Klavierlehrer, die auf Heumann schwören?

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Frédéric Chopin

Frédéric Chopin

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:?:
Wer von den Büchern nichts hält muss hier nicht umbedingt mitlesen oder gar mitschreiben.

Evtl. wäre der Thread ja in einer anderen Ecke besser aufgehoben

Deshalb möchte ich jetzt einen neuen Thread erstellen: "Klavierlehrer, die auf Heumann schwören"

meine Klavierlehrerin schwört auf Heumann!

Wenn Deine KL auf Heumann schwört, dann würde ich ernsthaft über einen Wechsel nachdenken.

Den Ratschlag von "Fisherman" sollte man wirklich ernst nehmen, wenn jemand ernshaft Klavierspielen lernen will. Ich kenne nämlich solche Lehrer, die auf Heumann schwören. Und zwar handelt es sich hierbei um Laien, die selber nicht Klavierspielen können. Da bekommt der Schüler dann etliche Klavierbücher: Ein Klavierbuch: "Die Beatles", ein Klavierbuch: "Mozart", ein Klavierbuch: "bekannte Symphonien" ein Klavierbuch: "Originale Klavierstücke in Leichtbearbeitung", ein Klavierbuch: "die bekanntesten Poplieder", ein Weihnachtsbuch.

Und jetzt kommt das was mich ehrlich schockte: Alle bearbeitet von Heumann. Solche Schüler hatte ich Mal von einem Lehrer übernommen. Diese hatten nur "Heumann"- Noten und sonst nichts.
Heumann ist für alle die, die nicht Klavier können, sich nicht die Arbeit machen wollen, richtig Klavierspielen zu lernen aber trotzdem die bekannten Lieder und Klavierwerke spielen wollen, und Klavierlehrer, die auf Heumann schwören haben bestimmt keine klavierpädagogische Ausbildung.


Heumanns Ideen:

Beethoven: Für Elise - Heumann weiß, ein bekanntes Stück und fast jeder will es spielen.
Im Grunde genommen kann ein durchschnittsbegabter Schüler nach ein bis zwei Jahren guten Klavierunterricht "Für Elise", wie es im Original steht, spielen.

Dann gibt es welche, die wollen nicht zwei Jahre ernsthaft Klavierlernen, nicht üben, sondern das Stück gleich spielen. Und wieviele das wollen. Nichts lernen, trotzdem spielen. Das weiß offensichtlich auch Heumann! Und bearbeitet das bekannte Anfangsthema in ganz leichter Spielfassung, damit es auch diese spielen können, die nie anständig Klavier gelernt haben.

Und er bearbeitet nur das bekannte Anfangsthema, den Rest will eh' keiner spielen (was die musikalisch Verdorbenen angeht)

Ich habe im Thread "Klavierlehrer, ab wann" folgenden Bericht geschrieben, darin auch dieser Abschnitt:
Hier nutzt man wirklich Menschen aus. Ich kenne da einen Fall, der hatte 7 Jahre bei einem "Klavierlehrer" (heutzutage nennt sich ja jeder Klavierlehrer, auch der nicht Mal spielen kann) Unterricht, der selbst nicht spielen konnte. Und der Schüler dachte, er wäre zu untalentiert, weil er ständig übe, aber einfach nicht besser als die Anderen wurde. Nicht, daß er Mal versucht hätte auch Mal schwierigere Stücke zu spielen, aber bei diesem Lehrer durfte man nichts spielen, was über à la "Heumann" Leichtbearbeitung hinausging. Und der Lehrer es geschickt mit den Worten machte: "Das ist zu schwer!" Mir wird einfach nur schlecht, wenn ich immer wieder so etwas höre und mitbekomme.

Das ist wie ein Französischlehrer, der nicht weiß, was ein Subjonctif ist, und sagt er sei Französischlehrer, um Geld zu verdienen.

Ich hasse solche Musikschulen, für die das Finanzielle viel wichtiger ist, als daß Schüler guten Klavierunterricht erhalten.
Was ist wenn jener Schüler wirklich Klavier lernen will und talentiert ist?



Natürlich gibt es auch ab und zu gute Bearbeitungen von Heumann wie "Romantic Pop Pianos". Aber es ist doch nicht normal, daß man gleich 5 Hefte von Heumann hat, und daß alle fortgeschrittenen Schüler bei einem Klavierlehrer beim Klassenvorspiel "Heumann"- Bearbeitungen spielen.

Die Lehrer, die ich kenne, die auf Heumann schwören:

1. sind Laien im Klavier und haben ein anderes Instrument als Hauptfach (die Schüler es zunächst nicht bemerken, und später es erst erahnen)
2. die Schüler bleiben bei Heumann stehen
3. Frustrierte talentierte Klavierschüler, die ernsthaft üben, seit sieben Jahren Klavierunterricht haben und dann frustriert Klavierschülern eines anderen Lehrers zuhören müssen, die nach zwei Jahren wesentlich besser spielen, als sie.

Ich habe auch schon Mal zwei Bearbeitungen von Heumann aus "Romantic Pop Pianos" für Schüler genommen, die gut bearbeitet waren. Aber man kann doch als Lehrer nicht alles, ob Pop, ob Klassik, ob Weihnachtslieder von Heumann nehmen! Und bei seinen Leichtbearbeitungen von originalen Klavierwerken (was vor allem den Liebestraum Nr. 3 von Franz Liszt betrifft), bei mir der Spaß aufhört, wenn es Lehrer gibt, die auf Heumann schwören.

Liebe Grüße, Mario
 
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rolf

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Da bekommt der Schüler dann etliche Klavierbücher: Ein Klavierbuch: "Die Beatles", ein Klavierbuch: "Mozart", ein Klavierbuch: "bekannte Symphonien" ein Klavierbuch: "Originale Klavierstücke in Leichtbearbeitung", ein Klavierbuch: "die bekanntesten Poplieder", ein Weihnachtsbuch.

[...]

Und bei seinen Leichtbearbeitungen von originalen Klavierwerken (was vor allem den Liebestraum Nr. 3 von Franz Liszt betrifft), bei mir der Spaß aufhört, wenn es Lehrer gibt, die auf Heumann schwören.

...auch die Bild (Zeitung) hat hohe Auflagen...

dagegen ist kein Kraut gewachsen

Gruß, Rolf

("gegen die Dummheit kämpfen die Götter selbst vergebens", Friedrich von Schiller - - "so tief man auch sinkt, es gibt immer noch eine Stufe tiefer", Charles Bukowski - - sinngemäß auch "in Reimen dichtet Freiligrat, ist kein Horaz geworden", Heinrich Heine) :D
 
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classican

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Natürlich darf ich dir in jedem(!) deiner Punkte recht geben.
Aber den Sinn dieses Fadens habe ich noch nicht verstanden.
Geht es darum den Schülern zu helfen Unterricht mit solch einem Mangel an Qualität erkennen und entgegentreten zu können?
(In dieser Hinsicht hätte dieser Beitrag mE das Prädikat Wichtig verdient).

https://www.clavio.de/forum/klavierlehrer-forum/7335-lehrer-und-ihre-methodik-ein-beispiel.html
https://www.clavio.de/forum/klavierlehrer-forum/6744-kann-ich-vom-klavierlehrer-erwarten.html
https://www.clavio.de/forum/klavier...bildung-im-klavierunterricht-klar-machen.html
https://www.clavio.de/forum/klavierlehrer-forum/7105-kennt-jemand-einen-aehnlichen-fall.html

Das wären jetzt nur einige der sehr informativen Beiträge in diesem Forum, in welchen die mannigfaltigen Aufgaben eines Klavierlehrers besprochen werden.
Vielleicht könnte dann dieser Faden benutzt werden um das empfohlene Unterrichtsmaterial zu besprechen.

Mich wundert es immer wieder wie selten in ihrem Sinne "klassische" Stücke von manchen Lehrern in dem Anfängerunterricht verwendet werden.Dabei gibt es doch ein reiches Angebot von damaligen Kinderstücken von musikalisch hoher Qualität.
(Nun muss ich mich aber berichtigen:Schumann schrieb sein Album für die Jugend ja, da damals qualitatives Unterrichtsmaterial extrem rar war, und ich sein Album für Anfänger auch für viel zu schwer empfinde; aber gerade fallen mir von Haydn, Mozart oder Bach auch für Anfänger viele schöne spielbare Stücke ein, ebenso eine tschechische, sehr schöne Etüdenreihe neueren Ursprungs).
Und da ja auch angenommen werden sollte, dass nicht alle klassische Musik spielen wollen: auch da gibt es ein reiches Angebot.Ein Band mit kürzeren Kompositionen würde ich da besonders gerne Hervorheben, aber ich muss noch nach dem Titel suchen, und es gibt auch ein paar sehr schön gesetzte Filmmelodien, denen ich daher nicht abgeneigt bin und die sehr begeistert aufgenommen werden (aus Harry Potter ua.)
Gerne würde ich daher mit euch eine Kleine Sammlung erstellen (wobei ich es zu entschuldigen bitte, wenn dieses Thema für etwas anderen gedacht ist, wenn du mir dazu kurz eine Antwort schreibst Mario, es wäre ja kein Problem hierfür ein anderes Thema zu erstellen).
 
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Gowenna

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3. Frustrierte talentierte Klavierschüler, die ernsthaft üben, seit sieben Jahren Klavierunterricht haben und dann frustriert Klavierschülern eines anderen Lehrers zuhören müssen, die nach zwei Jahren wesentlich besser spielen, als sie.
Liebe Grüße, Mario

Ne danke... das will ich für mich auf garkeinen Fall. ich möchte in 10 Jahren mal richtig gut sein am Klavier. Da bin ich zwar schon 35 Jahre aber das reicht mir immernoch. Ich spiele jetzt seit einem Jahr. Hatte die ersten 2 Monate Klavierunterricht wo ich aber auch absolut unzufrieden war, da dieser Mensch anscheinend nur Ahnung von Kindern hatte.
Dann hatte ich ewig keinen und habe mir ein paar Sachen selber beigebracht. Jetzt habe ich die gefunden und war 5 mal da und merke es ist nix. Gibts doch garnicht. Ich spiele schon 1 Jahr und kann wahrscheinlich so gut wie nix. ich finde das irgendwie jetzt schon tierisch ärgerlich.
 
Haydnspaß

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Ich kenne nämlich solche Lehrer, die auf Heumann schwören. Und zwar handelt es sich hierbei um Laien, die selber nicht Klavierspielen können. Da bekommt der Schüler dann etliche Klavierbücher: Ein Klavierbuch: "Die Beatles", ein Klavierbuch: "Mozart", ein Klavierbuch: "bekannte Symphonien" ein Klavierbuch: "Originale Klavierstücke in Leichtbearbeitung", ein Klavierbuch: "die bekanntesten Poplieder", ein Weihnachtsbuch.

Und jetzt kommt das was mich ehrlich schockte: Alle bearbeitet von Heumann. Solche Schüler hatte ich Mal von einem Lehrer übernommen. Diese hatten nur "Heumann"- Noten und sonst nichts.

Nachdem jetzt in kurzer Zeit schon zwei Heumann-Hasser-Threads eröffnet wurden, frage ich mich aber schon, ob man hier nicht den Sack schlägt und den Esel meint 8)

Ich bin auch kein Fan von Heumann-Bearbeitungen. Aber ich denke, das Problem liegt doch nicht an Heumann, sondern an den schlechten Lehrern.

Ein guter Lehrer wird auch Heumann-Bearbeitungen zum Nutzen des Schülers verwenden können - selbstverständlich nur, wenn entsprechende Ausgleichsliteratur "nebenher" verwendet wird.

Die Frage, die sich mir stellt, ist vielmehr:

Warum haben "schlechte" Lehrer so ein Faible für Heumann-Hefte?

Und da gibts offensichtlich einen sehr einfachen Grund: Schüler wollen Stücke spielen, die sie kennen. Es ist leider so, daß man viele Schüler einfach nicht dazu bringt, etwas zu spielen, das sie nicht kennen. Die "Bekanntheit" bzw. "Erkennbarkeit" einer Melodie ist sozusagen Qualitätskriterium Nr.1 für diese Schüler. Und da vieles von den bekannten STücken entweder viel zu schwer ist, oder überhaupt nicht original für Klavier, greift man eben zur Notlösung der simplifizierten Bearbeitung. Die hat Heumann nun allerdings nicht erfunden.

Es gibt eben Schüler, die genau so etwas spielen wollen, und die auch keinerlei Interesse an höheren Zielen haben. Und dann gibts eben auch Lehrer, die diese Einstellung auch noch unterstützen.

Es ist schade. Aber ich seh da auch keinen Ausweg.

Die Schüler, die sich ernsthaft für Musik und Klavierspiel interessieren, sind mit solchen Bearbeitungsheften ganz falsch beraten. Das ist doch klar. Da gibts doch gar nichts zu diskutieren.
 
Frédéric Chopin

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Geht es darum den Schülern zu helfen Unterricht mit solch einem Mangel an Qualität erkennen und entgegentreten zu können?
Ne danke... das will ich für mich auf garkeinen Fall. ich möchte in 10 Jahren mal richtig gut sein am Klavier.

Deswegen habe ich das Thema eröffnet, um solchen Schülern, die ernshaft Klavierspielen lernen wollen, von solchen Lehrern abzuraten, die überwiegend nur mit Heumann-Bearbeitungen im Unterricht arbeiten und davon sehr angetan sind.
Gowenna, wenn Du erst 25 bist, kannst Du am Klavier in 10 Jahren noch sehr viel erreichen. Ich rate Dir dringend nach einen anderen Lehrer zu suchen, weil mit dem "Heumann- Lehrer" Du nicht darüber hinaus kommen wirst, als nur leichte Heumannbearbeitungen spielen zu können.

Gerne würde ich daher mit euch eine Kleine Sammlung erstellen (wobei ich es zu entschuldigen bitte, wenn dieses Thema für etwas anderen gedacht ist, wenn du mir dazu kurz eine Antwort schreibst Mario, es wäre ja kein Problem hierfür ein anderes Thema zu erstellen).

Für das schöne Thema könnten wir eigentlich einen neuen Thread eröffnen! :p
Wäre eine sehr gute Idee, welche Alternativen es neben Heumann noch gibt!
Da fallen mir schon die allerersten Kompositionen von Mozart ein. Nicht schwieriger als die heutigen bekannten Heumannbearbeitungen, aber musikalisch genialer und wunderschöne Werke.

Warum haben "schlechte" Lehrer so ein Faible für Heumann-Hefte?

Ein Grund ist auch weil sie selbst mit den Bearbeitungen gut umgehen können und sie auch leicht spielen können und alles was darüber hinaus geht, nicht mehr im Stande sind, selbst spielen zu können. Zumindest trifft das auf diese Lehrer, die ich kenne, deren Schüler fast nur Heumannhefte besitzen.

Wenn ein Schüler wirklich nur Heumannbearbeitungen spielen will und keine größeren Ziele setzt, darum geht es mir gar nicht. Dadurch kommt auch keiner zu Schaden, weder der "Heumann- Lehrer", noch der Schüler.

Die Schüler, die sich ernsthaft für Musik und Klavierspiel interessieren, sind mit solchen Bearbeitungsheften ganz falsch beraten. Das ist doch klar. Da gibts doch gar nichts zu diskutieren.
Und genau um diese Schüler geht es mir! Stell Dir vor, Du hättest ebenfalls sieben Jahre bei einem Klavierlehrer nur Heumannbearbeitungen gespielt, und das nur weil der Lehrer mit Stücken, die vom Schwierigkeitsgrad darüber hinausgehen, selbst nicht fertig werden würde?

Liebe Grüße, Mario
 
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Sesam

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Stell Dir vor, Du hättest ebenfalls sieben Jahre bei einem Klavierlehrer nur Heumannbearbeitungen gespielt, und das nur weil der Lehrer mit Stücken, die vom Schwierigkeitsgrad darüber hinausgehen, selbst nicht fertig werden würde?

Aber ehrlich gesagt verstehe ich den Schüler nicht, dass er/sie sich 7 Jahre so etwas bieten lässt. Wenn jemand Ambitionen hat oder zumindest ein bißchen Interesse an Musik, dann bekundet er doch alsbald von selbst den Wunsch, etwas anderes als Heumann zu spielen. Oder liege ich da völlig falsch?

Lieben Gruß, Sesam
 
Klavirus

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Was ein Schüler nach X Jahren spielt, hängt wohl in hohem Maße davon ab, was der Lehrer an Stücken vorschlägt.
Ich habe schon des öfteren Stücke spielen wollen und es auch im Unterricht "gedurft", von denen meine KL gesagt hat "eigentlich noch zu schwer". Aber wenn ich nur nach ihren Vorschlägen gegangen wäre, wär ich vll. nur so weit wie die meisten ihrer anderen (kindlichen) Schüler?? Ich glaube, der Lehrer muss auch wissen, was der Schüler will und nicht einseitig nach irgendwelchen vorgegebenen Strukturen unterrichten.
Ich glaube nicht, dass es so wichtig ist, dass oder wie ein Lehrer alle Stücke vorspielen kann, er muss aber wissen, wie er es vermittelt. Und da muss er schon erkennen, wenn er dem Schüler nicht mehr das Wasser reichen kann... Und da ist der Wasserstand bei Heumann ja nicht grade hoch...:cool:

Klavirus
 
ChrisSilver

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Ich glaube nicht, dass es so wichtig ist, dass oder wie ein Lehrer alle Stücke vorspielen kann, er muss aber wissen, wie er es vermittelt. Und da muss er schon erkennen, wenn er dem Schüler nicht mehr das Wasser reichen kann... Und da ist der Wasserstand bei Heumann ja nicht grade hoch...:cool:
Klavirus

wollen wirs mal nicht übertreiben, ja?

...sowohl in Bezug auf den Nutzen der Arrangements
...als auch in Bezug auf Lehrer, die sie verwenden

(vorsicht Haydnspaß, sonst verklägt dich Herr Heumann noch :D )
 
rolf

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Da fallen mir schon die allerersten Kompositionen von Mozart ein. Nicht schwieriger als die heutigen bekannten Heumannbearbeitungen, aber musikalisch genialer und wunderschöne Werke.

hallo Mario,

vorab eine kleine "Schikane" aus sprachlichem Grund: Mozarts erste Kompositionen sind gewiss genial - wenn sie aber genialer als Heumann sind, impliziert das in Deinem Satz, dass Heumann zwar nicht genialer aber wenigstens genial ist :D - - aber klar, wir sind uns sicher einig: genial ist Heumann nicht (zumindest nicht in Sachen Klaviermusik) :D

ich gebe Dir prinzipiell in allen Punkten recht, habs ja (in meiner sarkastischen Weise) hier schon mitgeteilt.

bedenklich finde ich hier folgenden Umstand, den ich selber mal kennen gelernt hatte:
da unterrichtet jemand "angeblich professionell" Dutzende von Schülern einzig mit Heumann-Heftchen & Konsorten - der Zweck der Sache war dort eindeutig, mit minimalem Aufwand größtmöglichen Gewinn (Unterricht pflegt ja was zu kosten) zu erzielen - - - krass formuliert: wer seine Schüler mit Heumann etc jahrelang an sich bindet, dem geht es primär darum, sich die Schüler wegen der Einnahmen zu halten...
...ok, evtl etwas überspitzt formuliert - aber ich durfte das mal nebenbei aus der Nähe "beobachten"... und darüber war und bin ich entsetzt!!!

man kann 3-4 Jahre und mehr mit Heumann dümpeln - man kann aber auch nach einem Jahr (ohne Heumann & Konsorten) Schüler dazu bringen, kleine Sachen von Bach, Mozart, Schumann, Chatschaturjan und Debussy zu spielen.

jahrelanges Heumannhefte-Gedümpel ist meines Wissens nicht gerade die Empfehlung im VdM...

Gruß, Rolf
 

ChrisSilver

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...man kann 3-4 Jahre und mehr mit Heumann dümpeln...

Ich hab noch immer Imaginationsschwierigkeiten, dass es tatsächlich vorkommt, dass Schüler keine "alte Schule" in den Input gespeist bekommen.

Ich kenne aber auch eine Frau, die als Kind Klavierunterricht auf einem Konservatorium erhielt.
1) Moderne Musik war verpönt.
2) Die Klassik ist der Gipfel der Klaviermusik. (Nix Romantik und später!)
3) Absolute Akkuratesse.
4) Zwingende Prüfungen zur Fortsetzung des Unterrichts (Durchfall bei falschem Anschlag)
An dieser Schule waren jene Lehrer die beliebtesten, die auch nicht-klassische Techniken und Stücke lehrten.

Das heißt, man kann Schüler auch verjagen, wenn man es übertreibt mit der Klassik...
...und dass es auch schön früher den Wunsch unter Klavierschülern gab, andere Dinge zu spielen außer Mozart, Tschaikovsky und Konsorten (zuerst wollte ich nicht Konsorten schreiben rolf, damit du mir nicht vorwerfen kannst, ich plagiiere dich, mir ist auf die Schnelle aber nichts besseres eingefallen...:D )
 
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rolf

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Das heißt, man kann Schüler auch verjagen, wenn man es übertreibt mit der Klassik...

da hast Du sicher recht (jedenfalls in Deinem Beispiel, wo man nichts "romantisches" üben darf...)

die Welt ist schon voller sonderbarer Käuze :D

egal WAS man am Klavier erreichen will und wo die eigenen Vorlieben (Geschmack) liegen: wenn man einen Unterricht "genießt", der einem mehrere Jahre lang nichts anderes als Heumann-Bearbeitungen (& Konsorten :D) bietet, dann betreibt man nach allerspätestens 2 Jahren eine Fehlinvestition!...

wird man einzig mit Sonatinen gepeinigt, lernt man zwar motorisch etwas mehr - aber fortlaufen wird hier keine allzu schlechte Idee sein - - - - aber warum läuft man nicht so oft fort, wenn man jahrelang wie oben beschrieben fehlinvestiert?...?......

wem das freilich Spaß macht, der soll das tun - warum auch nicht - - - aber wem vorgegaukelt wird, er müsse erst erst alle solchen Heftchen durchgeackert haben... das ist ja schon beinahe justiziabel :D

Gruß, Rolf
 
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daedalus52

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Ich kenne die Heumann-Hefte nicht, trotzdem melde ich mich zu Wort:

Die Betrachtungen bisher beschränken sich auf Lehrer und Schüler. Es gibt aber noch einen "Mitspieler", nämlich das geneigte Publikum.

Das ist oft hocherfreut wenn es ein Stück wiedererkennt .. und wenn das Enkerl "Für Elise" spielt ist es dem tränenfeuchten Oma-Auge (Ohr ?) herzlich egal, ob hier Ludwig Van mit oder ohne Heumann die Vorlage geliefert hat.

Es gibt, scheints, nicht nur Schüler, die sich 7 Jahre lang nur Heu (mann) servieren lassen, sondern auch passgenaue Zuhörer.

Zum Glück war in meiner Familie Klavier auf höherem Niveau üblich, auch wenn ich daraus nicht den möglichen Nutzen gezogen habe.


MfG

Wolfgang
 
M

Martin Major

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und ich dachte immer für einen klassischen pianisten sei das publikum eine meist unvermeidliche störung ... :rolleyes:
 
C

cbirkholtz

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Nachdem jetzt in kurzer Zeit schon zwei Heumann-Hasser-Threads eröffnet wurden, frage ich mich aber schon, ob man hier nicht den Sack schlägt und den Esel meint 8)

Ich wollte das an der Stelle nur kurz Klarstellen. Einen der Beiden Angesprochenen Threads habe ich eröffnet und der war nicht als "Heumann-Hasser-Thread" konzipiert sondern eigentlich eher für die Art von Schülern, welche mit dem "Klavierspielen mein schönstes Hobby" lernen (ob nun alleine oder als Beiwerk) und die sich gerne austauschen möchten (z.B. Einspielungen die besser instrumentiert sind als die begleit CD, MIDI Dateien um auch mal die linke alleine hören zu können, Korrigieren von Druckfehlern in den Theorieteilen etc.). Zum "Hasser" Thread ist er dann leider mutiert - was aber wohl auf der anderen Seite nur zeigt, dass vermutlich kein Bedarf vorhanden war.

Aber ich wollte diesen Thread hier jetzt nicht auch Boykottieren, desshalb zurück zum Thema.

Ihr hattet ja auch vor, eine Liste zu erstellen mit alternativen. Ich persönlich finde hier Tim Richards Bücher sehr gut (Improving Blues Piano 1 u. 2 sowie exploring Jazz Piano 1 u. 2). Die Bücher haben m.E. nach ein schön ausgewogenes Verhältnis zwischen Theorie, Übehinweise, Improvisationstipps etc.

Christian
 
Annett

Annett

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Hallo zusammen,

ich denke, man muss differenzieren: den Heumann zusätzlich angewendet zum fundierten Unterricht ist sicher kein Problem.

So als totaler Laie fängt man ja total enthusjastisch an und kauft sich schon mal selbst Literatur, die man bald spielen möchte - so auch ich- vor 8 Monaten und tata :tuba: "Piano Crash kurs" von Heumann :rolleyes: Damit bin ich zu meinem Lehrer spaziert und er hat wahrscheinlich gedacht "oh mann, schon wieder so eine" aber er hat es einfach mit in den Unterricht eingebunden, der ansonsten mit Kinderschulbüchern "Wir musizieren am Klavier" von J.W.Schaum stattfindet.

Die Schaum Bände kann ich sehr empfehlen, da ich wirklich sehr einfach an die zu lernenden Sachen herangeführt werde. Zur Motivation, da ich ja schon 36 bin, brauch ich dann ab und zu was, das ich kenne - wie die Heumann sachen.

Aber bald gehts richtig mit "echten Kompositionen" zur Sache. Zusammenfassend kann ich sagen: ein guter KL ist das Mass aller Dinge - der kann dann auch mal sowas mit einbinden und es funktioniert trotzdem.

Liebe Grüße
Annett
 
Frédéric Chopin

Frédéric Chopin

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Hallo zusammen,

ich denke, man muss differenzieren: den Heumann zusätzlich angewendet zum fundierten Unterricht ist sicher kein Problem.

"Piano Crash kurs" von Heumann :rolleyes: Damit bin ich zu meinem Lehrer spaziert und er hat wahrscheinlich gedacht "oh mann, schon wieder so eine" aber er hat es einfach mit in den Unterricht eingebunden.

Hallo Annett,

in diesem Fall stellt das auch kein Problem dar!
Ich habe auch schon Mal aus "Romantic Pop Piano" von Heumann Bearbeitungen für den Unterricht genommen, die nicht schlecht waren.

Nur es gibt auch viel schlechtes:

Z. B. sollte man nicht Orignialkompositionen wie Für Elise (Beethoven) oder Liebestraum Nr. 3 (Franz Liszt) in Leichtbearbeitung von Heumann spielen lassen. Es gibt soviel andere Orignialkompositionen, die man bereits spielen kann.


Annett, ich habe noch eine Frage an Dich:


der ansonsten mit Kinderschulbüchern "Wir musizieren am Klavier" von J.W.Schaum stattfindet.

Du schreibst, Du bist 36. Die Klavierschule "Wir musizieren am Klavier" von J.W.Schaum scheint mir eher unangebracht.
Es geht zwar, aber:

Ich habe auch schon erlebt, daß ein 20- jähriger Schüler mit der "Europäischen Klavierschule" von Fritz Emonts lernt.

Mir persönlich würde das sehr kindisch vorkommen, wenn ein Lehrer mir zum Lernen Lehrbücher für Kinder gibt, evtl. die mit großen Bildern versehen sind usw.

Natürlich, man kann damit schon auch lernen, aber.....

Für Erwachsene gibt eine Anzahl von separaten Klavierschulen, wie z. B. sehr zu empfehlen: Uli Molsen - Die Klavierschule für Erwachsene
und noch viele andere gute Klavierschulen, daher muß ein Klavierlehrer nicht auf Kinder- Klavierschulen zurückgreifen, die eigentlich speziell pädagogisch für Kinder gemacht wurden.

Uli Molsen macht z. B. auch eine Klavierschule für Kinder "Die Klavier- Boutique".
"Die Europäische Klavierschule" von Emonts ist für Kinder gedacht und "Mein erstes Klavierspiel" von Emonts für ältere Anfänger.

Ich finde es deshalb merkwürdig, daß es Lehrer gibt, die erwachsene Schüler mit einer Klavierschule unterrichten, die speziell pädagogisch für Kinder gedacht ist, als ob es andere Klavierschulen nicht gäbe.
Bei der Auswahl der Klavierschule müssen übrigens sehr viele Kriterien berücksichtigt werden und ist je nach Schüler unterschiedlich
Darunter auch:
Für welches Alter die Klavierschule gedacht ist.

Die Klavierschule "Wir musizieren am Klavier" von J.W.Schaum ist für Klavierschüler im Alter von ungefähr 6 bis 10 Jahre geeignet.

Liebe Grüße, Mario
 
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Annett

Annett

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Hi Mario,

Danke für die weiterführenden Tipps, nun ich habe kein Problem mit Kinderbildern und ich vertraue da meinem Lehrer einfach, ich habe das Gefühl, es passt ganz gut und vielleicht bin ich einfach auch noch zu "kindisch" ;-)

6-10 Jahre - da fühle ich mich doch gleich geschmeichelt :D

Soweit ich verstanden habe, hat er einfach super Erfahrungen damit gemacht und ich kann da auch nichts gegen sagen, finde ich komme gut mit (sollte man auch nicht unterschätzen). Warum sollte ein Erwachsener nicht auch einfach einsteigen können... ich verstehe aber völlig was Du meinst.

Liebe Grüße
Annett
 
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Pianissima

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Also, ich werde mich jetzt hier "outen"!!
Ich unterrichte meine Anfängerschüler mit Heumann´s Piano Kids 1, 2 (und manchmal auch Band 3), um erste Grundinhalte wie Notenlesen und Zählen zu vermitteln. Ich finde die Methode im 2. Band zum allmählichen Verlassen des Fünftonraumes sogar ziemlich gut.
Von Anfang an spicke ich das Unterrichtsmaterial mit zusätzlichen Stücken von Emonts und Co., um die gelernten Inhalte zu vertiefen und spätestens ab dem zweiten Band Heumann kommen einfache klassische Originale dran, (am Ende des zweiten Bandes z.B. einfache Clementi-Sonatinen). Meine Schüler kennen Czerny und Hanon und wissen, was der Unterschied zwischen einer Bearbeitung und einem Original ist. Das läuft nicht nach Schema F ab, sondern individuell an die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Schülers angepasst.
Auch wenn ich Heumanns Methode am Anfang als groben roten Faden geeignet finde, würde ich niemals Schüler, die seit Jahren spielen, Bearbeitungen von klassischen Stücken spielen lassen, sondern immer nur die Originale.
Was ist jetzt falsch an meiner Methode?
Ich glaube, dass ich meine Schüler fundiert und breit gefächert ausbilde und es macht ihnen außerdem noch Spaß!
 
 

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