Hemingway oder Thomann?

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Sabrina98

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Hallo, ich möchte mir ein E-Piano kaufen. Da mein Budget als Schüler sehr gering ist, fallen alle "großen" Marken wie Yamaha etc. raus. Des weiteren wird es vermutlich ein gebrauchtes Instrument.

Mir haben nun folgende Pianos gefallen(ich habe keines von ihnen bisher gespielt oder live gehört):

Thomann dp 30
Thomann dp 40
Thomann dp 50
Hemingway DP501

Könnt ihr mir was zu diesen E-Pianos sagen? Klang, Tastenanschlag usw.? Welches würdet ihr empfehlen?

LG
 
C

Curby

Guest
Gebraucht kannst du auch schon Kawai kaufen. Was ist denn dein Budget?
 
bebob99

bebob99

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Keines davon.

Budget sind max. 350€, also das wäre aber wirklich absolute Obergrenze.

Hmmm. Das von Dir gelistete Hemingway DP501 liegt da aber deutlich drüber. Das Thoman DP-51 (50 gibt's nicht mehr) liegt auch eher bei 650€ . Dafür kannst Du auch gleich ein gutes DP kaufen. Eines, bei dem Du das Geld in eine anständige Tastatur und einen vernünftigen Klang investierst und nicht in Firlefanz:




Zu dem Modell gibt's demnächst einen Nachfolger: Das ES-110


Dazu brauchst Du noch einen Ständer und später ein andere Pedal.

Selbst das Yamaha P-45 liegt bei >450€ und das ist wirklich das unterste was man empfehlen kann.
Nicht dass das schlecht wäre. Es ist GUT, deswegen kann man es nämlich empfehlen. Im Gegensatz zu den Hemingway/Thomann/Medeli/ClassicCantabile Pianos.

Kawai habe ich bereits einige angespielt, aber da hat mir das Spielgefühl nicht wirklich gefallen.
Ganz ehrlich: Mit Deinem Budget kannst Du nicht wirklich wählerisch sein. Hier klaffen Wunsch und Wirklichkeit deutlich auseinander.
Mir haben nun folgende Pianos gefallen(ich habe keines von ihnen bisher gespielt oder live gehört)
Wie können Sie Dir dann gefallen? Datenblätter gelesen? Da steht alles mögliche drin, aber NICHT, wie es sich spielt und das ist praktisch das einzig wirkliche Kriterium.

Rate mal, warum Kawai, Yamaha, Roland praktisch nie (oder wirklich steinalt) gebraucht zu haben sind, Thomann und Hemingway Pianos so viel und so billig am Gebraucht Markt angeboten werden. "Wenig gespielt, wie neu". Der Vorbesitzer fand die auch schon unspielbar und will jetzt seinen Verlust begrenzen, indem er einen anderen Dummen sucht, dem er das tolle Ding andrehen kann. Aber sie haben tolle Rezensionen: "Ich kenn' mich zwar nicht aus, aber es schaut schick aus."

Du kannst jetzt natürlich um die 350€ ein gebrauchtes Hemingway DP kaufen. Dann hast Du in einem Jahr die Lust verloren, weil du "scheinbar ungeeignet" bist. Oder Du kommst rechtzeitig drauf und ersetzt das durch ein gutes Piano. In beiden Fällen hast Du viel Lehrgeld bezahlt.

Das Lernen eines Instruments ist eben nun mal mit ganz erheblichen Kosten verbunden. Das fängt mit dem Instrument selbst an und endet noch nicht beim Unterricht - den Du ja auch noch brauchst. Und das ist auch nicht in ein paar Monaten erledigt. Ach nee, heute ist das ja nicht mehr hip. Dafür gibt's ja jetzt eine APP "Klavier lernen in 24 Stunden und ohne lästige Noten"...

Der Zeitpunkt ist vielleicht auch nicht optimal. Wenn Du den Wunsch vor vier Wochen geäußert hättest, hätte ich Dir geraten, die Verwandtschaft für Weihnachten um Unterstützung zu fragen, dieses Jahr auf ein neues Smartphone und/oder eine neue X-Box zu verzichten und nachzurechnen, ob sich der aktuelle Mobilfunkvertrag wirklich über die Laufzeit rechnet. Es ist ganz erstaunlich, was sich da oft für Einsparungspotenziale ergeben, die man in ein gutes Piano investieren kann.

Eigentlich würde ich Dir gerne raten, ein Jahr anzusparen und nächstes Jahr mit zumindest dem doppelten Budget noch einmal einen Anlauf zu nehmen. Aber es wäre ein verlorenes Jahr, das Dir später wahrscheinlich Leid tut. So bist Du wahrscheinlich besser dran, du nimmst das billigste Instrument mit "voll gewichteter Hammermechanik", sch... auf den Sound und investierst das restliche Geld in ein paar Unterrichtsstunden. Bei einem echten Lehrer. Anschließend solltest Du Dich auf die Suche nach einem mechanischen Klavier machen. Einfach mal die Ohren auf halten und rum fragen. Irgendwer hat eines herum stehen und irgendwie kann man das vielleicht so arrangieren, dass Du dort drauf mal üben kannst. Tanten, Schulen, Kirchen, Vereine, Freunde, ...

Laut Recherche der FAZ stehen in deutschen Wohnzimmern etwa 1.5 Millionen Klaviere. Und das sind nur die mechanischen Klaviere. Du kannst also mal überlegen, wie viele davon in Deiner Umgebung wären und wie man es anstellen kann, auf einem davon zu üben.

Wenn Du niemand kennst - lerne wen kennen. Wenn Du gerne Musik machst, geh dort hin wo andere Menschen sind, die auch gerne Musik machen. Irgendwas ergibt sich. Wenn Deine Umgebung sieht, dass Du das ernsthaft betreibst, können sich auch unerwartete Unterstützungen ergeben.

Wer wenig Geld hat, muss an anderer Stelle flexibler sein.
 
Rheinkultur

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Kawai habe ich bereits einige angespielt, aber da hat mir das Spielgefühl nicht wirklich gefallen.
Dann stelle ich mir das Spielgefühl eines Instruments, das maximal 350 Euro kosten darf, als absolute Grausamkeit vor. Besonders schlimm, wenn einem das erst nach einigen Spielstunden so richtig bewusst wird, nachdem die Kiste gekauft und bezahlt worden ist. Dann ist erst mal kein Budget in Sicht, mit dem man diese Fehlentscheidung korrigieren könnte.

Rate mal, warum Kawai, Yamaha, Roland praktisch nie (oder wirklich steinalt) gebraucht zu haben sind, Thomann und Hemingway Pianos so viel und so billig am Gebraucht Markt angeboten werden.
Aber vielleicht hat man Glück und es wird von den erstgenannten Marken ein ansonsten intaktes Uraltexemplar für ganz kleines Geld angeboten. Diese lagen seinerzeit neu im gut vierstelligen Bereich - qualitativ auch viele Jahre später immer noch eine bessere Option als neue Billigstprodukte.

Für Überlegungen, wie ein einigermaßen brauchbares Instrument beschaffen sein sollte, müsste man die musikalischen Ansprüche der Threaderstellerin kennen. Dazu ist ihren Beiträgen nichts zu entnehmen bis auf die Aussage, diverse Instrumente "angespielt" zu haben. Anfängerniveau oder mittelschwere Klassikliteratur? Einfach arrangierte Popballaden? Keine Ahnung. Schon mal Unterricht genommen oder die Absicht, wieder damit anzufangen? Dann bestünde die Aussicht auf Entscheidungshilfe durch fachkundige Kontaktpersonen, sofern man an eine kompetente Lehrkraft gerät. Wenn allerdings das Motiv, dass es nur wenig bis gar nichts kosten darf, die Überlegungen vorrangig beherrscht, ist das Risiko einer Fehlentscheidung besonders hoch. Wer billig kauft, kauft zweimal - oder wirft oftmals das Handtuch... .

LG von Rheinkultur
 
Andre73

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Kawai habe ich bereits einige angespielt, aber da hat mir das Spielgefühl nicht wirklich gefallen. Budget sind max. 350€, also das wäre aber wirklich absolute Obergrenze.

Also wenn dir die angespielten Kawai schon nicht gefallen haben, dann solltest Du nicht blind diese gelisteten Marken kaufen - denn dann wirst Du Dich erst recht wundern.
Wahrscheinlich bist Du nach der Feature-Liste gegangen, was bei "neuwertigen" Instrumenten dort finanzierbar ist und dort klingen diese Dinger auf dem Papier(!) wie ein guter Deal.
Letztendlich gilt aber, dass Du selbst mit einer 6 Jahre alten Kawai/Yamaha/Roland-Mittelklassegurke besser bedient bist.
350 ist weniger als viele für ihr Smartphone ausgeben. Dafür willst Du ein sperrig-großes Instrument mit 88 gut funktionierenden Tasten, eingebauten erträglichen Lautsprechern und einer annehmbaren Tonerzeugung. Schwierig...
 
Rheinkultur

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Letztendlich gilt aber, dass Du selbst mit einer 6 Jahre alten Kawai/Yamaha/Roland-Mittelklassegurke besser bedient bist.
350 ist weniger als viele für ihr Smartphone ausgeben. Dafür willst Du ein sperrig-großes Instrument mit 88 gut funktionierenden Tasten, eingebauten erträglichen Lautsprechern und einer annehmbaren Tonerzeugung. Schwierig...
Sogar mit Instrumenten der erwähnten Marken, die bereits zwölf, fünfzehn oder noch mehr Jahre alt sind, wirst Du unter dem Strich besser wegkommen. Ziemlich groß und sperrig waren diese Instrumente seinerzeit, die immer noch in manchen Vereinslokalen und Probenräumen vieler Kirchengemeinden zu finden sind - meist als wartungsfreier Ersatz für ein akustisches Instrument und nicht allzu gut transporttauglich. Wird so etwas für kleines Geld irgendwo angeboten, ist das ganz sicher eine bessere Wahl als Neuware zu Niedrigstpreisen. Aber das sagte ich bereits. Wenn sich also beispielsweise ein in die Jahre gekommener Gesangsverein auflöst und sein im Jahre 1998 gebautes E-Piano mit Gebrauchsspuren aus dem Probelokal für einhundert Euro abzugeben hat, könnte man zugreifen. Selbst wenn der Vorbesitzer das alte Ding einfach nur los sein will, kann es ansonsten technisch einigermaßen in Ordnung und noch gut bespielbar sein. Immer noch besser als gar nichts.

LG von Rheinkultur
 
FünfTon

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Wahrscheinlich bist Du nach der Feature-Liste gegangen, was bei "neuwertigen" Instrumenten dort finanzierbar ist und dort klingen diese Dinger auf dem Papier(!) wie ein guter Deal.
Die wichtigen Features sind doch gar nicht aufgeführt:
  • In mindestens vier Zonen gestufte Tastengewichtung (besser: jede Taste individuell gewichtet)
  • Ungedämpfter Diskant wie beim Klavier oder Flügel.
  • Stummer Anschlag.
  • Wenigstens Forte- und Piano-Sample-Layer (besser 3-5 oder mehr)
  • Wenigstens ein Sample für je 3-4 Tasten (besser: eins für jede Taste)
  • Mehrstufiges Dämpferpedal (minimal 3 Stufen, besser mindestens 9-16)
  • Korrekte Nachbildung von Pedaleinfluß auf den Klang: partielles Dämpfen, spätes Pedal, etc.
Das sind die absoluten Grundlagen der digitalen Klaviernachbildung und kein Hong-Kong-Billig-Keyboard erfüllt diese. Da kann es mit noch soviel Display, Knöpfen und Anschlüssen angeben.
 
 

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