Fingersatz Beethoven op.13 3.Satz

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virtualcai

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Ich habe da eine Detailfrage zu den Takten 89ff:
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So wie der Fingersatz hier steht, müsste man die Sexten am Taktübergang 89/90 mit Pedal binden.
Wäre es eine Bach Fuge würde ich wohl die mittlere Stimme ab Takt 90 in die linke Hand nehmen, was aber in Takt 94 nicht funktioniert.
Wie spielt ihr an der Stelle?
 
Gernot

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Ich denke, das ist kein Legato-Bogen, sondern ein Phrasierungsbogen. Der vorgeschlagene Fingersatz begünstigt meiner Meinung nach eine Schwer-Leicht-Artikulation, also kleine "Seufzer"-Motive innerhalb der Gesamtphrasierung. Wenn man das so interpretieren möchte, müsste man auch nicht unbedingt über die Taktgrenze hinweg binden. Der Effekt wäre ohne Bindung sogar stärker.
Wenn Du das gleichförmiger Arktikulieren willst, mit durchgehendem Legato in den Sexten, würde ich die Sexten mit 51 beginnen und im Wechsel mit 42 spielen.

Liebe Grüße
Gernot
 
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virtualcai

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Danke für die Anregungen. Ich
finde Pedal dort nicht so passend.
Das mit der Phrasierung muss ich mir in Ruhe anschauen, bis jetzt entwickelt sich das für mich nicht ganz zwingend aus den vorigen Takten.
Vielleicht muss da musikalisch noch der Groschen fallen. Tiefer Brunnen und so :001:
 
Frédéric Chopin

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mick

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würde ich die Sexten mit 51 beginnen und im Wechsel mit 42 spielen.
@Gernot dieser Fingersatz ist sehr cool, denn selbst mit Riesenhänden wäre er wunderlich ;-) vermutlich meinst du 52 und 41

Zu den Sextenparallelen: man kann jeweils den Sopran legato spielen, dito den Bass; die Mittelstimme benötigt keine mühsam erzwungene legato Bindung. Der Fingersatz ist uninteressant bzw kommt von allein, wenn man cantable Sexten spielen kann. Ob völlig ohne Pedal, mit Pedaltupfern oder "viel Pedal" ist eine irreführende Frage, denn das hängt auch vom Raum und Instrument ab (ich wäre für Pedaltupfer), denn der klangliche Unterschied zwischen mit und ohne Pedal ist bei heutigen Flügeln riesig. Und hier geht es primär um sinnvollen Klang, siehe @mick
 
Frédéric Chopin

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Hallo Virtualcai,
und genau da liegt der Fehler!
Wenn Du bei der letzten Sexte im Takt 89 ankommst mußt Du Dein Handgelenk weit nach oben heben, bzw. macht eine kleine Kreisbewegung zur nächsten Sexte und kannst somit, wenn das Handgelenk richtig agiert, zum nächsten Akkord rüberbinden. Das Handgelenk müsste dann bei der nächsten Sexte wieder unten sein. (Demonstrieren könnte ich das am Klavier natürlch besser)

Ein Alternativfingersatz wäre natürlich auch:
"52, 51, 41"
Den kannst Du auch probieren, falls dir die Technik mit dem Handgelenk nicht geläufig ist. Beim Alternativfingersatz rutscht der 5. Finger vom "des2" dann zum "c2"
 
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virtualcai

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Man sieht das pumpende rechte Bein so gut.
Ichbin nur den üblichen YouTube - Vorschlägen gefolgt: Barenboim, Lisitsa, Kinder... nur die Beethoven spielende Katze gibt es wohl noch nicht.
 
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virtualcai

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"Viertelpedal" würde hier doch bedeuten nach jeder gespielten Note, oder?
 
Tastatula

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Ich mag bei der Stelle so wenig Störung wie möglich haben. Jedes Viertel zu pedalisieren, wäre mir zuviel. Ich gebe auf jedes zweite Viertel Pedal. Das führt zu einer geschmeidigen Linie. Denn zwei der Sexten kann man leicht binden. (Also Pedal auf: vier in T 89, auf 2 in T90 usw.) Und wo es auf diese Weise nicht gut klingt, würde ich viertelweise pedalisieren, aber mit so wenig Aufwand, wie möglich.
Ich finde, das ist eine ungemein zarte Stelle in diesem Satz, die einzige, die sich länger im warmen As-dur aufhält.
 
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virtualcai

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Achso, das hängt dann komplett von Flügel und Raum an.
Mick, du würdest auf Viertel pedalieren?
 
mick

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Mick, du würdest auf Viertel pedalieren?
Ich spiele die Sonate nicht, aber wenn ich sie spielen würde, würde ich vermutlich direkt am Auslösepunkt des Pedals viertelweise "vibrieren". Je nach Instrument und Raum mehr oder weniger - in einem großen, akustisch trockenen Saal kann man evt. sogar das Pedal mit der ersten Sexte treten und erst auf der Dominante (hier: Es-Dur) wechseln. Dann ist es aber sehr wichtig, dass auf dieser Dominante alle Pedalreste vollständig ausgelöscht werden - da stört die kleinste Unsauberkeit. Außerdem muss dann die Klangbalance gnadenlos perfekt sein *) - ein leuchtendes p im Diskant, pp im Bass und ppp in der Mittelstimme.

*) Naja, eigentlich sollte das immer der Fall sein...
 
 

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