur ist. Aber ein wirklich ernstzunehmender Klavierlehrer würde niemals standardmäßig oder gar ausschließlich auf einem Digi unterrichten.

Man unterrichtet ja auch nicht Anfängerposaune mit der iPad-App "iBone" :D
 
C

Chrissi

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leider mußt Du Dich mit der Tatsache abfinden, daß die meisten Klavierlehrer nicht gut sind.
Und wenn Du bei der Wahl des Klavierlehrers nach Kriterien wie "kostet möglichst wenig" oder "ich muß möglichst wenige Kilometer fahren" gehst, reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, einen guten zu finden, auf nahezu Null.
Erst einmal Herzlich Willkommen!

Als ich die Überschrift gesehen habe dachte ich erst da macht einer einen schlechten Witz. Ein KL mit Digipiano???
Nein, ich würde niemals bei einem KL auf einem Digpiano Klavierunterricht nehmen und dann auch noch dafür bezahlen. Für mich ist es sogar schon grenzwertig, wenn ein KL auf einem normalen Klavier unterrichtet oder der Flügel verstimmt ist. Ich bin da vielleicht extrem anspruchsvoll oder auch empfindlich, denke aber, dass es Digipiano als Unterrichtsinstrument gar nicht gut ist. Zum nächtlichen Üben ist es eine Notlösung - besser auf einem Digi üben als gar nicht - aber mehr auch nicht.

Hasenbein hat seine erste Aussage ja im selben post selber relativiert. Es gibt durchaus gut KL, allerdings wird man die seltenst direkt um die Ecke oder zu Billigpreisen finden. Und bei einem KL der einen ordentlichen Preis für seinen Unterricht verlangt, habe ich durchaus den Anspruch auf ein ordentliches Instrument zum Spielen.

Ich würde mich auch als Anfänger nicht mit mittelmäßigem oder gar schlechtem Unterricht zufriedengeben. Gerade die Grundlagen sind doch beim Instrumentalspiel enorm wichtig. Neu lernen ist immer leichter als umlernen...
 
C

Chrissi

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Hier mein komplettes Zitat:
"Für mich ist es sogar schon grenzwertig, wenn ein KL auf einem normalen Klavier unterrichtet oder der Flügel verstimmt ist. Ich bin da vielleicht extrem anspruchsvoll oder auch empfindlich"

Ich gehe bei einem KL davon aus, dass er seinen Lebensunterhalt mit Klavierunterricht geben verdient. Das Klavier ist also sein Arbeitsgerät. Kein Handwerker würde freiwillig mit Billigwerkzeug arbeiten. Nicht dass ein Klavier ein Billigwerkzeug wäre. Trotzdem ist ein gut gepflegter und gestimmter Flügel besser. So einen Flügel muss man ja auch nur einmal im Leben anschaffen und kann ihn dann bei der Steuer über viele Jahre lang absetzen. In einem Orchester bei dem ich als Aushilfe gespielt habe stand sogar im Arbeitsvertrag, dass ich verpflichtet bin auf einem angemessenen Instrument zu spielen... Und für einen Konzertpianisten ist sicher ein Flügel angemessener als ein Klavier. Außerdem habe ich ja schon erwähnt, dass ich vielleicht etwas anspruchsvoll bin.
Gerade als Erwachsener wenn man das Klavierspielen als Hobby betreibt kann man doch auch etwas anspruchsvoll sein. Vor allem spielt die Qualität des Instrumentes eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Bildung des musikalischen Gehöres. Auch bei Erwachsenen. Alle KL die ich kenne haben bei sich zu Hause einen mehr oder weniger kleinen Flügel im Wohnzimmer stehen und sicher die Hälfte von ihnen unterrichtet überwiegend kleine Kinder und ist ganz und gar nicht so leistungsorientiert wie ich.
 
aths

aths

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Hallo,

ich habe mit 34 Jahren (letztes Jahr) angefangen, Klavierunterricht zu nehmen. Einerseits komme ich kaum voran, die Fortschritte sind winzig. Andererseits summiert sich das mit der Zeit und die Ansprüche steigen.

Mein Klavierlehrer hat einen Flügel und zwei Digitalpianos. Da ich immer abends komme (aus beruflichen Gründen kann ich am Nachmittag nicht) sitzen wir dann oft am Digitalpiano, wobei ich den Flügel vorziehe. Zuhause habe ich zwar auch nur ein elektronisches Instrument, aber selbst ich Anfänger merke, dass ein Flügel nuancierter spielbar ist. Außerdem ist der Klang besser. Ich bin sehr froh, dass mein Klavierlehrer einen Flügel hat (wenn es auch nur ein Yamaha-Stutzflügel ist) um wenigstens gelegentlich den Engelsklang zu hören.

Ich vermute, dass Klavierlehrer die selbst gelegentlich auftreten, in der Regel ein akustisches Instrument zuhause haben.
 
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Nessie

Nessie

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Liebe Chrissi

Ich habe Deinen Text schon komplett gelesen, auch wenn ich nur den Teil rauskopiert habe, der mir sauer aufstösst. Ob ein Flügel wirklich in jedem Fall besser als ein gut gepflegtes, regelmässig gestimmtes Konzertklavier ist, wage ich zu bezweifeln.

Erwachsene sollten anspruchsvoll sein, O.K. Aber in erster Linie ist es doch wichtig, dass der Unterricht eine hohe Qualität aufweist. Was nützt dem Spät-Klaviereinsteiger ein Steinway Flügel, wenn der Lehrer daneben vom Unterrichten null Ahnung hat? Der Erwachsene denkt womöglich "Boah, ich darf auf dem tollen Flügel spielen, also ist der KL suuuper". Aber nobel muss die Welt zugrunde gehen. :roll:

Alle KL, die Du kennst haben einen Flügel? Und die Hälfte dieser KL unterrichtet die kleinen Kinder privat an ihrem Flügel im Wohnzimmer? Und die Eltern dieser Kinder können sich das leisten?

Ich bin ja schon froh, dass wir uns den Unterricht unserer Kinder an der städtischen Musikschule überhaupt leisten können. Von meinem Privatunterricht ganz zu schweigen. Auch wenn es "nur" Unterricht auf einem Klavier ist. :D

Lg, Nessie
 
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Hallo Ihr Lieben,

danke für Eure Beiträge, die mir bei der Meinungsbildung helfen!

Zuerst einmal zu meiner Verteidigung:
Ich suche weder "besonders günstig" noch "besonders nah"!
Wenn dem so wäre, hätte ich hier gar nicht nachgefragt.

Im Gegenteil, eine der betroffenen Lehrerinnen ist sogar am Teuersten (135 EUR/Monat).
Allerdings war dort auch die Probestunde am intensivsten und ich hatte das Gefühl, dass diese Dame genau weiss, was sie macht. Bis auf das Digi empfand ich es dort sehr professionell.

Andererseits haben mir Eure Beiträge noch mal klar gemacht, dass ich Klavier lernen will und nicht Digitalpiano und ich immer eine Unsicherheit spüren würde, wenn ich das im Unterricht nicht hätte.

Ich werde jetzt einmal weitersuchen, obwohl ich doch so gerne endlich richtig anfangen will ...

Viele Grüße vom
Spätstarter
 
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Klavierix

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Hallo,

wie einige schon geschrieben haben, finde auch ich ein Digitalpiano als Arbeitsinstrument dubios - ich nehme mal an, es ist nicht das V Piano, das würde die Sache wohl etwas relativieren. Google doch mal, was ihr Instrument überhaupt kostet, dann weißt du auch, was ihm das WERT ist. Frage sie, warum sie kein akustisches Instrument besitzt - vielleicht gibt es ja schlüssige Gründe (etwa ein Steinway in seiner Zweitwohnung :-) ...)

VIel Spaß am Klavierspielen

Klavierix
 
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Monte

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Für mich ist es sogar schon grenzwertig, wenn ein KL auf einem normalen Klavier unterrichtet oder der Flügel verstimmt ist.
Das sind wirklich heftige Ansprüche. In unserer Musikschule gibt es einen einzigen Flügel und der steht im Vortragssaal, welcher meistens für grössere Ensembles genutzt wird und kaum für Klavierunterricht zur Verfügung steht. In allen anderen Räumen stehen gute bis mittelprächtige Klaviere - und leider auch nicht immer 1a gestimmt. Ich würde sagen: das ist die Realität. Auf welchem Stern lebst Du?

Monte
 
hasenbein

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Tja, das stimmt - allerdings muß dazu gesagt werden, daß es auch Realität ist, daß die meisten Musikschullehrer nicht gut sind.
 
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Monte

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Tja, das stimmt - allerdings muß dazu gesagt werden, daß es auch Realität ist, daß die meisten Musikschullehrer nicht gut sind.
Das ist wohl wahr - allerdings ist es nur ein Spiegel der Gesellschaft. Denn: für andere Berufe gilt das genau so. Geh z.B. mal zum Arzt, da musst Du in der Regel selbst sehr gut aufpassen, dass der alles richtig macht. So ist das.

Monte
 
Nessie

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daß es auch Realität ist, daß die meisten Musikschullehrer nicht gut sind.
Das ist eine bittere Pille... :-( Das heisst, dass alle öffentlichen Musikschulen mehrheitlich mittelmässige bis schlechte Lehrer angestellt haben. Als Otto und Lieschen Normalverdiener, die sich nichts anderes für ihre Kinder (oder sich selbst) leisten können, muss man sich damit abfinden oder es bleiben lassen.

Welches wären denn die üblichen Fehler, die diese schlechten Musiklehrer so allgemein begehen? So ein Top-Ten der unsinnigsten Lehrmethoden würde hier sicher noch andere interessieren.

Lg, Nessie
 
Pirata

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Welches wären denn die üblichen Fehler, die diese schlechten Musiklehrer so allgemein begehen? So ein Top-Ten der unsinnigsten Lehrmethoden würde hier sicher noch andere interessieren.

Lg, Nessie
Och weißt du Nessie, mich würde das überhaupt nicht interessieren. Am Ende fällt laut dieser Liste mein KL auch darunter und dann fange ich an mir ne Birne zu machen ob ich da bleiben oder weggehen soll oder was? Vermutlich würde ich auch keinen Lehrer finden der nicht mindestens 3 - 4 der Negativpunkteliste erfüllt und bereit wäre mich als Schüler anzunehmen.

Ich seh das einfach so: Mag sein, dass mein Lehrer keine hohen Ansprüche erfüllen kann (akkustisches Klavier hat er aber zumindest) - aaaaber ich als Schüler halte mich nicht für sonderlich begabt und ich denke für mich tuts durchaus ein durchschnittlicher Lehrer. Hauptsache ich mag ihn menschlich, denn das ist bei mir sehr wichtig, ich lasse mir von jemandem, den ich nicht mag nämlich nichts beibringen.

Was bringt also so ne Liste außer Verunsicherung?

LG
Pirata
 
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Sonatina

Guest
Das ist eine bittere Pille... :-( Das heisst, dass alle öffentlichen Musikschulen mehrheitlich mittelmässige bis schlechte Lehrer angestellt haben.

Also so würde ich das nicht unterschreiben. An der städtischen Musikschule deiner Kinder zum Beispiel gibt es eine grosse Auswahl an sehr guten Musiklehrern. Nur ist es leider auch nicht ganz einfach, bei den besten Unterricht zu bekommen. Die führen alle eine Warteliste. Und Klavierunterricht auf Flügeln gibt's da auch. Im Haus Hirschengraben ist jedes Klavier Unterrichtszimmer das ich bisher zu Gesicht bekommen habe, mit mindestens einem Steinway Flügel ausgestattet. Zum Teil stehen sogar zwei S & S Flügel in einem Zimmer. Die anderen Räumlichkeiten von MKZ Zürich kenne ich nicht.

Gruss

Sonatina
 
hasenbein

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Weiß ich gar nicht, ob's so eine Art Top Ten hier schon irgendwo gibt...

Ohne Ranking fallen mir ein:

1) Nach einer Klavierschule un-individuell Stück für Stück lehren (OK, Nr. 24 kannst Du, dann bitte zum nächsten Mal Nr. 25 und Nr. 26 üben!) - Weniges sagt so deutlich aus: "Hey, ich hab einfach zu viele Schüler und so, ich kann mir nicht auch noch für jeden was Individuelles überlegen!"

2) Falsche "Haltungs"-Anweisungen geben wie "Arm rechtwinklig" oder "Hand muß gerade bleiben (so daß daraufgelegte Münze beim Spielen nicht runterfällt)" oder "Finger sollen wie Hämmerchen sein" bzw. "Den Arm nicht bewegen, sondern nur aus den Fingern heraus spielen"

3) Viel mit Bleistift zusätzlich in die Noten reinschreiben (zusätzliche Fingersätze, Ausdrucksanweisungen etc.), so daß das Notenblatt wie ein Hindernisparcours aussieht, durch den sich der arme Schüler (der natürlich so erst recht nicht mehr zum Hinhören kommt) durchkämpfen muß

4) Nicht stichhaltig/fundiert begründen können, warum der Schüler eine bestimmte Übung machen soll bzw. auf eine bestimmte Weise spielen soll

5) Verschnarchte/routinierte/resignierte und/oder humorlose Art (erstaunlich und erschreckend, von wie vielen Leuten ich schon gehört habe, daß mal einer ihrer Lehrer während des Unterrichts weggeratzt ist oder Tee gekocht / Zeitung gelesen hat!)

6) Lehrer schimpft im Unterricht rum, weil er entweder a) zu blöd ist, mit der pädagogischen Situation klarzukommen oder b) überarbeitet/unausgeschlafen/psychisch angeschlagen ist (Schimpfen ist NUR dann gestattet, und zwar ohne Wutgefühle dem Schüler gegenüber, sondern lediglich als starke Maßnahme, wenn der Schüler faul oder patzig ist und mal einen auf den Deckel braucht)

7) Lehrer hat nur begrenztes Repertoire (z.B. bestimmte Klassikstücke) und ist nicht bereit, andere Stücke (u.a. vom Schüler gewünschte) durchzunehmen, weil er entweder sagt: "Bei mir gibt es nur diesen festen Stückekanon" oder "die anderen Stücke sind eh' Mist" (oder weil, was man im Hinblick auf Jazz-Rock-Pop-Stücke oft erlebt, der Lehrer solche Stücke einfach nicht kann)

8) Lehrer unterrichtet mechanistisch (d.h. Regelkreis Auge-Hand, und man hört sich dann an, wie das Ergebnis geworden ist) statt hörzentriert (der Punkt müßte in einer "ge-rankten" Liste ganz nach oben)

9) Lehrer hat keine Ahnung von Theorie oder Musikgeschichte

10) Lehrer ermuntert nicht zu eigener Kreativität

11) Lehrer macht keine Vorspiele (oder wenn, dann nur lustlos und langweilig)

12) Ständig vergessen, was man mit dem Schüler das letzte Mal gemacht hat; kein Konzept haben, wie es systematisch weitergehen kann, damit der Schüler alle wichtigen Kernkompetenzen erlangt

13) Kein oder viel zu wenig Prima-Vista-Spiel durchnehmen / verlangen

Die Liste ist mit absoluter Sicherheit alles andere als vollständig, aber das war das, was mir spontan einfiel.

LG,
Hasenbein
 
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Pirata

Pirata

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bäääh... jetzt hab ich die Liste natürlich doch gelesen (neugierig, wie ich nunmal bin).

Aber, sieh mal einer an - so schlimm ist es gar nicht. Ein bisschen was trifft schon zu, aber den will ich sehen bei dem gaar nichts aus der obigen Liste zutreffen würde.
 
 

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