Entscheidungsprobleme bei Flügelneukauf

na also wenn die überlegung schon da ist, dann würde ich an deiner stelle keine kompromisse machen und dein trauminstrument kaufen.
du kannst dir sicher sein, dass du sonst in fünf jahren denken wirst "ach, hätte ich damals doch..." - und dafür ist die investition zu schade.
 
Nein! Man braucht immer Träume. Tödlich, all diese sofort zu realisieren!
 
Einerseits mag ein tolles Instrument ein Traum sein, aber man kann das durchaus auch so sehen, dass es nur die notwendige Basis für das Erfüllen der Träume - Stücke lernen, zum Klingen bringen, Musik machen - darstellt. Insofern sollte man damit nicht ewig warten, die Vorfreude kann auch irgendwann zermürbend wirken. Und ja, ich träum auch von Steinway B und Co. ...
 
Nein! Man braucht immer Träume. Tödlich, all diese sofort zu realisieren!

Danke fisherman!;)

Ich habe tatsächlich im Hinterkopf das Hirngespinnst mir in paar Jahren vielleicht den Traumflügel (Fazioli, CF6 oder....) zu kaufen. Momentan kann und will ich das noch nicht.

Steinway B, Bösendorfer, Fazioli habe ich zum Vergleich angespielt, da war keine aktuelle Kaufabsicht dahinter. Interessant ist es allemal und man kann besser erkennen welchem Klangideal man nahekommen will. Beim Grotrian war es in Angesicht des Listenpreises auf dem Deckel eigentlich ebenso. Der Rabatt war zunächst verlockend aber unter Berücksichtigung aller Aspekte dann eben auch wieder nicht mehr. Meine persönliche Entscheidung, niemand ist schuld, auch nicht der Grotrian.

Der Yamaha gefiel mir am Anfang schon super gut, dann bin ich irgendwie doch ins Zweifeln gekommen. Das lag wohl daran, daß man unbewußt denkt, daß der jeweils größere doch besser klingen muss/sollte. Keiner kann sein Unterbewusstsein ausschalten. Wenn das ginge, sollte man alle Flügel blind spielen.

Bis auf ein Digitalpiano habe ich bis jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich liebe auch mein jetziges Klavier und es tut mir weh, es herzugeben. Der Wunsch nach einem Flügel ist aber nunmal größer.

Ich freue mich tierisch auf den C3 und lasse es mir auch nicht vermiesen. :D
 
Wie ich sehe, hast Du gleich schon mal einen C3XA als Userbild eingestellt. Sieht man am Notenpult. Ich hatte auch mal Gelegenheit, ihn beim Händler mit einem C3 zu vergleichen.

Bin ich mal gespannt, wie er Dir zu Hause gefällt.

Liebe Grüße,
Mawima
 
Hallo Xentis,

ich gratuliere Dir zur Entscheidung für den C3XA, ich denke, du wirst viel Freude dran haben.
VP spielt auch einen (etwas kleineren) Y-Flügel, und damit kann man wirklich sehr zufrieden sein.

Deine Bedenken hinsichtlich Transport teile ich allerdings nicht, ich würde mir vom Händler bescheinigen lassen, dass keine Transportschäden vorhanden sind, und gegenbenenfalls der Flügel zurck zu nehmen ist. (Grotrian)

Deine Begeisterung für Grotrian teile ich ebenfalls, ich habe vor einiger Zeit auch einen sehr schönen angespielt.


Der schönste Flügel, den ich je zum Verkauf habe war ein Bösendorfer-Gestellflügel (wieder was gelernt)
Der wurde nach Asien verkauft, übrigens, schade drum :-( )

LG
VP
 
Jetzt muss ich doch mal über die Fortsetzung der Geschichte berichten...

Falls es wieder einigen Leuten schwindlig werden sollte, bitte nicht weiterlesen! :D

Während der Wartezeit auf die Lieferung des C3XA ging mir der S6 beim gleichen Händler nicht aus dem Kopf. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum dieses Instrument bei eigentlich schönem Charakter so laut und hallig klingt. D. h. eigentlich war es schon klar, da dieser Flügel an einem Schaufenster stand mit dem offenen Deckel zur Glasseite. Aber dass die Auswirkungen so gravierend sind, konnte ich nicht glauben.
Hab mich allerdings kaum getraut, den Händler nochmal anzurufen und zu fragen, ob man den nicht mal umstellen könnte. :floet:

Doch er war super verständnisvoll, ich konnte 2 Stunden später vorbeikommen um den umgeparkten S6 zu spielen und er bot mir an, ich könnte auch beide Flügel gleichzeitig (!) am nächsten Tag zum Testen nach Hause bekommen.

Ich fand das Angebot zwar wahnsinnig entgegen kommend, aber nach kurzer Überlegung dann doch nicht praktikabel, da sich die Flügel dann doch im Weg stünden oder in unterschiedlichen Räumen und ein ordentlicher Vergleich nicht möglich.

Also am Freitag wieder dorthin, den S6 spielen. Er stand jetzt zwar weiter weg vom Fenster und umgedreht, ideal aber sicher immer noch nicht. Er klang aber schon sehr sehr viel besser. Nicht mehr so laut und vor allem irrsinnig toll im Bass, viel besser als der C3XA, viel besser als der C6 und C6XA und kaum ein Unterschied zum CFIII der daneben stand. Damit war klar, den wollte ich zuerst zu Hause probieren.

Am Samstag Abend kam er dann. Erster Gedanke beim Aufstellen: Oooops, doch ganz schön groß....
Aber nach etwas hin und her-rücken und kurzer optischer Eingewöhnung sah es doch toll aus.
Nachdem ich endlich alleine war (Familie sinnigerweise beim Klaviervorspiel, Hauskonzert), saß ich erstmal 5 Minuten nur andächtig davor, traute mich kaum loszuspielen.
Doch dann fing ich vorsichtig an zu spielen und nach 2 Minuten war klar:

Wahnsinn!!

Es klang einfach unbeschreiblich schön. Keine Spur mehr von zu laut, unglaublich gut kontrollierbar, eine Wahnsinnsdynamik und ein Klangbild wie ich es mir nur in meinen kühnsten Träumen ausgemalt habe.

Der Fazioli klang perfekt, aber fast zu rein. Der Grotrian wunderschön, aber seit jetzt weiß ich, daß keiner von beiden einen solchen Blues zaubern kann wie dieser S6 in meiner Umgebung.

Es ist völlig klar: Den geb ich nicht mehr her! :D Er hat mich gesucht, sich über die Hintertür in meine Gedanken geschlichen und gefunden.

Ok, die Kinder sind die nächste Zeit auf Wasser und Brot gesetzt, aber man muss eben Prioritäten setzen...

Mein momentanes Fazit:

- es ist wahnsinnig schwer, Instrumente objektiv zu vergleichen, das Juwel kann im selben Laden stehen und man erkennt es nicht, da es einen Standort mit mieser Akustik hat. Über verschiedene Läden und Zeiträume hinweg noch viel schwerer.

- keine Angst vor 2m Flügeln, ein Konzertklavier ist wesentlich schwerer zu kontrollieren und von der Lautstärke zu bändigen.

- immer auf das innere Gefühl hören. Wenn nicht alles passt, Finger weg.

- Ohne einen sehr guten Händler, der einem hilft das Risiko eines Reinfalls zu minimieren, ist ein Kauf dieser Größenordnung schwer zu entscheiden.
 
Dann viel Spaß mit dem schönen Flügel und nächstes Weihnachten gibts dann den CF6:p
 
Xentis, Wow!

Vor zwei Jahren hatte ich das Glück mehrere Probenwochenenden mit einer Jazzcombo in einem Unihörsaal zu verbringen. Da stand ein S6. Wir hatten auch etliche Bluesnummern im Programm. Ich kam auf dem Flügel unverstärkt mühelos gegen Schlagzeug, Kontrabass (mit Verstärkung) und zwei Bläser an. Habe auch mal alleine im großen Saal darauf geübt und es geht alles von romantisch subtil bis volle Lotte und immer in Schönheit. Der Anschlag gehört für mich bis heute zum besten, was ich je unter den Fingern hatte. Der S6 ist einer meiner Idealflügel!

In diesem Sinne genies es und gib dem Baby den Blues!

Wann darf man dann dem stolzen Besitzer gratulieren?
 

"Wann darf man dann dem stolzen Besitzer gratulieren?"

Wenn der Flügel bezahlt ist :cool:
 
Hallo Xentis,
also herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Flügel.
Wie schon gesagt bin ich ja auch auf der Suche nach nem S4 oder S6.
Deine Beschreibung mit dem Yamaha S6 an der Scheibe und dem CF3 zum Vergleich kommt mir bekannt vor.
Ist Dein Händler Piano Schweisser in Altdorf bei Landshut, weil ich dort diese Flügel gespielt habe und mir der
S6 sehr gut gefallen hat?
 
Meine Erfahrung

Hallo Xentis

Was ist denn Deine Priorität? Man liest immer mal wieder über C.Bechstein, die sind wohl super aktiv. Gab auch mal eine große Fernsehreportage. Habe selbst einen Flügel von denen, weil mich der farbige Klang total überzeugt und die in Deutschland produzieren. Vorher hatte ich Steinway, den habe ich verkauft und bin nun super happy. Die haben eine website, auf der man so Einiges lesen kann.
 
Mir wurde öfters erklärt daß Bechstein die meisten Arbeiten zwischenzeitlich in der Tschechei machen läßt und bei den Mechaniken weder Renner noch sonst ein namhaftes Fabrikat verwendet wird sondern unter dem Deckmantel Goldline oder Silverline eine Art Hausmarke eingebaut wird.
 
Hallo Xentis,
also herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Flügel.
Wie schon gesagt bin ich ja auch auf der Suche nach nem S4 oder S6.
Deine Beschreibung mit dem Yamaha S6 an der Scheibe und dem CF3 zum Vergleich kommt mir bekannt vor.
Ist Dein Händler Piano Schweisser in Altdorf bei Landshut, weil ich dort diese Flügel gespielt habe und mir der
S6 sehr gut gefallen hat?

Danke für die Glückwünsche an alle.;)

Ja, richtig geraten. Ist aus Landshut.

Hallo Xentis

Was ist denn Deine Priorität? Man liest immer mal wieder über C.Bechstein, die sind wohl super aktiv. Gab auch mal eine große Fernsehreportage. Habe selbst einen Flügel von denen, weil mich der farbige Klang total überzeugt und die in Deutschland produzieren. Vorher hatte ich Steinway, den habe ich verkauft und bin nun super happy. Die haben eine website, auf der man so Einiges lesen kann.

Na ja, was soll ich sagen? Priorität ist wie wohl bei den meisten Klang und Spielgefühl.
Bechstein sind sicher auch tolle Instrumente, aber eben nicht mein Klang. Ich hab ein paar angespielt, war aber sehr schnell klar, daß es nichts für mich ist.
 
Mir wurde öfters erklärt daß Bechstein die meisten Arbeiten zwischenzeitlich in der Tschechei machen läßt und bei den Mechaniken weder Renner noch sonst ein namhaftes Fabrikat verwendet wird sondern unter dem Deckmantel Goldline oder Silverline eine Art Hausmarke eingebaut wird.

Hallo Kapersky

hab meinen Bechstein Flügel gekauft, nachdem ich eine Werksbesichtigung machen durfte. Die hat mich total überzeugt. Uns Besuchern wurde von Fachverantwortlichen der verschiedenen Abteilungen gezeigt, warum und was wie gemacht wird. Sehr beeindruckend - und sehr umfangreich, haben uns die Füsse plattgelaufen. Bechstein hat sogar eine große Forschungsabteilung, wußte gar nicht, dass es so etwas bei Klavieren in Deutschland gibt.
 
Hallo Kapersky

hab meinen Bechstein Flügel gekauft, nachdem ich eine Werksbesichtigung machen durfte. Die hat mich total überzeugt. Uns Besuchern wurde von Fachverantwortlichen der verschiedenen Abteilungen gezeigt, warum und was wie gemacht wird. Sehr beeindruckend - und sehr umfangreich, haben uns die Füsse plattgelaufen. Bechstein hat sogar eine große Forschungsabteilung, wußte gar nicht, dass es so etwas bei Klavieren in Deutschland gibt.

So eine Werksbesichtigung ist sicher toll. Würde ich auch gerne mal machen. Ob ich allerdings meinen Kauf davon anhängig machen würde?:?
Das kann das Tüpfelchen auf dem i sein, wenn ich das Instrument sowieso aufgrund seiner klanglichen Eigenschaften etc. kaufen will.
 
Hallo AllegroBarbaro, hast Du auch bei anderen Herstellern schon Werksführungen mitgemacht? Lass Dich nicht blenden, alle guten Hersteller können und werden Dich beeindrucken!
 
hallo xentis!
Deine Suche und ihr Ergebnis finde ich wirklich beeindruckend und packend. Vor allem, weil man zwischen den Zeilen buchstäblich hören kann, wo und in welchem Maß jeweils dich was "angemacht" hat und in welchem jeweiligen Maß dumpfe bis deutliche Zweifel querkamen. Und dass man ebenso deutlich vernehmen kann, dass es bei deinem derzeitigen S6 "Klick" gemacht hat. Toll!

Ganz sicher kommen alle, die auf Suche sind, letztlich zu jeweils individuellen Lösungen und demgemäß zu anderen als du, und das ist gut so und beruhigend. Aber der Findungsweg, so wie du ihn hier dargelegt hast, ist beispielhaft! Tolles Material zur Anstachelung und Unterstützung für andere Suchende, finde ich, gleich welchen Piano-Traum sie jeweils im Oberstübchen haben.

Also, ehe aus diesem Faden nun eine Präsentationslawine unterschiedlicher und je für sich selbstverständlich stets herausragender Hersteller wird... Dir und deiner Familie viel Glück und Freude mit eurem schönen Flügel!

Gruß
Martin
 

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