gibt es überhaupt "Komponistinnen"?

Dieses Thema im Forum "Werke, Komponisten, Musiker" wurde erstellt von Destenay, 14. März 2018.

  1. Destenay
    Offline

    Destenay

    Beiträge:
    8.100
  2. frosch
    Offline

    frosch

    Beiträge:
    1.229
    Ja. Es gibt welche.
     
  3. Stilblüte
    Offline

    Stilblüte

    Beiträge:
    7.574
    Ist man Komponistin, wenn man weiblich ist und was komponiert hat?
     
    Debösi, Sn00by, Henry und 2 anderen gefällt das.
  4. Häretiker
    Offline

    Häretiker

    Beiträge:
    1.883
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Komponistinnen

    Meine Gesangslehrerin hat mal ein ganzes Konzertporgramm 'Frauen im Schatten berühmter Männer' aufgestellt, da gab es Alma Mahler, Fanny Hensel, ...

    Grüße
    Häretiker
     
  5. DonMias
    Offline

    DonMias

    Beiträge:
    1.701
    Nora gefällt das.
  6. dilettant
    Offline

    dilettant

    Beiträge:
    5.440
    Werbung:
    [​IMG]
     
  7. Dorforganistin
    Offline

    Dorforganistin

    Beiträge:
    1.809
    Und nicht nur das, es gibt in Frankfurt das Archiv Frau und Musik, "das umfangreichste internationale Komponistinnen-Archiv weltweit. Neben Kompositionen und sonstigen künstlerischen Nachlässen musikschaffender Frauen werden Sekundärliteratur, Hochschulschriften, Presseveröffentlichungen sowie graue Literatur, wie zum Beispiel Konzertprogramme, gesammelt."
    http://www.archiv-frau-musik.de/cms/uber-das-archiv
     
    Nora, Klein wild Vögelein und frosch gefällt das.
  8. hasenbein
    Offline

    hasenbein

    Beiträge:
    7.082
    Ja, es gibt Komponistinnen, aber nur wenige.

    Und das wird auch tendenziell so bleiben, weil Komponieren eine nerdige, allein ausgeführte Tätigkeit ist, und normalerweise stehen Frauen nicht auf solche Beschäftigungen.
     
  9. pianochris66
    Offline

    pianochris66

    Beiträge:
    7.547
    Ich hol schon mal das Popcorn...:-D. Das oben von Dir, @dilettant , verlinkte Cover finde ich übrigens sehr feminin. Zufall;-)?
     
    Holger und Peter gefällt das.
  10. Stilblüte
    Offline

    Stilblüte

    Beiträge:
    7.574
    Genauso nerdig wie allein üben?
     
    ehenkes, annik, Henry und 7 anderen gefällt das.
  11. dilettant
    Offline

    dilettant

    Beiträge:
    5.440
    Woran machst Du das fest? Aber es ist irgendwie doch eine Frauenprojekt: Komponistin, Dirigentin, Pianistin. Kannst es Dir ja mal anhören und dann hier schreiben, ob Du die Musik und die Interpretation auch feminin findest?

    Ich hab übrigens noch die Anna Amalia von Preußen vergessen, eine Schwester von Friedrich dem Großen. Ihr Oeuvre scheint ja nicht so bedeutend zu sein und vielleicht auch nicht sehr feminin - es finden sich lt. Wikipedia einige Märsche darunter. Aber sie hat eine schöne Kammerorgel hinterlassen, die ich hier schon gelegentlich erwähnt hatte.
     
    Barratt gefällt das.
  12. pianochris66
    Offline

    pianochris66

    Beiträge:
    7.547
    Ich finde, es hat so eine "florale Optik", und dann noch mit weißem Flügel:-).
     
    dilettant gefällt das.
  13. hasenbein
    Offline

    hasenbein

    Beiträge:
    7.082
    Da ist ein wesentlicher Unterschied: Als (klassischer) ausübender Musiker muss man sich nichts selber ausdenken, sondern hat eine Vorlage mit genauen Vorschriften, die man möglichst sorgfältig umsetzen muss.

    Genauso wie die Mädchen damals in der Schule die "Paukfächer" bevorzugten und die, bei denen man mit Auswendiglernen nicht weiterkam (Mathe, Physik usw.) nicht mochten, so spielen Frauen gerne vorgegebene Musik und sind auch beim Üben meist fleißiger und sorgfältiger, nicht aber denken sie sich gerne welche aus, schon gar nicht welche, die auf komplizierten Systemen beruht.

    Dass nur ein geringer Anteil wirklich kreativ tätig ist, gilt natürlich genauso für die Männer - da aber Männer von Natur aus "explorativer" und experimentierfreudiger sind sowie auch besser damit klarkommen, wenn sie was Unperfektes abliefern (wichtige Voraussetzung auch für Improvisation!), ist der Anteil an Komponisten und Improvisatoren bei ihnen nun mal deutlich höher als bei den Frauen. Frauen sind mehr auf "Sicherheit" bedacht und darauf, vor anderen nicht schlecht dazustehen (wer kennt es nicht, das gequietschte "PEIIINLICH!"?).
     
    ehenkes, Henry und fisherman gefällt das.
  14. Peter
    Offline

    Peter Bechsteinfan Mod

    Beiträge:
    17.083
    :lol:
     
    ehenkes gefällt das.
  15. mick
    Offline

    mick

    Beiträge:
    7.313
    Ich bezweifle das, schließlich kann man sich mit einer missglückten Beethoven-Sonate genauso zum Affen machen wie mit einer schlechten Improvisation.

    In anderen kreativen Bereichen (Literatur, Malerei) zweifelt ja auch niemand an den Fähigkeiten der Frauen, obwohl sie ebenso "nerdig" sind wie Komponieren.

    Ich habe jedenfalls in den zwei Sommern, die ich in Tanglewood verbracht habe, keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen können.
     
    ehenkes, DonMias, abschweb und 5 anderen gefällt das.
  16. Ambros_Langleb
    Offline

    Ambros_Langleb

    Beiträge:
    7.278
    Und seine Schwester Wilhelmine von Bayreuth wollen wir bittschön auch nicht verschweigen.
     
    Wiedereinaussteiger gefällt das.
  17. mick
    Offline

    mick

    Beiträge:
    7.313
    Von der musste ich kürzlich mal eine Arie begleiten. Diese zu verschweigen statt sie zu singen, wäre nicht die schlechteste Idee gewesen. :-D
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. März 2018
    Ambros_Langleb gefällt das.
  18. hasenbein
    Offline

    hasenbein

    Beiträge:
    7.082
    Lieber Mick, bei aller Hochachtung, die ich für Dich habe, hier liegt ein Logikfehler vor.

    Ich sprach nicht davon, die (mathematische) Menge der komponierenden Männer mit der Menge der komponierenden Frauen zu vergleichen.

    Sondern ich habe die Menge ALLER Männer (oder auch aller musikmachender Männer) mit der Menge ALLER Frauen (oder auch aller muskmachender Frauen) verglichen und dabei festgestellt, dass die Untermenge komponierender und/oder improvisierender Personen bei den Männern deutlich größer ist als die bei den Frauen. Dies ist ja nun mal eine unbestreitbare Tatsache. Und ich habe dazu meine Vermutungen geäußert, woran das liegt - nämlich nicht an irgendeiner bösen Unterdrückung durch das Patriarchat, sondern (ähnlich wie bei der Berufswahl) an typischen Eigenheiten und Präferenzen.

    Dass diejenigen Frauen, die es ja nun zweifelsohne gibt und von denen ich auch diverse gut kenne, DIE tatsächlich so "nerdig" drauf sind wie entsprechende Männer, auch genauso gut sein können und daher auf so einem Workshop kein Unterschied feststellbar ist, ist klar, entspricht auch absolut meinen Boeobachtungen und wurde von mir auch zu keinem Zeitpunkt angezweifelt. Capisce? ;-)

    Und selbstverständlich behandle ich Schülerinnen und Schüler in dieser Hinsicht kein bisschen unterschiedlich: Jeden und jede rege ich gleichermaßen zum Kreativwerden an, eine so idiotische Haltung wie z.B. "naja, Mädchen sind ja eh' nicht so geneigt zum Improvisieren, also schränke ich diesen Anteil in deren Unterricht ein" käme mir selbstverständlich nie in den Sinn.

    (Aber wenn's um derartige Fragen geht, dann setzt bei vielen Leuten, auch eigentlich sehr intelligenten, der Wille zum klaren Durchdenken und vorurteilslosen Beobachten leider oft aus, weil man sich nicht auf das Glatteis der politischen Unkorrektheit im feministisch bestimmten Diskurs begeben will oder aber weil man feministische Glaubenssätze verinnerlicht hat und sofort auf die Palme geht, wenn einer darauf hinweist, dass es sehr wohl Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein gibt...)
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. März 2018
    PianoAmateur, Barratt, Pedall und 4 anderen gefällt das.
  19. Klafina
    Offline

    Klafina

    Beiträge:
    2.570
    Richtig. Damals. Heißt: im vorigen Jahrhundert. "Mädchen brauchen sowieso keine Mathe," das konnte man durchaus noch in den 80er Jahren hören.
    Und zumindest in den 60er Jahren gab es auch noch Physik-Professoren, die der Ansicht waren, dass Mädchen/Frauen Physik nicht verstehen.

    Mittlerweile sind wir allerdings ein Jahrhundert weiter. Die Mädels haben sich längst die Mathematik erobert; bei der Physik, im Ingenieurwesen und in der Informatik ist es noch nicht ganz so weit. Gut Ding will Weile haben.
     
    Nora, Barratt, Ambros_Langleb und 2 anderen gefällt das.
  20. hasenbein
    Offline

    hasenbein

    Beiträge:
    7.082
    Habe jetzt nicht nachgeguckt, und man kann mich gerne eines Besseren belehren, aber ich möchte wetten, dass das überwiegend Lehramts-Studentinnen sind.