gibt es überhaupt "Komponistinnen"?

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Destenay, 14. März 2018.

  1. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Also, ich habe etwas komponiert. Bin also eine Komponistin. Und ich hab auch schon Bach gespielt - da kann man sich nicht auf die reine Reproduktion beschränken, sondern muss sich einiges, wie z.B. Artikulation und Phrasierung, selber überlegen - auch als Frau...:geheim:
     
  2. hasenbein
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    hasenbein

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    Ich bin zuversichtlich, Du schaffst das *väterlich den Kopf tätschel*

    Ansonsten kannst Du sicherlich irgendeine Gender-Förderung in Anspruch nehmen.
     
  3. Pedall
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    Pedall

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    Sag mal, @hasenbein, sind Dir auch die beiden folgenden Muster vertraut?

    A
    Impro Lektion 1
    L: Spiel doch mal irgendeinen Ton. Und dann noch einen und dann noch einen...
    S: Pling. Plong. Plüng, pleng, plüngplengplengpleng pling plang
    L: Super! Und jetzt...

    B
    Impro Lektion 1
    L: Spiel doch mal irgendeinen Ton. Und dann noch einen und dann noch einen...
    S: Welchen Ton soll ich als ersten spielen?
    L: Egal. Irgendeinen.
    S: Welchen nehme ich jetzt? Ogottogottogott... können Sie mir nicht zeigen, welchen? Ich bin ja so unkreativ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. März 2018
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  4. alibiphysiker
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    alibiphysiker

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    Tatsächlich gibt es - nach meiner Erfahrung - im Mathestudium (und auch später im akademischen Betrieb) sehr viele, sehr fähige Mathematikerinnen. Vor allem in der Algebra und der Topologie, wohingegen es irgendwie in der Numerik und der Analysis wieder weniger Frauen gibt. In der Physik sieht das allerdings - nach meiner Erfahrung - tatsächlich wiederum anders aus. Vielleicht haben Frauen einfach einen größeren Sinn für Ästhetik, und sind deswegen eher in der Mathematik und da eher in den "schönen" Disziplinen zu finden :-D .
     
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  5. Barratt
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    Es sollte jetzt nicht der übliche Genderstreit aufkommen, BITTE, das ist doch so unnötig.

    Es ist ein Faktum, dass in der Zeit, aus der uns sie großen Komponisten überliefert sind, selbst begabte Frauen kleingehalten oder jedenfalls nicht gefördert wurden und im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen Einschränkungen und Restriktionen unterworfen waren. Das ist überhaupt nicht zu bestreiten, es ist gut zu erklären und daher letztlich irrelevant. Anfänge ernstzunehmender Gleichstellung sollte man vor 1980 nicht suchen, das wäre ahistorisch.

    Ebenfalls ist es ein Faktum, dass durchschnittlich weniger Frauen als Männer Mathematik und Vergleichbares studieren. Diejenigen, die es tun, stehen den Männern nicht nach. Aber es tun halt statistisch weniger (immer noch). Das hat Gründe der durchschnittlichen (!!!) Präferenz.

    (*hüstel* Womöglich gibt es noch ein paar andere: Wo Tauben sind, fliegen Tauben hin. Oder: Tauben sind lieber mit Tauben zusammen als mit anderen Vögeln. Das dürfte sich aber mehr und mehr aufweichen, und deshalb ist Quotierung wichtig, sonst bleiben Tauben rein instinktiv vorwiegend unter sich.)


    Selbstverständlich gibt es Physikprofessorinnen. Aber das sind halt Frauen, die sich für so etwas "Nerdiges" interessieren. Und selbstverständlich gibt es noch Schranken im Kopf, selbstverständlich gibt es Statistiken – und ebenso selbstverständlich sagt die Statistik rein gar nichts aus über Einzelindividuen.

    Peace.
     
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  6. Holger
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    Holger

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    Andererseits hätten Frauen in dieser Zeit auch wesentlich mehr Zeit gehabt zum Komponieren. Keiner hat von den höheren Töchtern erwartet, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Und schließlich gehörte es ja in der gehobenen Gesellschaft auch zum guten Ton, dass Frauen ein Instrument spielen.
    Ist jedenfalls so meine Vorstellung aus dieser Zeit.
     
  7. hasenbein
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    hasenbein

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    @Pedall:

    Nein, solche Unterrichtssituationen kenne ich nicht.

    Weil ich nie solche Schwachsinnsmethoden anwenden würde.

    Improvisationsunterricht beginnt mit Nach-Gehör-NACHSPIELEN, dann geht man dazu über, statt den Schüler die Phrase nachspielen zu lassen, ihn "Antwort"-Phrasen auf meine "Frage"-Phrasen spielen zu lassen bzw. anderweitig das Vorgegebene zu variieren.
     
  8. Barratt
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    Barratt Lernend Mod

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    "Diese Zeit" ist verdammt lang. ;-) Das von Dir geschilderte Phänomen tritt vereinzelt erst ab dem ganz späten 18. Jh. auf, allerdings nur für einen ganz extrem kleinen Kreis von Frauen. Und da ist in der Tat wenig überliefert.

    Es gibt auch hier handfeste Gründe gesellschaftlicher Natur. Erkundige Dich doch mal nach dem traurigen Schicksal von Clara Wieck.

    Abgesehen von nachweislichen gesellschaftlichen Gründen kann man nur spekulieren. Auch wenn es stochastisch unwahrscheinlich ist, vielleicht gab es ja wirklich kein weibliches musikalisches Talent über all die Jahrhunderte. :lol:
     
  9. Stilblüte
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    Stilblüte

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  10. hasenbein
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    hasenbein

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    War ein bisschen Rumgeflachse. Wenn's nicht witzig war, vergiss es einfach.
     
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  11. hasenbein
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    hasenbein

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    Robert Schumann WOLLTE gerne, dass sich Clara mehr dem Komponieren widmet!

    SIE hat es aber nicht gemacht!

    Klar, gerade früher gab es viele gesellschaftliche Konventionen, die Menschen bestimmter Gruppen von bestimmten Dingen abhielten oder sie in bestimmte Dinge hineinzwangen. Dies galt aber genauso wie für Männer wie für Frauen - "patriarchale" Freiheit gab es nur für die allerobersten Männer! Ich könnte hier beispielsweise auch die traurige Geschichte von Schubert nennen, der wegen zu geringen Verdienstes keine Frau fand, daher in Puffs ging, sich dabei die Syphilis holte und sehr früh starb...

    Vieles, was heutzutage, auch z.B. in aktuellen Berufswahldiskussionen, als "gesellschaftlicher Zwang", "gläserne Decke" etc. dargestellt wird, ist in Wirklichkeit persönliche Präferenz. Warum werden z.B. nicht so viele Frauen Unternehmenschefs? Weil sie andere Lebensentwürfe haben und in diese ein Leben ausschließlich für die Arbeit mit 60-80-Stunden-Woche nicht hineinpasst. Völlig OK und eigentlich ja auch klug! Außerdem sind Frauen durchschnittlich stärker "agreeable" (siehe "Big Five" der Psychologie), das ist aber eine Charaktereigenschaft, die bei Führungspersonen nicht zu stark sein darf.
     
  12. frosch
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    Geh da doch mal an die Quellen. Die zeichnen ein etwas differenzierteres Bild.
     
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  13. rolf
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    aber in der Musik gibt es Seitenthemen - hier könnte man als Seitenthema danach fragen, ob abseits von Männlein & Weiblein schon diverse Transen etc. brauchbares komponiert haben. Gibt´s da was?
     
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  14. frosch
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    frosch

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    Kennst Du etwa nicht die Traszendentaletüden? (Wenn Du das Stöckchen schon hinhältst...)
     
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  15. dilettant
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    Uff, echt jetzte? Darf man vielleicht zwischen Ost und West Unterschiede machen?
     
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  16. rolf
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    rolf

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    ...auch transponieren könnte zwiespältig verdächtigt werden, oh mächtiger Seefrosch
     
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  17. hasenbein
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    hasenbein

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    Die Kultusminister sollten sich auf jeden Fall darum kümmern, dass an den Hochschulen endlich die Transenförderung massiv ausgebaut wird. Das ist ja kein Zustand zurzeit!
     
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  18. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Da fällt mir gleich unsere Erlanger Säulenheilige Emmy Nöther ein, deren Habilitation in Göttingen gegen den Willen der Fakultät vom Preußischen Kultusministerium untersagt wurde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. März 2018
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  19. Klafina
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    Klafina

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    Man darf sowieso insgesamt eine differenziertere Sicht zumindest auf die MINT-Fächer werfen.

    Sehr lesenswert dazu ein Artikel aus Spektrum der Wissenschaft: (auch wenn die Zahlen nicht aktuell sind; die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind schon frappierend)

    http://www.spektrum.de/lexikon/physik/frauen-in-der-physik/5284

    Übrigens: In 50 Jahren "Jugend forscht" hat sich der Mädchen-Anteil von 8% auf 36% erhöht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. März 2018
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  20. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    War ned Tschaikowski n "Süßer" ? Das ginge doch schon mal in die Richtung....gut, in wie weit das "abschneiten und umkrempeln" so wie das "aufbeulen" zu dieser Zeit technisch durchführbar war, entzieht sich meiner Kenntnis. :rauchen:

    LG
    Henry