Fortschritt des Tages

Clavica

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Wie ich gelernt habe, ist Klavierspielen eine hoch komplexe Tätigkeit, bei der Fortschritte oft auf sich warten lassen:) Da erscheint mir ein Faden, in dem es mal nicht um die Probleme und Schwierigkeiten geht, sondern um die "Erfolge", als eine schöne Idee.

Hier kann jeder seine gemachten Fortschritte und Erkenntnisse niederschreiben. Fortschritte können alles sein, von "das Stück einmal fehlerfrei durchspielen" bis hin zu "habe die Harmonik verstanden" oder "die musikalische Gestaltung ist geglückt".

Ich fange mal an.

Vor einem halben Jahr habe ich mit meinem Klavierlehrer zusammen ein Stück angeschaut, und über den Fingersatz diskutiert. Nach einigem hin und her akzeptierte er dann meine Lösung. Darauf war ich am Anfang stolz. Als ich gestern das Stück wieder spielte, fiel es mir aber wie Schuppen von den Augen, wie schlecht mein Fingersatz war und wie elegant, musikalisch passend und gut zu spielen seine Lösung ist.

*Grin* Und das betrachte ich als Fortschritt, denn diese Erkenntnis konnte ich erst haben, nachdem ich die (technischen und musikalischen) Fortschritte gemacht habe.
 
Barratt

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Nach einigem hin und her akzeptierte er dann meine Lösung. Darauf war ich am Anfang stolz. Als ich gestern das Stück wieder spielte, fiel es mir aber wie Schuppen von den Augen, wie schlecht mein Fingersatz war und wie elegant, musikalisch passend und gut zu spielen seine Lösung ist.

Das kenne ich. :girl:



Ich studiere derzeit einige alte Stücke neu ein. "Aufwärmen" wäre der falsche Begriff, denn realiter habe ich sie einst hart erkämpft, dann erleichtert weggelegt und "vergessen". Nicht vergessen
habe ich die Schwierigkeiten, die mir manche Stellen bereitet haben, und zwar auf beiden Ebenen, musikalisch (= kapieren, was da passiert) und technisch.

Es wird für jeden alten Hasen eine alberne Binsenweisheit sein, was ich jetzt sage, aber mich freut es trotzdem: :super:

All die Mühe, jedes Stück auf dem aktuellen Niveau "theoretischer Kenntnisse" akribisch durchzuanalysieren und dabei letztere peu-à-peu hermeneutisch zu erweitern, war tatsächlich nicht umsonst. :idee: Ich bin verblüfft und begeistert, wie sonnenklar mir manch (früher) mysteriöse Stelle jetzt ist und um wie viel leichter ("pseudo-technisch") es fällt, sie zu spielen, wenn man kapiert, was man da spielt.


Einüben muss ich sie natürlich gleichwohl wieder, aber es geht ungleich viel leichter, wenn man die innere Logik durchschaut. Einen (tatsächlichen) technischen Fortschritt glaube ich daran zu bemerken, dass die Hand viel lockerer und damit flexibler geworden ist, größere Intervalle mühelos greifen kann und günstige Fingersätze sozusagen unbewusst einfach anbietet.


An dieser Stelle für alle anderen Anfänger der Rat: Es ist in jeder Hinsicht sinnvoll, von Anfang an routinemäßig und konsequent jedes neue Stück musikalisch ("theoretisch") durchzuanalysieren - als Hausaufgabe selbständig, dann von der Lehrkraft kontrollieren lassen und ggf. gemeinsam zu korrigieren.

Es lohnt sich auch, dafür mal ne komplette Unterrichtsstunde zu "opfern", sogar dann, wenn man dabei phasenweise glaubt, höchstens die Hälfte zu kapieren. Die Informationen setzen sich trotzdem fest. Es arbeitet unterbewusst und erweitert sich auf hermeneutische Weise (= immer mehr verstehen aufgrund des bereits Verstandenen). Besonders wenn man im Forum mitliest und nicht nur drüberliest, sondern konsequent immer wieder alles nachschlägt oder ausprobiert, was man nicht versteht.

Ich freue mich sehr darauf, peu-à-peu immer mehr zu verstehen . :blume:
 
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