Keyboard/E-Piano kaufen oder lieber Unterricht nehmen?

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Artillas

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Guten Morgen,

ich bin 21 Jahre alt und habe schon seit meiner Kindheit Interesse Klavier zu spielen. Leider hatten meine Eltern nie die finanziellen Möglichkeiten mir den Traum zu erfüllen. Ich lebe mittlerweile alleine in meiner kleinen Wohnung und sehe es als Chance endlich mal damit anzufangen.
Dennoch muss ich mich vorerst entscheiden ob ich Unterricht nehme oder mir irgendwo ein günstiges Keyboard/E-Piano besorge. Ein Klavier ist aus Platzgründen und der Lautstärke leider nicht möglich, auch wenn ein Klavier natürlich wesentlich besser ist.
Ich bin derzeit noch Schüler, arbeite aber auf 450€ Basis, deswegen muss ich mich vorerst entscheiden, da ich nicht beides auf einmal finanzieren kann.
Dazu kommt noch das ich totaler Anfänger bin, auch Noten lesen fällt mir relativ schwer, da ich auch seit Jahren keinen Musikunterricht mehr hatte.

Sollte ich deswegen lieber einfach erstmal nur Unterricht nehmen? Ich werde zuhause nicht üben können ohne Instrument, aber irgendwo muss ich ja anfangen.
Sonst würde ich noch sparen und mir dann ein Keyboard/E-Piano holen und dann erstmal auf den Lehrer verzichten und versuchen mir es selber beizubringen.
Oder macht das alles keinen Sinn? Beides ist super wichtig um voran zu kommen.

MfG
Leon
 
Albatros2016

Albatros2016

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Herzlich Willkommen Leon,

Unterricht ohne Instrument macht keinen Sinn.
Ein Keyboard ist völlig ungeeignet, da es keine gewichteten Tasten hat, wenn benötigst du also mindestens ein Digitalpiano. Die kann man sich auch eventuell mieten. Ich selber habe das Roland FP30 und bin damit soweit zufrieden, aber ein akustisches Klavier wäre mir lieber. Das muss aber noch etwas warten.

Vielleicht kannst du den Unterricht auch erst einmal alle 2 Wochen nehmen und mit einem gebrauchten Instrument kannst du dann eventuell beides gleichzeitig realisieren.
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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E-Piano holen*. Ohne Piano macht Unterricht keinen Sinn.
Das Internet bietet viele Möglichkeiten um sich umfassend mit Musik und dem Instrument zu beschäftigen. Du wärst nicht der Erste, der alleine anfängt und erst später Unterricht nimmt.
Klar wirst Du als Autodidakt Fehler einüben, deren Beseitigung später Zeit und Mühe kostet, aber immer noch besser als gar nichts machen.

*) wie oben schon steht, auf gewichtete Tastatur achten
 
S

Stephan

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Alternative zum Roland Stage-Piano ist das Yamaha P 45 für 395, hier am Ort beim Händler mit Unterbau, neu.
 
A

Artillas

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Hallo,

ich bedanke mich ganz herzlich bei euch allen. Dann werde ich wohl erstmal auf ein E-Piano hinsparen, bzw. eins mieten, wenn ich ein Musikladen finde, der das anbietet. Dann werde ich erstmal alleine versuchen zu lenen, bis ich mir dann den Unterricht leisten kann.
Ich werde mir die oben genannten E-Pianos mal anschauen, vielen dank!

Zum Unterricht, viele Menschen bieten Privatunterricht an (Ebay kleinanzeigen), es gibt aber auch paar Musikschulen hier. Was ist besser ?
Ich komme aus Osnabrueck, vllt. ist hier auch jemand, der das hier anbietet oder mir etwas helfen kann bei Fragen, nachdem ich das Instrument habe.

Vielen dank und einen tollen Tag euch noch!

LG
Leon
 
Albatros2016

Albatros2016

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Zum Unterricht, viele Menschen bieten Privatunterricht an (Ebay kleinanzeigen), es gibt aber auch paar Musikschulen hier. Was ist besser ?
Kann man so pauschal nicht sagen.
Bei einem/einer privaten KlavierlehrerIn (KL) findest du eventuell jemanden, bei dem es möglich ist auch mal nur einzelne Stunden zu nehmen.

Bei einer Musikschule hast du i.d.R. einen laufenden Vertrag an den du gebunden bist. Ist die Musikschule im Verband deutsche Musikschulen ist zumindest gewährleistet, dass der/die KL auch die entsprechende Befähigung hat.

Gute und schlechte Lehrer gibt es in beiden Fällen.
 
joe

joe

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Hallo,
Dann werde ich erstmal alleine versuchen zu lenen, bis ich mir dann den Unterricht leisten kann.
Ich würde Dir wirklich gleich einen Lehrer/eine Lehrerin empfehlen. Man kann am Anfang soviel falsch machen und es dauert ewig, bis man die Fehler wieder raus bekommt. Vielleicht kannst Du ohne Vertrag immer mal wieder ein Stundenpaket bezahlen. Ich habe als Zweit-Piano auch ein Roland FP30. Der Lautsprecher-Klang ist nicht überragend, aber die Tastatur ist völlig in Ordnung.
LG
 
FünfTon

FünfTon

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Ich möchte den anderen im Faden widersprechen und zuerst Unterricht empfehlen. Natürlich wird man ohne Instrument nicht üben können, das heißt man macht in der nächsten Stunde genau an der Stelle weiter, wo man in der letzten aufgehört hat. Aber gerade bei den allerersten Schritten ist das wesentlich wichtiger als schon daheim klimpern zu können.

Wenn man so ein Semester lang Grundlagen gelegt hat, kann man sich später auch eine Weile lang alleine durchwurschteln.

Als (Auch-)Gitarrist empfehle ich zudem in einer budget-limitierten Lebensphase erstmal preisgünstigere Saiten-Instrumente in Erwägung zu ziehen, statt auf den teuren Tasten irgendwas Halbgares übers Knie zu brechen, nur um Musik machen zu können. Spiel nach Noten, Rhythmus und Gehörbildung kann man da genauso lernen, es gibt die Möglichkeit des günstigen Gruppenunterrichts und Gear zum Üben bekommt man praktisch nachgeworfen. Und alles was man dabei lernt, hilft einem später weiter, wenn die ersten Gehälter ein richtiges akustischen Klavier erlauben.
 
dibabel

dibabel

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FünfTons Argumente haben unbedingt was für sich. Eine Gitarre kriegt man günstig, sie nimmt nicht viel Platz weg, und Unterricht bieten z. B. Volkshochschulen an (auch in Osnabrück, wie ich sehe), und selbst wenn das nicht das Zielinstrument ist: Musikalität, Fingerfertigkeit, Rhythmusgefühl etc. werden geschult. Das nutzt auf jeden Fall - wie ich auch aus eigener Erfahrung weiß - für das Klavierspielen. Schon allein, zu wissen, welche Akkorde zusammengehören: Da profitiere ich noch heute vom Gitarrenkurs in der Kirchengemeinde vor gefühlt hundert Jahren.

Für kleines Geld gibt es auch eine Melodica. Die hat mit einem Klavier zumindest die Tastatur gemeinsam und man kann ihr auch ohne viel Erfahrung ganz nette Töne entlocken, Noten üben, ausprobieren, durchaus auch ausdrucksvoll spielen, es ist ja immerhin ein Blasinstrument. Mir wurde eine geschenkt und ich habe viel Spaß damit.
 
backstein123

backstein123

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Das nutzt auf jeden Fall - wie ich auch aus eigener Erfahrung weiß - für das Klavierspielen.
Das nützt, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, dem Klavier spielen wenig.

Der Musikalität und den Rhythmus Gefühl ja, aber der Rest ist so Grund verschieden.

Außerdem, eine gute anfänger Gitarre kostet auch so 300€ plus /minus, da gibt es auch die ersten Yamaha digis für.
Warum also ein Instrument lernen, das man gar nicht lernen möchte?

Was mir jetzt noch einfallen würde, was aber sicher nicht viel günstiger ist als das P45, wäre eine 88 Tasten midi Tastatur :denken:
 
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FünfTon

FünfTon

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Außerdem, eine gute anfänger Gitarre kostet auch so 300€ plus /minus, da gibt es auch die ersten Yamaha digis für.
Das, was du für 300 € als "Digi" bekommst, bekommst du als Gitarre für 45 € neu. Und gebraucht geschenkt. Dieses Verhältnis schreibt sich auch in die höheren Preisklassen fort: Ich sehe den minimal sinnvollen Einstieg bei 600-900 € für ein Digi und 150 € für eine Gitarre. Oder 1.500-2.000 € vs. 300 €, wenn man die Attribute "vernünftig" und "angemessen" wählen will.

Mal abgesehen davon, daß du bei allen Optionen schon ein echtes akustisches Instrument hast und kein digitales Imitat einer Gitarre. In welcher Preislage neue akustische Klaviere beginnen, brauche ich dir nicht erzählen.

Ich verfüge inzwischen über drei Gitarren der unteren Mittelklasse, die mich exakt gar nichts gekostet haben, außer einen neuen Saitenbezug und ein bißchen Einstellarbeiten beim Gitarrenhändler. Und ich bin noch nicht mal ein Jahr unterwegs.

Warum habe ich mir bisher nichts "Ordentliches" gekauft? Weil mein komplettes Budget ins Digi gewandert ist und es schlicht noch nicht nötig war. Der Kostenunterschied zum Klavier, auch was den Unterricht angeht (1/8 Gitarrenstunde 45 Minuten für unter 8 €), ist einfach richtig drastisch.

Wer Klavier ernsthaft angehen will, ist schnell im fünfstelligen Bereich unterwegs: Flügel, Wartung, Einzelunterricht bei einem Nicht-KKL. Das ist abseits der Tasten in der gleichen Ernsthaftigkeit - konzerttaugliches handgefertigtes Instrument plus klassischer GL - für einen Bruchteil des Aufwands erreichbar. Wenn man denn will.

Warum also ein Instrument lernen, das man gar nicht lernen möchte?
Will man Musik machen oder nur Tasten drücken? Das ist die eigentliche Kernfrage, die geklärt werden muß
 
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backstein123

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Das 150€ Brennholz darfst du gerne behalten :007:
Und für 300€bekommst du eine Gitarre, mit der du spielen lernen kannst, mehr nicht.
Das gleiche könnte man über das P45 sagen, man kann damit spielen lernen mehr nicht.

Warum dann auf das Instrument verzichten, das man eigentlich lernen will?

Versteh mich nicht falsch, hätte ich mehr Freizeit und hätte mich das Klavier nicht so gepackt, würde ich beides spielen.
Aber wenn sich jemand an ein Klavier forum wendet mit dem Wunsch klavier spielen zu lernen, dann empfehle ich doch keine Blockflöte (was als Instrument noch günstiger wäre und bei dem man es auch zur Meisterschaft bringen kann).

Das du so günstigen Gitarren Unterricht gefunden hast freud mich für dich, bei mir in der Region ist das ungefähr gleich teurer, bei gleich guten und gleich qualifizierten Lehrern :super:
 
FünfTon

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Das 150€ Brennholz darfst du gerne behalten :007:
Und für 300€bekommst du eine Gitarre, mit der du spielen lernen kannst, mehr nicht.
Das gleiche könnte man über das P45 sagen, man kann damit spielen lernen mehr nicht.
Brennholz, Tischhupe, das ist gehupft wie gesprungen. Spielen lernt man auf halbwegs guten Instrumenten.

Die gibt es ab 500 € bei der Gitarre und ab 5.000 € beim Klavier.

Warum dann auf das Instrument verzichten, das man eigentlich lernen will?
Wenn man die Mittel für einen Flügel nicht hat, dann kann man den Flügel nicht spielen lernen. Ob man sich dann eine Tischhupe oder eine Gitarre kauft, ist eigentlich gleich, man spielt nicht den Flügel, den man eigentlich lernen will.

Auch wenn man sich mit einem P-45 schöner selbst belügen kann.:lol:

Aber wenn sich jemand an ein Klavier forum wendet mit dem Wunsch klavier spielen zu lernen, dann empfehle ich doch keine Blockflöte (was als Instrument noch günstiger wäre und bei dem man es auch zur Meisterschaft bringen kann).
Deswegen gibt es bei Clavio Tips ohne Scheuklappen.

Manchmal ist einfach sinnvoller, einen Wunsch aufschieben und es dann richtig zu machen, als irgendwie herumzuwurschteln und dann später jahrelang an den Fehlern herumlaborieren. Letzteres ist nämlich in Unterrichtskosten gemessen erheblich teurer.
 
J. S. Schwach

J. S. Schwach

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Die gibt es ab 500 € bei der Gitarre und ab 5.000 € beim Klavier.
Äh, was? Ich wüsste keinen Grund, warum ich für ein spielbares Klavier, ob akustisch oder elektronisch, mehr als 1.500 Euro ausgeben müsste. Mit den Einschränkungen kann man leben/üben und die Grenzen eines solchen Instruments werden viele Klavierschüler sowieso nie erreichen.
 
FünfTon

FünfTon

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Äh, was? Ich wüsste keinen Grund, warum ich für ein spielbares Klavier, ob akustisch oder elektronisch, mehr als 1.500 Euro ausgeben müsste. Mit den Einschränkungen kann man leben/üben und die Grenzen eines solchen Instruments werden viele Klavierschüler sowieso nie erreichen.
Im zitierten Kontext war die Rede vom Kauf von Neuinstrumenten.

Daß man für ein spielbares akustisches Klavier ohne Ansprüche an dessen Aussehen schon 1.500 € ausgeben muß, während man mit ein bißchen Rumerzählen die ebenso spielbaren Andenken an Lagerfeuerabende und Autodidakten-Versuche in der Regel geschenkt bekommt, spricht jetzt nicht gerade fürs Tasteninstrument gerade im Hinblick auf das Budget des Fadenerstellers, das etwa eine Größenordnung entfernt ist von 1.500 €. Und während man so eine unansehnliche runtergerockte Klampfe bequem unterm Bett verschwinden kann lassen, hat man ein Eiche-rustikal-Klavier im wunderschönen 60er-Jahre-Design dann erstmal im Weg herumstehen und bekommt es nie wieder los.

Davon abgesehen sind 1.500 € sind bei einem "elektronischen Klavier" eher die Untergrenze, ab der man erstmals einen Ton aus dem letzten Jahrzehnt und halbwegs klavierähnliche Tasten bekommt, und nicht nur welche, die optisch so aussehen. Leider ist dann im Rest der Mechanik noch nicht viel Klavier. Will man etwas haben, was die Bezeichnung "elektronisches Klavier" tatsächlich verdient, wird es noch sehr viel teurer.
 
U

UpRightPiano

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Na das ist mal wieder eine schlüssige Argumentation.

Brennholz, Tischhupe, das ist gehupft wie gesprungen. Spielen lernt man auf halbwegs guten Instrumenten.

Die gibt es ab 500 € bei der Gitarre und ab 5.000 € beim Klavier.
Auf welchem Instrument lernst Du noch mal Klavier, bzw. hast du damit angefangen...?
War der Vorteil dieser Instrument früher nicht, dass sie wie ein Konzertflügel klingen, sich aber nie verstimmen...?

Also ich stelle jetzt mal die gewagte These auf, dass beim Ziel auf einem Flügel zu spielen, das Üben auf einem P45 effektiver ist, als auf einer alten Gitarre.
 
FünfTon

FünfTon

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Auf welchem Instrument lernst Du noch mal Klavier, bzw. hast du damit angefangen...?
Angefangen habe ich auf einem DDR-Klavier. Zur Zeit übe ich auf einem Yamaha-Digi.

War der Vorteil dieser Instrument früher nicht, dass sie wie ein Konzertflügel klingen, sich aber nie verstimmen...?
Für 300 € bekommt weder ein Instrument, das wie ein Konzertflügel klingt, noch dessen Spielart auch nur entfernt irgendwas mit einem Klavier zu tun hat. Bitte immer ganzen Thread lesen, um nicht den Faden zu verlieren.

Du bist jetzt schon der Zweite, der nur den letzten Beitrag gelesen hat und den Kontext verloren hat. Und geht es halt mit dem fleißigen Fechten gegen Strohmänner los.

Also ich stelle jetzt mal die gewagte These auf, dass beim Ziel auf einem Flügel zu spielen, das Üben auf einem P45 effektiver ist, als auf einer alten Gitarre.
Das kann ich ganz klar verneinen, das ist nicht einmal mit einem Budget von 1.500 € machbar. Da mußt du schon so 7.500 € neu ausgeben, um auch nur in die Nähe von "Flügel" zu kommen.

Es wurde jetzt eigentlich auch schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Deshalb ist von meiner Seite hier erstmal Ende, zumal sich der Fadenersteller seit dem 12. Februar auch nicht mehr zu Wort gemeldet hat und die Antworten vermutlich gar nicht mehr liest.
 
J. S. Schwach

J. S. Schwach

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Also wenn jemand ein "günstiges Klavier" sucht, gehe ich nicht von einem Neuinstrument aus.
 
 

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