Frage zu stimmführungsregeln

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Musicbox

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Frage, ist in diesem Beispiel die Bewegung im Bass ( c e g d f a ) als Quintparallele zu bewerten? Angemerkt sei, dass die Möglichkeit besteht, das sich zwischen die einzelnen Akkorde ungewollte Parallelen gemogelt haben, um die soll es nicht gehen. Lediglich die Bewegung c e g d f a ist daraufhin zu betrachten, ob diese "gebrochenen" Akkorde eine Quintparallele bilden.
 

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Lisztomanie

Lisztomanie

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Ich wüsste nicht, wo in dem von Dir geposteten Satz Quintparallelen vorliegen sollten. Sieht alles ganz O.K. aus. Weder zwischen den Akkorden noch zwischen Akkorden und Begleitung finden sich Parallelen! Und die Bassfigur ist zwar eine Sequenzierung von Arpeggien, das hat aber nichts mit Parallelen zu tun..=D Von daher: Keine Sorge, alles richtig gemacht!

Herzliche Grüße und frohe besinnliche Ostern

Lisztomanie
 
Rheinkultur

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Ich wüsste nicht, wo in dem von Dir geposteten Satz Quintparallelen vorliegen sollten.
Allerdings erhältst Du mit dieser Stimmführung latente Oktavparallelen - und zwar zwischen den Außenstimmen (c-d und c-d) auf der starken Zählzeit 1. Auch wenn die Baßlinie ("Alberti-Baß") eine Akkordbrechung darstellt, kommst Du aus dieser Falle nicht heraus.

Folgende Anregungen zur Abhilfe:
Zum einen ergeben sich meist keine Parallelen, wenn die Außenstimmen in Gegenbewegung fortschreiten. Zum anderen ergibt sich bei Parallelbewegungen in Terzen oder Sexten vielfach die Notwendigkeit der Terzverdopplung im jeweiligen Folgeakkord. Dazu wechselst Du von der engen Lage (erster Takt) in die weite Lage (zweiter Takt), in der schon mal Akkordtöne auf beide Hände aufgeteilt werden müssen, um die Vorgaben grifftechnisch bewältigen zu können.

Ein gutes Ergebnis erzielst Du, indem Du im zweiten Takt einfach d-f-a vorgibst. Sollte in einem dritten Takt ein C-Dur-Quartsextakkord (G im Baß auf Zählzeit 1) folgen, kannst Du auch den Quintton A verdoppeln ("Gabelgriff") und dann wieder in die enge Lage wechseln (c-e-g), ohne Stimmen offen oder verdeckt parallelführen zu müssen. Wenn sich alle Stimmen gleichzeitig in dieselbe Richtung (in Deinem Beispiel aufwärts) bewegen, kommt es meist zu fehlerhafter Stimmführung - und diese kann man mit den von mir angeregten Maßnahmen vermeiden.

In diesem Sinne weiterhin frohes Schaffen und LG von
Rheinkultur
 
Tarrasch

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Also könnte man einfach die Lage des d-moll-Akkordes in den oberen 3 Stimmen verändern und die Welt wär völlig in Ordnung.

c---- a
g---- f
e---- d
c e g d f a
 
Rheinkultur

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Also könnte man einfach die Lage des d-moll-Akkordes in den oberen 3 Stimmen verändern und die Welt wär völlig in Ordnung.

c---- a
g---- f
e---- d
c e g d f a
Genau das. Dieses Satzmodell ist vergleichbar mit Beispielen aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts: Alberti-Akkordbrechungen in Verbindung mit der Harmonik der Wiener, Mannheimer etc. Klassik. Diese Praxis ist bei W.A. Mozart und J. Haydn immer noch gegenwärtig, im sakralen Bereich hat sie sich bis weit ins neunzehnte Jahrhundert gehalten. Aus der späten Generalbaßzeit seien die von Mozart gelehrten Aufgabenbeispiele erwähnt:
Generalbass Studien (Mozart)

Allerdings galt bereits damals das Generalbaßspiel als in die Jahre gekommen und die "vollstimmige" Satzweise (Heinichen, Mattheson) verschwand zugunsten einer "freistimmigen" Satzweise bei den Bach-Söhnen: Eher zwei- bis dreistimmig linear als akkordisch unflexibel; bei schnelleren Grundtempi ohnehin selbstverständlich.

LG von Rheinkultur
 
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Musicbox

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Ich bedanke mich vielmals für eure Antworten und den zugehörigen Erklärungen.

Mfg Musicbox
 
 

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