Klavier für eine erwachsene Anfängerin

F

flauschtrud

Registriert
13.02.2026
Beiträge
4
Reaktionen
3
Liebe clavio-Community,

ich habe hier in den letzten Tagen einige Klavierkauf-Threads gelesen (das ist ja zum Teil richtig spannend 😅) und möchte daher jetzt auch gerne meine Gedanken teilen. Über konstruktives Feedback freue ich mich sehr.

Kurz zu mir: ich bin erwachsene Anfängerin und lebe in einem Mehrfamilienhaus. Vor knapp 10 Jahren habe ich mir ein Digitalpiano (Yamaha YDP 162) gekauft und hatte damals einige Monate Klavierunterricht.

Wegen einer extrem langwierigen Handverletzung (Sport) musste ich leider aufhören und habe mich dann lange nicht mehr getraut wieder anzufangen.

Seit ein paar Monaten spiele ich aber wieder mehr (bisher auch schmerzfrei) und habe seit kurzem auch wieder Klavierunterricht. Und da kam jetzt natürlich schnell der Wunsch nach einem Upgrade auf 😅

Diese Optionen sehe ich gerade für mich...

Gebrauchtes akustisches Klavier + altes Digitalpiano

Finanziell wäre das wohl die vernünftigste Wahl, auch wenn dann das Klavier nur im Schlafzimmer stehen könnte. Ich kaufe auch grundsätzlich gerne gebraucht und fände es schön hier bei einem lokalen Händler zu kaufen. Ich sehe aber auch etwas Frustpotenzial, wenn ich dann zeitbedingt, das akustische Klavier nicht benutzen könnte.

Bei einem Händler habe ich heute online ein Yamaha 108 gesehen (40 Jahre alt, braun, Zustand wird als gut beschrieben, Holz mit Gebrauchsspuren, 1900€). Das finde ich interessant und überlege es mir anzuschauen, aber kann es überhaupt nicht einschätzen. Mit welchem aktuellen Yamaha-Modell wäre dieses Modell vergleichbar?

Gebrauchtes Silent-Klavier


Hätte ich nichts dagegen, aber ich habe bisher wenig Angebote gesehen. Macht es überhaupt Sinn ein gebrauchtes Silent-Klavier zu kaufen? Auch hier sehe ich Frustpotenzial, wenn das alte Silent-System dann nicht mit den modernen mithalten kann (Bluetooth und so).

Neues Silent-Klavier

Hier kommen wir dann natürlich schon in Regionen, die aus finanzieller Sicht zwar nicht unmöglich sind, aber mir sehr unvernünftig erscheinen.

Neues transakustisches Klavier

Noch etwas unvernünftiger, aber natürlich schon sehr spannend 😅

Ich freue mich über Antworten auf meine Fragen oder sonstige Meinungen 😊
 
  • Like
Reaktionen: Austro-Diesel und Wiedereinsteigerin38

Hammerschnürchen in Ordnung?
In der Anzeige wird es als "reguliert, gestimmt, justiert" bezeichnet. Könnte das die Überprüfung der Hammerschnürchen beinhalten?

Wäre das etwas was man als Laie bei einer Besichtigung beurteilen könnte? Und gibt es für diese Teile auch noch andere Bezeichnungen? Im Wikipedia-Artikel zur Klaviermechanik habe ich nichts gefunden 😅
 

Wäre das etwas was man als Laie bei einer Besichtigung beurteilen könnte? Und gibt es für diese Teile auch noch andere Bezeichnungen? Im Wikipedia-Artikel zur Klaviermechanik habe ich nichts gefunden 😅

Das Schnürchen ist hier in der linken Bildhälfte oberhalb der Linsenkopfschraube zu sehen. Es hält die Hammernussfeder in Position. Um den Zustand zu beurteilen, benötigt man doch einige Erfahrung, denke ich.

M-006-Render0076.jpg


616DlLqKj7L.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Austro-Diesel und flauschtrud
Ich würd mal sagen: querbeet mal diverse Angebote ausprobieren! :011:

Ein bisserl Klavier spielen kannst du ja, also ist der eigene Eindruck das beste Feedback.

Und ob du lieber mit Kopfhörer und höherer Lautstärke spielst oder doch eher ohne "Ohrenheizung" und dafür am Abend leiser, das ist ja auch wieder eine Frage der persönlichen Präferenz. — Macht angebotstechnisch auch einen deutlichen Unterschied am Gebrauchtmarkt.

Die Silent-Systeme der letzten 6-8 Jahre würde ich generell als gut brauchbar einstufen. Yamahas alte SH-Systeme kann man upgraden, das bleibt auch eine Option, wenn das passende Angebot im Moment sich nicht finden will.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: flauschtrud
@agraffentoni @Stefan379 Und wären das typische Warnzeichen für ein Klavier in diesem Alter?

Es ginge ja so oder so bei einem potenziellen Gebrauchtkauf immer um einen Kauf beim Händler.

@Austro-Diesel Dass man die Silent-Systeme von Yamaha upgraden könnte ist gut zu wissen! Die scheinen aber tatsächlich seltener verkauft zu werden.
 
  • Like
Reaktionen: Austro-Diesel
@agraffentoni @Stefan379 Und wären das typische Warnzeichen für ein Klavier in diesem Alter?
Wenn ich mich recht erinnere, hat @Tastenscherge mal erwähnt, dass dieses Problem bei Yamaha bis etwa 1983 bestanden hat. Danach wurde wohl ein dauerhafteres Material für die Schnürchen eingesetzt.
 
  • Like
Reaktionen: flauschtrud
@Austro-Diesel Dass man die Silent-Systeme von Yamaha upgraden könnte ist gut zu wissen! Die scheinen aber tatsächlich seltener verkauft zu werden.
Yamahas Silent-Systeme sind wahrscheinlich (mit jenen von Kawai) sogar die gängigsten.

Es kann sein, dass diese seltener gebraucht verkauft werden weil generell noch weniger Instrumente im Umlauf sind, die Zufriedenheit groß ist oder du in einem unpassenden Preissegment suchst — für Neuinstrumente kann ich das nicht glauben. Das ist der Markt der letzten Jahre.
 
  • Like
Reaktionen: lukas1128
@Austro-Diesel Das hatte ich unglücklich formuliert. Mit "die" meinte ich gebrauchte Silent-Klaviere 🙈
 
  • #10
Vielleicht erklärt sich das daraus, dass man ein Instrument im Mittel länger im Besitz hält als es die noch junge Technologie in der Masse gibt? Man trennt sich üblicherweise doch erst von einem Klavier, wenn der Übende "rausgewachsen" ist, etwas Besseres her muss oder der schwarze Kasten einfach nicht mehr ins neue Leben passt. Das passiert nach 5, 10, vielleicht 15 Jahren? Bis das Thema drängt ist die Anschaffung verschmerzt und der anstrengende Verkauf mit dem Transportthema wird gemieden. Dies erklärt möglicherweise das geringe Angebot — es ist noch zu früh.

Am Gebrauchtmarkt gibt es nur wenige, das ist korrekt, die sind dann auch ganz gut zu handeln. Dadurch sind die Preisvorstellungen bei aktuelleren Silent-Klavieren meist so, dass der Gebrauchtkauf mäßig spannend ist. Wenn es nicht ein extrem günstiges Angebot ist sollte es schon auch ein Instrument mit einigermaßen aktuellem SH2- oder SG2-, TA2- oder TC2-System sein, das ist doch spürbar fortgeschrittener. Aktuell ist die dritte Version dieser Hardware am Markt.


Spiel im Geschäft grundsätzlich mal die Instrumente von Yamaha und Kawai an und achte auf den Klang des akustischen Instruments.

Zum Beginn vielleicht die günstigeren Einstiegsinstrumente B3 und P121, dann die gängigen "Arbeitstiere" U1 und U3 — und wenn du Lust hast auch auch die recht ausgewogen klingenden YUS1, YUS3 und YUS5. Von Kawai gibt es Entsprechungen mit K200, K300, K500 und K600.

Es mag sein, dass da ein paar Instrumente rasch aussscheiden, denn die Produkte der verschiedenen Kategorien klingen durchaus unterschiedlich und eignen sich meiner Meinung nach auch nicht für jede Art von Musik gleichermaßen gut. Yamaha und Kawai haben generell auch eine unterschiedliche Klangcharakteristik.

Auch das Spielgefühl, die Mechanik ist innerhalb einer Marke zwar ähnlich, aber doch nicht identisch. Alles eine Frage der persönlichen Präferenz.

Alle diese genannten Instrumente gibt es mit Silent-System. Dieses klingt immer gleich, egal worin eingebaut. Meines Erachtens liefern die am Kopfhörer meist beeindruckender, realistischer und dynamischer als mit dem Resonanzboden-Lautsprecher. Silent-Klaviere kann man auch an die Stereo-Anlage oder an Aktiv-Monitorlautsprecher anschließen, um an kopfhörerlosen Klang zu gelangen!

Was aus abstrakter Perspektive "unvernünftig" scheint kann nach dieser Fact Finding Mission plötzlich ganz anders sein.

Übrigens kann man die Instrumente oft auch mieten. Wenn man nicht sicher ist wie lange das eigene Interesse aufrecht bleibt und bzw. oder ob die Instrumentenwahl die richtige ist, dann ist das eine grundvernünftige Option. Auch Mischmodelle, eine Miete mit Kaufoption unter Anrechnung der Mietraten für beschränkte Zeit werden da und dort angeboten.


Elektronische Klaviere mit guter Klaviatur sind fürs Erlernen einer guten Spieltechnik nur bedingt geeignet, die besseren sind auch nicht gerade günstig. Die natürlicher wirkenden Hybrid-Klaviere sind wieder eine recht junge Erscheinung und damit selten wie ziemlich teuer.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Robinson und Wiedereinsteigerin38
  • #11
  • Like
Reaktionen: Robinson
  • #12
Gebrauchtes akustisches Klavier + altes Digitalpiano

Finanziell wäre das wohl die vernünftigste Wahl, auch wenn dann das Klavier nur im Schlafzimmer stehen könnte.
Ich halte das generell für die beste Option, da Du dann bei den Gebrauchten wirklich freie Auswahl hast. Nur: Weshalb nicht das Digi ins Schlafzimmer verbannen?
 
  • Like
Reaktionen: Sabrina-von-der-Ostsee
  • #13
In der Anzeige wird es als "reguliert, gestimmt, justiert" bezeichnet. Könnte das die Überprüfung der Hammerschnürchen beinhalten?
Könnte, muss aber nicht. Ich kenne einen Fall, wo ein Händler hier in der Gegend noch letztes Jahr ein Yamaha Klavier mit gerissenen Kapselschnüren verkauft hat. Dabei kennt jeder Händler und jeder Klavierbauer dieses Problem seit Jahren.
Und gibt es für diese Teile auch noch andere Bezeichnungen?
Kapselschnur bzw. Kapselschüre
 
  • #14
Das Schnürchen ist hier in der linken Bildhälfte oberhalb der Linsenkopfschraube zu sehen. Es hält die Hammernussfeder in Position. Um den Zustand zu beurteilen, benötigt man doch einige Erfahrung, denke ich.

M-006-Render0076.jpg
Nein, das ist wirklich einfach bei Yamaha. Braune Schnur = betroffenes Material/Materialfehler. Weiße Schnur: alles ok.

Das Problem mit dem Materialfehler reicht tatsächlich bis in die Mitte der Achtziger Jahre.
 
  • Antwort hilfreich!
Reaktionen: Stefan379
  • #15
Ich würde an deiner Stelle auch dein Digi behalten und ein Klavier zusätzlich kaufen, weil du dann freier in der Wahl bist als bei der Suche nach einem Klavier mit nicht zu alter Silent-Technik, wenn es ein gebrauchtes sein soll.

Mein Klavier steht auch im Schlafzimmer. Da hab ich meine Ruhe 😀
 

Zurück
Oben Unten