Hauskonzert, Programmidee

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Guendola

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Mit dem folgenden Programm bin ich nicht ganz zufrieden, und überlege, was ich verbessern kann:

0. Brahms - ein paar seiner Walzer, vierhändig

Beethoven
1. Ecossaisen, WoO, Es-Dur, die Bearbeitung von Busoni

Chopin
Opus 7 "zwei Mazurkas"
2. Nr. 1 B-Dur
3. Nr. 2 A-Moll
4. Opus 17, Nr. 2, Mazurka a-Moll
5. Opus 28, Preludium Nr. 15 Des-Dur

Schubert
6. Op. 50, D779, "34 Valses sentimentales", Nr. 13, A-Dur

Mozart
7. KV 331, Sonate in A-Dur, 3. Satz "Alla Turca"

Die Numerierung 1-7 lasse ich im Programm natürlich weg, dient hier der Übersichtlichkeit.

Von Beethoven/Busoni zu Chopin geht noch ganz gut, aber gleich zwei relativ frische, nicht ganz einfache Stücke (für mich) zu Anfang.

Nummer 1 wollte ich erst für den Schluß nehmen, alternativ 5, Alla Turca ist im Moment der Kompromiß.

Die obige Reihenfolge scheint mir noch am gefälligsten, ich hätte allerdings lieber Beethoven am Ende und Chopin in der Mitte, aber dann habe ich nichts für den Solo-Anfang. Chopin in der Mitte währe mir theoretisch am liebsten in der Reihenfolge 5,2,3,4. Schubert kann ich dann weglassen, der ist hier sowieso etwas exotisch. Alla Turca kann ich hier nicht einordnen, würde es eigentlich gerne weglassen aber ich habe versprochen, es zu spielen - in dieser zweiten Version wohl zwischen Chopin und Beethoven - gut, da könnte auch noch Schubert dazukommen.

Aber vielleicht ist der Solo-Anfang garnicht so wichtig, davor kommt ja noch Brahms und nur eine kleine Gedankenpause, bis mein Mitspieler sich ins Publikum gesetzt hat.

Das Konzept steht also noch nicht, ich muß dieses Sammelsurium von Stücken irgendwie vernünftig ordnen und bin für jede Anregung dankbar.
 
Walter

Walter

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Hauskonzert

Hallo Guendola,

Den Brahms vor allem anderen? Die Klangfülle vor dem Solo? Aber warum nicht!

Beethoven am Anfang finde ich gut, bringt gleich ein bisschen Schwung in die Bude, habe auch schon mal ein Vorspiel damit angefangen, allerdings in der Einrichtung von Reinecke.

Ich habe überlegt, ob ich den Schubert vor dem Chopin nehmen würde und den Alla turca nach den Regentropfen - aber vermutlich ist das egal.

Du hast viele kleine Einzelstücke, da ist es vorteilhaft, den Leuten vorher irgendwie zu signalisieren, dass sie doch bitte erst zwischen den Stückegruppen ihren Applaus plazieren sollten oder erst ganz zum Schluss. Wenn immer zwischen jedem Stück geklatscht wird, kommst Du nie richtig in einen Spielfluss. :confused:

Mir ist mal bei einem Vorspiel bei uns zu Hause passiert, dass eine liebe Besucherin jede Unterbrechung genutzt hatte, sich mit den umsitzenden Leuten ohne Punkt und Komma zu unterhalten - es ist "saudoof", mehrmals darum bitten zu müssen, dass die Musik doch weiter gehen sollte. :twisted: Ganz abgesehen davon geht die Konzentration flöten dabei.

Du könntest noch überlegen, welches Stück Du als Zugabe wiederholen könntest, wenn es denn sehr gefallen hatte. Oder du lässt die Leute wünschen, was sie noch einmal hören wollen. Oder Du hast noch was!?

Gutes Gelingen wünscht

Walter
 
Guendola

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Über den Applaus hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht, das kann ich hoffentlich signalisieren, indem ich entweder aufsehe oder nach dem Ende eines Stückes auf den Flügel konzentriert bleibe und dann das nächste beginne.

Über Brahms werde ich nochmal nachdenken, danach könnte Alla Turca kommen, dann Schubert und zum Schluß die Ecossaisen von Beethoven, also vor Brahms Chopin, dort die "zwei Mazurkas" in die Mitte, Regentropfen zu Anfang sollte gehen, also die andere Mazurka direkt vor Brahms. Ich glaube, so wird es ganz abwechslungsreich und das Regentropfenpräludium baut sich so schön stetig auf, daß ich das Lampenfieber schnell vergessen kann. Der rabiate Busoni-Schluß der Ecossaisen ist ein schöner Abschluß. Mein Klavierlehrer hat mich gebeten, auch noch das 5. Moment Musical aus Rachmaninoffs Op.16 zu spielen. Das paßt eigentlich nur irgendwo zwischen Brahms und Beethoven. Es hätte den Vorteil, daß ich das Cis-Moll Präludium von Rachmaninoff als Zugabe nicht rechtfertigen müßte :D

Am Wochenende werde ich das mal ausprobieren, aber noch etwas anders:

Regentropfenpräludium
Mazurka a-Moll
"zwei Mazurkas"
Brahms
Schubert
Alla Turca
Moment Musical, Rachmaninoff
Ecossaisen
-
Rachmaninoff Cis-Moll Präludium

Ich glaube, die beiden kurzen Mazurkas sind eine gute Überleitung zu Brahms und Schubert setzt eine Zäsur, nach der ich eigentlich alles spielen könnte. Nach Alla Turca ärgere ich mich möglicherweise wieder über den Schluß, dann kann ich mich bei Rachmaninoff gut beruhigen und frisch an die Ecossaisen gehen.
 
Walter

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Hauskonzert

Hallo Guendola,

nur dies noch zum Ablauf eines Hauskonzertes:

ich kann nur aus eigenen Erfahrungen berichten, ich war leider selbst noch nie bei so was eingeladen oder habe von Erfahrungen anderer gehört.

Ich finde es schwierig, Gastgeber bzw. Hausherr und gleichzeitig Konzertgeber zu sein. Man ist vorher beschäftigt, alles für viele Gäste herzurichten, sie an der Tür zu empfangen, vielleicht ein Getränk anzubieten, Plätze anzubieten, small talk zu pflegen usw. Man will ja, dass sich die Gäste wohlfühlen. - Und dann soll man noch für Ruhe sorgen, die vielen wichtigen Gespräche der Gäste unterbrechen, vielleicht was ansagen - und dann soll man auch noch spielen. :confused:
Wenn dann noch ein lieber Gast zu spät kommt und an der Haustür klingelt, wenn schon Musik gemacht wird.... :evil: Das eigene Telefon lässt sich ja noch in Griff kriegen.

Klavier spielen kann schließlich jeder, aber das Drumherum! :rolleyes:

Eine elegante Forulierung ist übrigens: "Vergessen Sie doch nicht, Ihre Handys wieder einzuschalten wenn die Musik vorbei ist"!

Ich hatte auch schon das Vergnügen, ganz allein ein Schulkonzert zu bestreiten einschließlich der Tische auf die Seite und die Stühle in die Reihen zu rücken ... Dann die Besucher begrüßen, auf Programmblättchen hinweisen usw.

Wenn man dann nach Abschluss des Konzerts noch mit Leuten redet (was sich schließlich auch gehört) kann es vorkommen, dass die letzten schon gegangen sind, die evtl. geholfen hätten, die Stühle und Tische wieder aufzustellen ....
Die Besucher, die so lange reden helfen meist nicht, alles wieder herzurichten. Die sehen nicht, dass es noch was zu tun gibt. Die müsste man extra bitten, aber vielleicht ist man ja auch ganz froh, wenn sie endlich fort sind.

Das alles muss nicht sein. Es tut gut, wenn man was delegieren kann und wenn man weiß, dass noch jemand hilft auf den man sich verlassen kann.

Guendola, vielleicht kannst Du aus dem Geschreibe hier noch etwas Nutzen ziehen.

Haus-Konzer-Tante Grüße :trompete:

Walter
 
Guendola

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Vielen dank für die Tips, Walter. Nun wird das anstehende Hauskonzert von meinem Klavierlehrer veranstaltet, der sich auch um die ganzen "Nebensächlichkeiten" kümmert, inklusive der Erziehung der Gäste. Aber für den Herbst plane ich eins zuhause und dann werde ich mich an deinen Beitrag erinnern.
 
 

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