Für Elise und anderes


Axel
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Darf man sich als Klavierschüler weigern, Bach zu spielen? Standard der Klavierlehrer in meiner Kleinstadt war scheinbar: eine Klavierschule durchspielen, dann die Anna Magdalena, Inventionen und wenn der Schüler bis dahin noch nicht kapituliert hat das Wohltemperierte Klavier. Wenn man nett und fleissig war gabs noch eine Sammlung kleiner Sonatinen (Beethoven, Clementi…), ansonsten Czerny. Als modernes evt auf harter Nachfrage einen Heumann Band.
Wohn da natürlich schon lang nicht mehr und habe nach x Jahren Pause wieder mit Klavierunterricht angefangen - fast Bach frei!
Naja, wenn ich heute so Schüler spielen höre, dann fehlt es oft elementar an technischen Fertigkeiten. Diese von Dir beschriebene Standardreihenfolge hat natürlich einen didaktischen Sinn. Ich habe heute oft das Gefühl, die Leute gehen in eine Klavierstunde und setzen dem Lehrer die Pistole auf die Brust und wollen unbedingt dieses oder jenes Popstück oder eine Filmmusik spielen. Wenn der dann sagt, das ist zu schwer oder es bringt dich nicht weiter, dass geht man zum nächsten Lehrer. Einer macht es dann immer. Am Ende kommt halt keine solide Sache dabei heraus.
 
walsroderpianist
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Der unverwüstliche Gassenhauer "Elise", der natürlich für Anfänger viel zu schwierig ist, sofern eine brauchbare Version heraukommen soll, ist keineswegs ein schlechtes Stück, wenn auch nicht Beethoven at his best. Igor Levit, keineswegs ein unintelligenter Pianist, hat es immerhin bei seiner Abschlussprüfung gespielt und spielt es mitunter als Zugabe. Wir Klavierlehrer haben lediglich das Problem das Stück bei jedem Schüler für uns selbst als frisch erleben zu lassen um es entsprechend vermitteln zu können. Nach Jahrzehnten der Berufstätigkeit gar nicht so leicht.
Meine Gattin hat zu einer Zeit, da bei mir doch eine gewisse Übersättigung eingetreten war, dies Kunstwerk erworben ( in Auftrag gegeben) und mir zum Geburtstag geschenkt. ich bin allerdings nicht ganz exakt getroffen. Macht nichts.
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susa
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Irgendwas magisches scheint die Elise zu haben… Habe sie jetzt ein paar Mal gespielt und meine Tochter fordert das Stück jetzt ständig ein. Versucht auch selbst, die ersten Takte zu spielen. Dafür hat sie sogar ihren Glibberschleim (ein super Geburtstagsgeschenk) liegen lassen.
Und eine interessante Interpretation: „der böse Teil im Stück (ab Takt 59), da ist Elise in der Quarantäne und hat Hausarrest“ :-)
 
Animata
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Irgendwas magisches scheint die Elise zu haben… Habe sie jetzt ein paar Mal gespielt und meine Tochter fordert das Stück jetzt ständig ein. Versucht auch selbst, die ersten Takte zu spielen. Dafür hat sie sogar ihren Glibberschleim (ein super Geburtstagsgeschenk) liegen lassen.
Und eine interessante Interpretation: „der böse Teil im Stück (ab Takt 59), da ist Elise in der Quarantäne und hat Hausarrest“ :-)
Den Eindruck teile ich. Meine zur Zeit eher übefaule Tochter saß letztens für die erste Seite eine gute Stunde am großelterlichen Flügel. :musik064::lol:
 
Robinson
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Mit Übereifer habe ich Für Elise gelernt.
Mittlerweile spiele ich nur noch ab Takt 23 bis 81 zur Gedächtnisstütze.
Ist aber eines der Lieblingsstücke der Zuhörer , eben weil sehr bekannt.
Die Aufnahme von Igor Levit ist mein Favorit.
 
H
hpesch
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Elise kann ein Anfänger natürlich nicht gut spielen, aber man lernt dabei den größten Teil der Klaviatur zu nutzen. Somit eine gute Vorübung.
Klavierlehrer sollten nicht davon ausgehen, dass der Schüler ein zukünftiger Pianist ist und die abendländische Musik von A-Z kennenlernen sollte. Ich finde nichts Schlechtes an populären Stücken, Spielen muss Freude machen, sonst ist alles für die Katz.
 
Nihil Baxter
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Strikt verboten im Anfängerunterricht sind Smoke on the water und Stairway to heaven.

Ach, Moment.

Das war ja Gitarre. Aber ist ja fast das Gleiche: Ist beides mit Holz und Saiten, und man kann mehrere Töne gleichzeitig spielen - was bei einer Blockflöte nicht ohne weiteres geht. Die ist auch mit ohne Saiten.

SCNR, :party: &;-)
 

M
Musikmacher
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Natürlich ist " Elise " ein tolles Stück und es dokumentiert, dass Beethoven ein besonderer Komponist war.

Aber die besten melodisch-harmonisch- rhythmischen Einfälle unterliegen einem natürlichen Verfallsdatum, weil sie gerade d e s h a l b dauernd gespielt werden , bzw. zu hören sind, weil sie vielen gefallen.

Irgendwann kann das Ohr die schönste Komposition nicht mehr als etwas, ich sage immer "die Seele hüpfen Machendes" erleben, wenn es immer die gleiche Melodie hört.
Das ist ein ganz natürlicher Abnutzungsprozess.
Du kannst auch nicht jeden Tag dein Leibgericht zu dir nehmen. Es hängt dir irgendwann zum Halse raus.

Deshalb möchte ich noch einmal betonen:
Sehr viele, die etwas Bezug zur Musik haben, empfinden beim ersten mal Hören dieser Komposition sie als etwas ganz besonderes und möchten sie öfters hören.

Und das hat seinen Grund.
Das schaffen die wenigsten Kompositionen
 
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Ich musste die Elise nach einem Jahr auf Wunsch meiner KL spielen. Zuerst war ich begeistert, etwas so populäres, das in jeder Arzttelefonwarteschleife läuft, auch endlich spielen zu dürfen. Doch so schön und melodisch es anfangs klingt, sehr bald haben mich diese endlosen Wiederholungen des Hauptthemas ziemlich genervt und ich habe eigentlich nur mehr den "dramatischen" Teil des Stückes wirklich genossen und gern gespielt, auch wenn der für meine damaligen Kenntnisse sehr schwer war (vor allem die erforderliche Geschwindigkeit, um die nötige Dramatik ausdrücken zu können).
Ich möchte es dennoch nicht missen, die Elise gespielt zu haben, gehört irgendwie dazu! Auch meine Tochter hat sie gern gespielt und sie gehört zu ihren All-time-favourites, wenn jemand sagt, sie soll mal schnell was vorspielen.
 
 

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