Klaviere mit besonders leichtem Anschlang - alte oder neue?

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  • #21
Es gab mal ein Klavier von Kawai mit "Variable Touch Control", das Modell VT-132. Da gab es einen Hebel an der Seite. Mit dem konnte man eine Leiste mit Gewichten stufenlos verschieben. Diese Gewichte verschoben dadurch ihre Position am Tastenhebel. Bzw. über der eigentlichen Taste war der Mechanismus angebracht. Eigentlich eine gute Idee und auch nicht schlecht umgesetzt. Hat sich aber offensichtlich nicht durchgesetzt.


Kawai Variable Touch Control.JPG


Kawai Mechanismus VT-132.JPG


Kawai Variable Touch Control 2.JPG


 
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  • #22
Die Wirkung war ähnlich wie bei dem Hellas Klavier, das ich mal gepostet habe, auch mit Hebel links unterm Stuhlboden. Es wurde kürzlich verkauft. IMG_4805.jpegIMG_4808.jpeg
Hier nochmal


IMG_4807.jpeg
 
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  • #23
Das Hellas kannte ich noch gar nicht, interessant. Vor allem, weil es gleichzeitig Niederdruck- und Aufgewicht beeinflusst. Pfiffig. Hatte das Modell einen Namen? Oder das System?
 

  • #24
Die Wirkung war ähnlich wie bei dem Hellas Klavier, das ich mal gepostet habe, auch mit Hebel links unterm Stuhlboden. Es wurde kürzlich verkauft.
Kann mit diesen Blattfedern überhaupt ein gleichmäßiges Spielgefühl erreicht werden?
 
  • #25
Hier nochmal ein Foto vom Hebel, der keine Einrastungen hat, aber sich so stramm schieben lässt, dass die Position gehalten wird. So ist das jeweilige Spielgefühl gleichbleibend. Eine Bezeichnung fand ich nicht.
IMG_4801.jpeg
 
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  • #27
An die Wiener gehören natürlich kleine mit feinstem Leder bezogene Hämmerchen(chen) dran @Henry.
Eher "Chorknabenklöppelchen".

Variable Gewichtuing ist schon ne feine Idee. Es wundert einen ein wenig, dass sich das nicht durchgesetzt hat. Wahrscheinlich gabs zu wenig Nachfrage weil der Aufpreis ein K.O.-Kriterium für die Käufer war (wer zahlt schon gerne für etwas drauf, wovon er glaubt, es nicht zu brauchen?).

Ich wüsste nicht, ob ich solche Hebel jemals benutzen würde. Den an der Oberseite würde ich schon mal probieren ... aber den am Hellas wohl eher nicht.
Ich hätte zu viel Angst, dass ich immer weiter reduziere, und mir normale Klaviere dann zu arbeitsintensiv sind.
 
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  • #28
:lol: :lol: :lol: Die Kantorenklöppel haben ja einen noch schwereren Anschlag.
Kantorenklöppel?
Was versteht ein @Henry darunter?
Hast du Henry schon einmal eine mechanische Orgel mit gekoppelten Manualen gespielt?
Da fällt dir die Kippe aus der Gusche.
 
  • #29
Variable Gewichtuing ist schon ne feine Idee. Es wundert einen ein wenig, dass sich das nicht durchgesetzt hat.
Warum sollte man sich die Spielart unnötig schwer machen? Klavierspielen ist doch kein Kraftsport.
Ich hätte zu viel Angst, dass ich immer weiter reduziere, und mir normale Klaviere dann zu arbeitsintensiv sind.
Keine Gefahr; bei Deaktivierung der Gewichtung bleibt nur der Widerstand der Mechanik allein übrig. Die Spielart kann also nur schwergängiger eingestellt werden.
 
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  • #30
Kantorenklöppel?
Was versteht ein @Henry darunter?

Da hättst ja auch mal die KI bemühen können:

🎹

Die Bezeichnung „Kantorenklöppel“ ist ein scherzhafter, leicht spöttischer Spitzname für Klaviere oder Flügel mit Wiener Mechanik – und zwar wegen ihres typischen Anschlags.

🪵

Die Wiener Mechanik hat einen direkten, sehr leichten Anschlag.Der Hammer wird von unten direkt gegen die Saite geschleudert, ohne Repetitionsmechanik wie bei der englischen Bauweise.

Das führt zu:

  • einem helleren, knackigen Ton,
  • einem hörbaren „Klöppel‑Effekt“ bei kräftigem Anschlag,
  • einem sehr direkten Klang, der weniger „gepolstert“ wirkt.
➡️ Dieser „klöppelnde“ Charakter erinnerte viele Musiker an den Holzklöppel, den ein Kantor im Gottesdienst benutzt.


🎼

In Kirchen – besonders früher – gab der Kantor mit einem Holzklöppel rhythmische Einsätze.Der Klang ist:

  • trocken
  • hart
  • präzise
  • deutlich hörbar
Genau diese Eigenschaften hat der Anschlag eines Wiener‑Mechanik‑Klaviers.

➡️ Also: „Das klingt ja wie ein Kantorenklöppel!“


😄

Er wurde vor allem von:

  • Klavierbauern
  • Pianisten
  • Musikern aus dem süddeutschen und österreichischen Raum
verwendet, um den charakteristischen Anschlag zu beschreiben.

Es ist also kein offizieller Fachbegriff, sondern ein traditioneller Spitzname.


📌

Man nennt Klaviere mit Wiener Mechanik „Kantorenklöppel“, weil:

  • ihr Anschlag hell, hart und klöppelnd klingt
  • der Klang an den Holzklöppel eines Kantors erinnert
  • der Begriff als humorvolle Bezeichnung entstanden ist
 
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  • #31
Warum sollte man sich die Spielart unnötig schwer machen? Klavierspielen ist doch kein Kraftsport.
Manche Pianisten mögen mehr Widerstand. Dann haben sie bessere Kontrolle bzgl. Dynamik. Der Kraftunzerschied zwischen p und f ist größer.

Geschmacks- und Gewohnheitssache.
 
  • #32
Warum sollte man sich die Spielart unnötig schwer machen?
OK. Ich wusste nicht, dass man sich das damt nur schwerer machen kann.

Ich hätte jetzt erwartet, dass die Mechanik so leichtgängig wie irgend möglich eingestellt wird, sodass die Mittelposition in etwa dem Standard (ohne VT) entspräche.
 
  • #33
Ich hätte jetzt erwartet, dass die Mechanik so leichtgängig wie irgend möglich eingestellt wird, sodass die Mittelposition in etwa dem Standard (ohne VT) entspräche.
Glaubst du, dass normale Klaviaturen extra schwergängig sind und nicht einfach so leicht(gängig), wie es der Hersteller hinbekommt?
 
  • #34
OK. Ich wusste nicht, dass man sich das damt nur schwerer machen kann.
Beim Hellas auf jeden Fall.
Ich hätte jetzt erwartet, dass die Mechanik so leichtgängig wie irgend möglich eingestellt wird, sodass die Mittelposition in etwa dem Standard (ohne VT) entspräche.
Wie es beim angesprochenen Kawai aussieht, weiß ich nicht:

Durch das Bewegen des Hebels kann das Spielgewicht in einem Bereich von ca. 40 Gramm variiert werden.
Das verstehe ich so, dass zu den standardmäßigen 50 Gramm Niederdruck in der Position "Light" noch 40 Gramm zusätzlich möglich sind, also wenn der Hebel auf "Heavy" gestellt wird, beträgt der Niederdruck dann 90 Gramm.
Oder ist es tatsächlich möglich, in der Position "Light" einen Niederdruck von unter 50 Gramm zu erreichen? Also in Position "Light" würde dann der Niederdruck 30 Gramm, in Mittelposition 50 Gramm und in Position "Heavy" 70 Gramm betragen.
 
  • #35
Ich glaube, dass sich Hersteller zur Gewichtung ihrer Klaviaturen vor allem Rückmeldung bei Profis holen.
Also bei Menschen, die täglich stundenlang Klavierspielen und deren Hände auf 50g Niedergewicht trainiert sind.
Ich glaube, dass es da weniger um "leicht" oder "schwer" geht, sondern eher um "gewohnt" oder "ungewohnt".
 
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  • #36
Variable Gewichtuing ist schon ne feine Idee. Es wundert einen ein wenig, dass sich das nicht durchgesetzt hat. Wahrscheinlich gabs zu wenig Nachfrage weil der Aufpreis ein K.O.-Kriterium für die Käufer war (wer zahlt schon gerne für etwas drauf, wovon er glaubt, es nicht zu brauchen?).
So etwas gab es bereits schon 1909:


Hat sich wohl nicht durchgesetzt, weil einfach kein Bedarf besteht. Und ja, das funktioniert immer nur so, dass man zur Standard Einstellung Gewicht drauf packen kann, nicht aber leichter machen kann.

Mein Klavierlehrer hatte an seinem Klavier extra Gewichte auf die Tastenhebel geschraubt, weil er das gerne schwerer hatte. Er ist professioneller Jazz Pianist. Diese Gewichte gab es auch als Nachrüstsatz zu kaufen.
 
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  • #38
Lücken hinter den Halbtönen?
(ich verstehe die Formulierung nicht @agraffentoni).
 
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  • #39
Ich habe einige Tasten meiner Klaviatur mal ausgewogen (mit kleinen Stapeln Geldstücken).
Niedergewichte zwischen 40 und 45g kamen dabei heraus, und nun verstehe ich auch, warum ich mich so drauf konzentrieren muss, diese Klaviatur leise zu spielen.

Es hat nun fast 3 Jahre Training gebraucht, bis ich meinen Gestaltungswillen diesem Instrument gegenüber wieder durchsetzen kann.

Die Klaviatur ist alt (ca. 130 Jahre) und die Mechanik dürfte ziemlich ausgelatscht sein. Ich habe weniger Niedergewicht ... aber dadurch ist es eben nicht einfacher, die Dynamikrange voll auszunutzen. ganz im Gegenteil ... ein kleines bisschen zu viel Schwung in der Bewegung, und schon ist ein Ton dazwischen, der für die Begleitung zu laut ist. Dieses Klavier verzeiht nichts.
Ich nehme das momentan als Einladung, an meinen feinmotiorischen Fähigkeiten zu arbeiten.
 
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  • #40
Lücken hinter den Halbtönen?
(ich verstehe die Formulierung nicht @agraffentoni).
Wenn die Klaviatur wie im Patent gezeigt zum Instrument hin verschiebbar ist, muß ein gewisser Abstand zwischen Hinterkante Halbton und Abdeckleiste vorhanden sein.
 

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