Klavierissimo in Wetzikon - Ein Konzertbericht

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Tastenmiki

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Liebe Foristen,
bei uns im Zürcher Oberland gab es dieses Jahr wieder Klavierhochkultur zu erleben.
Hier ein kritischer Erlebnisbericht von mir, der demnächst wahrscheinlich mit kleinen Änderungen des Lektors in der Schweiz erscheinen wird. Für Euch aber jetzt schon zum Lesen bereit ist.
Wer von Euch war ebenfalls dort und kann auch etwas beitragen zu den Interpreten ?

Wie jedes Jahr lief auch heuer wieder die Konzertreihe Klavierrissimo in Wetzikon unter ihrem charismatischen künstlerischen Leiter Werner Bärtschi. Verschiedene Pianisten, darunter auch bekannte Namen wie Fazil Say , Ingolf Wunder und Altmeister Jörg Demus gaben sich die Ehre. Leider gelang es mir nur, die Konzerte von Alena Cherny, Jörg Demus , Werner Bärtschi und Fazil Say zu besuchen.

Den Anfang machte die ukrainische Pianistin Alena Cherny - mittlerweile schon heimisch *bei uns - mit einer faszinierenden Programmzusammenstellung. Beethovens Sonate opus 2/1 verlangt vom Interpreten schon viel an Gestaltungswillen. Wird sie doch gerne auch als die kleinere "Appassionata" bezeichnet. Alena Cherny setzte auf schnelle Tempi die sie bravourös meisterte. Gelegentlich wunderte man sich aber über zahlreiche Phrasierungsfehler im ersten Satz oder im Menuett . Als Beispiel die "Mannheimer Rakete": Beethoven notierte erst Staccato und dann ein Legato. Bei Alena Cherny hörte man das Legato einfach nicht und sämtliche Noten wurden kurz gespielt...vielleicht hätte ein gemäßigteres Tempo nicht geschadet, um auch die Details besser zum Ausdruck zu bringen. Die berühmte Sonate "Der Sturm" gelang um vieles besser. Hier war die Pianistin in ihrem Element. Kraftvoll und mit eisernem Rhythmus gestaltete sie die dramatischen Stellen. Auch der 2. Satz wurde nun endlich mit viel Sinn für das "Cantabile-Spiel" gestaltet.*
Im 2. Teil des Konzerts stand Schubert D 946 und Brahms opus 118am Programm.
Auch hier bot die Pianistin eine überzeugende Vorstellung was die reine Technik betrifft.
Ihr Schubert litt leider unter sehr viel *Pedal und einer zu stark geführten linken Hand wodurch die Baßlage dermaßen verstärkt wurde, dass man die Melodielinie nur mehr erahnen konnte.
Bei Brahms opus 118 störte der übermäßige Pedalgebrauch weniger. Nur erschloss sich mir ihre Sichtweise z.B beim Intermezzo in f-moll nicht. Zu groß war mir die Abweichung in Rhythmus und Struktur zum Notentext.
Trotzdem kann man von einem interessanten Klavierabend sprechen, den ich nicht missen möchte.

Nun zu dem Konzert mit Altmeister Jörg Demus. Die Vorfreude ihn nach langer Zeit wieder in der Schweiz zu hören , war groß. Das Programm, mehr als ambitioniert für einen 85-jährigen Künstler. Voller Erfurcht besuchte ich nun auch dieses Konzert.
Leider wurde man aber sehr schnell eines besseren belehrt.
Bach's Chromatische Fantasie und Fuge am Anfang geriet leider zu einer etwas fragwürdigen Improvisation. Es gelang Demus nicht, die verschiedenen Stimmen voneinander abzusetzen. Weiters bediente er sich der merkwürdigen Eigenart, jede diffizilere Skala im Pedal schwimmen zu lassen.
Hier hätte man sich mehr Klarheit gewünscht. Das solide ausgelegte Grundtempo der Fuge änderte sich sozusagen in jedem Takt. Eine Herangehensweise , die man leider als problematisch bezeichnen muss.
Danach folgte allerdings eine sehr feine Wiedergabe des *Rondos von Mozart. Der Altmeister hatte sich nun warm gespielt.
Trotz diverser Freiheiten zeigte Jörg Demus eine große Phrasierungskunst und viel Sinn für Klangkultur. Hier war man wunschlos glücklich.
Vor der Pause folgte dann die monumentale Opus 111 Sonate von Beethoven. Ein Prüfstein für jeden Pianisten.*
Hier kam Jörg Demus an seine pianistischen Grenzen. Neben großen -wahrscheinlich altersbedingten- Koordinationsproblemen der rechten und linken Hand kamen viele Textfehler hinzu. Von Beethoven notierte Pausen wurden einfach ignoriert...das Tempo wechselte häufig je nach Schwierigkeitsgrad. Vielleicht aus großer Nervosität ?
In der Durchführung des 1. Satzes drohte das Werk sogar auseinander zu fallen. Da konnten auch die wenigen wunderbaren Momente beispielweise im 2. Satz nicht wirklich entschädigen. Auch hier fanden sich zahlreiche Textfehler. Aus einem Triller wurde dann schon mal plötzlich eine Triole.
Trotzdem würdigte das Publikum den 85- jährigen Pianisten mit viel Applaus.
Im 2. Teil dieses Klavierabends war Jörg Demus dann wieder wie ausgewechselt.
Die "Kinderszenen" von Robert Schumann *gerieten sehr lyrisch und auch feinsinnig. Besonders schöne Momente waren in der "Träumerei" , in" Der Dichter spricht" und in "Von fremden Ländern und Menschen" zu hören. Den Abschluss machte dann Cesar Francks "Prelude, Choral et Fugue". Auch hier überzeugte die Interpretation auf ganzer Linie, wenn auch mit leichten Einschränkungen pianistischer Natur. Tempoprobleme, wie zuvor bei Bach, blieben hier auch aus.
Am Ende war man Hin und hergerissen zwischen der Bewunderung für einen Pianisten, der in diesem Alter überhaupt noch spielt, und der Tatsache, dass 50 % des Programms für den geschulten Hörer schwer zumutbar war.
Ein etwas zwiespältiger Klavierabend also.

Nun folgte das Konzert mit dem künstlerischen Leiter der Konzertreihe selbst.
Werner Bärtschi war für die erkrankte Polina Leschenko eingesprungen.
Bärtschi gehört schon seit Jahren zur schweizer Pianistenelite und machte seinem Namen mit diesem Konzert alle Ehre. Die Sonate in Es-Dur KV 282 von Mozart wurde mit äußerster Sorgfalt und großer Detailverliebtheit musiziert. Beeindruckend war auch die Tatsache, dass der Interpret wenig bis kein Pedal verwendete und trotzdem die originale Phrasierung mustergültig umsetzte. Sein Mozart geriet dadurch entschlackt und frei von jeglichem Manierismus....Großartig.
Auch in Schuberts Sonate in a-moll D 784 bot sich ein ähnliches Bild. Er erweitere sozusagen nur noch seine Farbenpalette mit einem dämonischen Unterton. Dabei spielte er die Baßlinien so kraftvoll und klar und in vollkommener Harmonie mit der Melodie. Etwas, was sowohl Cherny als auch Demus versagt geblieben ist.
Auch der 2. Satz war extrem fein gestaltet. Höhepunkt war dann noch der 3. Satz.
In schnellem Tempo mit zum Teil etwas schroffen Akkzenten durchlebte Bärtschi Schuberts Seelenkonstrukt auf eine Weise, die man heute im Konzertsaal nur mehr sehr selten mit so viel Leidenschaft und Textgenauigkeit erleben kann. Seine Interpretation wird mir in bleibender Erinnerung bleiben. Man war wirklich berauscht von seiner Klangvielfalt.
Nach dieser genialen Wiedergabe von Schuberts a- moll Sonate folgte als scharfer Kontrast die 5. Klaviersonate von Galina Ustwolskaja. Eine Komposition, die ich hier zum ersten Mal in einem Konzert hörte.
Hier erwies sich Bärtschi als geradezu mustergültiger Interpret moderner Literatur.
Auch wenn sich das Werk mir nicht restlos erschloss, was primär an der Komposition liegen dürfte, zeigte der Interpret abermals seine Vielseitigkeit.
Den Abschluss machte dann Beethovens Sonate in Es-Dur opus 7. Diese gelang dem Künstler ebenfalls sehr schön. Trotzdem beeindruckte mich sein Beethoven weniger als sein Schubert. Vielleicht hätte man gut daran getan, die Schubert Sonate an das Ende des Konzerts zu setzen ?*
Auf jeden Fall waren ganz große Momente zu erleben. Deswegen keimte in mir auch schnell der Wunsch auf, Werner Bärtschi bald wieder zu hören. Vielleicht in der nächsten Saison schon.

Nun noch zu einem meiner Lieblingspianisten: Als letztes Konzert besuchte ich noch Fazil Say. Leider konnte ich nur bis zur Pause bleiben und versäumte dadurch zwei Mozartsonaten.*
Am Anfang stand Janaceks Sonatenfragment in es-moll, ein Werk, welches man nicht oft im Konzert antrifft. Say, ein Meister der Programmmusik, fühlte sich in besonderer Weise in die Tonsprache Janaceks ein und zeigte eindrucksvoll sein ganzes Können um die vertrakte Komposition zum Leben zu erwecken, was ihm auch vortrefflich gelang.
Mit Bernd Alois Zimmermanns*Acht Stücke aus "Enchiridion" wurde man dann doch als Hörer ein wenig auf die Probe gestellt. Es erforderte die volle Aufmerksamkeit, den Intentionen des Komponisten zu folgen. Gut zugänglich waren mir die "Meditation" , "Ostinato" und "Imagination". Sämtliche Stücke wurden mit großem Einsatz vorgetragen.
Mit Strawinsky's*Drei Sätze aus Pétrouchka ging es weiter. Atemberaubend der "Danse russe"....eine wahrhaft meisterliche Wiedergabe. Hier zeigte Fazil Say, warum er schon seit vielen Jahren zu den Lieblingen des Publikums gehört.

Ich freue mich nun auf einen Gedankenaustausch mit Euch...

Mit liebem Gruß
Tastenmiki
 
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Destenay

Destenay

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Liebe Foristen,
bei uns im Zürcher Oberland gab es dieses Jahr wieder Klavierhochkultur zu erleben.
Hier ein kritischer Erlebnisbericht von mir, der demnächst wahrscheinlich mit kleinen Änderungen des Lektors in der Schweiz erscheinen wird. Für Euch aber jetzt schon zum Lesen bereit ist.
Wer von Euch war ebenfalls dort und kann auch etwas beitragen zu den Interpreten ?

Wie jedes Jahr lief auch heuer wieder die Konzertreihe Klavierrissimo in Wetzikon unter ihrem charismatischen künstlerischen Leiter Werner Bärtschi. Verschiedene Pianisten, darunter auch bekannte Namen wie Fazil Say , Ingolf Wunder und Altmeister Jörg Demus gaben sich die Ehre. Leider gelang es mir nur, die Konzerte von Alena Cherny, Jörg Demus , Werner Bärtschi und Fazil Say zu besuchen.

Den Anfang machte die ukrainische Pianistin Alena Cherny - mittlerweile schon heimisch *bei uns - mit einer faszinierenden Programmzusammenstellung. Beethovens Sonate opus 2/1 verlangt vom Interpreten schon viel an Gestaltungswillen. Wird sie doch gerne auch als die kleinere "Appassionata" bezeichnet. Alena Cherny setzte auf schnelle Tempi die sie bravourös meisterte. Gelegentlich wunderte man sich aber über zahlreiche Phrasierungsfehler im ersten Satz oder im Menuett . Als Beispiel die "Mannheimer Rakete": Beethoven notierte erst Staccato und dann ein Legato. Bei Alena Cherny hörte man das Legato einfach nicht und sämtliche Noten wurden kurz gespielt...vielleicht hätte ein gemäßigteres Tempo nicht geschadet, um auch die Details besser zum Ausdruck zu bringen. Die berühmte Sonate "Der Sturm" gelang um vieles besser. Hier war die Pianistin in ihrem Element. Kraftvoll und mit eisernem Rhythmus gestaltete sie die dramatischen Stellen. Auch der 2. Satz wurde nun endlich mit viel Sinn für das "Cantabile-Spiel" gestaltet.*
Im 2. Teil des Konzerts stand Schubert D 946 und Brahms opus 118am Programm.
Auch hier bot die Pianistin eine überzeugende Vorstellung was die reine Technik betrifft.
Ihr Schubert litt leider unter sehr viel *Pedal und einer zu stark geführten linken Hand wodurch die Baßlage dermaßen verstärkt wurde, dass man die Melodielinie nur mehr erahnen konnte.
Bei Brahms opus 118 störte der übermäßige Pedalgebrauch weniger. Nur erschloss sich mir ihre Sichtweise z.B beim Intermezzo in f-moll nicht. Zu groß war mir die Abweichung in Rhythmus und Struktur zum Notentext.
Trotzdem kann man von einem interessanten Klavierabend sprechen, den ich nicht missen möchte.

Nun zu dem Konzert mit Altmeister Jörg Demus. Die Vorfreude ihn nach langer Zeit wieder in der Schweiz zu hören , war groß. Das Programm, mehr als ambitioniert für einen 85-jährigen Künstler. Voller Erfurcht besuchte ich nun auch dieses Konzert.
Leider wurde man aber sehr schnell eines besseren belehrt.
Bach's Chromatische Fantasie und Fuge am Anfang geriet leider zu einer etwas fragwürdigen Improvisation. Es gelang Demus nicht, die verschiedenen Stimmen voneinander abzusetzen. Weiters bediente er sich der merkwürdigen Eigenart, jede diffizilere Skala im Pedal schwimmen zu lassen.
Hier hätte man sich mehr Klarheit gewünscht. Das solide ausgelegte Grundtempo der Fuge änderte sich sozusagen in jedem Takt. Eine Herangehensweise , die man leider als problematisch bezeichnen muss.
Danach folgte allerdings eine sehr feine Wiedergabe des *Rondos von Mozart. Der Altmeister hatte sich nun warm gespielt.
Trotz diverser Freiheiten zeigte Jörg Demus eine große Phrasierungskunst und viel Sinn für Klangkultur. Hier war man wunschlos glücklich.
Vor der Pause folgte dann die monumentale Opus 111 Sonate von Beethoven. Ein Prüfstein für jeden Pianisten.*
Hier scheiterte Jörg Demus kläglich. Neben großen -wahrscheinlich altersbedingten- Koordinationsproblemen der rechten und linken Hand kamen viele Textfehler hinzu. Von Beethoven notierte Pausen wurden einfach ignoriert...das Tempo wechselte häufig je nach Schwierigkeitsgrad. Vielleicht aus großer Nervosität ?
In der Durchführung des 1. Satzes drohte das Werk sogar auseinander zu brechen. Da konnten auch die wenigen wunderbaren Momente beispielweise im 2. Satz nicht entschädigen. Auch hier fanden sich zahlreiche Textfehler. Aus einem Triller wurde dann schon mal plötzlich eine Triole.
Trotzdem würdigte das Publikum den 85- jährigen Pianisten mit viel Applaus.
Im 2. Teil dieses Klavierabends war Jörg Demus dann wieder wie ausgewechselt.
Die "Kinderszenen" von Robert Schumann *gerieten sehr lyrisch und auch feinsinnig. Besonders schöne Momente waren in der "Träumerei" , in" Der Dichter spricht" und in "Von fremden Ländern und Menschen" zu hören. Den Abschluss machte dann Cesar Francks "Prelude, Choral et Fugue". Auch hier überzeugte die Interpretation auf ganzer Linie, wenn auch mit leichten Einschränkungen pianistischer Natur. Tempoprobleme, wie zuvor bei Bach, blieben hier auch aus.
Am Ende war man Hin und hergerissen zwischen der Bewunderung für einen Pianisten, der in diesem Alter überhaupt noch spielt, und der Tatsache, dass 50 % des Programms für den geschulten Hörer schwer zumutbar war.
Ein etwas zwiespältiger Klavierabend also.

Nun folgte das Konzert mit dem künstlerischen Leiter der Konzertreihe selbst.
Werner Bärtschi war für die erkrankte Polina Leschenko eingesprungen.
Bärtschi gehört schon seit Jahren zur schweizer Pianistenelite und machte seinem Namen mit diesem Konzert alle Ehre. Die Sonate in Es-Dur KV 282 von Mozart wurde mit äußerster Sorgfalt und großer Detailverliebtheit musiziert. Beeindruckend war auch die Tatsache, dass der Interpret wenig bis kein Pedal verwendete und trotzdem die originale Phrasierung mustergültig umsetzte. Sein Mozart geriet dadurch entschlackt und frei von jeglichem Manierismus....Großartig.
Auch in Schuberts Sonate in a-moll D 784 bot sich ein ähnliches Bild. Er erweitere sozusagen nur noch seine Farbenpalette mit einem dämonischen Unterton. Dabei spielte er die Baßlinien so kraftvoll und klar und in vollkommener Harmonie mit der Melodie. Etwas, was sowohl Cherny als auch Demus versagt geblieben ist.
Auch der 2. Satz war extrem fein gestaltet. Höhepunkt war dann noch der 3. Satz.
In schnellem Tempo mit zum Teil etwas schroffen Akkzenten durchlebte Bärtschi Schuberts Seelenkonstrukt auf eine Weise, die man heute im Konzertsaal nur mehr sehr selten mit so viel Leidenschaft und Textgenauigkeit erleben kann. Seine Interpretation wird mir in bleibender Erinnerung bleiben. Man war wirklich berauscht von seiner Klangvielfalt.
Nach dieser genialen Wiedergabe von Schuberts a- moll Sonate folgte als scharfer Kontrast die 5. Klaviersonate von Galina Ustwolskaja. Eine Komposition, die ich hier zum ersten Mal in einem Konzert hörte.
Hier erwies sich Bärtschi als geradezu mustergültiger Interpret moderner Literatur.
Auch wenn sich das Werk mir nicht restlos erschloss, was primär an der Komposition liegen dürfte, zeigte der Interpret abermals seine Vielseitigkeit.
Den Abschluss machte dann Beethovens Sonate in Es-Dur opus 7. Diese gelang dem Künstler ebenfalls sehr schön. Trotzdem beeindruckte mich sein Beethoven weniger als sein Schubert. Vielleicht hätte man gut daran getan, die Schubert Sonate an das Ende des Konzerts zu setzen ?*
Auf jeden Fall waren ganz große Momente zu erleben. Deswegen keimte in mir auch schnell der Wunsch auf, Werner Bärtschi bald wieder zu hören. Vielleicht in der nächsten Saison schon.

Nun noch zu einem meiner Lieblingspianisten: Als letztes Konzert besuchte ich noch Fazil Say. Leider konnte ich nur bis zur Pause bleiben und versäumte dadurch zwei Mozartsonaten.*
Am Anfang stand Janaceks Sonatenfragment in es-moll, ein Werk, welches man nicht oft im Konzert antrifft. Say, ein Meister der Programmmusik, fühlte sich in besonderer Weise in die Tonsprache Janaceks ein und zeigte eindrucksvoll sein ganzes Können um die vertrakte Komposition zum Leben zu erwecken, was ihm auch vortrefflich gelang.
Mit Bernd Alois Zimmermanns*Acht Stücke aus "Enchiridion" wurde man dann doch als Hörer ein wenig auf die Probe gestellt. Es erforderte die volle Aufmerksamkeit, den Intentionen des Komponisten zu folgen. Gut zugänglich waren mir die "Meditation" , "Ostinato" und "Imagination". Sämtliche Stücke wurden mit großem Einsatz vorgetragen.
Mit Strawinsky's*Drei Sätze aus Pétrouchka ging es weiter. Atemberaubend der "Danse russe"....eine wahrhaft meisterliche Wiedergabe. Hier zeigte Fazil Say, warum er schon seit vielen Jahren zu den Lieblingen des Publikums gehört.

Ich freue mich nun auf einen Gedankenaustausch mit Euch...

Mit liebem Gruß
Tastenmiki


hier noch die Kritik der renommierten Neuen Zürcher Zeitung :«Klavierissimo» in Wetzikon: Gemischter Auftakt - Zürcher Kultur Nachrichten - NZZ.ch

Ich stelle mir nur die Frage wie kommen die renommierten Pianisten dieses Festivals dazu Jörg Demus zum teil mit Tränen zu umarmen und ihm gratulierten für diesen grossartigen Abend. Wieso war das Publikum so begeistert, er war der einzigste Pianist an diesem Festival der mit Standing Ovation gefeiert wurde. Wieso weinten so viele Zuhörer ?
Werner Bärtschi und die Veranstalter bestehend auch aus Musiker waren hell begeistert, Bärtschi rief oben bei bei der Bar aus: " mir habt ihr Demus zu verdanken, er wird nicht in der Tonhalle spielen, er gehört nach Wetzikon. Es ist der Wunsch, dass Jörg Demus evt. gegen Weihnachten nochmals spielt, aber bestimmt das nächste Jahr wieder.
Wieso will man JD nach diesem Abend in die Tonhalle und an die anderen grossen Konzertsäle in der Schweiz holen. Wieso wurden alle CDs von Demus verkauft.
Wieso wurde Demus vor diesem Konzert in Deutschland so gefeiert ? die Kritiker waren begeistert, ich meine es war die Frankfurter Allgemeine schrieb: er ist wahrscheinlich der beste Schumann Interpret der Welt."
Traurig aber war, für die Pianistin Elena Cherny war dieser Tag eine Katastrophe, in der Pause liefen etliche Zuhörer davon.
Hast Du dich schon mal mit der historischen Aufführungspraxis beschäftigt ? sehr empfehlenswert !

Cordialement

Destenay
 
T

Tastenmiki

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5. Jan. 2014
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Hallo Destenay,
danke für Deinen Beitrag. Ich möchte nun einfach klarstellen, dass eine Rezension etwas Subjektives ist. Jeder Redakteur hat seine Kriterien, wie er eine Leistung beurteilt. Wenn Dir das Konzert mit Jörg Demus bzw. anderen Musikern sehr gefallen hat, ist das Dein gutes Recht. Moritz schrieb in der Zürcher Zeitung sehr wohl davon, dass in den schnellen Sätzen Dinge nicht gelungen sind. Trotzdem entschied er sich dann doch in "Bewunderung" zu schreiben weil es tasächlich großartig ist, wenn man in diesem Alter noch so musizieren kann. Meine Meinung ist, dass man versuchen sollte, objektiv zu sein, da man ja den Lesern gegenüber auch einen gewissen Bildungsauftrag hat. Da darf man eben auch die Schattenseiten nicht weglassen und diese waren mehr als offensichtlich. In der Pause wurde heftig diskutiert über seine Opus 111. Ein Kollege entschied sich sogar dagegen, eine Rezension zu verfassen weil es ihm überhaupt nicht gefiel...Du siehst, wie subjektiv Eindrücke manchmal sein können. Auch zwei mir bekannte Pianisten waren sehr enttäuscht über seinen Beethoven.
Dass Demus sonst großen Erfolg hat ist sehr erfreulich. Ich habe ja nur dieses Konzert bewertet und nicht sein künstlerisches Schaffen...das ist glaube ich, schon ein großer Unterschied.
Wenn Jörg Demus wieder kommt, würde ich gerne wieder zuhören. Vielleicht spielt er dann auch ein Programm, welches seinen derzeitigen pianistischen Fähigkeiten etwas besser entspricht. Mozart und die Kinderszenen waren nämlich wirklich schön.
Dass sich ein Teil des Publikums in Konzerten verabschiedet - es waren sehr wenige Zuhörer und nicht etliche die gegangen sind - kommt selbst in der Tonhalle bei großen Künstlern wie Blechacz und Armstrong vor. Cherny's Klavierabend war auf jeden Fall "Texttreuer" als der Abend mit Jörg Demus. Also von einer "Katastrophe" keine Spur. Zugegeben waren manche Interpretationen etwas eigenwillig.
Mit historischer Aufführungspraxis habe ich aber meine Probleme, da hier oft versucht wird, eine mittelmäßige Leistung als Sensation zu verkaufen. Das benutzen viele Künstler dazu, sich interessant zu machen und dadurch eigene Schwächen zu verleugnen. Ich bevorzuge daher die großen Konzertflügel von heute, weil darauf einfach alles besser klingt und die Nerven von Nebengeräuschen verschont bleiben. Als Beispiel nenne ich hier immer die Schubert- Gesamtaufnahme mit Jan Vermeulen...fürchterlich, dieser Lärm.
Lieber Gruß
Tastenmiki
 
pianochris66

pianochris66

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Ich freue mich nun auf einen Gedankenaustausch mit Euch...

So unterschiedlich können Wahrnehmungen sein und letztlich können das nur die Besucher der Konzerte beurteilen. Insofern fällt eine Gedankenaustausch schwer.
Beispiel Jörg Demus: Er wurde gefeiert als lebende Legende, die seinen Zenit überschritten hat und nicht mehr in der Lage ist op. 111 zu spielen aber man verneigt sich vor der künstlerischen Lebensleistung dieses großen Pianisten. Oder: Tastenmiki hat keine Ahnung. Mit Kritiken ist das immer so eine Sache, sie können Anhaltspunkt sein aber die letztendliche Beurteilung eines Konzertes obliegt glücklicherweise dem Zuhörer. Leider habe ich Jörg Demus noch nicht live gehört und werde es wohl auch nicht mehr erleben aber seine Aufnahmen sind ganz große Klavierspielkunst. Auf jeden Fall eine interessante Kritik über die von Dir besuchten Konzerte, Tastenmiki.
 
T

Tastenmiki

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Hallo pianochriss66 ! Danke auch für Deinen Beitrag.
Ein wahres Wort von Dir. Ahnung habe ich aber schon:D
Nach meinem abgeschlossenem Studium verlegte ich mich eben nur auf das "Schreiben".
Das ständige Üben ist nämlich durchaus familienfeindlich...
Trotzdem brachte ich es am Klavier zu einer gewissen Meisterschaft. Bei meiner Abschlussprüfung spielte ich Bach's 1. Französische Suite, Mozart's c- moll Sonate, einige Chopin-Etüden und Liszts 2. Ungarische Rhapsodie. Als Konzert dann Bartok's 2. Klavierkonzert. Immerhin wurde ich mit einer einstimmigen Auszeichnung geehrt.
Also damit ,glaube ich, schon etwas mitreden zu können....:mrgreen:
Lieber Gruß
Tastenmiki
 
pianochris66

pianochris66

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Lieber Tastenmiki,

ich wollte Dir in keinster Weise Kompetenz absprechen! Wie denn auch, bin doch selber nur ein Freizeittastendrücker. Habe nur versucht, Deine Kritik und Destenays Beitrag unter einen Hut zu bekommen;). Erlebe halt selber, dass die Kritiken von Konzerten, die ich besucht habe, oft nicht meiner Wahrnehmung entsprechen. Ich sage nur: 2 Kritiker, 3 Meinungen:D.

LG
Christian
 
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Tastenmiki

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Lieber Christian,
sorry, das habe ich dann wohl nur missverstanden...
2 Kritiker, 3 Meinungen....absolut richtig...Du hast den Nagel auf dem Kopf getroffen...
Lieber Gruß
Tastenmiki
 
Destenay

Destenay

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Hallo Destenay,
danke für Deinen Beitrag. Ich möchte nun einfach klarstellen, dass eine Rezension etwas Subjektives ist. Jeder Redakteur hat seine Kriterien, wie er eine Leistung beurteilt. Wenn Dir das Konzert mit Jörg Demus bzw. anderen Musikern sehr gefallen hat, ist das Dein gutes Recht. Moritz schrieb in der Zürcher Zeitung sehr wohl davon, dass in den schnellen Sätzen Dinge nicht gelungen sind. Trotzdem entschied er sich dann doch in "Bewunderung" zu schreiben weil es tasächlich großartig ist, wenn man in diesem Alter noch so musizieren kann. Meine Meinung ist, dass man versuchen sollte, objektiv zu sein, da man ja den Lesern gegenüber auch einen gewissen Bildungsauftrag hat. Da darf man eben auch die Schattenseiten nicht weglassen und diese waren mehr als offensichtlich. In der Pause wurde heftig diskutiert über seine Opus 111. Ein Kollege entschied sich sogar dagegen, eine Rezension zu verfassen weil es ihm überhaupt nicht gefiel...Du siehst, wie subjektiv Eindrücke manchmal sein können. Auch zwei mir bekannte Pianisten waren sehr enttäuscht über seinen Beethoven.
Dass Demus sonst großen Erfolg hat ist sehr erfreulich. Ich habe ja nur dieses Konzert bewertet und nicht sein künstlerisches Schaffen...das ist glaube ich, schon ein großer Unterschied.
Wenn Jörg Demus wieder kommt, würde ich gerne wieder zuhören. Vielleicht spielt er dann auch ein Programm, welches seinen derzeitigen pianistischen Fähigkeiten etwas besser entspricht. Mozart und die Kinderszenen waren nämlich wirklich schön.
Dass sich ein Teil des Publikums in Konzerten verabschiedet - es waren sehr wenige Zuhörer und nicht etliche die gegangen sind - kommt selbst in der Tonhalle bei großen Künstlern wie Blechacz und Armstrong vor. Cherny's Klavierabend war auf jeden Fall "Texttreuer" als der Abend mit Jörg Demus. Also von einer "Katastrophe" keine Spur. Zugegeben waren manche Interpretationen etwas eigenwillig.
Mit historischer Aufführungspraxis habe ich aber meine Probleme, da hier oft versucht wird, eine mittelmäßige Leistung als Sensation zu verkaufen. Das benutzen viele Künstler dazu, sich interessant zu machen und dadurch eigene Schwächen zu verleugnen. Ich bevorzuge daher die großen Konzertflügel von heute, weil darauf einfach alles besser klingt und die Nerven von Nebengeräuschen verschont bleiben. Als Beispiel nenne ich hier immer die Schubert- Gesamtaufnahme mit Jan Vermeulen...fürchterlich, dieser Lärm.
Lieber Gruß
Tastenmiki

Hallo Tastenmiki

was Jörg Demus an diesem Abend den jungen und alten Zuhörern mitgegeben hat, macht ihm keiner so schnell nach. Ich nehme an du bist auch ein Lang Lang Liebhaber so kann ich verstehen, dass Du Schwierigkeiten mit einem Pianisten wie Jörg Demus hast, was welche Wald und Wiesen Pianisten davon halten interessiert mich nicht. Aussagen über den Klavierabend von Jörg Demus von einem renommierten Pianisten wie Werner Bärtschi oder einem Schweizer Kulturminister wie er mir vorgestellt wurden sind relevant, alles andere ist mumpitz. Die meisten Kritiker so wie ich sie kennen gelernt haben sind frustrierte Pfeifen, weil sie als Musiker versagt haben.
Ich betrachte es als respektlos, wenn so ein grossartiger Musiker überhaupt noch kritisiert wird. Ich habe grosse Alte im hohen Alter wie Arthur Rubinstein, Mieczyslaw Horszowski der mit 99 Jahre in Luzern gespielt hatte, auch Stefan Askenase u.a. gehört und Meisterkurse gehabt.
Alle lieber Tastenmiki habe Fehler gemacht, kein Kritiker hätte gewagt auch nur einen Satz darüber zu schreiben, was diese Künstler aber an Schätzen mitgegeben haben ist etwas vom Wertvollsten was man sich vorstellen kann.
Auch deine Anmerkungen über historische Flügel zeigt doch, dass Du keine Ahnung davon hast.....
fürchterlich dieser Lärm ! ist dies alles ? du scheinst nicht zu wissen wer von den heutigen grossen Pianisten historische Flügel spielt und besitzt Bevor man solche Äusserungen macht verlange ich , da bin ich anspruchsvoll, Kenntnisse- die du nicht hast. Wie kann man sich anmassen so was zu sagen ?
Nehme es mir nicht übel aber es muss gesagt werden.
Warum hast Du dich nicht bei mir gemeldet, du hättest mich erkennen müsse.

Cordialement

Destenay
 
rolf

rolf

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Alle lieber Tastenmiki habe Fehler gemacht, kein Kritiker hätte gewagt auch nur einen Satz darüber zu schreiben,
...hm, das macht mich ratlos... denn die von dir angeführte Kurzkritik in einer renommierten Zeitung erwähnt es doch sehr höflich:
Zitat von Neue Züricher Zeitung:
Auch wenn in den schnellen Sätzen nicht mehr ganz alles an seinem Platz war, so überzeugte er doch stets mit seiner sensiblen Klangkultur, singendem Ton und Poesie.
das bedeutet doch nichts anderes als das, was Tastenmiki erzählt hat: dass z,B. der erste Satz technisch nicht adäquat bewältigt war, was sicherlich Gründe der Tagesform wie auch insgesamt des Alters hat.

Askenase habe ich selber mehrfach gehört, da war er schon uralt: Chopins Terzenetüde war ein einziger Pedalmatsch, Bergs Sonate war zwar voller Fehler aber grandios, und La Campanella war charmant und gekonnt.

Dass etliche der großen Alten in hohem Alter den "Brechern" nicht mehr ganz gewachsen waren, ist keine Schande aber auch kein Tabu - und auf jeden Fall bekommt man bei diesen genügend "Entschädigung" in anderen Momenten, in welchen die musikalische und pianistische Lebenserfahrung ungehindert von technischen Spezialitäten aufblüht.

Kurzum, du solltest auf Tastenmiki, der sehr anschaulich berichtet hat, nicht so eindreschen ;):)
 
Destenay

Destenay

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...hm, das macht mich ratlos... denn die von dir angeführte Kurzkritik in einer renommierten Zeitung erwähnt es doch sehr höflich:

das bedeutet doch nichts anderes als das, was Tastenmiki erzählt hat: dass z,B. der erste Satz technisch nicht adäquat bewältigt war, was sicherlich Gründe der Tagesform wie auch insgesamt des Alters hat.

Askenase habe ich selber mehrfach gehört, da war er schon uralt: Chopins Terzenetüde war ein einziger Pedalmatsch, Bergs Sonate war zwar voller Fehler aber grandios, und La Campanella war charmant und gekonnt.

Dass etliche der großen Alten in hohem Alter den "Brechern" nicht mehr ganz gewachsen waren, ist keine Schande aber auch kein Tabu - und auf jeden Fall bekommt man bei diesen genügend "Entschädigung" in anderen Momenten, in welchen die musikalische und pianistische Lebenserfahrung ungehindert von technischen Spezialitäten aufblüht.

Kurzum, du solltest auf Tastenmiki, der sehr anschaulich berichtet hat, nicht so eindreschen ;):)

Lieber Rolf,

ich dresche nicht ein, ich sage meine Meinung weil ich Offenheit und Klarheit gewohnt bin.
Ich bin orientiert darüber, dass noch andere Clavio Teilnehmer an diesem Konzert waren und entsetzt über die Kritik von Tastenmicki sind, leider möchten sie sich nicht darüber äussern.
Wir sind uns aber so wie Du es beschreibt mit - genügend " Entschädigung " - und auf das kommt es an.
Ich bin der Auffassung Tastenmicki wird mich verstehen, würde ich ihn sehen, könnte ich mit ihm darüber sprechen, auf einem Forum sieht es nun mal anders aus.
Morgen vielleicht hocken wir mit einem Glas Wein zusammen
 
T

Tastenmiki

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Hallo Destenay, danke für Deinen aufrichtigen Beitrag.
Ich respektiere Deine etwas direkte Art Dich über etablierte Rezensenten zu äußern. Dass Du gänzlich falsch liegst, zeigt sich daran, dass Du sämtliche Kritiker als "Pfeifen" bezeichnest und somit vorverurteilst. Weiters verstehe ich Deine doch persönlichen Angriffe gegen mich nicht. Ich habe lediglich eine fachlich fundierte Rezension einiger Konzerte geschrieben und Dich in keiner Weise angegriffen. Ja, ich schätze Lang Lang durchaus, kann mich aber auch an etwas betagten Pianisten erfreuen und habe auch viel Respekt für Jörg Demus. Er hat sicher Großartiges geleistet. Nur dieses Konzert war eben ein zwiespältiges Erlebnis. Es geht hier auch nicht um ein paar Fehler sondern darum, dass ein Werk auseinander zu brechen drohte. Das passiert vielleicht einem Studenten in der Studienzeit, der noch keine Podiumserfahrung hat aber sicher nicht einer Klaviergröße. In einem hochklassigen Konzert ist so etwas sicher eine absolute Ausnahme gewesen.
Werner Bärtschi merkte es natürlich auch, nur ist er eben ein sehr großzügiger Mensch...kein Wunder...er selbst spielte nämlich ohne deratige Vorkommnisse.:p
Ich arbeite seit über 25 Jahren als Musikkritiker und habe schon sehr viele große Interpreten gehört und auch kennengelernt und bin Dir daher keine Rechenschaft schuldig. Ich bewerte, was ich gehört habe. Dass ich als Musiker versagt hätte und deshalb in eine Redaktion gegangen bin, geht auch entschieden zu weit. Ich war vielleicht kein Rubinstein, trotzdem war ich damals in der Lage, komplizierte Werke notengetreu wiederzugeben. Deswegen kenne ich auch sämtliche Stücke aus der Perspektive des Interpreten.
Zu den historischen Flügeln kann ich nur sagen, dass ich mir nicht einbilde, ein Experte zu sein. Ich liebe so etwas einfach nicht und auch das steht mir frei, hier meine Meinung zu haben. Kürzlich äußerten sich einige große Pianisten ( Schiff, Brendel, Katsaris, Kissin)gegen die alten Instrumente. Vielleicht zählen solche Pianisten für Dich nicht....für mich aber schon.
Wie ich Dir schon sagte, ich kenne mich mit Autos nicht aus...ein Cadillac ist doch so ein großes Schiff. Habe aber keinen gesehen...weiters weiß ich nicht, wie Du aussiehst. Ich kann jetzt nicht sämtliche Leute ansprechen und fragen: Sind sie Destenay ?
Das leuchtet Dir doch ein, oder ?
Es grüßt
Tastenmiki
 
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Wenngleich mir auch einige Worte etwas hart klingen, von Destenay ( der m.E. ansonsten auf jeden Fall ein schlaues und wohlüberlegtes Ohr hat ), so bin ich hier

Die meisten Kritiker so wie ich sie kennen gelernt haben sind frustrierte Pfeifen, weil sie als Musiker versagt haben.

auf jeden Fall seiner Meinung - obwohl ich auf dem Schweizer Konzert gar nicht war. hehe...;) Ich möchte aber auch ein wenig präzisieren, denn auch Tastenmiki kennt anscheinend seinen Job.

Ein Kritiker ist ...immer problematisch. Wir sahen es bereits am eklatanten und impertinenten Dwight, den ich in meinem Gottschalk-Faden und auch andernorts erwähnte, dessen Versuche, Gottschalk zu misskreditieren, als massiv zu bewerten sind. Und es können, bei, ich betone es extra: ANDAUERNDER, willentlicher negativer Kritik selbst die Geduldigsten Kritik-Opfer mal "explodieren"...und...mit barer Münze ein paar Worte höchstselbst dem penetranten Negativ-Kritiker ansagen.

Denn eines sollte man bedenken: Sowohl Gottschalk ( in Saft und Kraft, und als erwachsener denkender Mensch fähig, hart zu kontern ), als auch Jörg Demus, dessen, wie ich entnehme, künstlerisches Schaffen negative Kritiken locker ausgleichen kann, sind die EINE Seite der Medaille.

Ein junges Mädchen aber, möglicherweise am Anfang seiner Karriere, hat, so schätze ich, an schlechten Presse- und Medien- Notizen sehr zu knappsen. Da bin ich sicher.

Es ist also zu unterscheiden zwischen "naja- MAL ne negative Kritik, dann mal ne positive" bezüglich eines Kritikers zu einem/r Pianisten/in, das wäre der normale Usus, und das ist ja auch ok.

Aber wenn das ganze eine Richtung einnähme, so dass sich ein "Kritiker" herausnimmt, sich auf z.B. einen jungen Menschen "einzuschießen", der noch nicht etabliert genug ist, dann verachte ich das, es kann zerstörerisch wirken auf das Fortkommen als Pianist, und es ist gegen mein humanistisches und altruistisch gefärbtes Denken.

;)

Man sieht ja sogar hier im Forum, wenn selbsternannte Klangexperten, nur, um irgendwas zu äußern, an Freizeitaufnahmen von Freizeitklavierspielern zum Beispiel zunächst erstmal "Der Flügel / Das Instrument / usw. klingt ja schlecht!" posaunen. ( An schrammeligen Saloon-Aufnahmen von Pappa Buddy Powell Honky Tonk Man Jazzreggaeragger Mediokrus Blackyjelly Browne aus dem Jahr 1802, die man auf ne Grammophonplatte gekratzt hat mit müh und Not, DA haben sie komischerweise nichts gegen. ) Nein, es sind ganz besondere Charaktere, die zunächst mal..irgendeinen Müll schreiben, um sich zu pushen ( da selbst unwillig und unfähig ), und um andere in Misskredit zu bringen.

Eine vernünftige Kritik wird solche Punkte wie "Scott Joplins Pianorollen-Kiste klingt aber scheiße" ( + addendum im Kopf: also spielt er schlecht ) nicht erwähnen, noch auffassen.

Und solche Leute...müssen weg. Das ist nat. unrealistisch - aber sie müssen eine DERARTIGE Antwort bekommen, die sie nie mehr vergessen. Leider geht das im Konzertbetrieb nur mündlich und direkt, oder schriftlich und indirekt. Das liegt daran, dass sie ja auch meist selbst nichts einspielen und zeigen, damit sie sich nicht in die Schusslinie begeben würden.

Man sieht also am bisher Ausgeführten, dass die Sache mit den Kritikern

a ) nicht neu ist,

b ) es mehrere Sorten von Kritikern gibt ( einerseits welche wie Dwight, andererseits vernünftige, wie Destenay und Tastenmiki, die sich BEIDE glaub ich, NIEMALS irgendein bestimmtes, immer gleiches Opfer aussuchen würden zum kritisieren ), und, dass

c ) selbst in harmlosen Foren wie hier das Kritikertum ( leider teils in Richtung DWIGHT gehend, und auf völlig irrelevanten Dingen beharrend, wie ich beobachte, andererseits aber auch sehr vernünftig agierend, wie ich ebenfalls beobachte ) blüht und gedeiht.

M.E. sollte es eine nützliche Pflanze sein - aber es kann auch sein, dass man es mal...ausreißen muss, da es Unblüten treibt.

LG, Olli !
 
Destenay

Destenay

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Hallo Destenay, danke für Deinen aufrichtigen Beitrag.
Ich respektiere Deine etwas direkte Art Dich über etablierte Rezensenten zu äußern. Dass Du gänzlich falsch liegst, zeigt sich daran, dass Du sämtliche Kritiker als "Pfeifen" bezeichnest und somit vorverurteilst. Weiters verstehe ich Deine doch persönlichen Angriffe gegen mich nicht. Ich habe lediglich eine fachlich fundierte Rezension einiger Konzerte geschrieben und Dich in keiner Weise angegriffen. Ja, ich schätze Lang Lang durchaus, kann mich aber auch an etwas betagten Pianisten erfreuen und habe auch viel Respekt für Jörg Demus. Er hat sicher Großartiges geleistet. Nur dieses Konzert war eben ein zwiespältiges Erlebniss. Es geht hier auch nicht um ein paar Fehler sondern darum, dass ein Werk auseinander zu brechen drohte. Das passiert vielleicht einem Studenten in der Studienzeit, der noch keine Podiumserfahrung hat aber sicher nicht einer Klaviergröße. In einem hochklassigen Konzert ist so etwas sicher eine absolute Ausnahme gewesen.
Werner Bärtschi merkte es natürlich auch, nur ist er eben ein sehr großzügiger Mensch...kein Wunder...er selbst spielte nämlich ohne deratige Vorkommnisse.:p
Ich arbeite seit über 25 Jahren als Musikkritiker und habe schon sehr viele große Interpreten gehört und auch kennengelernt und bin Dir daher keine Rechenschaft schuldig. Ich bewerte, was ich gehört habe. Dass ich als Musiker versagt hätte und deshalb in eine Redaktion gegangen bin, geht auch entschieden zu weit. Ich war vielleicht kein Rubinstein, trotzdem war ich damals in der Lage, komplizierte Werke notengetreu wiederzugeben. Deswegen kenne ich auch sämtliche Stücke aus der Perspektive des Interpreten.
Zu den historischen Flügeln kann ich nur sagen, dass ich mir nicht einbilde, ein Experte zu sein. Ich liebe so etwas einfach nicht und auch das steht mir frei, hier meine Meinung zu haben. Kürzlich äußerten sich einige große Pianisten ( Schiff, Brendel, Katsaris, Kissin)gegen die alten Instrumente. Vielleicht zählen solche Pianisten für Dich nicht....für mich aber schon.
Wie ich Dir schon sagte, ich kenne mich mit Autos nicht aus...ein Cadillac ist doch so ein großes Schiff. Habe aber keinen gesehen...weiters weiß ich nicht, wie Du aussiehst. Ich kann jetzt nicht sämtliche Leute ansprechen und fragen: Sind sie Destenay ?
Das leuchtet Dir doch ein, oder ?
Es grüßt
Tastenmiki

Hallo Tastenmiki,

wie kommst Du den auf diese Aussage ?
Schiff und Katsaris sind grosse Liebhaber von historischen Tasteninstrumenten, beide geben immer wieder Konzerte damit, in Wien und anderswo. Ob Katsaris überhaupt wieder spielen kann, weiss ich nicht.
Was verstehst unter historischen Tasteninstrumente ?
Betr. Bärtschi der würde mir klar seine Meinung sagen.

Cordialement

Destenay
 
Steinbock44

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Ja, es ist schwierig zu beurteilen. Wenn Du ein Hammerklavier als fürchterliches Lärminstrument bezeichnest, dann ist die Kritik von Destney berechtigt. Wenn dagegen damit den Pianisten, der lärmig oder sogar schlecht spielt meinst, dann ist es OK. Eine pauschale Beurteilung finde ich persönlich nicht OK.

Gruss Toni
 
rolf

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mal ganz allgemein:
es ist schon verwunderlich, dass konstruktive Kritik positiv konnotiert ist, der Kritiker hingegen zum Haßobjekt gemacht wird... ;)

Heinrich Heine war zeitweilig Musikkritiker, Ersnt Theodor Amadeus Hoffmann auch, ja sogar Robert Schumann :):)
 
T

Tastenmiki

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Hallo Destenay. Die Aussage von Schiff war im ECM - Magazin. Er antwortete auf die Frage, warum er nicht seine Beethoven Einspielung auf einem historischen Instrument gemacht hat, sehr deutlich, dass so etwas für ihn nicht mehr in Frage käme, weil es klanglich ungenügend sei. Katsaris Interview war in Musik&Theater vor 3-4 Jahren zum Nachlesen wo er dringend davon abgeraten hat, große Meisterwerke auf diesen Instrumenten zu spielen...vielleicht finde ich die Hefte noch und kann einen Scan hier reinstellen.
Historische Instrumente sind für mich Flügel ohne englische Mechanik...

Hallo Steinbock44,
es sollte keine Pauschalbeurteilung sein. Diese Aufnahme ist eben ein extremes Beispiel für Nebengeräusche...es gibt aber leider auch noch andere Aufnahmen wo man ähnlich auf die Probe gestellt wird...
Mich stört das....ist natürlich Geschmackssache...
Gruß
Tastenmiki
 
Destenay

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Wenngleich mir auch einige Worte etwas hart klingen, von Destenay ( der m.E. ansonsten auf jeden Fall ein schlaues und wohlüberlegtes Ohr hat ), so bin ich hier



auf jeden Fall seiner Meinung - obwohl ich auf dem Schweizer Konzert gar nicht war. hehe...;) Ich möchte aber auch ein wenig präzisieren, denn auch Tastenmiki kennt anscheinend seinen Job.

Ein Kritiker ist ...immer problematisch. Wir sahen es bereits am eklatanten und impertinenten Dwight, den ich in meinem Gottschalk-Faden und auch andernorts erwähnte, dessen Versuche, Gottschalk zu misskreditieren, als massiv zu bewerten sind. Und es können, bei, ich betone es extra: ANDAUERNDER, willentlicher negativer Kritik selbst die Geduldigsten Kritik-Opfer mal "explodieren"...und...mit barer Münze ein paar Worte höchstselbst dem penetranten Negativ-Kritiker ansagen.

Denn eines sollte man bedenken: Sowohl Gottschalk ( in Saft und Kraft, und als erwachsener denkender Mensch fähig, hart zu kontern ), als auch Jörg Demus, dessen, wie ich entnehme, künstlerisches Schaffen negative Kritiken locker ausgleichen kann, sind die EINE Seite der Medaille.

Ein junges Mädchen aber, möglicherweise am Anfang seiner Karriere, hat, so schätze ich, an schlechten Presse- und Medien- Notizen sehr zu knappsen. Da bin ich sicher.

Es ist also zu unterscheiden zwischen "naja- MAL ne negative Kritik, dann mal ne positive" bezüglich eines Kritikers zu einem/r Pianisten/in, das wäre der normale Usus, und das ist ja auch ok.

Aber wenn das ganze eine Richtung einnähme, so dass sich ein "Kritiker" herausnimmt, sich auf z.B. einen jungen Menschen "einzuschießen", der noch nicht etabliert genug ist, dann verachte ich das, es kann zerstörerisch wirken auf das Fortkommen als Pianist, und es ist gegen mein humanistisches und altruistisch gefärbtes Denken.

;)

Man sieht ja sogar hier im Forum, wenn selbsternannte Klangexperten, nur, um irgendwas zu äußern, an Freizeitaufnahmen von Freizeitklavierspielern zum Beispiel zunächst erstmal "Der Flügel / Das Instrument / usw. klingt ja schlecht!" posaunen. ( An schrammeligen Saloon-Aufnahmen von Pappa Buddy Powell Honky Tonk Man Jazzreggaeragger Mediokrus Blackyjelly Browne aus dem Jahr 1802, die man auf ne Grammophonplatte gekratzt hat mit müh und Not, DA haben sie komischerweise nichts gegen. ) Nein, es sind ganz besondere Charaktere, die zunächst mal..irgendeinen Müll schreiben, um sich zu pushen ( da selbst unwillig und unfähig ), und um andere in Misskredit zu bringen.

Eine vernünftige Kritik wird solche Punkte wie "Scott Joplins Pianorollen-Kiste klingt aber scheiße" ( + addendum im Kopf: also spielt er schlecht ) nicht erwähnen, noch auffassen.

Und solche Leute...müssen weg. Das ist nat. unrealistisch - aber sie müssen eine DERARTIGE Antwort bekommen, die sie nie mehr vergessen. Leider geht das im Konzertbetrieb nur mündlich und direkt, oder schriftlich und indirekt. Das liegt daran, dass sie ja auch meist selbst nichts einspielen und zeigen, damit sie sich nicht in die Schusslinie begeben würden.

Man sieht also am bisher Ausgeführten, dass die Sache mit den Kritikern

a ) nicht neu ist,

b ) es mehrere Sorten von Kritikern gibt ( einerseits welche wie Dwight, andererseits vernünftige, wie Destenay und Tastenmiki, die sich BEIDE glaub ich, NIEMALS irgendein bestimmtes, immer gleiches Opfer aussuchen würden zum kritisieren ), und, dass

c ) selbst in harmlosen Foren wie hier das Kritikertum ( leider teils in Richtung DWIGHT gehend, und auf völlig irrelevanten Dingen beharrend, wie ich beobachte, andererseits aber auch sehr vernünftig agierend, wie ich ebenfalls beobachte ) blüht und gedeiht.

M.E. sollte es eine nützliche Pflanze sein - aber es kann auch sein, dass man es mal...ausreißen muss, da es Unblüten treibt.

LG, Olli !

Prima Olli,

dazu kommt noch , dass ich für den Pianisten Jörg Demus verantwortlich bin und in Zukunft für einen
anderen schon erwähnten. Diese Leute wissen warum sie zu mir wollen.
Ich bin verpflichtet gegebenenfalls mit rechtlichen Schritten vorzugehen. Stelle dir mal vor ich würde
so was einfach hinnehmen, darf ich nicht. Künstler müssen sich auf ihren Impresario verlassen können.

Cordialement

Destenay
 
LMG

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mal ganz allgemein:
es ist schon verwunderlich, dass konstruktive Kritik positiv konnotiert ist, der Kritiker hingegen zum Haßobjekt gemacht wird... ;)

Heinrich Heine war zeitweilig Musikkritiker, Ersnt Theodor Amadeus Hoffmann auch, ja sogar Robert Schumann :):)


Nein, das stimmt nicht, Rolf. Er wird nicht zum Hassobjekt gemacht, ABER bestimmte Sorten von Kritikern müssen heutzutage, wo die Menschheit sich wieder ein Stück weiterentwickelt haben sollte, mal einen vor die Laterne bekommen.

Denn ansonsten stehen sie in einer Position, in der sie die Füße hochlegen können, lauthals dummes Zeug proklamieren und sich unangreifbar wähnen. Und das, mein lieber, geht N I C H T. Sie werden genauso behandelt, wie jeder. Wer angreift, wird angegriffen.

LG, Olli !
 
Dreiklang

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mal ganz allgemein:
es ist schon verwunderlich, dass konstruktive Kritik positiv konnotiert ist, der Kritiker hingegen zum Haßobjekt gemacht wird... ;)

Du kennst doch Georg Kreisler's "Musikkritiker" :D

aber mal ganz allgemein: was macht man mit "Kritiken"? Man gewinnt gewisse Anhaltspunkte über Ereignisse, bei denen man nicht zugegen war. Aus der mal mehr, mal weniger, subjektiven Sicht eines bestimmten Beobachters.

Nachprüfen kann man nichts, und sich ein eigenes Bild machen auch nicht. Und selbst wenn man dort war: gibt es keine Aufzeichnung (ui - das böse Wort) vom Konzert, kann man den eigenen Eindruck auch nicht mehr verifizieren später mal...

Naja, auf jeden Fall: kann in einem Konzert, in dem man nicht war, buchstäblich alles passiert sein, und jeder könnte Dir alles erzählen :cool:

Das ist irgendwie unbefriedigend...:cool:

(aber danke Tastenmiki für diesen Faden!)
 
Steinbock44

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Und was sagt der Pianist Andras Schiff selbst dazu:

Voluminös auf dem Bechstein und Kühn und Zart auf dem Hammerklavier:
"Der Bechstein klingt wie aus einer längst vergessenen Welt", sagt Schiff, er sei warm und voluminös, ein "Monument gegen die unglückselige Steinway-Globalisierung". Das Hammerklavier töne dagegen "kühner und unendlich viel zarter". Sagen wir’s anders: Der Bechstein fügt die Welt mit Wohllaut zusammen, das Hammerklavier zerlegt sie, guckt über ihren Tellerrand, splittet sie auch schon mal in Einzelklänge.

Ergänzung:
Grosser Freund von Steinway war er sehr wahrscheinlich nicht :-)
 
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