Es-Dur in C-Dur?

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Caterina
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Hallo Klavierfreunde!

Ich habe eine Frage an euch zwecks Musiktheorie.

Ich bearbeite gerade mit Freude ein Lied, dass in C-Dur komponiert wurde (es ist ein Schlager aus den 80ern Jahren).
Zwischen der ersten Strophe und dem Refrain, der wieder in C-Dur ist, wechselt die Tonart für eine zweite Strophe nach Es-Dur.
Um von dieser zweiten Strophe in den Refrain (C-Dur) zu wechseln, verwendet man G bzw. G7.
Ich muss sagen, dass dieser Tonsprung sehr harmonisch weich und nicht hart wirkt.

Wie hängt diese auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkende Konstellation eigentlich zusammen?
Ich könnte mir höchstens erklären, dass man irgendwie über C-Moll den Weg gefunden hat, da Es-Dur bekanntlich die parallele Dur-Tonart dazu ist.

Könnte mir das jemand von euch (vielleicht mit einfacheren Worten) erklären?

Es grüßt euch ganz herzlich

Caterina
 
Dimo
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Könnte mir das jemand von euch (vielleicht mit einfacheren Worten) erklären?
Hallo Caterina,
bei Es-Dur in C-Dur handelt es sich um eine sog. Terzverwandtschaft. Warum verwandt? Weil die beiden Grundakkorde einen Ton gemeinsam haben - bei C-Dur (c-e-g) und Es-Dur (es-g-b) ist es das g.
Das bedeutet unter anderem (wie Du schon bemerkt hast) dass ein Wechsel zwischen den beiden Tonarten "gut klingt".:cool: Das gemeinsame Bindeglied ist in der Tat c-moll. (Das heißt jedoch nicht, dass eine Modulation zwischen C-Dur und Es-Dur immer über c-moll laufen muss.)
Terzverwandte Dur-Tonarten zu C-Dur sind As-Dur, A-Dur, Es-Dur und E-Dur.
Wechsel zwischen terzverwandten Dur-Tonarten wurden schon von klassischen Komponisten (besonders Beethoven und Schubert) verwendet, um ein wenig "Farbe" in die Harmonie-Abläufe zu bringen. Eines meiner Lieblingsbeispiele hierfür ist das C-Dur-Quintett von Schubert:

http://www.youtube.com/watch?gl=DE&hl=de&v=hNZjyNTx6vw&feature=channel_page

Die Modulation von C-Dur nach Es-Dur passiert bei ca. 1:50. :cool:
Auch in der Unterhaltungsmusik bringen Terzverwandtschaften "Farbe" in die Musik. Zum Beispiel "Mein kleiner grüner Kaktus" im Originalarrangement von den Comedian Harmonists: Die Strophen stehen in F-Dur, Des-Dur und Ges-Dur.

http://www.youtube.com/watch?v=-Y4Sr_IqR1k
:)

Um welches Lied aus den 80ern geht es bei Dir?
 
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Caterina
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Hallo Dimo!

Vielen Dank für deine Erklärung! Das war wirklich super-klasse-toll erklärt.
Da habe ich ja in manchen Gedanken gar nicht so falsch gelegen. Zwar nicht richtig, aber auch nicht ganz falsch.

Heißt das Terzverwandschaft, weil die Tonart, in die es "gehen" soll, den gemeinsamen Ton als (große) Terz besitzt?

Also, erst mal muss ich sagen, dass ich mich geirrt habe. Das Lied steht in B-Dur, nicht in C-Dur. Ich kam auf letztere Tonart, da ich meine Gitarre zu dem Zeitpunkt, als ich zum Lied spielte, für ein anderes Lied einen Ganzton tiefer gestimmt habe. Aber ich denke, in C-Dur geht das genauso wie in B-Dur. ;)

Es handelt sich bei dem Schlager um den "Traumexpress" von Marianne Rosenberg aus dem Jahr 1980, wenn ich mich nicht irre. Vielleicht ist dieser aber ein wenig zu trivial für dieses Forum.

Es grüßt herzlich

Caterina
 
 

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