Erfahrungsaustausch Spätberufene

Und ja genau, Melodieinstrument oder eben inkl. Begleitung ist halt doch ne andere Nummer.
Vor allem der Bass-Schlüssel ... Ich lese da immer noch A statt C oder E statt G. Deshalb geht es zum Teil auch sehr langsam. Die rechte Hand ist einfach, da sind die Noten klar, aber links muss ich die Noten manchmal noch richtig suchen, fange auf der falschen Note an o.ä.

Hihi, ja passabel ist ein zu definierender Begriff.
Allerdings. ;) Momentan finde ich das wirklich schon sehr passabel, was ich jetzt kann. Aber wenn ich in drei oder sechs Monaten immer noch etwas Ähnliches spiele, bin ich bestimmt frustriert. Da muss ich dann aufpassen, dass mir nicht der Spaß vergeht.

Geduld ist nicht meine Stärke, aber ich will ja keine Konzertpianistin werden und habe ja alle Zeit der Welt.
Hundertprozentige Zustimmung. :-D
 
Inzwischen ist ein Jahr vergangen. Mozart Sonaten K 545 und K 331, Bach WTK 1 Präludium und Fuge c-Moll, Beethoven Sonate Nr. 1 op. 2 gehören zu meinen Übungsstücken.
Hört sich nach einer guten Auswahl an. Dann kann ich ja mal in einem Jahr überprüfen, ob ich das auch alles kann. Präludium 1 kann ich zumindest schon halbwegs.

Das ist ein wunderschöner Satz. So empfinde ich das auch. Ich fühle mich nie einsam, wenn ich Klavier spiele, im Gegenteil. Mit dem Saxophon ist das zum Beispiel anders. Da spiele ich oft Backingtracks dazu, damit es sich „geselliger“ anhört. Das macht allein wirklich nicht so viel Spaß. Aber mit dem Klavier ist man ja sein eigener Backingtrack. ;)

Auf meinem Digitalpiano kann ich auch vierhändig spielen, d.h. ich spiele den Secondo ein und speichere ihn. Dann rufe ich den Beitrag auf und kann den Primo dazu spielen.
Das ist wirklich ein riesiger Vorteil des Digitalpianos. Ich habe jetzt noch gar nichts Vierhändiges, aber wenn das dann kommt, werde ich das auch so machen.
 
Ernsthaft, das Klavier ist das Instrument, dass ich schon viel viel früher entdecken hätten müssen.
Wenn es weiter so läuft, könnte ich mir sogar vorstellen dass es mein Haupt Instrument wird und die Gitarren..... Ebay?
Da sagst Du was ... Ich würde meine schönen Saxophone allerdings nie verkaufen. Dennoch sitze ich im Moment fast nur noch am Klavier, und die Saxe schauen mich manchmal nur noch traurig an.

Aber ich gehe mal davon aus, dass das vor allem am Anfang so ist. Die Begeisterung darüber, dass ich nun endlich etwas auf dem Klavier spielen kann, was ich mir mein Leben lang gewünscht habe. Sobald es da schwieriger wird, bekommen die Saxe bestimmt wieder mehr Aufmerksamkeit. Es ist ja auch eine Zeitfrage. Jeden Tag Klavierüben, jeden Tag Saxophonüben, ein paarmal die Woche ins Fitness-Studio, damit man nicht einrostet ... und irgendwann muss man ja auch noch was arbeiten. ;)
 
@Annaklena, dein letzter Beitrag hätte von mir sein können.:-D:super:

Liebe Grüße
Pianini
 
Schwierig ist es immer. Wird nur noch schwieriger. Du wirst es nur nicht anders empfinden, da dein Können sich, wie der Schwierigkeitsgrad der Stücke, auch weiterentwickeln wird. Das ist das schöne dran, dass Du irgendwann an Stücken klimpern kannst, die Du nur gerne hören durftest.

Wenn Du beim Spielen ab und zu Gänsehaut kriegst, dann bist du im jeweiligen Stück voll drin und hast umso mehr Lust drauf, weiterzuüben.

Schwieriger ist spaßiger. ;-)
 
Na immerhin bin ich nicht allein! :-)


Das da:

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Liebe Grüße vom
Sonnendeck

Witzig, dass es ausgerechnet das Stück ist. Das war mein erstes Stück vor ein paar Wochen, und es lief genauso wie bei Dir. Rechte Hand auswendig, linke Hand auswendig, das ging sogar recht schnell, und ich konnte es auch ganz zügig spielen. Aber dann mit beiden Händen ... Puh.

Dann habe ich mit der Clementi-Sonatine 36/1 angefangen, und die lief ziemlich schnell ziemlich gut, sogar mit zwei Händen (zuerst aber Hände separat geübt). Dazwischen habe ich immer wieder das Menuett vorgeholt und dachte mir: „Das muss doch mittlerweile fast von selbst gehen.“ Denkste. Ging gar nicht. Schlechter als die Sonatine.

Heute habe ich es wieder mal hervorgeholt und noch mal systematisch dran gearbeitet. Ging besser als vorher. Dann habe ich eine Videoaufnahme gemacht, weil ich mich kontrollieren wollte – bumm, ein Fehler nach dem anderen. Aber ich denke, es war nur wegen der Aufnahme. Geht mir mit meinem Klavierlehrer auch immer so. Habe es am Vormittag noch mehrmals gut durchgespielt, aber wenn ich es ihm vorspielen soll, klappt nichts.

Aber witzig ist irgendwie, dass dieses Menuett, das so einfach aussieht, so viele Probleme macht. Obwohl man das gar nicht denkt. Und sich eigentlich auch nicht erklären kann. Die Clementi-Sonatine gilt offiziell als schwieriger, geht aber besser.

Na ja, mein Klavierlehrer meinte, in einem halben Jahr holen wir das Menuett noch mal raus, und dann würde ich mich wundern, wie gut ich das dann kann. Sein Wort in wessen auch immer Gehörgang. ;)
 
Während meiner teilweise sehr aktiven Klarinetten-Zeit, konnte ich dennoch kaum was auswendig spielen. Beim Klavierspielen geht das irgendwie immer ganz automatisch, dass ich Teile auswendig kann.(...)
Geht das anderen "mehrfach-Instrumentlern" auch so?
Exakt genauso bei mir mit Saxophon und dann Klavier. Auf dem Saxophon, das ich jetzt schon ein paar Jahre spiele, kann ich viel spielen, aber nichts auswendig. Auf dem Klavier kann ich nach ein paarmal Üben alles auswendig. Geht ganz von selbst, ohne dass ich darauf achte.
 
Mir ist durchaus bewusst, dass ich mir da einen pianistischen Mount Everest vorgenommen habe. Ich genieße die Vorfreude bis zu diesem Termin und werde diesen Satz bis dahin nicht anrühren. Ab dem Tag X hätte ich neun Monate Zeit, um den Satz bis zu meinem Herbsttreffen am 5. Oktober 2019 zu üben.
Irre, wie weit manche Menschen vorausplanen können. ;) Das meine ich jetzt bewundernd. Ich könnte das manchmal auch gern. Aber ich weiß manchmal noch nicht mal, was ich morgen oder nächste Woche tun werde, geschweige denn am 1.9.2019. Das ist noch so weit weg. Wer weiß, ob ich da überhaupt noch lebe? ;-)

Jedenfalls könnte ich mir nie vornehmen: Dann und dann fange ich an, das und das Stück zu üben, und das dauert dann so und so lange. Das wäre mir zu unspontan. Klar muss man Dinge planen, muss ich auch, aber ich denke immer, das ergibt sich dann schon. In einem Monat werde ich wissen, was ich dann spielen werde, weil ich es dann spiele. In einem Jahr werde ich wissen, was ich dann spielen werde, weil ich es dann spiele, in zwei Jahren ... usw. Gerade so etwas Kreatives wie Musik würde ich ungern planen. Das soll ja mehr Erholung sein, nicht auch noch Druck, dass ich mich dann zu einem bestimmten Termin damit beschäftigen muss. Wer weiß, was ich zu dem Termin spontan gern machen würde? Vielleicht auf die Malediven fliegen? Und dann kommt mein ganzer schöner Plan durcheinander.

Ist wirklich interessant, wie verschieden wir Menschen sind, wie verschieden wir denken, wie verschieden wir an die Dinge herangehen. Wenn ich heute schon wüsste, was ich am 1.9.2019 machen werde, würde ich verrückt werden. Oder mich erschießen. :-D Nein, das ist jetzt nicht ernst gemeint, aber so weit im Voraus zu planen liegt mir einfach nicht. Ich lasse die Dinge lieber auf mich zukommen.
 
Aber witzig ist irgendwie, dass dieses Menuett, das so einfach aussieht, so viele Probleme macht.
Im RCM-Syllabus ist es nicht ohne Grund in Level 3 (für Kinder wohl so ca. 2./3. Lehrjahr) einsortiert, zusammen mit Beethovens Sonatine in G-Dur (Anh. 5), Clementi op. 36,1 und Burgmüllers Arabesque (op. 100,2). Bevor man das angeht, soll man laut RCM bereits Dinge wie Bachs Choral: Schaff's mir Gott (BWV 514) aus Level 1 und Schumanns Soldatenmarsch (op 68,2) aus Level 2 draufhaben.
 
Exakt genauso bei mir mit Saxophon und dann Klavier. Auf dem Saxophon, das ich jetzt schon ein paar Jahre spiele, kann ich viel spielen, aber nichts auswendig. Auf dem Klavier kann ich nach ein paarmal Üben alles auswendig. Geht ganz von selbst, ohne dass ich darauf achte.
Ich habe zuerst Klavier gespielt und danach Saxofon.
Ich kann weder auf dem Klavier noch auf dem Saxofon Stücke ohne Noten auswendig spielen :blöd::musik::heilig::lol:
Aber wer sagt denn, dass ich das muss ;-):lol:
 
Sehr schön aber durch den Unterricht bleibt nicht für jedes Stick die Zeit, die es verdient.
Bei der Sarabande in E moll müsste ich noch etwas mehr Zeit für die musikalische Gestaltung haben.
Aber ich kann auch nicht Wochen in jedes kurze Stück investieren.

Warum nicht? :-) Ein Stück braucht so lang wie es braucht. Tage, Wochen, Monate ... manche Stücke vielleicht ein Leben lang...

Dann habe ich eine Videoaufnahme gemacht, weil ich mich kontrollieren wollte – bumm, ein Fehler nach dem anderen. Aber ich denke, es war nur wegen der Aufnahme. Geht mir mit meinem Klavierlehrer auch immer so. Habe es am Vormittag noch mehrmals gut durchgespielt, aber wenn ich es ihm vorspielen soll, klappt nichts.

:lol: Herrlich, woher kenne ich das? :lol: Nach wie vor und immer noch. :schweigen:
Auch plöht: Das Stück gelingt richtig toll, man erlebt endlich mal einen "Flow" und ist darüber so irritiert ("Waaah, bin wirklich ICH das??"), dass man vor lauter Begeisterung über sich selbst "rausfliegt". :lol:
 

Dann habe ich eine Videoaufnahme gemacht, weil ich mich
Ich bin grundsätzlich gegen Videoaufnahmen von sich selbst. Wozu auch, ich höre und sehe und vor allem fühle mich doch selbst beim Spielen!

Für technisch schwierige Instrumente wie z. B. Violine reicht der Gang zum Spiegel, da man sich selbst ohne diesen beim Spiel nicht sieht - gilt auch nicht für Stücke sondern für Haltungsprobleme. Am Klavier seh ich doch alles, und wenns weh tut, ist Alarmsignal auf rot, da braucht es kein Video!

Welche Zeitverschwendung seine eigenen Video- oder Audioaufnahmen anzuhören. Da höre ich lieber perfekte Aufnahmen, um eine Klangvorstellung auszubauen.
 
Und Vieles hört man sich eben zurecht...
Na und? Perfektionismus ist bei Anfängern gar nicht zu erwarten, der Klang wird lange nicht ideal werden, warum dann frusten lassen von Aufnahmen, die keiner auch man selbst nie wieder sich anhören wird.Und wenn es einem gut geht beim Selberspielen, warum muss man sich seine Illusion zerstören und seine Aufnahme mit einer perfekten aus dem Netz (oder CD-Sammlung) in Konkurrenz stellen. Auch das Vorführen eines Videos vorm Lehrer ist Schwachsinn, der wird auch lieber live sehen,hören und eingreifen wollen.

Man muss sein Gehör trainieren, beim Spiel selbst sich zuzuhören. Dann wird es ja auch erst befriedigend.
 
Das ist absolut richtig, aber gerade gestern habe ich meine ganze Übungsstunde auf Video aufgenommen und schaue mir das jetzt an. Ich sehe und höre dabei jetzt Dinge viel besser, kann zurückspulen, mir meine Hände anschauen, meine Haltung usw. Wenn man gleichzeitig spielt, ist das alles ganz anders. Da kann man nicht auf alles gleichzeitig achten. Und zurückspulen schon mal gar nicht.

Vom Saxophon her bin ich es gewöhnt, mich selbst aufzunehmen, weil der Klang beim Saxophon ganz anders ist, wenn man selbst spielt (da man ja nicht vor dem Schallbecher steht, sondern dahinter) als wenn man zuhört. Dadurch, dass man das Saxophonmundstück im Mund hat, übertragen sich Schwingungen und Schall in den Kopf, und man bildet sich oft ein, das klingt ganz sonor. Wenn man sich dann aufnimmt, klingt es aber ziemlich dünn. Das ist schon wichtig, finde ich.

Beim Klavier ist es weniger der Schall, sondern die eigene Körperhaltung, Handhaltung, ein anderer Blickwinkel. Und dann ist es auch toll, sich diese Aufnahmen in einem Jahr, in zwei Jahren oder in zehn Jahren wieder anzuschauen und festzustellen, wie weit man gekommen ist. :) Vor allem, wenn man gerade denkt, man kann nichts. Dann sieht man, dass man doch etwas kann im Vergleich zu dem, was man am Anfang oder vor einem, zwei oder fünf Jahren konnte. Das kann sehr motivierend sein. :D

Wenn ich mir Aufnahmen von vor ein paar Jahren anhöre, denke ich oft: Das ist aber schon eine Menge, was Du seitdem geschafft hast. Warum sollte man sich diese zusätzliche Motivation nehmen? Ist doch eine schöne Sache.

Bei mir kommt noch hinzu, dass ich solche Aufnahmen auch meinem Lehrer schicke. Dann muss ich ihm das nicht in der Stunde vorspielen und bin nicht so nervös. In der Stunde können wir uns dann auf Technik usw. konzentrieren, und die Zeit für das Vorspielen entfällt.
 
Ich bin grundsätzlich gegen Videoaufnahmen von sich selbst. Wozu auch, ich höre und sehe und vor allem fühle mich doch selbst beim Spielen!


Welche Zeitverschwendung seine eigenen Video- oder Audioaufnahmen anzuhören. Da höre ich lieber perfekte Aufnahmen, um eine Klangvorstellung auszubauen.
Ich glaube da bist du,gerade was Anfänger betrifft,einem falschen Pferd aufgesessen.

Wir Anfänger haben beim spielen so viel zu tun, dass hören (jedenfalls gründliches hören) nicht drin ist.
Irgendwann hat man so oft gespielt, dass der Erfolg sich "gut anhört" aber wenn du dich dann mal aufnimmst, wirst du als Anfänger überrascht sein, wo du noch alles Fehler machst und wie undifferenziert und langweilig deine musikalische Gestaltung ist.

Da hilft es sehr, sich mal los gelöst vom Klavier zu hören.
Also dann, wenn der Kopf nichts anderes zu tun hat,als mal genau nachzuhören.

Na und? Perfektionismus ist bei Anfängern gar nicht zu erwarten, der Klang wird lange nicht ideal werden, warum dann frusten lassen von Aufnahmen, die keiner auch man selbst nie wieder sich anhören wird.

Man muss sein Gehör trainieren, beim Spiel selbst sich zuzuhören. Dann wird es ja auch erst befriedigend.

Dein letzter Satz stimmt,aber dem ersten kann ich nicht zustimmen.
Ich denke,ohne hohe Ansprüche an sich selbst, kommt man nicht über den Anfänger status hinaus.

Ich hab zwar oben geschrieben das ich nicht immer genügend Zeit für ein Stück habe, aber ich versuche jedes Stück so gut und sauber zu spielen wie ich kann.

So hab ich mit meinen Lehrer abgesprochen, neben den Unterricht mit Bartok's Microkosmus zu beginnen.
Allerdings darf ich nun jedes mal, wenn ich glaube das ich ein Stück daraus kann, es aufnehmen und meinem Lehrer schicken zur Kontrolle damit ich nicht schlampig spiele (und damit es uns nicht die Unterrichtszeit klaut :super:).
 
Perfektionismus ist bei Anfängern gar nicht zu erwarten
Perfektionismus ist der Schlüßel zum Erfolg, weil der Erfolg in Details liegt. Drum ein gewisser Perfektionismus ist auch vom Anfänger zu erwarten.

Aufgrund dessen nehme ich mich als Anfänger auf und sehe/höre mich immer wieder. Besonders unterwegs hab ich Zeit dafür, dass ich meine Fehler, unschön gestaltete Phrasierungen oder dies und jenes genauer höre, mich beim Üben besonders in diese Teile fokusiere.

Warum soll ich etwas halbwegs hinnehmen und Larifari spielen, in das ich viel Zeit und Mühe reingesteckt hab, obwohl ich es besser könnte, wenn ich die Mängel entdeckte?

Sich aufzunehmen und u.U. diese mit den Anderen zu teilen ist keine Zeitverschwendung, sondern ein Muss des Einen, der darin erfolgreich sein will.
 
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