Gehörbildung - ein pragmatischer Ansatz

H
harmonix
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Moin miteinander!

Ich bin ja der Meinung dass mein Gehör und meine Stimme völlig unterentwickelt sind. Ich habe auch ein Buch über Gehörbildung und arbeite dies aber nur sporadisch durch. Ich denke Gehör und Stimme gehören zusammen (da sprechen auch einige neurophysiologische Fakten für...)

Als bekennender Autodidakt mache ich es mittlerweile ganz praktisch. Wenn ich mich ans Klavier setze mache ich zuerst ein paar Hör- und "Gesangs"-Übungen. So ca. 5-15 Minuten, wie ich gerade Lust habe.

Am Anfang habe ich erst mal geschaut, wo denn überhaupt mein Stimmumfang liegt (Raucher-Bass) und dann versucht zunächst einmal mit meiner Stimme eine halbwegs tonale Übereinstimmung mit einzelnen Tönen zu finden. Also einen Ton in einer für mich genehmen Tonlage anspielen und versuchen diesen (leise) zu singen.

Dann von da ausgehend langsam die Tonleiter rauf und runter, soweit es für mich angenehm ist und ich weder quietsche noch brumme :-)
Im nächsten Schritt spiele/probiere ich dann eine einfache gut bekannte Melodie (z. B. "Freude schöner Götterfunken") einhändig in angenehmer Tonlage nach Gehör! Tonart ist mir dabei völlig wurscht, Hauptsache ich überschreite meine singbaren Tonumfang nicht (der Grundton sollte also irgendwo im mittleren Bereich des Stimmumfangs liegen, so dass das Stück meinen Stimmunfang keinesfalls überschreitet). Für den Anfang ist es einfacher, wenn die Intervalle nicht zu groß sind.

Diese Übungen variiere ich zunehmend:
- statt Tonleiter einfach mal die Terzen, Quarten, Quinten spielen/singen
- die Melodie im Oktavgriff (unterer Ton in meiner Stimmlage) spielen, oder mit Terzen usw.

Zusätzlich mache ich manchmal noch Rythmus-Übungen und versuche dabei wirklich Stimme, ein und/oder zwei Händen und zur Not auch die Füße dazu zunehmen (auch hier spielen neurophysiologische Erkenntnisse eine wichtige Rolle.... )

All das mache ich nur soweit ich Lust und Spaß daran habe!

Der Erfolg, lässt wirklich nicht lange auf sich warten:

- ich werde "stimmfester"
- treffe häufiger auf Anhieb die richtigen Töne
- bekomme ein Gefühl (!) für Intervalle (ich singe sie oft auch laut "C" , "Terz", "Quart" :-)
- und lerne mich stärker auf mein Gehör und meine Stimme zu verlassen
- transponieren wird mehr und mehr zur "Gefühlssache"

Und je besser es klappt umso mehr Spaß macht das! Nebenbei bemerkt ist Singen auch noch enorm gesund!!!

Ach ja, das Buch. Heißt "Gehörbildung" :-) und ist von einem Ulrich Kaiser (der war wohl mal Prof. für Musiktheorie in München). Das nutze ich im Wesentlichen um mir neue Anregungen für Übungen zu holen und um das Praktische auch theoretisch "zu untermauern". Ich denke aber dass bei Gehör- und Stimmbildung zuviel Theorie zumindest bei Amateuren möglicherweise eher schädlich ist...

Wie betreibt Ihr eigentlich - ganz praktisch - die Bildung Eures Gehörs?

Viele Grüße

Martin
 
 

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