Erard Klaviere ?

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hallo wieder mal an die Runde, sorry, war wieder lange nicht mehr hier, eine Frage an die Klavierbauer/ Restauratoren hier zu Erard Klavieren (nicht Flügel):
ich spiele mit dem Gedanken, so ein älteres Stück zu kaufen, als klangliche Abwechslung : Erard, da es da eine historische, persönliche Verbindung zu Sebastian Erard gibt.
Wie war der Klang und Mechanik neuerer Modelle ( 1930 oder noch jünger nach 1960) im Vergleich zu den Klavieren des späteren 19. Jahrhunderts ?
Klar ist mir, dass Stücke aus dem 19.Jh. böse Überraschungen bergen können, da man die angebotenen Stücke ( meist in Frankreich lokalisiert) nicht im vorab ansehen/ probieren kann.
Danke
 

Da zu der Frage keine Antwort kam, gebe ich hier selbst die nach längeren Recherchen und dem Kauf plus Restauration des Klaviers gewonnenen Einblicke- für alle die es vielleicht interressiert:
nach dem Tod von Sébastien Érard ( Erfinder der Doppelrepetitionsmechanik) 1831 übernahm sein Neffe Piérre das Unternehmen sehr erfolgreich, das unter seiner Leitung die führende und renommierteste Klaviermarke Europas wurde mit Franz Liszt als berühmtesten "Érard-Pianisten" und bis zum Auftauchen von Steinway & Sons auch blieb. Nach dem Tod von Piérre Érard 1855 führte seine Witwe Camille die Firma weiter, ließ jedoch im Andenken an Piérre keinerlei Veränderungen im Instrumentenbau mehr zu, sodaß alle Instrumente , die nach 1855 gebaut wurden, mehr oder weniger gleich waren wie ihre Vorgängermodelle. Die Parallelbesaitung, die Art der Dämpfung und der Hämmer, die Anordnung der Stege wurden bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges unverändert weitergeführt, sodaß all diese Instrumente noch den Klang der Instrument um 1850 besitzen. Erst ab ca 1920 wurde die Tradition aufgegeben und die neue Unternehmensleitung stellte ( wenig erfolgreich) auf die neue ( steinwaysche) Konstruktion mit Kreuzbesaitung etc der anderen Marken um mit der grundlegenden Änderen des Klangcharakters der Instrumente. Ein paar Bilder des Klaviers und kleine Klangprobe. Wie an Debussy's Foto von 1893 zu sehen, waren Érards Klaviere auch Ende des 19.Jahrhunderts noch beliebt.
 

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